Entwicklung des Babys im Mutterleib

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Juli 2017
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Dieser Ratgeber soll über das Wachsen und die Entwicklung des Kindes bzw. Babys im Mutterleib aufklären und wertvolle Informationen für werdende Mütter und Schwangere geben.

Inhaltsverzeichnis

Befruchtung der Eizelle durch den Samen

Zeitungsmeldungen der jüngsten Zeit berichten, dass es der Wissenschaft immer wieder gelingt, den Beginn des menschlichen Lebens außerhalb des Mutterleibes im Experiment zu beobachten und einige Wochen zu erhalten. Es handelt sich dabei um die künstliche Befruchtung einer menschlichen Eizelle mit einer männlichen Samenzelle und die der nachfolgende Entwicklung des Keimes unter künstlichen, dem Organismus weit gehend angepassten Bedingungen. Diese Erfolge der Medizin, sollen Anlass zu unserer Betrachtung über die menschliche Entwicklung sein.

Die so genannte Empfängnis spielt sich normalerweise in der Nähe von Eierstock und Eileiter ab, wo die Vereinigung eines reifen, befruchtungsfähigen weiblichen Eies mit einer männlichen Samenzelle etwa in der Mitte des Regelszyklus stattfindet. Da die Eier nur wenige Stunden, die Samenfäden hingegen etwa zwei Tage befruchtungfähig sind, besteht bei einem normalen 28tägigen Regelabstand die größte Möglichkeit für eine Befruchtung vom 12. bis 16. Tage, gerechnet vom ersten Tage der einsetzenden Regelblutung an.

Das ausnahmsweise auch an anderen Tagen des Menstruationszyklus einmal eine Empfängnis stattfindet, kann durch kaum wahrnehmbare Abweichungen im komplizierten Ablauf des Körpers für eine Befruchtung bewirkt werden. Bekanntlich unterliegen auch die Eierstöcke der Regulierung durch das Nervensystem und Regelverschiebungen infolge Aufregung, Klimawechsel bei Reisen, Angstbelastungen, Krankheiten und ähnlichem sind auch für den Mediziner heutzutage keine besorgniserregende Neuigkeit mehr.

Ebenso wird den meisten bekannt sein, dass man durch regelmäßige, über Wochen und Monate durchgeführte Temperaturmessungen näheren Einblick in die Funktion der Eierstöcke und des Eisprung gewinnen kann.

Zellteilung der Eizelle

Ein Fötus oder Fetus ist ein Embryo in in der Schwangerschaft nach Ausbildung der inneren Organe. Die Entwicklung beginnt in der 11. Schwangerschaftswoche und endet mit der Geburt. Klicken, um zu vergrößern.

Aber zurück zu unserer befruchteten Eizelle, deren weiteren Werdegang wir ja verfolgen wollen. Sie erhält erst im Moment des Eindringens des Samenfadens ihre endgültige Reife, und erst dann beginnt die Vereinigung der Kerne von Ei und Samenfaden, die Konjugation. In unmittelbarem Anschluss kommt es zu den zahlreichen Zellteilungsvorgängen, wodurch die ersten Furchungs- und Embryonalzellen entstehen, die jeweils gleich viele Kernschleifen (Chromosomen) von der Mutter und dem Vater des entstehenden Kindes enthalten.

Während des Transports durch den Eileiter, auch Tube genannt, weist sie befruchtete Eizelle zunächst eine glatte Umhüllung auf, die eine vorzeitige Einnistung auf diesem Wege verhindert. Rhythmische Bewegungen der feinen Muskulatur in der Eileiterwand sowie die der inneren Flimmerzellen schieben das zwischen den weichen Tubenfalten gebetteten Ei innerhalb von 5-10 Tagen langsam zur Gebärmutterhöhle vorwärts. In der letzten Periode dieser Wanderung wird die Hülle zottig, und damit besitzt das nunmehrige Zottenei von der Gesamtgröße eines Stecknadelkopfes die Fähigkeit, sich in der aufgelockert vorbereiteten Schleimhaut der Gebärmutter anzusiedeln.

Diese Zotten sind in der Lage, das feine Gewebe der Gebärmutterschleimhaut aufzulösen und die dabei gelösten Stoffe dem Keim als Nahrung zuzuführen. Man kann sagen, dass sich das Ei im wahrsten Sinne des Wortes in die Schleimhaut hineinfrisst, wonach diese Eintrittspforte durch ein kleines Blutgerinnsel verschlossen wird.

Danach wächst der junge Keim zunächst unter der Schleimhautoberfläche wie in einem Nest weiter, dass sich schließlich mehr und mehr in die Gebärmutterhöhle vorwölbt. Währenddessen hat sich aus der annähernd massiven Zellkugel eine Hohlkugel samt Einstülpung gebildet, die vom so genannten Keimschild aus die spezielle Entwicklung von Organen und Formen reifen lässt.

Entwicklung in der Gebärmutter

Wesentlich für die weitere Ernährung des Keimes ist die Plazentation: die Anlage beziehungsweise Entwicklung des Mutterkuchens oder der Plazenta. Über dieses Organ, dass für jede Schwangerschaft neu gebildet und nach Geburt des Kindes aus dem Mutterleib gänzlich entfernt wird, vollzieht sich im weiteren jegliche Ernährung, Atmung und Ausscheidung des Keimlings. An der Plazentabildung beteiligen sich Uterusschleimhaut und Keim.

Wie schon gesagt, bildet der Keim an der Oberfläche der Eiwand so genannte Zotten, die nach der Einnistung allerdings nur noch an der Basis bestehen bleiben, das heißt an der Stelle, die durch den Nabelstrang mit dem Keimling verbunden ist. In diesem Gebiet entsteht nun sozusagen ein Blutsee, aus dem die Zotten dem Keim alles Lebensnotwendige zuführen.

Hernach kommt es auch durch ein Entgegenwachsen der mütterlichen Schleimhaut zu zahlreichen Abkammerungen, aus denen schließlich ein kompliziertes Netz von Gefäßen gebildet wird, indem gleichsam notwendige Baustoffe ausgesondert, vorbereitet und mit kindlichen Ausscheidungsstoffen ausgetauscht werden. Da das auch besonders für den Übertritt von Sauerstoff und Kohlensäure zutrifft, erfüllt die Plazenta für den Keimling, der nicht atmen kann, die Funktion einer Lunge.

Außerdem bildet der Mutterkuchen zum Beispiel alle bekannten Geschlechtshormone, die zum Schutz der werdenden Frucht bis zur Geburt notwendig sind. Letzteres sei aber nur am Rande vermerkt, da es in diesem Rahmen zu weit führen würde, auf den gesamten mütterlichen Hormonhaushalt während der Schwangerschaft einzugehen. Nicht unerwähnt bleiben soll das Speicherungsvermögen für alle möglichen Stoffe, besonders Vitamine, so dass die Plazenta als vitaminreichstes Organ des menschlichen Körpers gilt.

Entgegen allen sonstigen Gepflogenheiten herrschen in den Nabelschnurgefäßen (dazu gehören zwei Arterien und eine Vene), die für eine Verbindung zwischen dem Versorgungsdepot Plazenta und in Keimling verantwortlich sind, besondere Bedingungen. In den Nabelarterien fließt das mit Kohlensäure und Abbauprodukten angereicherte kindliche Blut in das Gefäßgebiet das Mutterkuchens, während die Nabelvene das mit Sauerstoff und Nährstoffen versehene Blut in den Kreislauf des Keimes befördert.

Wachstum des Babys, 4. Schwangerschaftsmonat

Die Entwicklung des Gehirns beginnt beim Fötus in der 3. Schwangerschaftswoche. Bis zum Ende der 8. Woche ist das Gehirn beinahe vollständig vorhanden. Mit der Geburt des Babys ist die Entwicklung des Gehirns noch lange nicht abgeschlossen. Klicken, um zu vergrößern.

