Ephedrin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Ephedrin ist chemisch ein Alkaloid und hat eine stimulierende Wirkung auf den Organismus. Es wird als Medikament bei Atemwegserkrankungen, niedrigem Blutdruck und im geringeren Maße auch bei Narkolepsie (Schlafkrankheit) eingesetzt. Leider verführen die stimulierenden Eigenschaften von Ephedrin auch zu dessen Missbrauch als Partydroge.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ephedrin?

Ephedrin wird aus den Pflanzen der Gattung Ephedra gewonnen. Bekannt ist z. B. das Meerträubel, welches man als Mormonentee oder Ma-Huang genießt.

Ephedrin ist ein sogenanntes Alkaloid. Alkaloide sind zwar keine einheitliche Stoffklasse, haben aber einige gemeinsame Eigenschaften. Alle Alkaloide sind Produkte des Sekundärstoffwechsels von Pflanzen, Pilzen, aber auch von Tieren. Sie sind stickstoffhaltig und üben auf den tierischen oder menschlichen Körper einen charakteristischen Einfluss aus.

Meist sind sie giftig und schmecken bitter. Ephedrin wirkt als indirektes Sympathomimetikum auf den Sympathikus ein und entfaltet auf dieser Grundlage seine charakteristischen stimulierenden Eigenschaften, die sowohl positive als auch negative Effekte auf den Organismus haben können.

Pharmakologische Wirkung

Der Einfluss von Ephedrin beruht auf der Tatsache, dass es im Sympathikus die vermehrte Freisetzung von Noradrenalin aus den präsynaptischen Nervenenden mit gleichzeitiger Hemmung der Wiederaufnahme in die Synapsen bewirkt.

So erhöht sich die Konzentration von Noradrenalin im synaptischen Spalt. Das heißt, dass Ephedrin indirekt die Wirkung von Noradrenalin erhöht. Noradrenalin ist ein Stresshormon, das normalerweise für die kurzfristige Bereitstellung von Energie bei einer Notsituation sorgt. In diesem Fall wird die Fettverbrennung angekurbelt und der Abbau von Muskelprotein gestoppt. Gleichzeitig muss in dieser Situation natürlich auch der erhöhte Sauerstoffbedarf durch die Erweiterung der Bronchien, Stimulierung der Herzfrequenz und Erhöhung des Blutdrucks gesichert werden.

Andere für diese Notsituation störende körperliche Funktionen, wie Nahrungsaufnahme oder Verdauungstätigkeiten, werden eingeschränkt. Ist die Notsituation vorüber, sind diese körperlichen Reaktionen auch nicht mehr notwendig und werden normalerweise sofort beendet. Der Noradrenalinspiegel im synaptischen Spalt sinkt und der Körper beruhigt sich. Ephedrin ruft aber auch ohne Notsituation diese Reaktionen hervor, indem es die Noradrenalinkonzentration erhöht.

Diese Reaktionen klingen erst ab, wenn auch Ephedrin abgebaut ist. Damit initiiert Ephedrin körperliche Reaktionen, die in der entsprechenden Situation gar nicht notwendig sind, aber trotzdem positive, aber auch negative Effekte für den Körper haben können.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Ephedrin wird als Medikament bei Atemwegserkrankungen, wie Asthma, eingesetzt.

Die positiven Auswirkungen von Ephedrin auf den Körper schlagen sich auch in seinem Anwendungsspektrum nieder. Ephedrin wird eingesetzt bei der Behandlung von Asthma bronchiale.

Früher war ein frei verkäufliches Präparat auf den Markt. Das wurde jedoch aufgrund der Missbrauchsgefahr als Partydroge abgesetzt. Weiterhin wird Ephedrin in Nasensprays zum Abschwellen der Nasenschleimhäute bei Schnupfen verwendet. Ein anderes Einsatzgebiet ist die Behandlung von niedrigem Blutdruck.

Speziell bei Hypertonie nach einer Periduralanästhesie wird Ephedrin verwendet. Aufgrund der Grundumsatzerhöhung wird Ephedrin auch zur Bekämpfung von Adipositas eingesetzt. Der höhere Energiebedarf des Organismus kurbelt die Fettverbrennung an.

Auch die anabole Wirkung hinsichtlich eines verstärkten Proteinaufbaus erhöht den Energiebedarf. Die stärkere Energieversorgung hat auch positive Auswirkungen bei der Behandlung der Narkolepsie, der Schlafkrankheit. Heute beschränkt sich der Einsatz von Ephedrin jedoch nur auf spezielle Anwendungsgebiete, weil das Nutzen-Risiko-Verhältnis ungünstig ist.

Risiken & Nebenwirkungen

Eine zu häufige oder unkontrollierte Anwendung von Ephedrin kann jedoch zu negativen körperlichen Folgen führen. Wie bereits erwähnt, bewirkt Ephedrin die Erhöhung der Konzentration von Noradrenalin, einem Stresshormon für kurzfristige Ausnahmesituationen.

Das führt zu Bluthochdruck, erhöhter Herzfrequenz, aber auch zu Leistungssteigerung im Sport. So wird Ephedrin auch als Dopingmittel im Sport eingesetzt. Langfristig kann die Anwendung von Ephedrin dann zu Herz-/Kreislauferkrankungen führen. Da Ephedrin euphorisierend wirkt, dient es oft als Partydroge mit all ihren negativen Auswirkungen. Langfristig angewendet besteht die Gefahr der Entstehung von chronischen Erkrankungen und Drogenabhängigkeit.

Wird Ephedrin in hohen Konzentrationen eingesetzt, kann es unter Umständen zu Unruhe, Angstzuständen, Delirium, Halluzinationen und Tremor kommen. Typische Symptome sind auch Kopfschmerzen, Krämpfe und Übelkeit. Längere Anwendungen in hohen Konzentrationen können wie bei anderen Drogen zur Drogensucht führen.

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