Flüssigkeit im Ohr

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. November 2017
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Flüssigkeit im Ohr tritt zumeist nach dem Schwimmen oder Duschen auf, kann jedoch auch ernsthafte Erkrankungen als Ursache haben. Steht die Diagnose fest, kann eine Behandlung die Beschwerden fast immer beheben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Flüssigkeit im Ohr?

Flüssigkeit im Ohr ist ein Zustand, der nach dem Kontakt mit Wasser entsteht. Dieses sammelt sich im Ohr und kann nicht mehr ungehindert herausfließen.

Im Normalfall löst sich die Flüssigkeit nach wenigen Minuten aus dem Hörkanal. Ist das nicht der Fall, wird eine ärztliche Behandlung nötig, da sonst Entzündungen und Pilze im Innenohr entstehen können.

Ursachen

Die Ursachen dafür, dass Flüssigkeit ins Ohr gelangt, können ganz unterschiedlich sein. Zumeist geschieht es bei einem Schwimmbadbesuch.

Begünstigt durch die Anatomie der Gehörgänge, sammelt sich das Wasser im Hörkanal und kann nicht mehr herausfließen, da die ständige Bewegung des Trommelfells das Wasser gewissermaßen feststaugt.

Befindet sich dann noch Ohrenschmalz am Eingang des betroffenen Gehörgangs, bildet sich schnell eine Art Pfropf, welcher verhindert, dass die Flüssigkeit ungehindert wieder herausfließen kann.

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Diagnose & Verlauf

Flüssigkeit im Ohr lässt sich schnell feststellen. Das Gefühl wird als unnatürlich empfunden und zudem ist die Hörfähigkeit eingeschränkt. Im Normalfall sollte dieser Zustand nur wenige Minuten anhalten, da die Flüssigkeit durch simples Schütteln des Kopfes von selbst wieder aus dem Ohr herausfließt.

Ist das nicht der Fall und und das Wasser bleibt trotz alle Bemühungen im Gehörgang, sollte nach spätestens zwei Tagen ein HNO-Arzt konsultiert werden. Dieser kann dann entsprechende Maßnahmen einleiten, um die Flüssigkeit aus dem Ohr zu entfernen.

Flüssigkeit im Ohr kann die Entstehung von Bakterien und Pilzen begünstigen und sollte deshalb nicht ignoriert werden. Grundsätzlich sollte also nach spätestens zwei Tagen ein Hals-Nasen-Ohrenarzt aufgesucht werden, wenn sich Flüssigkeit im Ohr befindet, um zu vermeiden, dass eine so genannten Badeotitis auftritt.

Diese äußert sich zunächst durch Juckreiz, ein leichtes Druckgefühl im Gehörgang und schlechtes Hören. Wird dann nicht gehandelt, entzündet sich der ganze Gehörgang und es treten starke Schmerzen und eitriger Ausfluss aus dem Ohr auf. Deshalb ist es wichtig, bereits bei den ersten Anzeichen einer Entzündung im Ohr einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann entsprechende Therapien einleiten und das betroffene Ohr behandeln. Spätfolgen hat Flüssigkeit im Ohr im Normalfall nicht.

Komplikationen

Wenn sich aufgrund einer bestehenden Mastoiditis, die häufig nach einer nicht richtig oder nicht zu Ende behandelten Mittelohrentzündung auftritt, größere Mengen einer milchigen Flüssigkeit aus dem Ohr entleeren, kann es im weiteren Verlauf zu Nahrungsverweigerung und apathischem Verhalten kommen. Bei Kleinkindern kommt es auch häufig zu Übelkeit und Erbrechen.

Wird die Mastoiditis nicht behandelt, kann die Eiteransammlung unter Umständen nicht abfließen. Infolge dessen kann eine Eiteransammlung in der Knochenhaut unterhalb des Mastoids entstehen. Ferner besteht die Gefahr von einem Epiduralabszess (Eiteransammlung zwischen Knochen und äußerer Hirnhaut). Auch in den Bereich der seitlichen Hals- und Nackenmuskulatur kann Eiter eindringen.

Es bildet sich dann ein Bezoldabszess. Am gefährlichsten ist die Bildung eines Hirnabszesses. Unterschiedliche Strukturen können abgeklemmt oder eingequetscht werden. Sind die Hirnhäute befallen, besteht die Gefahr einer Meningitis. Tritt der Eiter in das Innenohr ein, kann eine Labyrinthitis entstehen. Eine Sepsis (Blutvergiftung) kann eintreten, wenn die Bakterien in die Blutbahn gelangen. Wird der Faszialnerv geschädigt, besteht die Gefahr bleibender Taubheit oder einer Gesichtslähmung. Die unterschiedlichen Komplikationen können erkennbar lebensbedrohlich sein.

