Enterokolitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 19. Oktober 2016
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Bei einer Enterokolitis kommt es zu einer gleichzeitigen Entzündung von Dünndarm und Dickdarm. Es wird zwischen unterschiedlichen Formen unterschieden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Enterokolitis?

Von einer Enterokolitis oder Kolenteritis sprechen Mediziner, wenn sowohl an Dünndarm als auch an Dickdarm Entzündungen auftreten. Eine Dünndarmentzündung trägt die Bezeichnung Enteritis, während eine Entzündung des Dickdarms Kolitis genannt wird. Bei einer Enterokolitis gilt es, zwischen infektiösen und nicht-infektiösen Formen zu unterscheiden.

Während infektiöse Enterokolitiden durch Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten entstehen, werden nicht-infektiöse Formen hauptsächlich durch andere Ursachen hervorgerufen, die nicht immer bekannt sind. Zu den häufigsten infektiösen Enterokolitiden zählen die pseudemembranöse Enterokolitis, die Yersinien-Enterokolitis sowie die Staphylokokken-Enterokolitis.

Bei den nicht-infektiösen Enterokolitiden ist vor allem die nekrotisierende Enterokolitis bekannt, die sich bei Babys zeigt. Weitere Formen stellen die eosinophile Enterokolitis sowie die Enterokolitis regionalis dar, die unter der Bezeichnung Morbus Crohn bekannter ist.

Ursachen

Die Ursachen für eine Enterokolitis sind unterschiedlich und hängen vom jeweiligen Auslöser der Entzündung ab. So entstehen infektiöse Enterokolitiden durch bestimmte Krankheitserreger. Meist handelt es sich dabei um Bakterien. So wird die pseudomembranöse Enterokolitis durch die Bakterienart Clostridium difficile hervorgerufen.

Dieser Bakterienstamm vermehrt sich bevorzugt nach einer länger anhaltenden Behandlung mit Antibiotika. So können sich die Clostridien vermehren, weil die antibiotischen Mittel auch Teile der nützlichen Darmflora abtöten. Bei der Besiedlung des Darms geben die Clostridien Giftstoffe ab, durch die es dann zu einer Entzündungsreaktion kommt. Ähnlich ist der Ablauf bei einer Staphylokokken-Enterokolitis.

Als weitere bakterielle Auslöser für eine Enterokolitis kommen Yersinien, Escherichia coli, Shigellen und Salmonellen in Betracht. Aber auch Viren können eine Enterokolitis verursachen. Dazu gehören in erster Linie Adenoviren und Enteroviren. Gleiches gilt für Hefepilze wie Candida-Arten sowie Parasiten wie Entamoeba hystolytica und Giardia lamblia.

Nicht-infektiöse Enterokolitiden wie die nekrotisierende Enterokolitis (NEK) stellen einen Sonderfall dar. Der genaue Auslöser der nekrotisierenden Form ließ sich bislang allerdings nicht ermitteln. Es wird vermutet, dass eine Vorschädigung der Darmwand für eine lokale Ischämie mit Bakterien verantwortlich ist. Durch die Keime kommt es dann zu entzündlichen Veränderungen.

Darüber hinaus spielen Risikofaktoren wie eine Periduralanästhesie, ein Volumenmangelschock, ein zu niedriger Blutdruck und Herzfehler eine gewisse Rolle bei der Krankheitsentstehung. Zu einer nekrotisierenden Enterokolitis kommt es bei circa 12 Prozent aller Frühgeburten sowie bei zwei Prozent aller neugeborenen Kinder.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome bei einer Enterokolitis können sehr unterschiedlich ausfallen, was von der Entstehung der Krankheit abhängt. Bei sämtlichen Formen treten jedoch krampfhafte Schmerzen im Bauchraum auf. Dabei leiden die betroffenen Personen außerdem unter Durchfall, der nicht selten blutig ist, sowie Übelkeit und Erbrechen. Des Weiteren herrscht ein allgemeines Krankheitsgefühl vor.

Blutige Durchfälle zeigen sich besonders bei Infektionen mit Shigellen, Campylobacter und Amöben. Bei einer infektiösen Enterokolitis kommt es zumeist zu Schüttelfrost, Schwächegefühlen und Fieber. Eine Enterokolitis, die von Clostridien hervorgerufen wird, setzt in den meisten Fällen zwei bis zehn Tage nach einer Behandlung mit Antibiotika ein.

Dabei leiden die Betroffenen unter breiigem, wässrigem und blutigem Durchfall, der mit Darmkrämpfen einhergeht. Im schlimmsten Fall droht ein Darmdurchbruch, der wiederum eine lebensgefährliche Blutvergiftung auslösen kann. Ebenso sind eine Elektrolytentgleisung sowie eine Hypoproteinämie möglich.

Bei einer nekrotisierenden Enterokolitis bläht sich der Bauch des betroffenen Kindes auf und unterhalb der Bauchdecke werden erweiterte Darmschlingen sichtbar. Das Baby verträgt die Nahrung nicht mehr und erbricht blutigen Magensaft. Im weiteren Verlauf droht eine lebensbedrohliche Blutvergiftung.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um eine Enterokolitis zu diagnostizieren, benötigt der Arzt eine ausführliche Krankengeschichte des Patienten. Wichtige Kriterien darin sind das Auftreten und die Dauer der Erkrankung sowie die Einnahme von Arzneimitteln und mögliche Begleiterkrankungen. Die meisten Enterokolitiden werden durch bestimmte Krankheitserreger verursacht.

Aus diesem Grund muss die mikrobiologische Untersuchung einer Stuhlprobe erfolgen. Da der Patient zudem reichlich Elektrolyte und Flüssigkeit einbüßt, werden diese Faktoren durch Blutuntersuchungen in einem Labor kontrolliert. Als sinnvolle Untersuchungsmethode bei Verdacht auf eine Enterokolitis regionalis oder einen chronischen Verlauf gilt die Darmspiegelung (Koloskopie).

Zur Diagnose einer nekrotisierenden Enterokolitis werden eine Röntgenuntersuchung sowie eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) durchgeführt. Der Verlauf der nekrotisierenden Form richtet sich danach, wie rasch mit der Therapie begonnen wird. Lässt sich die Blutvergiftung mit Arzneimitteln unter Kontrolle bringen, gilt die Prognose als relativ günstig. Bei rund fünf bis zehn Prozent aller erkrankten Babys tritt jedoch der Tod ein.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Enterokolitis richtet sich nach der auslösenden Ursache. Wurde sie von Clostridien hervorgerufen, muss das verantwortliche Antibiotikum abgesetzt oder ausgewechselt werden. In schweren Fällen erhält der Patient für etwa zwei Wochen Medikamente wie Metronidazol oder Vancomycin. Dennoch können mitunter Rückfälle auftreten.

Handelt es sich um eine unkomplizierte Enterokolitis, genügt es zumeist, die Symptome zu behandeln und dem Patienten ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zuzuführen. Bei einer autoimmunen Enterokolitis müssen Immunsuppressiva verabreicht werden.

Im Falle einer nekrotisierenden Enterokolitis gilt es, die Magen-Darm-Trakt-Ernährung des Kindes bis zu zehn Tage zu unterbrechen und stattdessen auf Infusionen zurückzugreifen. Die Blutvergiftung wird mit Antibiotika behandelt. Kommt es zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis), muss ein operativer Eingriff stattfinden.




Vorbeugung

Einer Enterokolitis vorzubeugen ist nur schwer möglich. Im Falle der nekrotisierenden Form kann eine Prävention mit Antibiotika durchgeführt werden. Aufgrund des Resistenzrisikos kommt sie jedoch nur selten zur Anwendung.

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