Ergotamin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Ergotamin, gewonnen aus dem Mutterkorn, wird zur Behandlung von bestimmten Arten von Kopfschmerzen (bspw. Migräne) verwendet. Die Einnahme verengt Blutgefäße im Gehirn und hat Auswirkungen auf bestimmte Rezeptoren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ergotamin?

Ergotamin gehört zu einer Gruppe Medikamente mit dem Namen Ergotalkaloide. Die Anwendung bewirkt eine Verengung der Blutgefäße im Bereich um das Gehirn.

Ergotamin beeinflusst auch Muster des Blutflusses, die für bestimmte Arten von Kopfschmerzen verantwortlich sind. So wir das Medikament bspw. zur Behandlung von Migräne verwendet. Allerdings findet Ergotamin nur im akuten Fall einer bereits eingesetzten Migräne seinen Einsatz. Es zeigt keinerlei Wirkung auf die Prävention von Migräne noch reduziert es die Anzahl der Migräneattacken.

Ergotamin sollte nicht verwendet werden bei der Behandlung von normalen, durch Stress oder Anstrengung hervorgerufenen Kopfschmerzen, ebenso nicht bei Schmerzen, die sich unterscheiden von den regelmäßig auftretenden Migräneattacken. Ergotamin wird gewonnen aus dem Mutterkorn, das ebenso bereits seit dem 16. Jhr. in der Medizin Verwendung findet.

Pharmakologische Wirkung

Die Auswirkungen von Ergotamin auf den Körper sind sehr komplex. Die Moleküle des Mittels teilen strukturelle Gemeinsamkeiten mit Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin, Ephedrin, kann diese an verschiedene Rezeptoren binden und als ihr Gegenpart wirken.

Der erfolgreiche Effekt gegen Migräne erfolgt durch eine Verengung der intrakranial extrazerebralen Blutgefäße des 5-HT1B Rezeptors und einer Hemmung der trigeminalen neurologischen Transmission durch den 5-HT1D Rezeptor. Ergotamin hat ebenfalls eine Wirkung auf die Rezeptoren für Dopamin und Noradrenalin. Die Auswirkungen auf D2 Dopamin und den 5-HT1A Rezeptor kann einige Nebenwirkungen hervorrufen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Ergotamin, gewonnen aus dem Mutterkorn, wird zur Behandlung von bestimmten Arten von Kopfschmerzen (bspw. Migräne) verwendet.

Ergotamin wird angewendet, um bestimmte Arte der Kopfschmerzen (bspw. Migräne) zu behandeln. Es verengt bestimmte Blutgefäße im Kopf und lindert damit die schmerzhaften Symptome.

Zur akuten Behandlung sollte eine Tablette, wie vom Arzt beschrieben, unter die Zunge gelegt werden, um sich langsam aufzulösen. Die Pille sollte weder zerkaut oder geschluckt werden, weder mit Nahrung von mit Flüssigkeiten kombiniert werden, während sie sich im Mund auflöst. Die Dosierung ist abhängig von der Art der Kopfschmerzen und der individuellen Reaktion auf das Mittel. Am besten wirkt Ergotamin, wenn es bereits bei den ersten Anzeichen einer startenden Attacke eingenommen wird.

Wenn die Kopfschmerzen bereits stark fortgeschritten sind, wirkt das Mittel eventuell nicht vollständig. Ergotamin sollte nur angewendet werden, wenn es benötigt wird. Es ist nicht für eine längere und tägliche Verwendung gedacht. Die maximale Dosierung besteht aus 3 Tabletten in 24 Stunden und 5 Tabletten in 7 Tagen. Ergotamin kann Entzugserscheinungen hervorrufen, insbesondere wenn es über eine längere Zeit regelmäßig eingenommen wurde. In diesen Fällen setzen Kopfschmerzen ein, sobald das Mittel abgesetzt wird.

Diese Kopfschmerzen unterscheiden sich vermutlich von den normalen Kopfschmerzen und können für einige Tage anhalten. Solche Symptome sollten dem behandelnden Arzt so schnell wie möglich mitgeteilt werden. Der Arzt sollte bereits informiert werden, falls extremer Konsum von Ergotamin auffällig wird, das Mittel nicht mehr erfolgreich funktioniert, die Kopfschmerzen stärker werden oder an Häufigkeit zunehmen, oder Ergotamin für mehr als zwei Attacken pro Woche verwendet wird. In diesem Fall muss eventuell ein anderes Medikament verschrieben werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Schwindel und Erbrechen setzen bei der Einnahme von Ergotamin eventuell ein. Falls diese Nebenwirkungen anhalten oder sich verschlimmern, sollte schnellstens ein Arzt aufgesucht werden.

Der behandelnde Arzt hat das Ergotamin verschrieben, da er davon ausgegangen ist, dass das Risiko für mögliche Nebenwirkungen geringer ist, als die erfolgreiche Wirkung des Mittels. Viele Patienten bemerken keinerlei Nebenwirkungen. Es sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden, falls folgende seltene, aber mögliche Nebenwirkungen einsetzen: verlangsamter oder beschleunigter Puls; Kribbeln oder Kälte in Finger oder Zehen; blaue Finger oder Hände mit einsetzender Taubheit; Muskelschmerzen und körperliche Schwäche; starke Magenschmerzen; Schmerzen im unteren Rückenbereich; wenig oder kein Urin.

Ein Notarzt sollte alarmiert werden, falls deutliche Brustschmerzen einsetzen, Sehstörungen, Verwirrung oder verwaschene Sprache. Atemprobleme oder ein plötzlich eintretende Ausschlag können Anzeichen für eine allergische Reaktion sein. Hier sollte ebenfalls der Notarzt alarmiert werden.

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