Fibrose (Sklerose)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Oktober 2017
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Unter einer Fibrose, welche oft auch als Sklerose bezeichnet wird, versteht man eine Verhärtung von Gewebe und Organen, die auf eine Überproduktion von Kollagenfasern zurückzuführen ist. Häufig von einer Fibrose betroffen sind Lunge, Leber, Niere, Herz oder die Haut. Eine Fibrose ist keine eigenständige Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom, dem verschiedene Grunderkrankungen zugrunde liegen können.

Inhaltsverzeichnis

Definition Fibrose

Die Bezeichnung Fibrose stammt aus dem Lateinischen „fibra“ welches sich im Deutschen mit „Faser“ übersetzen lässt. Der Begriff bezieht sich damit auf eine krankhafte Vermehrung der Gewebefasern des Körpers, die die Funktion des von Fibrose betroffenen Organes beeinträchtigen können.

Eine Fibrose der Lunge kann sich zum Beispiel durch Atemnot äußern, während sich eine Leberfibrose in Bluthochdruck und in einer gestörten Hirnfunktion bis hin zum Koma bemerkbar machen kann. Am einfachsten kann man sich die Fibrose als eine Vernarbung vorstellen. Bei einem gesunden Menschen entsteht nach der Wundheilung an der verletzten Stelle vermehrt Bindegewebe, das als Narbe sichtbar wird.

Auch bei einer Fibrose besteht ein Schaden an dem betroffenen Organ, der unterschiedlichste Ursachen haben kann und auf den der Körper mit einer Narbenbildung reagiert.

Ursachen

Die Ursachen für den Ausbruch einer Fibrose sind äußerst vielfältig. Sie reichen von normalen Alterungsprozessen und langfristiger Medikamenteneinnahme über Durchblutungsstörungen, Infektionen und Alkoholmissbrauch bis hin zu chronischen Entzündungen wie Hepatitis.

Aber auch schädliche Umwelteinflüsse wie Gase, Dämpfe und organische Stäube, zum Beispiel von Schimmelpilzen oder Hausstaubmilben, können langfristig eine allergisch bedingte Fibrose hervorrufen. Auch Autoimmunerkrankungen können zu Fibrosen führen. Ausgangspunkt einer Fibrose ist immer eine Schädigung des Organes, sei es durch Verschleiß, Entzündungsreaktionen oder ein exzessiver Lebensstil, auf die der Körper mit einer fortschreitenden Vernarbung reagieren muss.

Wird die Grunderkrankung nicht entsprechend behandelt, wird das Organgewebe immer stärker von Narbengewebe durchsetzt, das die Funktion der gesunden Gewebezellen nicht übernehmen kann.

Typische Symptome & Anzeichen

Symptome bei Fibrose der Haut:

Symptome bei Fibrose der Leber (Sklerodermie):

Symptome bei Fibrose der Lunge (Lungenfibrose):

Diagnose & Verlauf

Eine bestehende Fibrose wird mittels einer Gewebeprobe diagnostiziert, die der Arzt unter dem Mikroskop auf fibrosetypische Veränderungen untersuchen kann. Auch bildgebende Verfahren, wie Röntgen, Ultraschall und Computertomografie können zum Einsatz kommen.

Eine Röntgenuntersuchung ist vor allem bei Verdacht auf eine Lungenfibrose eine häufig eingesetzte Methode, während die Leber besser mit dem Ultraschallgerät untersucht werden kann. Eine Fibrosierung der Leber, auch Leberzirrhose genannt, kann zudem durch ein Abtasten des Organs erkannt werden. Wichtig für eine umfassende Diagnosestellung ist auch das Gespräch zwischen Arzt und Patient, um eventuelle Vorerkrankungen mit der Fibrose in Verbindung bringen zu können.

Zur Diagnosestellung gehören daneben Funktionstests des entsprechenden Organs. Kann die Verhärtung des Gewebes rechtzeitig gestoppt werden, ist ein Leben ohne oder nur mit geringen Einschränkungen möglich. Ist die Krankheit bereits so weit fortgeschritten, dass das betroffene Organ nicht mehr funktionsfähig ist, kommt es zum Organversagen.

Komplikationen

In Folge einer Fibrose können eine Reihe von Komplikationen auftreten. Je nach Schwere der Erkrankung werden die Organe und das Gewebe im Verlauf der Erkrankung immer härter und weniger elastisch. Dadurch kann es besonders an den Händen und Fingern zu Funktionsstörungen und Schmerzen kommen. Häufig bilden sich auch Gelenkentzündungen.

Es können Schluckbeschwerden auftreten, da die Speiseröhre ihre Elastizität verliert und quasi erstarrt. Im späteren Verlauf kann der gesamte Magen-Darm-Trakt seine Funktion verlieren und es kommt zu Luftnot und anderen Beschwerden. Der gesteigerte Lungendruck kann eine Vergrößerung der rechten Herzkammer herbeiführen und langfristig eine Herzschwäche bedingen.

Sind die Nieren betroffen, kann es durch chronische Mangelerscheinungen zu einem Sauerstoffmangel und Bluthochdruck kommen. In fortgeschrittenen Stadien kann eine Fibrose ein Nierenversagen hervorrufen. Wird die Erkrankung spätestens dann nicht behandelt, versagen nach und nach auch die anderen Organe und es kommt zum Tod des Patienten.

Bei der Behandlung kann es durch die verordneten Medikamente zu Komplikationen kommen. Bei einer möglichen Transplantation besteht das Risiko, dass der Organismus das Spenderorgan abstößt und lebensbedrohliche Infektionen auftreten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch sollte stattfinden, sobald der Betroffene das Gefühl hat, dass in seinem Körperinneren etwas nicht stimmt. Bei einem Druckgefühl, einem diffusen Krankheitsgefühl oder einer Abnahme der gewohnten Leistungsfähigkeit, ist ein Arzt aufzusuchen. Kommt es über mehrere Tage zu Schluckbeschwerden oder Schmerzen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Nehmen die Beschwerden an Umfang und Intensität zu oder kommt es zu weiteren Symptomen, ist es ratsam, wenn diese von einem Arzt abgeklärt werden.

Eine ärztliche Untersuchung ist ebenfalls notwendig, sobald Atemnot einsetzt. Bestehen ohne einen erkennbaren Grund Probleme bei der Einatmung oder kommt es zu Herzrasen, gilt dies als besorgniserregend. Setzen Schlafstörungen ein, steigt der Blutdruck und kann ein permanentes Wärmegefühl wahrgenommen werden, ist ein Arztbesuch notwendig. Bei anhaltenden Funktionseinschränkungen unterschiedlicher Art ist es empfehlenswert, wenn der Betroffene bei einem Arzt vorstellig wird.

Kommt es zu Störungen des Magen-Darm-Trakts, einer ungewollten Abnahme des Gewichts oder setzen Unregelmäßigkeiten beim Wasserlassen ein, sollten diese Beobachtungen näher untersucht und wenn nötig behandelt werden. Dies gilt insbesondere, sobald sie unvermindert wiederholt auftreten. Ungewohnte und plötzliche Veränderungen des Hautbildes sind ebenfalls ärztlich abklären zu lassen. Verdickungen der Haut, ein trockenes Hautempfinden sowie ein Spannungsgefühl, sind mit einem Arzt zu besprechen.

Behandlung

Je nach Ursache der auftretenden Fibrose fallen die Therapiemöglichkeiten vielfältig aus. Die Behandlung einer Fibrose richtet sich nach der Grunderkrankung. Ist die Fibrose zum Beispiel entzündlich bedingt, ist es das oberste Ziel den Entzündungsprozess zu stoppen. Dies kann mittels Kortisonpräparaten oder Immunsuppressiva erfolgen.

Sind Giftstoffe oder Alkoholmissbrauch die Ursache der Fibrose, ist die Meidung der verursachenden Stoffe unverzichtbar. Auch eine symptomatische Behandlung, wie eine Sauerstoffzufuhr bei einer Fibrose der Lunge ist denkbar. Eine Fibrose kann nicht vollständig geheilt werden, bereits bestehende Schäden bleiben bestehen, weshalb eine frühzeitige Behandlung von besonderer Wichtigkeit ist.

Befindet sich die Fibrose bereits im Endstadium, besteht die Option einer Organtransplantation. Wird eine Fibrose nicht behandelt, endet diese tödlich.

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Vorbeugung

Einer Fibrose kann durch einen gesunden Lebensstil, wie einem gemäßigten Alkoholkonsum und Verzicht auf Rauchen vorgebeugt werden. Außerdem ist eine Impfung gegen die Entzündungskrankheit Hepatitis B sinnvoll. Der Körper sollte so wenig wie möglich Gift und Schadstoffen ausgesetzt werden. Ein normales Körpergewicht, eine gesunde Ernährungsweise und ausreichend Bewegung stärken Köper und Immunsystem und sind zur Vorbeugung einer Fibrose nicht zu unterschätzen.

Das können Sie selbst tun

Die Fibrose, gleichbedeutend mit Sklerose, begründet kein eigenes Krankheitsbild, sondern beschreibt ein Symptom, das Ausdruck mehrerer unterschiedlicher Erkrankungen sein kann. Allen Ursachen einer Fibrose ist gemeinsam, dass funktionales Gewebe in bestimmten Organen zunehmend durch kollagenes Bindegewebe ersetzt wird. Das Gewebe der betroffenen Organe wird dadurch härter (sklerotisch) und das Organ büßt zunehmend Funktionalität ein, weil das eingebaute Bindegewebe, quasi als Ersatzgewebe - keine der ursprünglichen Organfunktionen übernehmen kann.

In vielen Fällen ist die Fibrose nur schwach ausgeprägt und benötigt keine weitere Behandlung, so dass eine Anpassung des Verhaltens im Alltag und Selbsthilfemaßnahmen entfallen. Falls wichtige Organe wie Lunge, Leber und andere betroffen sind, ist es wichtig, die Ursache der Sklerotisierung herauszufinden, um eine Ursachenbekämpfung starten zu können. Die bis dahin erfolgte Fibrosierung des betreffenden Organs ist irreversibel. Das bedeutet, dass die Fibrose zwar gestoppt werden kann, wenn ihre Ursachen erfolgreich eliminiert werden konnten, die Krankheit sich aber nicht rückgängig machen lässt.

In einigen Fällen sind Selbsthilfemaßnahmen dringend angesagt. Beispielsweise können Umweltbedingungen in staubiger Umgebung (Kohlebergbau, Aluminiumverarbeitung, Mehlverarbeitungsbetriebe) Auslöser für eine Lungenfibrose (Staublunge) sein. Als Selbsthilfemaßnahme kommt hier ein Berufswechsel, zumindest aber ein Arbeitsplatzwechsel in Betracht. Falls eine beginnende Leberzirrhose auf exzessiven und chronischen Alkoholkonsum zurückgeführt werden kann, besteht die Selbsthilfemaßnahme im Verzicht auf Alkoholkonsum, der notfalls durch eine Entziehungskur erreicht werden kann.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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