Feuermal

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. Oktober 2017
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Ein Feuermal oder Naevus flammeus ist eine gutartige, angeborene Gefäßfehlbildung. Die genaue Ursache ist bis heute nicht endgültig geklärt. Es kann auch zusammen mit anderen Krankheiten auftreten. Die Behandlung eines Feuermals sollte frühzeitig begonnen werden. Ein Feuermal kann auch ein Hinweis auf weitere Fehlbildungen der Gefäße sein. So können beispielsweise die Gefäße der Hirnhäute, aber auch die Knochen ebenfalls betroffen sein.

Inhaltsverzeichnis

Definition Feuermal

Bei einem Feuermal handelt es sich um eine Fehlbildung der kleineren Hautgefäße (Kapillaren). Die Fehlbildung ist gutartig und meist angeboren. In seltenen Fällen kann sich ein Feuermal auch erst in der frühkindlichen Lebensphase entwickeln.

Feuermale können überall am Körper auftreten. Es werden zwei Formen der Fehlbildung unterschieden. Die häufiger auftretende Form ist das symmetrische Feuermal. Es tritt bei 30 bis 50 Prozent aller Kinder auf und bildet sich in 70 bis 80 Prozent der Fälle in den ersten Lebensjahren von alleine zurück. Eine Sonderform ist dabei der sogenannte Storchenbiss im Nacken.

Die zweite, wesentlich seltenere Form ist das asymmetrische Feuermal. Davon sind nur rund 0,1 bis 0,3 Prozent der Neugeborenen betroffen. Etwa fünf Prozent der asymmetrischen Feuermale sind Teilsymptome von anderen Krankheiten. In diesen Fällen liegen weitere Fehlbildungen von größeren Gefäßen oder auch der Knochen oder dem Fettgewebe vor. Die asymmetrische Form kann überall am Körper auftreten und ohne Behandlung bleibt das Feuermal ein Leben lang bestehen.

Ursachen

Die Entstehung eines Feuermals konnte bislang noch nicht umfassend geklärt werden. Sicher ist nur, dass die Fehlbildung nicht genetisch vererbt wird, sofern sie als Einzelphänomen auftritt und nicht mit weiteren Fehlbildungen einhergeht.

Es gibt weit verbreitete Gerüchte, die jedoch allesamt falsch sind. Feuermale werden weder durch eine falsche Lebensführung der Mutter während der Schwangerschaft, noch durch besondere Ereignisse in der Zeit der Schwangerschaft oder während der Geburt ausgelöst. In seltenen Fällen treten Feuermale zusammen mit anderen Fehlbildungen im Rahmen eines Krankheitsbildes auf.

Dazu gehören das Sturge-Weber-Syndrom, das Proteus-Syndrom und das Klippel-Treaunay-Weber-Syndrom. In diesen Fällen gibt es einen genetischen Zusammenhang zwischen weiteren Fehlbildungen verschiedener Art und dem Feuermal.

Typische Symptome

  • Hautrötungen in Form von rotweinfarbenen, hellroter oder blauroten Veränderungen der Haut. Wird Druck auf diese Stellen ausgeübt, so wird die Verfärbung geringer.

Diagnose & Verlauf

Ein Feuermal kann anhand seines Erscheinungsbildes ohne weitere Untersuchungen diagnostiziert werden. Da Feuermale jedoch auch zusammen mit weiteren Fehlbildungen auftreten können, sollten die betroffenen Kinder dahin gehend sorgfältig und genau untersucht werden.

Befindet sich das Feuermal im Gesichtsbereich sollten sowohl die Hirnströme, als auch der Augendruck regelmäßig gemessen werden, da es auch zu einem Glaukom (grüner Star) führen kann. Bei der Diagnose ist es wichtig, ein Feuermal von einem Blutschwämmchen zu unterscheiden. Bei einem unbehandelten Feuermal entwickeln sich Gewebeverdickungen und weitere Gefäßerweiterungen.

Schwärzliche Knoten können sich bilden, welche aufplatzen und bluten können. Dazu leiden viele Betroffene häufig unter starken psychologischen Belastungen aufgrund ihres veränderten Aussehens. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung eines Feuermals unbedingt ratsam.

Komplikationen

Ein Feuermal kann zu unterschiedlichen Komplikationen führen. Diese hängen von der Postion und der Ausprägung des Symptoms ab. In den meisten Fällen ist die betroffene Hautstelle rot gefärbt. Ebenso ändert sich die Verfärbung der Stelle bei Druckausübung.

Sollte sich das Feuermal im Gesicht befinden, muss dieses regelmäßig untersucht werden. Hierbei kann es zur Ausbildung eines grünen Stars kommen. Ebenso können sich aus dem Feuermal dunkle Knoten bilden. Diese platzen auf und verursache Blutungen.

In den meisten Fällen haben die Feuermale einen starken negativen Einfluss auf die psychische Situation des Betroffenen. Die meisten Menschen fühlen sich mit dem Feuermal nicht schön, was zu einem verringerten Selbstwertgefühl führt. Dabei kann es auch zu starken psychischen Problemen und Depressionen kommen.

Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Behandlung notwendig, um solche Folgeschäden zu vermeiden. Ein Feuermal kann allerdings mit Hilfe von Make-Up bedeckt werden, sodass es zu keinen weiteren Beschwerden kommt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine dauerhafte Lösung. Mit Hilfe eines Lasers kann das Feuermal auch entfernt werden. Die Entfernung verläuft ohne Schmerzen und ohne Komplikationen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Unter drei Gesichtspunkten ist es sinnvoll, einen Arzt im Zusammenhang mit einem Feuermal aufzusuchen. Beim ersten Fall geht es darum, mögliche Begleiterkrankungen, die im Zusammenhang mit einem Feuermal stehen können, zu erkennen. Hierunter fallen etwa das Sturge-Weber-Syndrom, das Proteus-Syndrom und etwa zwei Dutzend weitere Syndrome, die mit dem Feuermal assoziiert sein können. Häufig macht eine entsprechende Abklärung eine genetische Analyse notwendig. Dadurch, dass das Feuermal in fast allen Fällen schon bei der Geburt auffällig ist, obliegt das Abklärenlassen einer möglichen Krankheit den Eltern.

Im zweiten Fall geht es um Feuermale, die sich im Gesicht befinden. Dadurch, dass diese veränderlich sein können (Blutansammlungen), ist beispielsweise eine regelmäßige Augenkontrolle sinnvoll. Schließlich können sich erweiterte Gefäße auf den Augendruck auswirken und die Augen dadurch schädigen.

Der dritte Aspekt ist ein ästhetischer: Abhängig von der Lage des Feuermals kann es zu ästhetischen und psychischen Beeinträchtigungen beim Betroffenen führen. In solchen Fällen kann der Gang zu einer entsprechend spezialisierten dermatologischen oder schönheitschirurgischen Praxis ratsam sein.

Insgesamt ist der Naevus flammeus aber nicht behandlungsbedürftig, da er als harmlos zu erachten ist. Er selbst wird den Betroffenen nicht körperlich oder gesundheitlich einschränken. Lediglich mögliche Begleitumstände kommen als Grund einer Behandlung infrage.

Behandlung

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Feuermal zu behandeln. Die einfachste Methode ist die Abdeckung des Mals mit Camouflage oder Make-up. Diese Methode ist jedoch sehr zeitaufwändig und bringt nur eine bedingte Verbesserung mit sich.

Es handelt sich dabei um eine nicht invasive, also nicht in das Gewebe eindringende Maßnahme, welche nur eine kosmetische Verbesserung bringt. Die Abdeckung mit Camouflage ist nicht nur sehr zeitaufwendig, sondern muss auch durch fachkundige Anleitung erlernt werden.

Alternativ dazu kann ein Feuermal auch entfernt werden. Dies geschieht durch einer Laser-Therapie. Die Behandlung erfolgt mit einem Blitzlampen gepumpten Farbstofflaser, kurz FPDL genannt. Dabei wird durch kurze Pulslängen ein Zerplatzen oder Zerreißen der kleinen Gefäße im Bereich des Feuermals ausgelöst.

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Vorbeugung

Es gibt bislang keine vorbeugenden Maßnahmen gegen das Entstehen eines Feuermals. Jedoch ist eine frühzeitige Behandlung ratsam, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Dabei gilt es besonders psychische Belastungen, die durch ein unbehandeltes Feuermal entstehen können zu vermeiden. Diesen kann durch eine frühzeitige Entfernung oder Abdeckung des Feuermals entgegen gewirkt werden.

Das können Sie selbst tun

Im Alltag bestehen durch ein Feuermal zwar keinerlei physische Einschränkungen, jedoch fühlen sich Betroffene häufig psychisch eingeschränkt, insbesondere wenn sich das Feuermal im Gesicht befindet. Das Feuermal kann zur Belastung werden, sobald es als Stigma empfunden wird und das Selbstwertgefühl darunter leidet. Die damit einhergehenden Probleme können stark sein und bis hin zu schweren Depressionen reichen. Soziale Isolation und Rückzug in die Einsamkeit können die Folge sein.

Diese Komplikationen im Alltag entstehen jedoch schleichend, so dass man ihnen gut entgegenwirken kann. Es gilt, das Selbstbewusstsein von Betroffenen im Alltag zu stärken, sie sozial einzubinden und durch Bestärkung, Aktivitäten und Unterstützung Tendenzen des Rückzugs oder der Scham zu mindern. Achtsamkeits- und Meditationstechniken können zur Selbstannahme beitragen, ebenso regelmäßige sportliche Betätigung.

Feuermale können im Alltag auch mittels Spezial-Make-Up überdeckt werden. Dies stellt natürlich keine dauerhafte Lösung dar, wird jedoch bei Betroffenen häufig als Entlastung empfunden. Die Schminktechniken müssen zunächst erlernt werden, die Prozedur selbst ist zeitaufwändig und nicht immer ist das Resultat völlig zufriedenstellend. Je nach dem, wo sich ein Feuermal befindet, lässt sich dieses im Alltag auch durch Kleidungsstücke überdecken.

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Quellen

  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012
  • Renz-Polster, H., Krautzig, S. (Hrsg.): Basislehrbuch Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2012

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