Epiglottis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Zu den Hauptaufgaben des Kehlkopfes gehört das Schlucken. Der Kehlkopfdeckel ist bei diesem für das Überleben wichtigen Vorgang der wichtigste Akteur – ohne ihn wäre keine Nahrungsaufnahme möglich. Ein von Nerven geleitetes komplexes Zusammenspiel sorgt dafür, dass dem Körper Nährstoffe zugeführt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Epiglottis?

Der Kehlkopfdeckel (lat. die Epiglottis) ist Bestandteil des Kehlkopfes (lat. Larynx). Neben dem Ringknorpel und dem Schildknorpel stellt der Kehlkopfdeckel den dritten, der drei großen Knorpel des Kehlkopfes dar.

Damit ist er essenzieller Bestandteil des Atmungsapparats des Menschen. Er ist dafür verantwortlich, dass beim Essen und Trinken weder flüssige noch feste Nahrung in die Luftröhre (lat. Trachea) eindringen kann. Sollte dies doch der Fall sein, verschluckt sich der Mensch. Funktionsstörungen sind unangenehm und können im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein. Da der erwachsene Mensch ungefähr zweitausend Mal am Tag schluckt, ist der reibungslose Ablauf beim Schlucken unabdingbar. Während des Schluckvorgangs sind weder Atmen noch Sprechen möglich – und das gilt auch umgekehrt.

Anatomie & Aufbau

Die Epiglottis ist eine Knorpelplatte. Sie befindet sich direkt über der Luftröhre und ist mit Schleimhaut überzogen ist. Durch ein Band ist sie an der inneren Seite des Adamsapfels (des Schildknorpels) befestigt. Die anatomischen Bestandteile sind ein Stiel (lat. Petiolus epiglotticus) und ein Körper. Im Gegensatz zum restlichen Kehlkopf, der hauptsächlich mit Lungenschleimhaut ausgekleidet ist, ist der Kehlkopfdeckel mit der Schleimhaut überzogen, die auch im Mundbereich zu finden ist.

Beim Schlucken wird der Kehlkopf nach vorne geschoben und der Kehlkopfdeckel verschließt die Luftröhre, indem er sich über den Eingang legt. Dieser Vorgang läuft passiv ab; bewusste Steuerung ist nicht möglich. Doch der Kehldeckel ist nicht nur für den Verschluss der Luftröhre zuständig. Auch beim Atmen legt er sich über die Speiseröhre. Damit der Kehlkopfdeckel seinen Aufgaben nachkommen kann, wird er von Nerven in der Schleimhaut gesteuert. Der neunte und zehnte Hirnnerv sind für den Schluckmechanismus verantwortlich. Der Husten- und Würgereflex ist natürlich ebenfalls auf neuronale Afferenzen zurückzuführen.

Funktion & Aufgaben

Das Schlucken ist ein Vorgang im menschlichen Körper, der besonders komplex ist. Sobald der Mensch schluckt, wird im Rachen ein Stau ausgelöst. Die Kreuzung von Luft- und Speiseröhre muss jedes Mal kontrolliert und freigehalten werden. Durch das intelligente Zusammenspiel der beteiligten Nerven und des Kehlkopfdeckels funktioniert dies automatisch. Der Kehlkopfdeckel verschließt die Luftröhre, der Nahrungsbrei wird in die Speiseröhre transportiert und nach dem Schlucken wird die Luftröhre wieder geöffnet.

Wenn der Weg zur Luftröhre versperrt ist, ist Ein- oder Ausatmen nicht möglich. Sprechen ist ebenfalls nicht möglich, da beim Schlucken auch die Stimmlippen verschlossen werden. Wer es dennoch versucht, gleichzeitig zu schlucken und zu sprechen, weiß, was passiert. Kleinste Speisereste und Flüssigkeiten werden mit einem heftigen Anfall sofort wieder ausgehustet. Nur sehr selten ist auf diesen Reflex kein Verlass. Dass größere Mengen an Essen (oder Erbrochenes) in die Atemwege gelangen, passiert bei Bewusstlosen, im alkoholisierten Zustand, bei Kleinkindern oder im Falle einer Narkose. Ist dies der Fall, kann es zu gefährlichen Lungenentzündungen kommen und im schlimmsten Fall zum Tod durch Ersticken.

Krankheiten

Chronische Schluckstörungen sind Beschwerden, an denen Menschen leiden, die von neurologischen Erkrankungen betroffen sind. Wenn eine Nervenleitung gestört ist oder ausfällt, kommt der gesamte Ablauf durcheinander.

Verschlucken und Hustenanfälle gehören hier zur Tagesordnung. Eine entzündliche Erkrankung der Epiglottis ist ebenfalls bekannt. Sie betrifft häufig Kinder (Vorschulalter), Erwachsene können aber ebenfalls daran erkranken. Durch die medikamentöse Versorgungslage tritt die Kehldeckelentzündung mit dem Namen Epiglottitis heutzutage aber eher selten auf und kann – wenn sie rechtzeitig erkannt wird – gut mit Antibiotika behandelt werden. Damit ist ein folgenloses Abheilen gewährleistet. Verursacher für die Infektion sind Bakterien: „Haemophilus influenzae“ und seltener Pneumokokken. Symptome für eine Epiglottitis sind ein Fremdkörpergefühl beim Schlucken, außerdem stellt sich sehr schnell Atemnot ein, da der Kehlkopfdeckel anschwillt.

Wenn Kinder an der Kehlkopfdeckelentzündung erkrankt sind, weigern sie sich sehr oft sich hinzulegen, da sie dann schlechter atmen können. Entlastung bringt es, wenn sie sich vorne übergebeugt hinsetzen und sich auf den Armen abstützen können. Erhöhtes Speichelaufkommen und Fieber sind ebenfalls Symptome der Epiglottitis. Der Weg ins Krankenhaus ist bei Verdacht auf eine Kehlkopfdeckelentzündung unvermeidlich. Die Erkrankung kann akut lebensbedrohlich werden, wenn sich die Atemwege vollständig verschließen. Droht Erstickungsgefahr bleibt dem Arzt nichts anderes übrig, als zu intubieren oder einen Luftröhrenschnitt anzuwenden, um die Atmung wieder zu ermöglichen.

Von Krebserkrankungen kann der Kehlkopfdeckel ebenfalls betroffen sein. Das sogenannte Supraglottische Karzinom verbreitet sich von den Taschenfalten und der Epiglottis aus. Solche Plattenepithelkarzinome (der Krebs entsteht in den Zellen, welche den Kehlkopf innerlich auskleiden) befallen zuerst den Kehlkopf und wachsen dann in das umgebende Halsgewebe ein. Sobald die Lymphknoten in Mitleidenschaft gezogen sind, wird eine Therapie immer schwieriger. Doch wie bei jeder Krebserkrankung ist der Behandlungserfolg in Zusammenhand mit dem Zeitpunkt zu sehen, an dem die Diagnose gestellt wurde. Je nach Befund wird der behandelnde Arzt eine Chemotherapie, Strahlenbehandlung oder Operation zur Therapie anwenden.

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