Fischgräte im Hals

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 7. November 2016
Symptomat.deKrankheiten Fischgräte im Hals

Beim Verzehr von Fisch besteht mitunter die Gefahr, dass eine Gräte versehentlich verschluckt wird. In manchen Fällen bleibt die Fischgräte im Hals stecken.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet eine Fischgräte im Hals?

Bei Gräten handelt es sich um knöcherne Skelettteile von Knochenfischen. Dazu zählen Bindegewebsverknöcherungen, Flossenstrahlen oder Rippen. Vor dem Verzehr von Speisefisch ist es normalerweise üblich, die Gräten zu entfernen. Dennoch kommt es hin und wieder vor, dass eine Fischgräte beim Essen übersehen und verschluckt wird.

Dadurch kann die Fischgräte im Hals oder Speiseröhre steckenbleiben und für Beschwerden sorgen. Durch ihre spitze Form besteht zudem das Risiko, dass die Gräte sich in der Luftröhre verfängt und sogar das Ersticken der betroffenen Person zur Folge hat. Dies kommt jedoch nur äußerst selten vor.

Experten der Hals-Nasen-Ohren-Medizin halten eine Erstickung durch eine Fischgräte im Hals für sehr unwahrscheinlich und sehen keinen Grund zur Panik. So lassen sich Gräten von erfahrenen HNO-Ärzten mithilfe von speziellen Zangen oder Pinzetten problemlos aus dem Rachen oder der Speiseröhre entfernen.

Ursachen

Verursacht wird das Steckenbleiben einer Gräte im Hals durch den Verzehr von Fischgerichten. Trotz der Entfernung der Fischgräten ist es möglich, dass einzelne Exemplare übersehen werden und durch Verschlucken in den Hals oder die Speiseröhre gelangen und dort steckenbleiben. Ein größeres Problem für den menschlichen Körper ergibt sich dadurch in der Regel nicht.

So rutscht die Gräte gemeinsam mit dem restlichen Speisebrei über die Speiseröhre in Richtung Magen. Durch die Magensalzsäure kommt es anschließend zum Herauslösen des Fischgrätenkalks, was wiederum zum Erweichen der Gräte führt. Genau wie beim Fleisch erfolgt anschließend die weitere Verdauung der Fischgräte.

Unangenehm ist es jedoch, wenn die Gräte in der Schleimhaut des Rachens feststeckt und diese mit ihrer Spitze anritzt. In manchen Fällen drohen zudem Komplikationen wie Atemnot oder Blutungen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Verfängt sich ein Fremdkörper wie eine Fischgräte in der Luftröhre des Menschen, reagiert der Betroffene mit heftigem Husten. Dabei handelt es sich um eine Schutzvorrichtung, durch die ein eingedrungener Fremdköper normalerweise rasch wieder aus der Luftröhre befördert wird. Oftmals nimmt der Patient beim Husten ein Geräusch beim Luftholen wahr.

Auch bei einer Beeinträchtigung der Speiseröhre setzt ein starker Hustenanfall ein. Manche Menschen, die eine Fischgräte verschluckt haben, verspüren Schluckbeschwerden oder einen Kloß im Hals. Mitunter können in der Halsregion starke Schmerzen auftreten. Die Schmerzen entstehen dadurch, dass sich die Gräte, die ähnlich wie ein Knochen aufgebaut ist, in die Rachenschleimhaut hineinbohrt.

Dringt die Gräte in den Kehldeckel ein, der die Aufgabe hat, die Luftröhre abzudichten, besteht das Risiko von Atembeschwerden. Diese können durch das Anschwellen der betroffenen Rachenstelle zustande kommen. Bei einigen Menschen ist zudem eine Entzündung an der Einstichstelle möglich, die mitunter auch größere Ausmaße annimmt. Obwohl solche Komplikationen nur äußerst selten auftreten, lassen sie sich nicht komplett ausschließen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Auch nach dem Steckenbleiben einer Fischgräte im Hals besteht in der Regel keine größere Gefahr. So erfolgt durch die Schleimhautzellen der Abbau der Grätenspitze. Dieser Vorgang führt wiederum zum Abbrechen des restlichen Fischknochens.

Bei manchen Betroffenen kann jedoch der Besuch bei einem Arzt notwendig sein, wenn eine größere Verletzung vorliegt oder eine Entzündung im Hals entsteht. Eine ärztliche Kontrolle sollte auch bei pflegebedürftigen Menschen erfolgen, denen es an Kraft zum Abhusten fehlt. Während bei 80 bis 90 Prozent aller betroffenen Personen die Fischgräte wieder auf natürliche Weise aus dem Körper gelangt, ist bei 10 bis 20 Prozent eine medizinische Behandlung notwendig.

Zu Beginn der Untersuchung befasst sich der Arzt mit der körperlichen Verfassung des Patienten und überprüft die Möglichkeit von Komplikationen. Wenn sich die Gräte noch im Hals befindet, leidet der Betroffene mitunter an Schmerzen, Schluckstörungen oder Missempfindungen. Als bedenklich gelten Schwellungen am Hals.

Keinen Sinn bei einer verschluckten Fischgräte macht eine Röntgenuntersuchung, weil sie auf der Aufnahme nicht zu erkennen ist. Stattdessen lässt sich eine Computertomographie (CT) vornehmen, mit der sich der Fremdkörper lokalisieren lässt.

Der Verlauf einer im Hals steckenden Fischgräte ist in der Regel positiv. So wird der knöcherne Fischbestandteil entweder auf natürliche Weise aus dem Körper abgebaut oder von einem Arzt mit speziellen Instrumenten entfernt. Gefährliche Komplikationen treten nur bei sehr wenigen Patienten auf.

Behandlung & Therapie

Das Verschlucken einer Fischgräte erfordert normalerweise keine größeren Therapiemaßnahmen. Um die Gräte zum Weiterrutschen zu bringen, wird empfohlen, reichlich Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Keinen Sinn machen jedoch saure Getränke oder Lebensmittel.

Zwar sollen diese in der Lage sein, die Fischgräte aufzulösen, doch sind sie zu diesem Zweck nicht sauer genug. Eine Behandlung durch einen Arzt muss dann stattfinden, wenn der Patient unter einer Verletzung oder Entzündung im Hals leidet. Erste Anlaufstelle kann der Hausarzt sein, der die Gräte mit einer Pinzette herauszieht.

Als sinnvoller gilt jedoch ein Besuch bei einem spezialisierten Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dieser verfügt über Instrumente, die zum Entfernen von Fischgräten geeignet sind. Außerdem betäubt er mitunter die Rachenregion des Patienten mit einem lokalen oder allgemeinen Anästhetikum, um stark ausgeprägte Würgereize zu unterbinden.




Vorbeugung

Eine spezielle Prävention gegen eine Fischgräte im Hals gibt es nicht. So kann diese trotz aller Vorsichtsmaßnahmen beim Essen übersehen werden.

Bücher über Erste Hilfe

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Fischgräte im Hals?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: