Erythema nodosum (Knotenrose)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. Dezember 2017
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Erythema nodosum oder Knotenrose ist eine entzündliche Hauterkrankung, die zu weichen, knotigen und schmerzhaften Entzündungsreaktionen im Unterhautfettgewebe führt. Die Knotenrose tritt an den Vorderseiten der Unterschenkel auf. Hauptsächlich gehören Frauen zu den Betroffenen eines Erythema nodosum. Eine Knotenrose wird oftmals, aufgrund von ähnlichen Beschwerden und Symptomen, von Ärzten mit einer Wundrose verwechselt und falsch therapiert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Erythema nodosum?

Bei einem Erythema nodosum entstehen an den Unterschenkeln - selten an anderen Körperstellen wie dem Gesäß - mehrere knotige Entzündungsherde. Sie können in der Größe variieren und je nach Ausprägung der Knotenrose ineinander übergehen.

Die Entzündung betrifft das Unterhautfettgewebe. Aus verschiedenen Ursachen, zu denen neben einer bakteriellen Infektion auch Allergien, Hormonschwankungen oder infizierte Verletzungen gehören, entzündet sich das Gewebe. Erythema nodosum ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung, die aber in vielen Fällen ohne jede Behandlung spontan wieder abheilt.

Zurück bleiben zunächst noch Hautveränderungen, die abheilenden Hämatomen ähneln. Es ist möglich, dass sich Erythema nodosum zu einer chronischen Erkrankung entwickelt, die von einer anderen Grunderkrankung ausgelöst wird. Knotenrose tritt allerdings auch als isolierte Krankheit auf.

Ursachen

Erythema nodosum kennt eine Reihe sehr unterschiedlicher Ursachen. Vordergründig liegt eine Entzündung der Haut vor. Der Auslöser dafür reicht jedoch bei der Knotenrose von einer Bakterieninfektion in einem ganz anderen Bereich des Körpers bis zu einem isolierten Ausbruch ohne weitere Auslöser.

Abgesehen von der isolierten Knotenrose ist davon auszugehen, dass die Haut durch die Entzündung auf eine andere Beeinträchtigung des Körpers reagiert. Häufig wird Erythema nodosum im Zusammenhang mit einer Mandelentzündung oder einer Darmentzündung beobachtet. Auch eine allergische Reaktion oder hormonelle Schwankungen durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille und bei Schwangerschaft führen zum Auftreten eines Erythema nodosum.

Für die Charakterisierung als Überreaktion spricht, dass es in den meisten Fällen bei der Knotenrose auch wieder zu einer problemlosen Abheilung kommt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ein Erythema nodosum ist aufgrund seiner typischen Knotenbildung, der geröteten Haut und des gewöhnlich auf die Vorderseiten der Unterschenkel beschränkten Auftretens in der Diagnose unproblematisch.

Zur Abklärung einer anderen Grunderkrankung werden Infektionen wie Mandelentzündungen oder Darmerkrankungen erfragt und im Zweifel bei unklaren Symptomen genauer bestimmt. Eine mögliche Schwangerschaft sollte schon wegen der medikamentösen Behandlung des Erythema nodosum abgeklärt werden.

Üblicherweise entwickelt sich die Knotenrose binnen weniger Tage, um dann für einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen anzudauern. Schließlich klingen die Symptome wieder ab und hinterlassen noch Hämatome als Folgeschäden der Hautentzündung. In diesem Zeitraum kann sich ein Patient abgeschlagen und fiebrig fühlen. Er ermüdet leicht und ist durch die Knotenrose weniger leistungsfähig.

Die schmerzhaften Hautveränderungen beim Erythema nodosum beeinträchtigen die Bewegungsfähigkeit und sorgen allgemein für eine körperliche und psychische Schwächung.

Komplikationen

Die Erythema nodosum auch Knotenrose genannt, gehört zu den entzündlichen Hauterkrankungen, welche oftmals Frauen betreffen. Im Unterhautfettgewebe der Unterschenkel-Vorderseiten entstehen weiche Knoten, die sichtlich gerötet sind. Schwellen die befallenen Partien an, beginnen sie heftig zu schmerzen. Das Symptom wird oftmals mit der Wundrose verwechselt. Betroffene sollten daher bei den ersten Anzeichen den Arzt aufsuchen.

Krankheits-Auslöser kann eine bakterielle Infektion oder ein isolierter Ausbruch sein, wodurch die Haut mittels Entzündung auf eine körpereigene Begleiterscheinung reagiert. Dazu zählen unter anderem Darmerkrankungen, Allergien, Hormonschwankungen, orale Kontrazeptiva, Mandelentzündung sowie eine Schwangerschaft. In den meisten Fällen entstehen wenig Komplikationen, jedoch kann sich das Symptom chronisch entwickeln, sofern eine andere Grunderkrankung oder Überreaktion vorliegt.

Wird eine Erythema nodosum nicht rechtzeitig behandelt, verschlechtert sich nicht nur die auslösende Ursache. Die extrem druckempfindlichen Knoten können unter der Hautoberfläche bis auf Handflächengröße anschwellen und neben starken Hautrötungen auch Hämatome verursachen. Die Beine schmerzen, fühlen sich überhitzt, aufgedunsen und schwer an.

