Epiphora

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Dezember 2017
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Als Epiphora oder auch Tränenträufeln wird ein stark erhöhter Tränenfluss im Auge bezeichnet. Genau genommen handelt es sich hierbei mehr um ein Symptom als um eine Krankheit selbst, denn Epiphora ist Begleiterscheinung von zahlreichen Augenerkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Epiphora?

Ein gesundes Auge wird mittels Tränenbildung und -verteilung in regelmäßigen Abständen befeuchtet, gereinigt. Zudem wird es dadurch vor dem Eindringen von Fremdkörpern wie Staub sowie dem Befall mit Krankheitserregern geschützt. Mit jedem Zwinkern verteilt sich ein Tränenfilm über den Augen und sorgt für ungehinderte und klare Sicht. Ins Auge gelangen die Tränen dabei durch Röhrchen aus kleinen Drüsen unterhalb des oberen Augenlids, den Tränendrüsen. Anschließend fließen diese über die Tränenpunkte, winzige, punktförmige Öffnungen im Lidwinkel neben der Nase, wieder ab.

Kommt es an irgendeiner Stelle innerhalb dieses Abflusssystems zu Störungen, resultiert dies häufig in exzessiver Tränenbildung, dem Tränenträufeln. Die Sicht verschwimmt, Hautirritationen und Schwellungen (Mukozelen) können auftreten, die Infektionsanfälligkeit des Auges nimmt zu. Das Tränenträufeln kann beidseitig vorliegen oder sich auch nur auf ein Auge beschränken. Grundsätzlich tritt Epiphora in jedem Alter auf. Am häufigsten ist sie jedoch bei Säuglingen unter zwölf Monaten sowie bei Erwachsenen über 60.

Ursachen

Die häufigste Ursache für Epiphora sind blockierte Tränenwege. Die Tränen können nicht abfließen und verbleiben im Tränensack. Bei Erwachsenen tritt eine solche Blockade nicht selten als direkte Begleiterscheinung des Alterungsprozesses auf. Aber auch Entzündungen können den Ausbruch einer Epiphora begünstigen. Auslöser für entzündliche Prozesse sind neben vielen Bakterien- und Mikroorganismusarten Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel Vaskulitis. Weitere mögliche Ursachen sind ferner krankhafte Erhöhungen des Augeninnendrucks oder starke Belastungen wie etwa Gesichtsoperationen.

Als Gründe für übermäßige Tränenbildung, die demgegenüber nicht von blockierten Tränenwegen verursacht wird, kommen neben Irritationen in der Hornhaut oder Schwächen der Gesichtsmuskulatur (etwa als Folge eines Schlaganfalls) das so genannte Trockene-Augen-Syndrom in Betracht. Bei dieser Erkrankung ist die chemische Zusammensetzung der Tränen fehlerhaft und besteht hauptsächlich aus Wasser, welches zu schnell verdampft, als dass ein wirksamer Schutz für das Auge möglich wäre.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Krankheitsverlauf

Kommt es an irgendeiner Stelle im Auge innerhalb dieses Abflusssystems zu Störungen, resultiert dies häufig in exzessiver Tränenbildung, dem Tränenträufeln.

Zu den Symptomen von Epiphora gehören starke Tränenbildung, mattierte Wimpern oder schleimiger Ausfluss. Ein Arzt, der eine oder mehrere dieser Auffälligkeiten feststellt, wird weitere detaillierte Befragungen hinsichtlich der Beschwerden durchführen. Auch die Krankheitsgeschichte des Patienten ist hierbei relevant. Generell ist Epiphora von einem geübten Mediziner ohne Weiteres zu erkennen. Dieser wird sich dann in weiterführenden Untersuchungen darauf konzentrieren, die hinter dem Tränenträufeln stehende Erkrankung festzustellen.

Hierzu muss der Patient unter Umständen auch betäubt werden. Im Rahmen der Untersuchung werden etwa winzige Schläuche in die Tränenkanäle eingeführt, um Schwere und Position der Blockade genau zu ermitteln. Zur gängigen Praxis gehört auch die Verabreichung von Flüssigkeit in den Tränenkanal, um den Abfluss und die Verdunstung durch die Nase zu prüfen. Darin kann auch ein Markierungsstoff enthalten sein, durch den sich zum Beispiel bei einer Röntgenaufnahme der Ort der Blockierung noch weiter spezifizieren lässt. Von der auf diesem Wege diagnostizierten Krankheit sind auch weiterer Verlauf und die Auswahl der passenden Behandlung abhängig.