Mit zunehmender Schwangerschaftsdauer und gleichzeitig fortschreitendem Wachstum wird gegen Ende des vierten Schwangerschaftsmonats der anfängliche Hohlraum das Gebärmutterkörpers völlig ausgefüllt. An diesen Partien verklebt auch die Eihaut mit der Gebärmutterschleimhaut. Der Keimling befindet sich vollends im Fruchtsack, indem sich das Fruchtwasser gebildet hat. Das Fruchtwasser erreicht etwa in der Mitte der Schwangerschaft mit 1 1/2 bis 2 Liter seine Höchstmenge, während es zum Geburtstermin nur noch 1/2 bis 1 Liter beträgt.

Über genaue Termine sowie den Entwicklungsumfang einzelner Organe haben berufene Wissenschaftler hochinteressante Abhandlungen und umfangreiche Lehrbücher geschrieben. In unserem heutigen Rahmen sollen nur noch einige Richtwerte zu diesem Thema herausgegriffen sein, die so oft in unseren ärztlichen Sprechstunden Gegenstand der Fragen werdender Mütter sind. Am Ende des ersten Schwangerschaftsmonats entwickelt sich die für den menschlichen Keimling typische Körperform. Es bestehen bereits eine Gehirn- und Herzanlage, die Augen, Gliedmaßen und Milzanlage sowie die Anlage der vier Hauptlappen der Leber.

Die Gesamtlänge des Keimes beträgt 1 mm. Im zweiten als Keimlingsmonat tritt starkes Längenwachstum auf, das Herz beginnt 60-70 mal regelmäßig in der Minute zu schlagen, das menschliche Aussehen wird erkennbarer, die Länge beträgt 2-4 cm. Vom dritten Monat ab wird der Keimling auch Fetus genannt, die Schilddrüse fängt an zu arbeiten, die äußeren Geschlechtsorgane zeigen erste Geschlechtsunterschiede. Am Ende des dritten Monats beträgt die Länge 9 cm, das Gewicht 33 g. Im vierten Monat können die Haaranlagen des so genannten Wollhaarkleides am ganzen Körper festgestellt werden, die Gallenabsonderung beginnt. Die Länge beträgt 16 cm, das Gewicht 100 g.

Wachstum des Babys, 5. Schwangerschaftsmonat

Es im fünften Schwangerschaftsmonat kann man beim Abhören die kindlichen Herztöne mit 120-140 Schlägen in der Minute hören. Die Schwangeren spüren ab Monatsmitte die Kindsbewegungen. Am Ende des Monats beträgt die Länge von 20 cm, das Gewicht 300 g.

Wachstum des Babys, 6. Schwangerschaftsmonat

Im sechsten Monat werden Augenbrauen und Wimpern ausgebildet, die Nägel beginnen zu wachsen und am Monatsende auch das Kopfhaar. Die Länge beträgt 30 cm, das Gewicht 600-700 g. Die Vergrößerung der Gebärmutter hat etwa die Höhe des mütterlichen Nabels erreicht.

Wachstum des Babys, 7. und 8. Schwangerschaftsmonat

Am Ende der siebenten Monats beträgt die Länge von 30 cm, das Gewicht 800-1000 g. Am Ende des achten Monats kann man eine Länge von 40 cm beobachten und ein Gewicht von 1500-1700 g.

Wachstum des Babys, 9. und 10. Schwangerschaftsmonat

Im neunten Schwangerschaftsmonat erfolgt eine stärkere Ausbildung des Fettpolsters und damit die Abrundung der Körperformen. Das Wollhaarkleid wird wieder abgestoßen. Das Kind ist 45 cm lang, sein Gewicht beträgt 2000-2500 g. Am Ende des 10. Schwangerschaftsmonats wird das reife Kind geboren, dass dann eine Länge von 50 cm und ein Gewicht von 3000-3500 g aufweisen soll.

Wir hoffen, dass dieser kleine Einblick in die Entwicklung ihres Babys im Mutterleib aufschlussreich war. Dazu empfehlen wir folgende weiterführende Bücher:

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