Flexion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2016
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Die Flexion ist eine der Hauptbewegungen des menschlichen Bewegungssystems. Sie kommt an der Wirbelsäule und vielen Extremitätengelenken vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Flexion?

Wie viele anatomische Bezeichnungen kommt der Begriff Flexion aus dem Lateinischen und beschreibt die Beugung in Einzelgelenken oder Gelenkketten. Die Definition findet mit Hilfe eines analytischen Systems statt, welches Bewegungen anhand ihres Ablaufs in einer imaginären Körperebene und um eine gedachte Achse beschreibt. Die Flexion und die Gegenbewegung, die Extension, finden in der sogenannten Sagittalebene statt, um eine Drehachse, die quer zum Körper und durch die Gelenkköpfe verläuft.

In den meisten Fällen ist die Beugung dadurch gekennzeichnet, dass sich im Verlaufe der Bewegung die beteiligten Knochen annähern, es kommt also zu einer Winkelverkleinerung.

Außer in der Wirbelsäule gibt es in fast allen Extremitätengelenken eine Beugung. Im Arm kommt sie im Schulter-, Ellenbogen- und im Handgelenk vor, sowie in den Fingergelenken. Im Bein ist die Situation ähnlich. Im Hüft-, Knie- und im Sprunggelenk existiert eine Flexion, sowie in den Zehengelenken.

Nicht immer ist die Beschreibung nach dem oben genannten Muster eindeutig. Um mehr Eindeutigkeit zu erzielen, wurden deshalb den Namen im Hand- und Sprunggelenk Zusätze beigefügt, die die Bewegungsrichtung definieren. Am Fuß spricht man dann von Plantarflexion, an der Hand von Palmarflexion.

Funktion & Aufgabe

Die Flexion ist an vielen funktionellen Bewegungsabläufen beteiligt, die für alltägliche, berufliche und sportliche Aktivitäten wichtig sind. Im Schultergelenk ist sie eine wichtige Komponente beim Heben des Arms, besonders nach vorne oben. Dazu gehören die Ausholbewegungen bei vielen Sportarten genauso wie das Heben und Halten bei Überkopfarbeiten.

Die Beugung im Ellenbogen ist eine wichtige Funktion beim Heben von schweren Lasten oder beim Heranführen von Essen und Trinken zum Mund. An der Hand tritt während des Faustschlusses eine starke muskuläre Beugeaktivität auf, bei der alle Flexoren gefordert werden.

Während des Gehens sind in der Schwungbeinphase alle Gelenke, die eine Beugung als Funktion haben, beteiligt. Der Oberschenkel wird im Hüftgelenk nach vorne oben und der Unterschenkel im Kniegelenk nach hinten oben gezogen. Je schneller diese Bewegungen ausgeführt werden, zum Beispiel beim Sprint, desto größer ist das Bewegungsausmaß in beiden Gelenken.

Wie viele anatomische Bezeichnungen kommt der Begriff Flexion aus dem Lateinischen und beschreibt die Beugung in Einzelgelenken oder Gelenkketten, wie z.B. bei der Wirbelsäule.

Besonders zu Beginn des Abhebens des Fußes beim Laufen und Gehen sind auch die Fußgelenke gefordert. Das Sprunggelenk wird aktiv in die Plantarflexion gedrückt, wodurch die Ferse abhebt. Anschließend sorgt die Beugeaktivität der Zehenflexoren dafür, dass der gesamte Fuß sich vom Boden löst. Grundsätzlich haben die Zehen die gleichen Funktionsfähigkeiten wie die Finger, sie sind nur bei den meisten Menschen verkümmert, da ihre Beugefunktion nicht mehr so aktiv genutzt wird. Das Greifen, Halten und Führen von Gegenständen mit den Zehen ist jedoch mit Training gut möglich.

Die Flexion der Wirbelsäule ist immer dann gefragt, wenn wir uns nach vorne unten beugen, um zum Beispiel etwas aufzuheben oder in gebückter Haltung zu arbeiten. Die Gesamtbewegung ergibt sich dabei durch eine Summation der Einzelkomponenten. In jedem Wirbelgelenk findet eine kleine Beugebewegung statt und alle zusammen addiert ergeben dann das gesamte Bewegungsausmaß.

Auch bei vielen sportlichen Aktivitäten ist die Flexion beteiligt. Im Turnen oder Turmspringen zum Beispiel beim Salto, in den Kampfsportarten beim gekonnten Abrollen, im Volleyball und Handball beim und nach dem Schlagen oder werfen des Balls.

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Krankheiten & Beschwerden

Wie alle Bewegungen des menschlichen Körpers kann auch die Flexion durch zwei grundsätzliche Faktoren negativ beeinflusst werden. Entweder wird die ausführende Muskulatur durch Verletzungen oder Erkrankungen geschwächt oder fällt aus, oder das Bewegungsausmaß wird infolge von verstärkten Widerständen im Bindegewebe beeinträchtigt.

Typische Verletzungen, die zu einer verminderten Muskelaktivität und damit zu einer geringeren Flexion führen, sind Zerrungen, Muskelfaserrisse und Muskelrisse, aber auch Knochenbrüche. Der Körper schaltet zur Schonung des Verletzungsherdes und zur Vermeidung von Schmerzen die Muskelaktivität herunter und die Bewegung wird nicht mehr oder nur noch im geringen Ausmaß durchgeführt.

Werden die möglichen Bewegungsbereiche, aus welchen Gründen auch immer, über längeren Zeit nicht mehr ausgereizt, verkleben bindegewebige Strukturen im und um den Muskel und schränken die Beweglichkeit und Flexion ein. Typische Vorgänge, die Prozesse dieser Art auslösen können, sind Ruhigstellungen eines Knochens durch Gips oder andere Maßnahmen, aber auch degenerative Veränderungen wie eine Arthrose.

An der Wirbelsäule führen Bandscheibenvorfälle, die Druck auf die austretenden Nerven ausüben, häufig zu einer zeitweisen Bewegungstarre, dem Hexenschuss. In dieser Phase sind keine Bewegungen möglich, auch die Flexion ist blockiert.

Wenn die ausführenden Muskeln, die Flexoren, nicht mit Nervenimpulsen versorgt werden, können sie nicht mehr arbeiten und die zugehörige Bewegung kann nicht ausgeführt werden. Dies geschieht häufig infolge von Erkrankungen und Verletzungen, bei denen die zuleitenden Nerven geschädigt werden. Folge ist eine komplette oder inkomplette Lähmung der zugehörigen Muskeln. Ein typischer Verletzungsmechanismus ist eine Querschnittslähmung, bei der das Rückenmark durchtrennt wird. Alle Muskeln unterhalb des Versorgungsgebietes fallen aus.

Viele neurologische Erkrankungen haben eine Beeinträchtigung der Muskelfunktion und damit der Bewegungsmöglichkeiten zur Folge. Ein Beispiel ist die amyotrophe Lateralsklerose, eine schwere, zum Glück aber seltene Erkrankung, die fortlaufend zu einer Lähmung der gesamten Skelettmuskulatur führt. Die betroffenen Menschen können, mit Fortschreiten der Krankheit, keine Bewegungen mehr ausführen, weder Flexion noch Extension, noch andere.

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