Espe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Espe, auch Zitterpappel oder Silberpappel genannt, gehört botanisch zur Familie der Weidengewächse. Insgesamt sind 35 Arten von Pappeln bekannt, die Espe oder Aspe ist aber in Europa am weitesten verbreitet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Espe

Die Zitterpappel ist in ganz Europa heimisch, bis hin nach Sibirien und Kleinasien. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Espe ein Alter bis zu 100 Jahren und mehr erreichen kann, ältere Exemplare sind zwar noch lebensfähig, aber zumeist kernfaul. Ein Espenbaum kann eine Höhe bis zu 35 Metern erreichen, der Stamm weist einen Durchmesser von bis zu einem Meter auf. Auch wenn von Schwarzpappel oder Silberpappel die Rede ist, ist damit die Espe gemeint. Vom äußeren Erscheinungsbild ähnelt die Espe seiner botanisch am nächsten Verwandten, der Weide.

Denn auch die Blüten der Zitterpappel bilden sogenannte männliche und weibliche Kätzchen. Ein bekanntes charakteristisches Merkmal der Espe ist es, dass sich die Blätter auch schon bei geringem Luftzug deutlich hör- und sichtbar bewegen. Daher stammt auch die im Volksmund bis heute gebräuchliche Redewendung „wie Espenlaub zittern“. Zitterpappeln wachsen sehr schnell wie alle Weidengewächse. Eine Espe gilt im Alter von 60 Jahren als ausgewachsen, im Vergleich zu anderen Baumarten erreicht die Espe also rasch das Erwachsenenalter.

Wirkung & Anwendung

Der Stamm eines Espenbaumes kann kerzengerade oder auch leicht geneigt wachsen. Die Baumkrone der Espe kann unregelmäßig mehrteilig oder kegelförmig oder rundlich breit ausgeprägt sein. Die Espenrinde ist zu Beginn der Wachstumsphase zunächst beinahe ganz glatt und bildet erst im Erwachsenenalter eine typisch grau-schwarze, dicke und längsrissige Borkenstruktur aus. Aufbereitungen und Zubereitungen aus unterschiedlichen Pflanzenteilen werden für heilkundliche Zwecke eingesetzt.

Präparate aus der Espe werden der pharmakologischen Gruppe der Antirheumatika zugeordnet. Das bekannteste pflanzliche Antirheumatikum aus der Familie der Weidengewächse ist die Salicylsäure aus der Weidenrinde, es besteht zur Espe eine enge botanische Verwandtschaft. Zu heilkundlichen Zwecken werden die Baumrinde, die frischen Triebspitzen und die Blätter des Espenbaumes verwendet.

Vom äußeren Erscheinungsbild ähnelt die Espe seiner botanisch am nächsten Verwandten, der Weide.

Die bioaktiven pharmakologischen Inhaltsstoffe blieben auch dann nahezu unverändert erhalten, wenn die Pflanzenteile getrocknet oder erhitzt wurden. Ähnlich wie die Weidenrinde enthält auch die Espe unterschiedliche chemische Verbindungen mit hohem Salicylsäureanteil. Daraus ergeben sich die Hauptanwendungsgebiete der pharmakologischen Zubereitungen.

Eindeutig empirisch dokumentiert und belegt sind schmerzstillende, fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkungen. Aus den Blättern kann ein Teesud zubereitet werden. Andere Pflanzenteile wie Rinde oder Triebspitzen müssen mindestens 30 Minuten in klarem, weichen Wasser gekocht werden, damit die einzelnen Salicylsäureverbindungen in das Kochwasser übergehen können. Die Anwendung von Produkten aus der Espe ist ausschließlich naturheilkundlich.

Schmerzmedikamente enthalten keine originären Bestandteile aus der Espe, sondern lediglich chemisch nachempfundene Derivate. Bekannt ist auch die Anwendung als Rheumabad bei muskulärer Erschöpfung, zur Unterstützung bei Erkältungskrankheiten oder zur Linderung von Schmerzzustände am Bewegungsapparat. Neben einem Vollbad mit Espenzusatz sind auch Teilbäder als kalte Zubereitung möglich, beispielsweise bei Kniearthrose oder Tennisellenbogen.

Darüber hinaus enthalten die Blätter der Espe wahrscheinlich auch tumorhemmende Substanzen,denn in Tierversuchen an Mäusen konnte eine Rückbildung bestimmter Tumoren unter der Applikation von Wirkstoffen aus der Espe beobachtet werden. Die Forschungsergebnisse sind jedoch nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragbar, bis zur Marktreife von zytostatischen Wirkstoffen aus der Zitterpappel ist es daher noch ein weiter Weg.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Espe enthält in allen Pflanzenanteilen und auch im Wurzelwerk hochwirksame, bioaktive Substanzen. Die Zitterpappel hat deshalb zu Recht eine hohe phytotherapeutische Bedeutung mit einem hohen heilerischen Potential. Obwohl das Hauptaugenmerk den Salicylatverbindungen gilt, sind noch längst nicht alle wertvollen Inhaltsstoffe der Espe bekannt. Es gibt auch Mediziner, die generell vor einer Anwendung in Eigenregie warnen, weil die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Zubereitungen aus der Espe nach ihrer Meinung nicht hinreichend belegt sind.

Pflanzliche Salicylate sollen niemals bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden. Auch wer zur Unterstützung seiner rheumatischen Beschwerden Produkte und Zubereitungen aus der Espe anwendet, sollte dies nicht über einen längeren Zeitraum tun und vor einer Anwendung seinen Arzt dazu befragen. Auch eine Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit soll unterbleiben. Nicht wenige Menschen leiden außerdem unter einer Überempfindlichkeit gegen Salicylate. Bei dieser Personengruppe und bei solchen mit Neigung zu Allergien oder Asthma dürfen Präparate aus Espe ebenfalls nicht angewendet werden.

Es könnte zu schweren, mitunter lebensbedrohlichen Nebenwirkungen kommen. Patienten mit der in Deutschland selten auftretenden Erbkrankheit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel dürfen auf keinen Fall Salicylate oral aufnehmen. Neben der phytotherapeutischen Zubereitung mit konzentrierten Dosen aus den Inhaltsstoffen der Espe hat sich auch die homöopathische Zubereitung aus Pflanzenteilen der Zitterpappel etabliert.

Die Wirkstoffe liegen hier in sehr verdünnter Form vor, weshalb eine Anwendung weit risikoärmer ist. Die homöopathische Zubereitung aus Espe ab der Potenz D23 kann als sogenannte Globuli auch in der Kinderheilkunde angewendet werden. Besonders psychisch bedingte Bauchschmerzen mit Krampfneigung sprechen auf diese sanfte Form der Therapie oft gut an. Neben der Salicylsäure als Hauptwirkstoff findet man in der Zitterpappel auch ätherisches Öl und Flavonoide. In der naturheilkundlich ausgerichteten Urologie ist ein Therapieversuch auch bei einer gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse, benigne Prostatahyperplasie, empfehlenswert.

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