Fischgräte im Hals

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Oktober 2017
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Beim Verzehr von Fisch besteht mitunter die Gefahr, dass eine Gräte versehentlich verschluckt wird. In manchen Fällen bleibt die Fischgräte im Hals stecken.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet eine Fischgräte im Hals?

Bei Gräten handelt es sich um knöcherne Skelettteile von Knochenfischen. Dazu zählen Bindegewebsverknöcherungen, Flossenstrahlen oder Rippen. Vor dem Verzehr von Speisefisch ist es normalerweise üblich, die Gräten zu entfernen. Dennoch kommt es hin und wieder vor, dass eine Fischgräte beim Essen übersehen und verschluckt wird.

Dadurch kann die Fischgräte im Hals oder Speiseröhre steckenbleiben und für Beschwerden sorgen. Durch ihre spitze Form besteht zudem das Risiko, dass die Gräte sich in der Luftröhre verfängt und sogar das Ersticken der betroffenen Person zur Folge hat. Dies kommt jedoch nur äußerst selten vor.

Experten der Hals-Nasen-Ohren-Medizin halten eine Erstickung durch eine Fischgräte im Hals für sehr unwahrscheinlich und sehen keinen Grund zur Panik. So lassen sich Gräten von erfahrenen HNO-Ärzten mithilfe von speziellen Zangen oder Pinzetten problemlos aus dem Rachen oder der Speiseröhre entfernen.

Ursachen

Verursacht wird das Steckenbleiben einer Gräte im Hals durch den Verzehr von Fischgerichten. Trotz der Entfernung der Fischgräten ist es möglich, dass einzelne Exemplare übersehen werden und durch Verschlucken in den Hals oder die Speiseröhre gelangen und dort steckenbleiben. Ein größeres Problem für den menschlichen Körper ergibt sich dadurch in der Regel nicht.

So rutscht die Gräte gemeinsam mit dem restlichen Speisebrei über die Speiseröhre in Richtung Magen. Durch die Magensalzsäure kommt es anschließend zum Herauslösen des Fischgrätenkalks, was wiederum zum Erweichen der Gräte führt. Genau wie beim Fleisch erfolgt anschließend die weitere Verdauung der Fischgräte.

Unangenehm ist es jedoch, wenn die Gräte in der Schleimhaut des Rachens feststeckt und diese mit ihrer Spitze anritzt. In manchen Fällen drohen zudem Komplikationen wie Atemnot oder Blutungen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Verfängt sich ein Fremdkörper wie eine Fischgräte in der Luftröhre des Menschen, reagiert der Betroffene mit heftigem Husten. Dabei handelt es sich um eine Schutzvorrichtung, durch die ein eingedrungener Fremdköper normalerweise rasch wieder aus der Luftröhre befördert wird. Oftmals nimmt der Patient beim Husten ein Geräusch beim Luftholen wahr.

Auch bei einer Beeinträchtigung der Speiseröhre setzt ein starker Hustenanfall ein. Manche Menschen, die eine Fischgräte verschluckt haben, verspüren Schluckbeschwerden oder einen Kloß im Hals. Mitunter können in der Halsregion starke Schmerzen auftreten. Die Schmerzen entstehen dadurch, dass sich die Gräte, die ähnlich wie ein Knochen aufgebaut ist, in die Rachenschleimhaut hineinbohrt.

Dringt die Gräte in den Kehldeckel ein, der die Aufgabe hat, die Luftröhre abzudichten, besteht das Risiko von Atembeschwerden. Diese können durch das Anschwellen der betroffenen Rachenstelle zustande kommen. Bei einigen Menschen ist zudem eine Entzündung an der Einstichstelle möglich, die mitunter auch größere Ausmaße annimmt. Obwohl solche Komplikationen nur äußerst selten auftreten, lassen sie sich nicht komplett ausschließen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Auch nach dem Steckenbleiben einer Fischgräte im Hals besteht in der Regel keine größere Gefahr. So erfolgt durch die Schleimhautzellen der Abbau der Grätenspitze. Dieser Vorgang führt wiederum zum Abbrechen des restlichen Fischknochens.