Komplikationen

Bei dem Begriff Epiphora handelt es sich um einen, der aus dem Griechischen stammt. Ins Deutsche übertragen heißt das Tränenträufeln. Dieser Begriff Epiphora wird deshalb bei diversen Erkrankungen der Augen verwendet, bei denen es zu einem Missverhältnis zwischen der Tränenproduktion in den Tränendrüsen und dem Abfluss dieser Tränenflüssigkeit über die ableiten Tränenwege kommt. Gründe dafür gibt es etliche. Wenn beispielsweise die Bindehaut oder die Hornhaut der Augen mechanisch gereizt werden, kommt es fast immer zum Tränenträufeln.

Auch eine Reizung des Nervus Trigenimus bewirkt meistens eine erhöhte Tränenproduktion und es kommt dann zum Tränenträufeln. Zuweilen entsteht das Tränenträufeln auch aufgrund einer Erkrankung der Nasennebenhöhlen. Nicht nur vorübergehend führt eine Hypertrophie der Tränendrüsen zum Tränenträufeln. Stenosen der ableitenden Tränenwege können durch die so entstehende Abflussstörung der Tränenflüssigkeit ebenfalls zur Epiphora führen. Bei Stenosen handelt es sich um Verengungen der Tränenwege. Diese Verengungen können sowohl angeboren als auch erworben sein.

Ein weiterer Aspekt, der zur Epiphora führen kann, sind Fehlstellungen der Tränenpünktchen. Auch in diesem Fall können derartige Fehlstellungen der Augenlider, die zur Fehlstellung dieser Tränenpünktchen führen, bereits von Geburt an vorhanden sein. Das ist allerdings nicht immer so. Auch degenerative Veränderungen der Augenlider führen oft zur Fehlstellung der Tränenpünktchen und damit zum Tränenträufeln. Zuweilen leiden bereits kleine Kinder an einem Glaukom. Auch in diesen Fällen kommt es deshalb dann zum Tränenträufeln.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Hinter dem Begriff Epiphora verbirgt sich ein überdurchschnittlich starker Tränenfluss im Auge. Gegen Austrocknung werden die Augen zwar ständig mit Tränenflüssigkeit benetzt. Ist der Tränenfluss jedoch erhöht, wird er als unangenehm empfunden. Epiphora ist nicht nur ein lästiges Phänomen, sondern kann Anlass sein, einen Arzt aufzusuchen.

Gibt es keine Erklärung für übersteigerten Tränenfluss wie zum Beispiel Wind, Zwiebelschneiden und natürlich emotionale Auslöser wie Lachen und Weinen, kann Epiphora auf eine Augenerkrankung hindeuten. Keinesfalls dürfen von Epiphora Betroffene ihre ständig laufenden Tränen einfach hinnehmen. Die möglicherweise dahintersteckende Erkrankung kann ernster Natur sein und ist unbedingt von einem Augenarzt abzuklären. Der stete Tränenfluss kann außerdem langfristig die Sehkraft vermindern.

Liegt der Epiphora eine behandlungsbedürftige Erkrankung zugrunde, sind häufig bestimmte Umweltfaktoren hierfür ursächlich. Auch hier ist der Augenarzt mit seiner Erfahrung der ideale Ansprechpartner. Er wird seinem Patienten hilfreiche Tipps geben, wie dieser überreichlichem Tränenfluss vorbeugen kann: zum Beispiel auf nicht zu trockene Raumluft achten, Zugluft vermeiden, Alkoholkonsum einschränken, Pausen am Computer oder ausreichend Schlaf.

Der Augenarzt sollte bei einer Epiphora am besten zuerst aufgesucht werden. Parallel ist zu überlegen, außerdem noch einen weiteren Facharzt wie einen Internisten einzuschalten. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Epiphora eine weitere Erkrankung als Ursache hat.

Behandlung & Therapie

Da Epiphora Begleiterscheinung vieler Erkrankungen ist, ist es notwendig, vor der Behandlung eine genaue Diagnose seitens eines Arztes einzuholen. Generell empfiehlt sich immer dann, wenn es über einen längeren Zeitraum zu verstärktem Tränenfluss kommt, dringend der Gang zum Augenarzt. Wenn das Tränenträufeln von einem Punktalhindernis herrührt, ist die gängigste Behandlungsart das Öffnen und Auswaschen der Tränenpunkte.

Diese Behandlung kann ambulant erfolgen und ist verhältnismäßig unkompliziert, muss jedoch mehrmals im Jahr wiederholt werden. Als dauerhafte Lösung kommt diese Prozedur demnach nicht in Betracht. Eine Blockade des Tränen-Nasen-Gangs wird häufig mit der so genannten Dacryocystorhinostomie, kurz DCR, behandelt. Dabei wird über den Zugang von der Nase aus eine Verbindung zwischen Tränensack und Naseninnerem gebildet. Diese neue Öffnung ermöglicht dann den ungehinderten Abfluss der Tränenflüssigkeit.