Einige Betroffene erleben Fieberschübe und einen erheblichen Leistungsabfall. Die medizinischen Gegenmaßnahmen lassen die Knotenrose bei frühzeitigem Erkennen in etwa drei Wochen relativ komplikationsfrei abklingen und behandeln zugleich die verursachende Krankheit beziehungsweise Infektion. Sofern die Therapie medikamentös auf Kortison-Basis erfolgt, sollte zuvor das Bestehen einer Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bilden sich auf der Haut Knoten, die als schmerzhaft oder unangenehm empfunden werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Halten die Beschwerden an oder treten sie wiederholt auf, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Stellen sich Entzündungsbeschwerden ein, sollte ebenfalls ein Arztbesuch erfolgen. Bei der Bildung von Eiter und der Entstehung von offenen Wunden können Keime in den Organismus gelangen, die zu weiteren Erkrankungen führen. Da in schweren Fällen eine Blutvergiftung droht, ist ein Arzt aufzusuchen, sobald sich ein Unwohlsein oder eine erhöhte Körpertemperatur einstellen. Treten Körperflüssigkeiten aus den Knoten aus, gilt dies als ungewöhnlich und sollte abgeklärt werden.

Nehmen die Knoten an Umfang und Größe zu, sollte ein Arzt kontaktiert werden. Setzen emotionale oder psychische Probleme ein, wird ein Arzt benötigt. Anhaltende Stimmungsschwankungen, eine gedrückte Gemütsverfassung oder ein sozialer Rückzug gelten als besorgniserregend und sollten mit einem Arzt besprochen werden. Leidet der Betroffene unter Schmerzen, Schwellungen oder Gelenkproblemen, benötigt er einen Arzt. Kommt es aufgrund der Beschwerden zu einer verminderten Bewegung oder fehlerhaften Körperhaltung, ist ein Arztbesuch nötig. Es drohen dauerhafte Schäden, denen rechtzeitig vorgebeugt werden sollte. Bei einem Gefühl der permanenten Wärme an den betroffenen Regionen, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren.

Behandlung & Therapie

Eine Behandlung ist beim Erythema nodosum nicht zwingend erforderlich, sollte aber wegen der beträchtlichen Schmerzen dennoch erfolgen. Das Erythema nodosum spricht in der Regel gut auf Entzündungshemmer an.

Zur schnelleren Abheilung der Hautveränderungen ist der Einsatz einer kortisonhaltigen Salbe in der äußeren Anwendung hilfreich. Auch die orale Gabe von Kortisonpräparaten kann den Krankheitsverlauf verkürzen. Antibiotika kommen zum Einsatz, wenn die Grunderkrankung eine bakterielle Infektion wie eine Mandelentzündung ist. Heilt sie ab, bessert sich auch die Knotenrose in unmittelbarem Zusammenhang.

Da beim Erythema nodosum die Unterschenkel betroffen sind, ist während der Erkrankung auf jede übermäßige Belastung der Beine zu verzichten. Patienten mit Knotenrose empfinden Kleidungsstücke, die die Unterschenkel bedecken, als schmerzhaft. Die Bereiche sind entzündungsbedingt heiß und benötigen keine zusätzliche Belastung durch Verbände oder eng anliegende Kleidungsstücke.

Erst mit Abklingen der Symptome kann bei einem Erythema nodosum ein elastischer Verband angelegt werden. Dies fördert die Rückbildung der Hämotome und schützt in der Abklingphase der Knotenrose vor unerwünschten Druckschmerzen.

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Vorbeugung

Erythema nodosum als eine spontane Überreaktion auf eine andere Grunderkrankung ist kaum zu verhindern. Anders stellt sich dies für Patienten dar, die mit einer Knotenrose auf den Kontakt mit einem Allergen reagieren. Ist der auslösende Faktor des Erythema nodosum bekannt, sollte dieser für die Zukunft gemieden werden.

Das können Sie selbst tun

Ein Erythema nodosum heilt im Allgemeinen auch ohne Therapie innerhalb von drei bis sechs Wochen ab. Die Knotenrose kann aber starke Schmerzen verursachen, die mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden müssen. Manchmal helfen auch Mittel aus der Naturheilkunde, zum Beispiel Ringelblumensalbe oder Anwendungen mit Arnika.

Parallel zur symptomatischen Behandlung gilt es, die ursächliche Erkrankung zu ermitteln und diese zu behandeln. Betroffene fertigen am besten ein Beschwerde-Tagebuch an, in dem Art und Intensität der Symptome notiert werden. Dies erleichtert es dem Arzt, das Grundleiden zu diagnostizieren. Ist die Anti-Baby-Pille ursächlich für das Erythema nodosum, sollte in Rücksprache mit dem Frauenarzt auf ein anderes Präparat gewechselt werden. Auch die Drei-Monats-Spritze und die Hormon-Spirale sind mögliche Auslöser, die beim Auftreten einer Knotenrose abgesetzt werden müssen.

Bei schmerzhaften Knoten im Unterhautfettgewebe ist womöglich eine Operation notwendig. Der Arzt wird dies nach einer umfassenden Untersuchung entscheiden und dem Patienten mitteilen, welche Vorbereitungsmaßnahmen er treffen muss. Grundsätzlich gelten vor und nach einer Operation Schonung und Stressvermeidung. Eine ausgewogene Diät kann die Genesung fördern und auch akute Beschwerden des Erythema nodosum lindern.

Bücher über Hautrötungen

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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