Flammer-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 8. November 2016
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Unter Flammer-Syndrom ist eine Gruppe von vaskulären und nichtvaskulären Symptomen zusammengefasst. Diese finden ihre Ursache in der Fehlregulation der Durchblutung und einer erhöhten Empfindlichkeit des Patienten gegenüber verschiedenen Reize.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Flammer-Syndrom?

Das Flammer-Syndrom beschreibt eine Vielzahl von Symptomen, die maßgeblich durch eine primäre vaskuläre Dysfunktion (PVD) verursacht sind. Ursache dieser PVD ist eine angeborene erhöhte Empfindlichkeit der Blutgefäße auf äußere Reize wie Kälte oder Stress. Die vaskulären Fehlregulationen gehen einher mit nichtvaskulären Symptomen.

So können Wahrnehmungen wie Gerüche, Schmerzen oder Vibrationen durch die erhöhte Empfindlichkeit verstärkt sein. Äußerlich wird das Flammer-Syndrom manchmal als Gegenstück zum metabolischen Syndrom verstanden. Die Patienten zeigen oft ein schlankes, sportliches und bewegliches Erscheinungsbild.

Die Ursachen für das Auftreten des Syndroms sind nicht eindeutig geklärt, scheinen aber erblich prädisponiert zu sein. Das Syndrom geht einher mit einigen ungünstigen Symptomen wie zum Beispiel niedrigem Blutdruck und kann so die Entstehung von verschiedenen Krankheiten begünstigen. Es wird deshalb seit 2013 als Risikofaktor für Erkrankungen wie zum Beispiel dem Normaldruckglaukom verstanden.

Ursachen

Ursache der unter dem Namen Flammer-Syndrom zusammengefassten Symptome ist eine angeborene erhöhte Empfindlichkeit der betroffenen Personen, die sich zum einen auf die Wahrnehmung äußerlicher Reize bezieht, im Besonderen aber geprägt ist durch eine Fehlregulation der Blutgefäße. Die primäre vaskuläre Dysfunktion äußert sich zum einen durch Spasmen der Gefäße.

Zum anderen durch eine inadäquat starke oder schwache Erweiterung der Blutgefäße als Reaktion auf Stimulation. Die Ursache für die Überempfindlichkeit ist wahrscheinlich erblich bedingt, ein gehäuftes Auftreten des Syndroms in der Familienanamnese wurde beobachtet. Frauen sind häufiger betroffen als Männer und es gibt Hinweise auf einen hormonellen Zusammenhang.

So nehmen die Beschwerden während der Pubertät zu und schwachen im Alter, vor allem nach der Menopause, wieder ab. Mangelnde Lichtexposition wird als Risikofaktor in Betracht gezogen, da das Flammer-Syndrom seltener bei Berufsgruppen in Erscheinung tritt, die im Freien arbeiten. Häufig weisen betroffene Personen Untergewicht auf.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome des Flammer-Syndroms sind maßgeblich durch die Durchblutungsstörungen geprägt. Klassischerweise kommt es zu kalten Händen und Füßen. Die betroffenen Personen leiden unter einem niedrigen Blutdruck und oftmals einer Inhomogenität der Hauttemperatur, was sich bei Erregung durch weiße oder rote Flecken bemerkbar macht.

Nachts kann es zu Blutdruckabfällen kommen. Folgesymptome sind oftmals Tinnitus, Migräne oder Schwindel, auch nächtliche myokardiale Durchblutungsstörungen oder Muskelkrämpfe im Allgemeinen. Die vaskulär verursachten Symptome gehen beim Flammer-Syndrom typischerweise mit einer Vielzahl unspezifischer Symptome einher.

So klagen die betroffenen Personen häufig über Einschlafprobleme oder weisen ein reduziertes Durstgefühl auf. Dazu können Empfindlichkeiten gegenüber Medikamenten, Gerüchen, Schmerzen oder Vibrationen kommen. Auch Wetterfühligkeit oder die stärkere Anfälligkeit für Höhenkrankheiten wurden beschrieben. Vom Flammer-Syndrom betroffene Personen fallen oft durch ihre an Perfektionismus grenzende Gewissenhaftigkeit auf.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Diagnostiziert wird das Flammer-Syndrom vorrangig über eine Krankheitsanamnese. Zusätzlich kann eine Nagelpfalzkapillarmikroskopie durchgeführt werden, bei der durch Kälteeinwirkung an den Fingerspitzen kleine Einblutungen auftreten. Die Thermografie der Extremitäten kann Aufschluss über eine gestörte Durchblutung geben.

