Fremdkörperreaktion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. Januar 2017
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Eine Fremdkörperreaktion bezeichnet die Reaktion des Organismus auf das Eindringen einer Substanz oder eines Objekts. Meist handelt es sich dabei um Abwehrreaktionen, die lokal auftreten. Schwere Abwehrreaktionen, die etwa eine Infektion mit sich bringen, können potenziell lebensbedrohlich ausfallen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Fremdkörperreaktion?

Unter der Bezeichnung „Fremdkörperreaktion“ verstehen Mediziner die Reaktion des menschlichen Organismus auf das Eindringen eines körperfremden Objekts oder einer Substanz. Nur feste Objekte wie Gegenstände oder feste Substanzen wie beispielsweise Asbest oder Ruß können eine Fremdkörperreaktion hervorrufen.

Das Eindringen des Fremdkörpers erfolgt durch einen Unfall, einen Angriff, eine Operation oder auch durch das versehentliche Einatmen entsprechender Partikel. Die Reaktionen des Körpers sind daraufhin oftmals lokal auf den Bereich begrenzt, in dem sich der oder die Fremdkörper befinden, und können unterschiedlich stark ausfallen.

Handelt es sich um einen in den Organismus eingedrungenen Gegenstand, sind Haut, Fleisch und Muskulatur in der jeweiligen Region verletzt und weisen eine Abwehrreaktion auf. Wurde eine Fremdsubstanz eingeatmet, beschränkt sich die Abwehr zunächst auf die Atmungsorgane. Auch Implantate können eine Fremdkörperreaktion hervorrufen.

Nicht selten kommt es im Rahmen der immunologischen Abwehrreaktionen zu mehr oder weniger schweren Entzündungen, die das Allgemeinbefinden des Patienten deutlich beeinträchtigen können. Bleiben diese unbehandelt, können die Fremdkörperreaktionen schlimmstenfalls zum Tode führen.

Funktion & Aufgabe

Eine Fremdkörperreaktion ist ein Schutzmechanismus des Körpers, um sich gegen Objekte zu wehren, die in Haut, Gewebe oder Organe eindringende. Der Organismus ist schnell in der Lage, einen Fremdkörper zu erkennen, und versucht, diesen mit allen Mitteln abzustoßen. Dies ist insofern wichtig, dass potenziell gefährliche Substanzen und Objekte abgestoßen oder ausgeschieden werden, bevor sie dem Körper Schaden zufügen können. Es sind besonders die Zellen im sogenannten MPS (Mononukleäres Phagozyten-System), die für die Abwehr zuständig sind.

Ist ein Abstoßen oder Abbauen des Fremdkörpers nicht möglich, legen sich diese vermehrt um das Objekt und bilden sogenannte Fremdkörpergranulome. Bei diesen handelt es sich um neues Gewebe, das gezielt gebildet wird und den Fremdkörper einkapselt, damit er vom restlichen Organismus abgetrennt ist.

In den meisten Fällen kommt es zunächst zu einer akuten Entzündung rund um das eingedrungene Objekt bzw. die Substanz. Das Immunsystem läuft während dieser Zeit auf Hochtouren und versucht alles, um den Eindringling loszuwerden. Die damit verbundene Entzündung kann bei offenen Wunden etwa zu deutlich sichtbaren Rötungen, Eiterbildung, Fieber und verstärkten Schmerzen führen.

Das Eindringen eines Fremdkörpers erfolgt durch einen Unfall, einen Angriff oder eine Operation.

Erkennt der Organismus einen Fremdkörper etwa in den Atemwegen, reagiert er mit Husten, Atemnot, Fieber und der Bildung von Schleim oder eitrigem Auswurf. Im Idealfall ist er auf diese Weise in der Lage, den Fremdkörper abzustoßen, auszuscheiden oder biologisch abzubauen.

Natürlich kann auch die Medizin dabei helfen, die Abwehr des Körpers zu unterstützen und den Fremdkörper oder die Fremdsubstanz zu entfernen, sodass die Entzündung abklingen und das Immunsystem wieder normal funktionieren kann. Bei sehr kleinen Objekten oder feinen Substanzen bemerkt der Patient das Eindringen oftmals gar nicht, und es ist erst die Fremdkörperreaktion, die ihn darauf aufmerksam macht. Besonders bei starken Entzündungen, einem deutlich beeinträchtigten Allgemeinbefinden und andauernden Beschwerden ist es ratsam, zeitnah einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen, um ein chronisches Ausbilden der Entzündung und zu vermeiden.

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Krankheiten & Beschwerden

Fremdkörperreaktionen können teilweise schwer ausfallen und die Gesundheit des Patienten stark beeinträchtigen. Schwere Infektionen können im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Folgen haben, insbesondere dann, wenn sie nicht oder zu spät behandelt werden. Sind einzelne Gliedmaßen von einer schweren akuten oder chronischen Infektion betroffen, droht eine Amputation, um ein Ausbreiten derselben in den gesamten Organismus zu vermeiden.

Im frühen Stadium können Entzündungen, die durch das Eindringen eines Fremdkörpers entstehen, mithilfe von Antibiotika und einer strengen Hygiene behandelt werden. Zuvor sollte aber das kontrollierte Entfernen des Fremdkörpers erfolgen (notfalls im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs).

Wurden Fremdsubstanzen eingeatmet, kann dies zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Atmung führen. Die Asbestose tritt etwa nach dem versehentlich Einatmen von Asbest auf. Sie wird schnell chronisch und zeichnet sich durch unspezifische Symptome aus. Ruß und andere Stäube sorgen in den Atmungsorganen nicht selten für eine sogenannte Staublunge, bei der es im Verlauf zu Atemnot und einem verringerten Lungenvolumen kommt. Beim Röntgen des Organs werden Veränderungen des Lungengewebes sichtbar.

Aber auch bewusst in den menschlichen Körper eingebrachte Fremdkörper wie künstliche Gelenke oder etwa Brustimplantate können zu unerwünschten Abwehrreaktionen führen. Werden die Implantate vom Immunsystem abgestoßen, kommt es auch hier zu Entzündungen, die von Fieber und Schmerzen sowie Schwellungen begleitet werden. Wird das Implantat nicht zeitnah herausgenommen oder ausgetauscht, kann sich eine Kapselfibrose ausbilden. Diese teils schmerzhaften harten Bindegewebsknötchen können chirurgisch entfernt werden, wenn sie dem Patienten Beschwerden bereiten. Besonders nach einer Brustvergrößerung kommen Kapselfibrosen häufiger vor.

Bei Gelenkprothesen kann es durch den Abrieb des Implantats ebenfalls zu Fremdkörperreaktionen kommen. Diese können über einen längeren Zeitraum zu einer Lockerung der Gelenkpfanne führen, was erneute chirurgische Eingriffe erforderlich macht. Werden Prothesen nicht vom Organismus angenommen, führt dies in vielen Fällen zu Schmerzen, die auch chronisch ausfallen können. Dadurch wird die Beweglichkeit des Patienten deutlich eingeschränkt. Klingen die Beschwerden nicht ab, muss das Implantat entfernt werden.

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