Ernährung und Diät bei Lebererkrankung Teil 2

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Dezember 2016
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Nach diesem ziemlich strengen Tagen kann man langsam zu einer vor allem eiweißhaltigen Diät übergehen. In erster Linie kommt hierbei dem Eiweiß tierischer Herkunft, also Milch, Eiern, Fleisch, eine besonders große Bedeutung zu, da sie Träger der lebenswichtigen Aminosäuren sind. Diese wiederum stellen die Bausteine unserer menschlichen Eiweißsubstanzen dar und sind somit besonders wichtig für die Abwehrfunktionen des Körpers gegenüber allen Infektionskrankheiten.

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Inhaltsverzeichnis

Eiweiß ist wichtig

Je mehr Eiweißkörper das Blut enthält, desto besser kann sich unser Körper vor derartigen Erkrankungen schützen. Aber auch die Leberzelle selbst braucht stets eine gewisse Menge Eiweiß. Sobald ihr dieser Nahrungsstoff über eine längere Zeit vorenthalten wird, reagiert sie sehr empfindlich.

Das Ziel der jetzt einsetzenden Ernährungsumstellung des Gelbsuchtkranken ist es, ihm eine Eiweißmenge von 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht zuzuführen. Umgerechnet bedeutet das für einen Menschen von etwa 60 Kilogramm Körpergewicht eine Reineiweißmenge von 100 bis 120 Gramm. Bei der Zusammenstellung eines eiweißreichen Speisezettels geht es nicht ganz ohne zu rechnen ab, denn jedes Lebensmittel liefert ja nur eine bestimmte Menge des notwendigen täglichen Eiweißbedarfs: ein Ei zum Beispiel 10 bis 14 Gramm und 100 Gramm Fleisch etwa 20 Gramm. Doch da heute die Beratungsmöglichkeiten im Krankenhaus oder beim Arzt für den Erkrankten selbst gegeben sind, wird Ihnen der Arzt oder die Diätberaterin gern bei den Mengenberechnungen behilflich sein. Die genannte Menge von 100 bis 120 Gramm Eiweiß braucht aber nicht nur tierischer Herkunft zu sein. Es können auch zu einem Teil Eiweiße pflanzlicher Herkunft, Getreide und Sojaprodukte, verwendet werden.

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Küchentechnisch ist bei dieser Kost wiederum einiges zu beachten: Gebratenes verträgt die Leber in dieser Zeit noch gar nicht, da durch die Lebererkrankung auch die Tätigkeit der Gallenblase stark behindert wird und alle Speisen, die Röst- und Fettanteile tragen, die höchsten Anforderungen an die Gallenproduktion und Gallenabgabe stellen.

Der Übergang von der sehr eiweißarmen zur eiweißreichen Kost muss allmählich erfolgen. Deshalb empfiehlt es sich, alle bisher verwendeten Suppen und Breie zunächst mit wenig Milch zuzubereiten, deren Anteil von Tag zu Tag gesteigert werden kann. Denn können auch eiweißhaltige Getränke genossen werden, so zum Beispiel Sauer- und Buttermilch, Joghurt und Milchmischgetränke. Die rohe, unabgekochte oder auch abgekochte reine Milch wird meistens wegen noch ungenügender Magensaftbildung schlecht vertragen.

Quark als Eiweißlieferant

Je mehr Eiweißkörper das Blut enthält, desto besser kann sich unser Körper vor derartigen Erkrankungen schützen.

Eine besonders große Bedeutung kommt dem Quark zu, den man ja vielseitig zubereiten und somit Abwechslung in den Speisezettel bringen kann. Quark ist bekanntlich Träger der wichtigsten Aminosäuren und daher für die Leber besonders zuträglich. Im täglichen Speiseplan sollten stets ungefähr 100 Gramm Weißkäse enthalten sein. Auch Eier, möglichst roh an Speisen gerührt, sollten verwendet werden. Dazu müssten sie allerdings so frisch wie möglich sein. Fleisch ist am besten als Schabefleisch verträglich und darf auch mit rohem Eigelb verarbeitet werden. Weitere vollwertige Eiweißträger sind magere Fisch- und Fleischsorten, die jedoch noch nicht gebraten werden dürfen. Außer Kochen oder Garen im eigenen Saft kommt jetzt noch eine Garmachungsart in Frage, die das Essen besonders schmackhaft macht: das Dünsten, also dem Garmachen durch heiße und feuchte Luft.

Ohne Fett gehts nicht

Noch einige Worte zum Fett als Bestandteil der Nahrung selbst und als Zutat bei der Zubereitung: Als Fettsorten kommen vor allem Öle (Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen) roh und erhitzt in Frage und Butter. Letztere wird wegen ihres günstigen Schmelzpunktes im Darmtrakt gut vertragen und ist ebenfalls wegen ihres Vitamingehaltes und als Träger der sogenannten kurzkettigen Fettsäuren für die Leber von Bedeutung. Die Gesamtfettmenge pro Tag sollte 50 bis 60 Gramm nicht übersteigen.

Auch hier darf der Übergang von der fettarmen Kost in den ersten 14 Tagen zu den angegebenen Mengen nur sehr langsam erfolgen. Man bedenke auch, dass vor allem in Wurstsorten, so in Teewurst und feiner Leberwurst, eine nicht unbeträchtliche Fettmenge versteckt ist, die einkalkuliert werden muss. Wird das nicht beachtet, so wundert sich der Kranke dann oft, dass er Beschwerden im Oberbrauch hat und dass seine Genesung nur sehr langsame Schritte macht. Es ist daher am besten, wenn der Kranke in den ersten Wochen und Monaten nach der Erkrankung noch gar keine Wurst verzehrt.

Das Würzen der Speisen ist fast ebenso zu handhaben wie bei der Kost am Anfang der Krankheit. Man gewöhnt sich sehr schnell auch an salzarme Speisen, wenn man Küchenkräuter, Tomatensaft oder Tomatenmark und Hefeflocken zum Würzen verwendet.

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