Epilepsie Ursachen und Symptome Teil 1
Bereits vor dreitausend Jahren wurde über die Epilepsie geschrieben. Die ersten Berichte über sie finden wir im Babylonischen Gesetzbuch Chamurabis, das ungefähr 1900 Jahre vor unserer Zeitrechnung entstanden ist. Da man sich die Ursachen der Epilepsie damals nicht erklären konnte, nahm man an, der Kranke sei von einem bösen Geist besessen. Die große Mehrzahl der heutigen Menschen glaubt zwar nicht mehr an Geister und Dämonen, und doch hat sich bis in unsere Tage bei vielen eine fragwürdige Einstellung zu denen, die an dieser Krankheit leiden, erhalten. Deshalb und weil die Epilepsie eine der häufigsten Nervenkrankheiten ist, scheint es angebracht, auch einmal über diese Krankheit zu schreiben.
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Symptome bei Epilepsie
Der epileptische Anfall, das wichtigste Symptom dieser Krankheit, geht immer von einem bestimmten Punkt im Gehirn aus. Wir nennen ihn den epileptischen Herd (Focus). Es dürfte auch für einen Laien nicht schwer sein, sich einen solchen Herd vorzustellen. Jeder weiß, dass nach einer tiefen Verletzung der Haut eine Narbe entsteht. Manchmal, besonders nach Verbrennungen höheren Grades, sind solche Narben strahlenförmig zusammengezogen. Dabei treten im Narbenzentrum oft Verdickungen auf, die besonders bei Wetterumschwung Schmerzen verursachen.
Ursachen für Epilepsie
Doch kommt es vor, dass der Organismus den Umfang dieses Herdes aus eigenen Kräften einengt und somit allmählich beseitigt, wie ja auch einige Zeit nach einer Hautverletzung der Narbenschmerz verschwinden kann. Jedem wird nun verständlich sein, dass es in einzelnen Fällen auch möglich ist, den Focus operativ zu entfernen und damit den Anfallsleidenden von seiner Krankheit zu heilen. Aber auch da, wo eine Operation keinen endgültigen Erfolg verspricht, können wir helfen. Bei der Mehrzahl aller Epilepsiekranken kann mit Hilfe entsprechender Medikamente die Anfallbereitschaft, also die Aktivität des epileptischen Herdes, bekämpft werden. Doch davon später.
Der Elektroenzephalographie (EEG) verdanken wir es. daß wir heute bedeutend mehr über das Entstehen eines Anfalls wissen als früher. In einem völlig gesunden Gehirn hat jede Zelle eine bestimmte Funktion. Sie nimmt Nervensignale auf, verarbeitet sie und gibt sie an andere Zellgruppen weiter. Diese geregelte Funktionsweise der Hirnzellen kann aber unter krankhaften Bedingungen gestört werden. Die Zellen fallen in eine synchronisierte, rhythmisch pulsierende Tätigkeit, welche alle anderen Funktionsmechanismen der betroffenen Zellen ausschließt. Daraus resultieren die Krämpfe des Betreffenden und seine Bewußtlosigkeit.
Diese krankhaften Störungen der Hirntätigkeit können mit Hilfe des Enzephalographs auch auf der Kopfoberfläche als rhythmische, elektrische Entladungen registriert werden, während die normale Tätigkeit der Hirnzellen im Wachzustand durch das Hirnstrombild (EEG) als unregelmäßig gezackte Linie wiedergegeben wird. Deshalb ist das EEG eine so wichtige Methode in der Diagnostik der Anfallskrankheiten. Es ermöglicht uns sehr oft, Störungen im Gehirn auch dann nachzuweisen, wenn der Patient noch keine Anfälle hat. Das gibt dem Arzt die Möglichkeit, vorbeugend einzugreifen und das Auftreten von Anfällen zu verhindern.
Gruppen und Typen von Epilepsie
An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir die wichtigsten epileptischen Anfälle in drei Gruppen einteilen: in den großen Krampfanfall, den kleinen und psychomotorischen Anfall. Bei dem ersten verliert der Kranke das Bewußtsein, fällt oft zu Boden (daher der volkstümliche Ausdruck Fallsucht) und bekommt Muskelkrämpfe, die sich sehr unterschiedlich äußern. Dieser Anfall dauert gewöhnlich nur einige Minuten und endet meist komplikationslos. Der kleine Anfall besteht nur in einem kurzen Verlust des Bewußtseins.
Der Kranke reagiert einige Sekunden nicht auf seine Umgebung, Fragen usw. und starrt vor sich hin. Hierbei gibt es keine Krämpfe. Bei dem sogenannten psychomotorischen Anfall (Psyche = Seele. motorisch = bewegend), der mehrere Minuten andauern kann, verliert der Betreffende ebenfalls das Bewußtsein, führt aber unbewußt automatisch verschiedene Bewegungen aus, die manchmal ziemlich kompliziert sind und verhältnismäßig koordiniert sein können - er geht hin und her, spricht unzusammenhängend usw.
Die Neigung der Nervenzellen zur rhythmischen Tätigkeit, hängt vom Stoffwechsel ab und ist deshalb auch durch stoffwechselwirksame Mittel beeinflußbar. Daraus wird verständlich, dass die zweite Ursache für die Epilepsie neben den oben erläuterten Bedingungen die erhöhte Anfallbereitschaft ist, die durch die besondere Stoffwechselsituation im Hirn zustande kommt.
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