Basiert die Flüssigkeit im Ohr auf einen Paukenerguss, kommt es bei Kindern häufiger zu einer gestörten Sprachentwicklung. Auch nach mehreren Jahren kann es zu einer Destruktion der Gehörknöchelchen kommen oder zu einem Loch im Trommelfell. In besonders schweren Fällen ist ein Implantat erforderlich. Greift die Entzündung auf benachbarte Areale über, besteht die Gefahr einer Labyrinthitis, Meningitis bzw. Mastoiditis. Seltener kommt es zur Bildung von Retentionstaschen des Trommelfells und daraus resultierend zu einem Cholesteatom, welches im weiteren Verlauf zu einer chronischen Mittelohrentzündung führen kann. Die dadurch eventuell auftretende Destruktion des Mittelohrs und manchmal auch von benachbarten Strukturen it nur mit einer Operation zu therapieren.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Es kann so leicht passieren: Beim Schwimmen oder Duschen gerät Wasser in den Gehörgang. Im betroffenen Ohr sind daraufhin Geräusche nur noch gedämpft hörbar. Oft läuft das ins Ohr eingedrungene Wasser kurz darauf von selbst wieder heraus. Was aber tun, wenn dies nicht geschieht? Hierauf gibt es nur eine Antwort: Bei Flüssigkeit im Ohr schleunigst zum Arzt!

Von Eigenversuchen, das ins Ohr eingedrungene Wasser wieder zu entfernen, ist dringend abzuraten. Immer wieder haben HNO-Ärzte es mit Patienten zu tun, die sich dabei im Ohr verletzt haben. Allenfalls können Personen mit Flüssigkeit im Ohr versuchen, diese durch schwungvolles Schütteln des Kopfes oder durch Springen wieder loszuwerden. Kein Scherz: Manche Ärzte empfehlen auch – vorsichtiges! – Föhnen, bis das eingedrungene Wasser weggetrocknet ist.

Flüssigkeit im Ohr kann sich mit dem Ohrenschmalz zu einer zähen Masse verbinden, die ebenfalls nur durch den Arzt entfernt werden darf. Bei Flüssigkeit im Ohr besteht außerdem die Gefahr, dass Keime ins Ohr gelangen. Dadurch kann sich eine schwere Entzündung entwickeln und neben starken Schmerzen im Ohr sogar eine dauerhafte Hörschädigung auslösen. Wassersportler können sich bei ihrem Arzt auch Tipps zur Vorbeugung gegen Flüssigkeit im Ohr holen. So gibt es spezielle Ohrstöpsel, die das Eindringen von Wasser ins Ohr verhindern.

Behandlung & Therapie

Flüssigkeit im Ohr tritt zumeist nach dem Schwimmen oder Duschen auf, kann jedoch auch ernsthafte Erkrankungen als Ursache haben.

Flüssigkeit im Ohr lässt sich auf vielfältige Weise behandeln. So reicht es oft schon aus, den Kopf zu schütteln, auf und ab zu hüpfen oder das Ohr mit dem kleinen Finger frei zu machen, damit das Wasser herausfließt.

Die Variante mit dem Finger wird von Ärzten jedoch ebenso wenig empfohlen wie die Behandlung mit einem Wattestäbchen, da das Ohrenschmalz so noch weiter in den Gehörgang geschoben wird. Dadurch kann unter Umständen sogar das Trommelfell verletzt werden. Andere spitze Gegenstände sind ebenso wenig geeignet und sollten unter keinen Umständen verwendet werden, um die Flüssigkeit aus dem Ohr zu holen.

Auch die Möglichkeit, das Ohr mit einem Föhn zu trocknen, besteht, sollte aber nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden, da auch hier die Gefahr besteht, dass das Innenohr verletzt wird.

Löst sich die Flüssigkeit im Ohr nicht von selbst, kann der HNO-Arzt verschiedene Behandlungsmethoden anwenden. So ist es beispielsweise möglich, das Ohr mit Hilfe einer Ohrspülung zu reinigen und somit auch von der Flüssigkeit zu befreien. Um das Ohr lediglich auszusaugen, werden spezielle Instrumente verwendet.

Ist das Ohr durch die Flüssigkeit bereits entzündet, reichen genannte Methoden nicht mehr aus. Dann müssen Antibiotika eingenommen werden, um zu verhindern, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet. Auch eine Behandlung mit Wärmflaschen oder einer Infrarot ist möglich.