Die Messung des retinalen Venendrucks oder des Endothelin-Spiegels erfolgt eher selten. Auch die Quantifizierung der Gen-Expression der Lymphozyten oder eine Dynamische Gefäßanalyse werden nur in besonderen Fällen zur Bestätigung herangezogen. Am erkrankten Auge finden sich einige typische Veränderungen, die für das Flammer-Syndrom als Ursache sprechen.

Hierzu zählen unter anderem eine verminderte Autoregulation der Durchblutung und Veränderungen von Durchmesser und Flexibilität der retinalen Blutgefäße. Personen, welche vom Flammer-Syndrom betroffen sind, gelten nicht als krank und müssen auch nicht zwangsläufig unter Folgeerkrankungen leiden. Für Arteriosklerose besteht sogar ein geringeres Erkrankungsrisiko.

Öfter leiden die Personen an Begleiterscheinungen wie Migräne, Tinnitus oder Muskelverspannungen. Das Risiko des Flammer-Syndroms besteht in der Wahrscheinlichkeit, Erkrankungen des Auges nach sich zu ziehen. Die häufigste assoziierte Krankheit ist das Normaldruckglaukom.

Behandlung & Therapie

Das Flammer-Syndrom geht meist mit einer harmlosen Symptomatik einher. Eine Behandlung wird erst dann notwendig, wenn die Lebensqualität des Betroffenen leidet oder wenn Folgeerkrankungen auftreten. Klassischerweise basiert eine Therapie auf Veränderungen in Lebensstil und Ernährung, sowie einer medikamentösen Intervention.

Auslösende Faktoren wie Kälte oder vasokonstriktive Faktoren sollten vermieden werden. Stress kann mit autogenem Training oder Yoga entgegengewirkt werden. Ein gesunder Schlafrhythmus und regelmäßiger leichter Sport können Beschwerden lindern. Ein niedriger BMI gilt als Risikofaktor für das Flammer-Syndrom.

Betroffene Personen sollten daher ein gesundes Normalgewicht anstreben und dieses möglichst konstant halten. Längere Nahrungskarenz wie Fastenkuren sind kontrainduziert. Bei niedrigem Blutdruck hilft die vermehrte Aufnahme von Salz und Flüssigkeit. Dem erhöhten oxidativem Stress durch die Durchblutungsstörung muss durch eine Antioxidantien reiche Ernährung entgegengewirkt werden.

Omega-3-Fettsäuren stärken die Funktion und Gesundheit der Blutgefäße. Medikamentös kann man die Durchblutungsstörung durch die Einnahme von Magnesium abschwächen. Auch Ginko bilboa hat sich als wirksam bewährt. Wenn bereits ein Normaldruckglaukom vorliegt, ist neben der Glaukomtherapie auch die Blutdruckeinstellung des Patienten notwendig. Hier ist vor allem das nächtliche Absinken des Blutdrucks mit diätetischen Maßnahmen oder niedrig dosierten Steroiden zu verhindern.




Vorbeugung

Der Ausprägung des Flammer-Syndroms kann symptomatisch entgegengewirkt werden. Wichtig ist der Schutz vor auslösenden Faktoren wie Kälte oder Stress. Durch einen gesunden Lebensstil mit einer Antioxidantien- und Omega-3-Fettsäuren-reichen Ernährung kann man die Schwere der Symptome maßgeblich abschwächen.

Als Lebensmittel mit hohem antioxidativem Potential gelten rote und blaue Früchte, Gemüse wie Tomaten und Grünkohl, aber auch Getränke wie Grüner Tee oder Kaffee. Als optimaler Omega-3-Fettsäure-Lieferant gilt fetter Fisch.

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