Bei manchen Betroffenen kann jedoch der Besuch bei einem Arzt notwendig sein, wenn eine größere Verletzung vorliegt oder eine Entzündung im Hals entsteht. Eine ärztliche Kontrolle sollte auch bei pflegebedürftigen Menschen erfolgen, denen es an Kraft zum Abhusten fehlt. Während bei 80 bis 90 Prozent aller betroffenen Personen die Fischgräte wieder auf natürliche Weise aus dem Körper gelangt, ist bei 10 bis 20 Prozent eine medizinische Behandlung notwendig.

Zu Beginn der Untersuchung befasst sich der Arzt mit der körperlichen Verfassung des Patienten und überprüft die Möglichkeit von Komplikationen. Wenn sich die Gräte noch im Hals befindet, leidet der Betroffene mitunter an Schmerzen, Schluckstörungen oder Missempfindungen. Als bedenklich gelten Schwellungen am Hals.

Keinen Sinn bei einer verschluckten Fischgräte macht eine Röntgenuntersuchung, weil sie auf der Aufnahme nicht zu erkennen ist. Stattdessen lässt sich eine Computertomographie (CT) vornehmen, mit der sich der Fremdkörper lokalisieren lässt.

Der Verlauf einer im Hals steckenden Fischgräte ist in der Regel positiv. So wird der knöcherne Fischbestandteil entweder auf natürliche Weise aus dem Körper abgebaut oder von einem Arzt mit speziellen Instrumenten entfernt. Gefährliche Komplikationen treten nur bei sehr wenigen Patienten auf.

Komplikationen

Eine Fischgräte im Hals kann unangenehm sein. Die steckengebliebene Gräte kann im ungünstigen Falle Blutungen verursachen oder zu einer Entzündung im Rachenraum führen. Es kann durch eine Panikattacke des Patienten zu Atemproblemen kommen. Dass Patienten an einer Fischgräte ersticken, ist jedoch extrem selten der Fall.

Kleine Gräten können oft mit einem Stück gekautem und heruntergeschlucktem Brot entfernt werden. Der Körper des Betroffenen versucht, mittels Husten die Fischgräte durch den Mund zu entfernen. Bei Komplikationen durch größere Fischgräten im Hals sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Diese entfernt die steckengebliebene Fischgräte mit geeigneten Gerätschaften.

Die in der Schleimhaut des Rachens feststeckende Fischgräte kann im ungünstigen Fall jedoch eine kleine Verletzung verursachen. An sich heilen diese von selbst wieder ab. Es kann jedoch durch eine immer noch im Rachen feststeckende Fischgräte zu Schmerzen und Schluckbescherden kommen. Bei einem Eindringen der Fischgräte in den Kehlkopfdeckel kann es zu Atemnot kommen.

Es können außerdem lokalen Entzündungsreaktionen und Schwellungen im Rachen auftreten. Solche Komplikationen sind jedoch selten, denn größere Fischgräten entfernt meist der Koch, spätestens aber der Esser, in der Regel vor dem Verzehr eines Fischgerichtes. Nur bei etwa zehn Prozent der Menschen, bei denen eine Fischgräte im Hals stecken bleibt, ist eine ärztliche Behandlung notwendig.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einer Fischgräte im Hals muss nicht immer ein Arzt aufgesucht werden. Sollte der Betroffene die Gräte durch starkes Husten wieder aus dem Hals entfernen können, so ist keine Behandlung notwendig. Dabei kann auch das Nachspülen mit Wasser helfen. Ein Arzt sollte bei der Fischgräte im Hals dann aufgesucht werden, wenn der Betroffene auch nach längerem Husten die Gräte nicht entfernen kann oder wenn dieser das Bewusstsein verliert und an Atembeschwerden leidet.