Aussicht & Prognose

Bei einer Flüssigkeit im Ohr entwickeln sich in der Regel keine negativen Prognosen oder Symptome. Das Problem verschwindet in den meisten Fällen von alleine. Sehr häufig tritt die Flüssigkeit im Ohr nach einem Besuch im Schwimmbad auf und führt zu einem unangenehmen Gefühl.

Damit die Flüssigkeit aus dem Ohr verschwindet, muss sie in Bewegung gesetzt werden. Hier ist es ratsam, sich für einige Minuten auf eine Seite zu legen, damit die Flüssigkeit aus dem Ohr entweichen kann. In den meisten Fällen reichen hier nur wenige Minuten aus, um diese zu entfernen. Eine direkte Behandlung durch den Arzt wird daher in der Regel nicht durchgeführt. Auch wenn die Flüssigkeit nicht gezielt aus dem Ohr entfernt wird, entweicht sich innerhalb von wenigen Stunden meist von alleine.

Ein Arzt muss dann aufgesucht werden, wenn sich die Flüssigkeit über mehrere Tage im Ohr hält. Hier kann es zu Schmerzen und zu Entzündungen im Ohr kommen. Da das Ohr eine sehr fragile Struktur hat, sollte ein Arzt konsultiert werden.

In den meisten Fällen führt die Flüssigkeit im Ohr aber nur zu einem kurzzeitig störenden Gefühl und stellt keine weitere Beeinträchtigung oder Gefahr für den Körper dar.

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Vorbeugung

Flüssigkeit im Ohr lässt sich im Grunde nicht vorbeugen. Die einzige Möglichkeit besteht darin, beim Duschen und im Schwimmbad stets eine Badekappe zu tragen. Unter normalen Umständen ist es jedoch auch nicht nötig, gezielt darauf zu achten, dass das Ohr frei von Flüssigkeit bleibt. Einer eventuellen Entzündung kann jedoch vorgebeugt werden, indem die Ohren nicht komplett vom Ohrenschmalz befreit werden. Denn der Schutzfilm ist immens wichtig und verhindert, dass Flüssigkeit ins Innenohr dringt.

Wenn sich Flüssigkeit im Ohr befindet, gibt es normalerweise keinen Grund zur Sorge. Erst, wenn das Wasser sich nach zwei Tagen noch immer nicht gelöst hat, sollte man einen HNO-Arzt aufsuchen. Auch beim Verdacht auf einen Entzündung des Innenohrs ist es empfehlenswert, mit dem Hausarzt zu sprechen. Dieser kann einen erste Blick auf das Ohr werfen und die Weiterleitung an einen HNO-Arzt veranlassen.

Das können Sie selbst tun

Bei Flüssigkeit im Ohr gibt es einige Dinge, die einem den Gang zum HNO-Arzt ersparen können. Allerdings gibt es auch einige Selbsthilfemethoden, die eher nicht zu empfehlen sind und das Problem womöglich noch verschlimmern können.

Wenn Wasser nach dem Schwimmen oder Baden ins Ohr gelangt ist und einfach nicht mehr von selbst abfließen will, kann man sich leicht selbst behelfen. Den Kopf in verschiedene Richtungen neigen, ist eine Maßnahme um Linderung herbeizuführen. Auch ein leichtes Schütteln des Kopfes kann dabei oft behilflich sein. Oft bildet das Wasser zusammen mit dem Ohrenschmalz einen Propfen. Dieser kann anhand eines Wattestäbchens behutsam aufgestochen werden. Man sollte allerdings niemals zu tief mit einem Wattestäbchen ins Ohr vordringen. Das Ausatmen bei zugehaltener Nase, um durch Druckaufbau das Wasser herauszubekommen empfiehlt sich auf keinen Fall. Erstens bewirkt diese Methode nämlich nicht viel und zweitens ist ein übermäßiger Druckaufbau im Körper stets gefährlich.

Wenn es im Zuge einer Ohrenentzündung zu Ausflüssen aus dem Ohr kommt, sollte man auf jeden Fall vermeiden, die Flüssigkeit durch mechanische Mittel zu entfernen. Der entzündete Gehörgang kann sonst nur noch mehr gereizt oder in Kontakt mit sonstigen Erregern, wie etwa Bakterien oder Pilzen kommen. In diesem Fall ist der Besuch eines HNO-Arztes zu empfehlen.

Bücher über Ohrenschmerzen

Quellen

  • Arnolde, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Behrbohm, H., et al.: Kurzlehrbuch Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2012
  • Probst, R., et al.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

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