Fluoridierung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. Oktober 2017
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Karies ist die häufigste Ursache für Zahnschmerzen, besonders bei Kindern. Da Fluorid sich an dem Aufbau des natürlichen Zahnschmelzes beteiligt, wird in der Kariesprophylaxe vielfach auf eine zusätzliche Fluoridversorgung zurückgegriffen. Diese ist auch unter der Bezeichnung Fluoridierung bekannt. Sie ist jedoch nicht unumstritten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Fluoridierung?

Das Fluorid ist ein Spurenelement, das von Natur aus im menschlichen Körper vorkommt. Es beteiligt sich unter anderem an der Knochenbildung und der Erhaltung des Zahnschmelzes.

Dem menschlichen Organismus steht in der Regel eine Menge von etwa 2 – 5 Gramm dieses Elementes zur Verfügung. Davon befinden sich mehr als 95 Prozent in den Knochen und Zähnen. Die restliche Menge an Fluorid kommt in den Finger- und Fußnägeln sowie in den Haaren und in der Haut vor.

Wenn der Körper in eine Unterversorgung von Fluorid gerät, kann der Organismus nicht ausreichend mit diesem Mikronährstoff versorgt werden. Aus diesem Grund greifen die Lebensmittel- und Pharmaindustrie teils auf eine Fluoridierung zurück. Darunter ist eine zusätzliche Versorgung mit Fluoriden über Lebensmittel und Zahnpflegeprodukte zu verstehen. Es handelt sich dabei um die Zugabe von Fluoriden in Produkten wie Milch, Salz und Trinkwasser. Auch zahlreiche Zahncremes werden mit einer hochdosierten Menge an Fluoriden angereichert.

Die Fluoridierung dient vor allem der Kariesprophylaxe. Deshalb werden Fluoridpräparate auch zum Schutz vor Karies eingesetzt. Da Fluor als Gas sehr toxisch wirkt, werden zur Fluoridierung unterschiedliche Fluoridverbindungen eingesetzt:

  • Natriumfluorid: in Fluoridtabletten und Zahncremes,
  • Zinn(II)-Fluorid: in Zahncremes,
  • Aminfluoride: in Zahncremes und Gelen,
  • Kaliumfluorid: im Speisesalz,
  • Natriummonofluorphosphat: in Zahncremes,
  • Fluoridosilikate: im Trinkwasser.

Funktion, Wirkung & Ziel

Es ist bekannt, dass hochdosiertes Fluorid vor Karies schützt. Diese Wirkung wird verstärkt, indem es direkt auf den Zahn aufgetragen wird. Daher stellt die Pharmaindustrie eine große Auswahl an fluoridhaltigen Zahncremes und Zahnspülungen zur Kariesprophylaxe her. Auch Zahnärzte führen in vielen Fällen eine äußere Fluoridierung der Zähne durch. Bereits vorhandene Löcher und Gefahrstellen versiegelt er etwa mit einem Fluoridlack.

Durch die Aufnahme von Fluorid über die Nahrung ist die positive Wirkung auf den Zahnschmelz zwar nicht so stark wie bei einer äußeren Anwendung, dennoch profitiert der Körper von der gemäßigten Fluoridzufuhr. So wirkt das aufgenommene Fluorid von innen remineralisierend auf den Zahnschmelz. Nach dem Essen verarbeiten Bakterien die Nährstoffe, wobei Säuren entstehen. Diese greifen die im Zahnschmelz eingelagerten Mineralien an. Durch den Verlust von Mineralien wird der Schutz der Zähne verringert. Gleichzeitig erhöht sich die Gefahr für Karies. Mithilfe einer Fluoridierung lagern sich die abgelösten Mineralien wieder in den Zahnschmelz ein.

Darüber hinaus übernehmen Fluoride die Funktion, den Bakterienstoffwechsel und damit die Produktion von Säuren zu hemmen. Somit trägt auch eine innere Fluoridierung langfristig zur Erhaltung der Zahngesundheit bei. Im Alltag kann die erhöhte Fluoridzufuhr auch über die Ernährung gesteuert werden, etwa mit fluoridiertem Salz sowie fluoridhaltigem Mineralwasser.

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Risiken & Gefahren

Da Fluorid sich an dem Aufbau des natürlichen Zahnschmelzes beteiligt, wird in der Kariesprophylaxe vielfach auf eine zusätzliche Fluoridversorgung zurückgegriffen.

Die Fluoridierung ist bei Experten noch immer umstritten, da diese mit der Gefahr einer Vergiftung einhergehen kann, schließlich ist Fluor auch ein sehr giftiges Gas. Schon in sehr kleinen Mengen wirkt es toxisch auf den menschlichen Organismus. Aus diesem Grund wird zur Fluoridierung nicht Fluor, sondern Fluorid eingesetzt. Doch kann Letzteres für den Köper auch giftig sein, wenn es in großen Mengen eingenommen oder angewendet wird. So bedarf die Anwendung hochkonzentrierter Zahncremes auch strenger zahnärztlicher Kontrolle. Wer im Alltag schon mit fluoridiertem Salz kocht, sollte nicht zusätzlich Fluorid-Tabletten einnehmen.

Das Risiko einer Überdosierung besteht besonders dann, wenn auf einmal eine sehr große Menge an Fluorid eingenommen oder gleichzeitig mehrere fluoridhaltige Produkte verwendet werden. Eine Überversorgung kann in seltenen Fällen zu einer Fluoridvergiftung, der sogenannten Fluorose, führen.

Die Symptome fallen ganz unterschiedlich aus. Sie hängen auch davon ab, ob die Überdosis an Fluorid innerlich oder äußerlich zustande gekommen ist. Wenn zu viel Fluorid auf die Zähne aufgetragen wurde, werden weiße Flecken auf den Zähnen sichtbar. Wurde hingegen eine große Menge an Fluorid eingenommen, können Vergiftungserscheinungen auftreten.

Diese äußern sich in Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Im schlimmsten Fall kommen Darmreizungen, Herzrhythmusstörungen oder Blutgerinnungsstörungen hinzu.

Fällt die Überdosierung nur gering aus, hilft auch ein Glas Milch. Das in Milch enthaltene Calcium besitzt die Eigenschaft, überschüssiges Fluorid zu binden. Alternativ wirkt auch eine Calcium-Brausetablette der Fluorid-Überdosierung entgegen. Hat ein Kind etwa auf einmal eine ganze Packung an Fluoridtabletten gegessen, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Fluorosen kommen bei einem sehr bewussten Umgang mit fluoridhaltigen Produkten jedoch selten vor.

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Quellen

  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Ott, R., Vollmer, H.P., Krug, W.: Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2016

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