Dabei sollte dann der Notarzt gerufen oder direkt ein Krankenhaus aufgesucht werden. Falls der Betroffene das Bewusstsein verloren hat, so kann auch eine Mund-zu-Mund-Beatmung erfolgen. Ein Besuch beim Arzt kann auch dann notwendig sein, wenn der Betroffene nach dem Entfernen an einer Entzündung oder an einer Schwellung am Hals leidet. Dabei kann es zu starken Halsschmerzen oder zu Schluckbeschwerden kommen. In den meisten Fällen ist der Krankheitsverlauf positiv. Beim Verschlucken ist allerdings ein sofortiges Handeln notwendig, da eine Fischgräte im Hals im schlimmsten Fall auch zum Tod des Patienten führen kann.

Behandlung & Therapie

Das Verschlucken einer Fischgräte erfordert normalerweise keine größeren Therapiemaßnahmen. Um die Gräte zum Weiterrutschen zu bringen, wird empfohlen, reichlich Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Keinen Sinn machen jedoch saure Getränke oder Lebensmittel.

Zwar sollen diese in der Lage sein, die Fischgräte aufzulösen, doch sind sie zu diesem Zweck nicht sauer genug. Eine Behandlung durch einen Arzt muss dann stattfinden, wenn der Patient unter einer Verletzung oder Entzündung im Hals leidet. Erste Anlaufstelle kann der Hausarzt sein, der die Gräte mit einer Pinzette herauszieht.

Als sinnvoller gilt jedoch ein Besuch bei einem spezialisierten Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dieser verfügt über Instrumente, die zum Entfernen von Fischgräten geeignet sind. Außerdem betäubt er mitunter die Rachenregion des Patienten mit einem lokalen oder allgemeinen Anästhetikum, um stark ausgeprägte Würgereize zu unterbinden.

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Vorbeugung

Eine spezielle Prävention gegen eine Fischgräte im Hals gibt es nicht. So kann diese trotz aller Vorsichtsmaßnahmen beim Essen übersehen werden.

Das können Sie selbst tun

Wird beim Essen aus Versehen eine Fischgräte verschluckt, stellt dies keinen Grund zur Panik dar. Auch dann, wenn sie im Hals stecken geblieben ist, kann der Betroffene das Problem zumeist selbst lösen.

So hilft es vielen Fällen, Brot zu essen und Wasser zu trinken. Durch den auftretenden Druck und die Konsistenz des Brotes, kann eine Fischgräte oft abtransportiert werden, ehe sie Schäden anrichtet. Einen ähnlichen Effekt erzielt der Betroffene auch mit Marshmallows. Auch sollte, insofern keine nennenswerten Beschwerden auftreten, ein wenig gewartet werden. Die Zellen der Speiseröhre beginnen schnell mit dem Zersetzen der Fischgräte, weshalb sie in den meisten Fällen von allein in den Magen wandert und dann aufgelöst wird.

Zu Anfang kann zudem gehustet werden, um ein Hinausbefördern der Gräte zu provozieren. Liegt die Gräte zudem recht weit oben im Hals oder im Kehldeckel, kann versucht werden, sie mittels einer Pinzette zu entfernen.

Keinesfalls sollte versucht werden, die Gräte durch das Reiben oder Quetschen des Halses zu bewegen. Dies kann zu einem tieferen Festsetzen führen. Auch das Essen oder Trinken von sauren Dingen ist nicht hilfreich. Eine ausreichend saure Substanz für das Auflösen einer Fischgräte würde das Gewebe des Halses angreifen. Kinder sollten zudem beruhigt werden, da das Verschlucken einer Gräte oftmals zu Panik führt. Lediglich dann, wenn Luftnot auftritt oder die Gräte nach einiger Zeit noch nicht gewandert ist, haben sich die Möglichkeiten zur Selbsthilfe erschöpft und es sollte umgehend der Notarzt verständigt werden.

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Quellen

  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Thieme Verlag, Stuttgart 2008

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