Die DCR erfolgt dabei ohne äußerlich sichtbare Schnitte und kann unter Betäubung direkt in der Augenarztpraxis durchgeführt werden. Es handelt sich um eine relativ risikoarme Behandlungsmethode, die in den meisten Fällen eine exzellente Langzeitwirkung aufweist. Wurde hingegen ein Trockenes-Auge-Syndrom diagnostiziert, lassen sich die Beschwerden durch mehrere andere Maßnahmen nachhaltig lindern.

Die häufigste Behandlungsart ist dabei die Verabreichung von künstlichen Tränen in Form von Augentropfen. Derartige Tropfen sind zumeist ohne Rezept erhältlich und sorgen für eine Wiederbefeuchtung der Augen. Die Behandlung von trockenen Augen kann auch durch einen Luftbefeuchter nachhaltig unterstützt werden. Feuchtere Umgebungsluft wirkt einer Austrocknung der Augen aktiv entgegen.

Aussicht & Prognose

Die Epiphora führt zu einem erhöhten Tränenfluss und tritt in der Regel nicht als selbstständige Erkrankung auf, sondern nur als Begleitsymptom bei anderen Krankheiten. Aus diesem Grund wird die Epiphora auch kausal behandelt. Die Diagnose der Epiphora erfolgt in der Regel ohne Verzögerung und Kompilationen, sodass eine Behandlung schon frühzeitig erfolgen kann.

Falls die Epiphora nur kurzzeitig auftritt, kann eine ambulante Behandlung durch den Arzt erfolgen, wobei diese mehrere Male im Jahr wiederholt werden muss. Sollte es sich dabei um ein permanentes Problem handeln, so muss eine kausale Behandlung durchgeführt werden. In der Regel führt die Behandlung zu einem schnellen und langanhaltenden Erfolg, sodass der Patient sich keiner wiederholten Behandlung unterziehen muss. In einigen Fällen ist die Benutzung von Augentropfen notwendig.

Die Epiphora kann den Alltag des Betroffenen stark einschränken, sodass viele Tätigkeiten für den Patienten nicht mehr möglich sind. Ebenso kann das ständige Tränen der Augen zu Unfällen oder Unachtsamkeit führen kann, wodurch das Risiko für Verletzungen sich erhöht. Sollte die Epiphora behandelt werden, kommt es in der Regel nicht zu einer verringerten Lebenserwartung.

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Vorbeugung

Da Epiphora vielfältige Ursachen haben kann, sind spezifische Empfehlungen zur Vorbeugung nicht möglich. Allgemein gilt: das Auge sollte stets feucht und gesundheitliche Belastungen niedrig gehalten werden. Bewusstes regelmäßiges Zwinkern mit dem Auge sowie das Meiden von Rauch, Wind und anderen Irritationen können das Risiko eines Tränenträufelns deutlich minimieren.

Insbesondere Personen wie beispielsweise Allergiker, Kurz- und Fehlsichtige (insbesondere Kontaktlinsenträger) Menschen, sowie diejenigen, die älter als 55 Jahre sind und damit ein erhöhtes Erkrankungsrisiko trifft, sollten regelmäßig einen Arzt aufsuchen, um den Zustand ihrer Augen prüfen zu lassen.

Das können Sie selbst tun

Eine Ephiphora sollte immer von einem Augenarzt abgeklärt und behandelt werden. Betroffene können die tränenden Augen jedoch oftmals selbstständig lindern, indem sie Zugluft, Rauch und heiße Luft (beispielsweise aus dem Föhn oder Autogebläse) meiden. Daneben hilft Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf, die Augen zu entlasten und den Tränenfluss zu reduzieren. Regelmäßiges Lüften und ein möglichst angenehmes Raumklima helfen dabei, die Augen zu schonen und die Beschwerden der Ephiphora zu reduzieren.

Daneben hilft eine umfassende Augenhygiene: Betroffene sollten ihre Lidränder vor dem Schlafen sorgfältig reinigen und vor allem Schminke und andere Rückstände gut entfernen. Zur Reduzierung von Hautreizungen können die Augen regelmäßig mit klarem Wasser ausgespült werden. Kontaktlinsenträger können das Tränen oft bereits durch eine gründliche und regelmäßige Reinigung der Linsen reduzieren. Gegebenenfalls hilft auch ein Linsenwechsel dabei, tränende Augen in Folge einer Überlastung oder Reizung zu vermeiden.

Liegt der Ephiphora ein anderweitiges Leiden oder eine Allergie zugrunde, muss zunächst die jeweilige Grunderkrankung behandelt werden. Als akute Selbsthilfe-Maßnahme empfiehlt sich ein simpler Wechsel des Schlafraumes und eine erhöhte Augen-Hygiene.

Bücher über tränende Augen

Quellen

  • Burk, A., Burk, R.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2005
  • Dahlmann, C., Patzelt, J.: Augenheilkunde Basics. Urban & Fischer, München 2014
  • Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2012

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