Fieberklee

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Der Fieberklee ist eine leicht toxische Sumpf- und Wasserpflanze der Nordhalbkugel. Sowohl die Wurzeln, als auch Blätter und Krautbestandteile des Gewächses werden als Heilmittel angewandt und finden in diesem Zusammenhang vor allem in Teemischungen Anwendung. Fieberklee wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd, aber kann bei Überdosierungen auch Kopfschmerzen oder Durchfall hervorrufen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Fieberklee

Der Fieberklee ist eine ausdauernde und krautige Sumpf- und Wasserpflanze. Das Gewächs ist mit dem Enzian verwandt und lässt sich in die Kategorie der leicht giftigen Heilpflanzen einstufen. Fieberklee wird auch als Bitterklee bezeichnet und ist die einzige monotypische Art in der Gattung der Fieberkleegewächse. Er erreicht Wuchshöhen zwischen rund zehn und 30 Zentimetern.

Bitterkleearten sind über die gesamte Nordhalbkugel der Erde verbreitet. In Mitteleuropa blüht das Gewächs zwischen April und Juni. Seine Blüten sind weiß-rötlich und wachsen in traubenähnlicher Anordnung. Der Fieberklee wurzelt im Flachland und auf subalpinen Höhenstufen entweder im Wasser oder im Sumpf. Die Kleeart wächst oft untergetaucht oder sogar schwimmend in flache Gewässer hinein. In Hochmooren findet sich die Pflanze kaum. In Zwischenmooren ist sie dafür umso verbreiteter.

Andere beliebte Standorte sind Quellgebiete von Flüssen oder Bruchwälder. Der Botaniker spricht bei dieser Pflanzenart von einem arktisch-nordischen Florenelement. Innerhalb Deutschlands gilt der Fieberklee wegen der Stilllegung natürlicher Sümpfe und Gewässer mittlerweile als bedrohte Art. Ohne Genehmigung darf der Fieberklee hier nicht mehr aus der Natur entfernt werden.

Wirkung & Anwendung

Sowohl das Kraut, als auch die Wurzeln und Blätter des Fieberklees werden für medizinische Produkte und somit die Behandlung von Krankheiten verwendet. Die trockenen Laubblätter der Pflanze werden häufig als Heildroge bezeichnet. Die Blätter finden heute vor allem im Zusammenhang mit Teemischungen Verwendung. Meist handelt es sich bei diesen Tees um Mischungen aus gleichen Anteilen Fieberklee, Salbei, Wermut und Tausendgüldenkraut.

Ein Teelöffel der Mischung wird in der Regel auf 250 Milliliter kochendes Wasser gegeben. Diesen Aufguss nimmt ein Patient rund eine halbe Stunde vor einer Mahlzeit zu sich. Wegen der leicht toxischen Wirkung der Pflanze gilt eine Tagesdosis zwischen 1.5 und drei Gramm als Maximum. Gelegentlich finden sich Auszüge des Bitterklees außerdem in Schnäpsen oder Kräuterlikören. Bei Halsleiden wurde der Tee des Fieberklees früher außerdem zum Gurgeln verwendet.

Fieberklee wird auch als Bitterklee bezeichnet und ist die einzige monotypische Art in der Gattung der Fieberkleegewächse.

Im 19. Jahrhundert nahmen einige Patienten den Bitterklee wegen seiner Heilwirkungen sogar als Saft zu sich. Die Menschen verwendeten dazu den frisch ausgepressten Saft der gerade das Blühen beginnenden Pflanze. Diesen Bitterkleesaft mischten sie zu gleichen Anteilen mit Weingeist. Mittlerweile ist Bitterkleesaft in der Pharmazie nicht mehr üblich. In der modernen Homöopathie werden dafür von Zeit zu Zeit die Fieberkleearzneien Trifolii fibrii ab der Potenz D1 angewandt. Für alle Anwendungen und Produkte aus Fieberklee gelten Magen- und Darmgeschwüre sowie Darmentzündungen oder bestehender Durchfall als Kontraindikationen.

Davon abgesehen muss der Anwender bei sämtlichen Anwendungsarten die leichte Toxizität und gerinnungshemmende Wirkung von Bitterklee bedenken. Wer Wunden hat, sollte wegen der Gerinnungshemmung der Heilpflanze also nicht auf das Gewächs zurückgreifen. Die Toxizität geht in erster Linie auf die enthaltenen Alkaloide zurück. Bei Überdosierungen des Fieberklees stellen sich wegen dieser Wirkstoffe zuweilen Kopfschmerzen ein. Auch Erbrechen oder Durchfall kann im Rahmen einer starken Überdosis eintreten.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde der Bitterklee Aufzeichnungen zufolge erstmals als Heilmittel eingesetzt. Damals reichten Bauern kranken Weidetieren zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden die getrockneten Blätter oder einen Aufguss davon. Vermutlich fand die Heilpflanze schon in der Antike Anwendung. Dokumentationen dessen wurden bislang aber nicht gefunden.

Obgleich die Pflanze im 17. Jahrhundert auch zur Fiebersenkung gegeben wurde, hat sich diese Wirkung des Bitterklees bislang nicht bestätigt. Gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden spielt die Pflanze dafür auch heute noch eine Rolle. Neben der appetitanregenden Wirkung verbindet die Homöopathie eine blutreinigende, blutverbessernde und blutvermehrende Wirkung mit der Moorpflanze. Auch entzündungshemmende, harntreibende, schweißtreibende und krampflösende Effekte werden mit dem Bitterklee in Zusammenhang gebracht.

Eine allgemeine Anregung der Verdauung und Reinigung des Körpers. Der entscheidende Wirkstoff der Pflanze sind die Bitterstoffe. Zu diesen Substanzen zählen beispielsweise die Secoiridoidglykoside, Dihydrofoliamenthin und Menthiafolin, die der Fieberklee enthält. Bei der Verdauung der Pflanze entstehen außerdem Flavonoide. Flavonoide werden insbesondere mit antioxidativen und antiviralen Eigenschaften verbunden. Auch die Gerbstoffe des Fieberklees versprechen durch ihre entzündungshemmenden Eigenschaften Heileffekte.

Früher fand Fieberklee vor allem im privaten Rahmen Anwendung. Da Bitterklee heute in Deutschland aber als bedrohte Pflanzenart gilt, darf die Privatperson sie nicht ohne Weiteres sammeln. So ist die medizinische Relevanz von Fieberklee trotz der heilsamen Inhaltsstoffe mittlerweile zurückgegangen. Ausgewählte Gartengeschäfte bieten den Bitterklee allerdings als Teichpflanze an.

Wer selbst einen Fieberklee im Garten hat, darf dessen Blätter theoretisch durchaus sammeln und trocknen. Die richtige Zeit zum Sammeln ist die Blütezeit der Pflanze. Die Blätter werden zusammen mit einem kleinen Blattstiel entfernt und an einem schattigen sowie luftigen Ort getrocknet. In getrockneter Form sind die drei Jahre haltbar. Sie lassen sich unter Beachtung der Dosierungshinweise in Teemischungen verarbeiten.

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