Engpass-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 19. Oktober 2016
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Unter einem Engpass-Syndrom wird in der Medizin das schmerzhafte Einklemmen von Muskeln und Sehnen in einem Gelenk verstanden. Am häufigsten ist das Schultergelenk davon betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Engpass-Syndrom?

Das Engpass-Syndrom ist auch als Impingement-Syndrom bekannt. Dabei handelt es sich um Beweglichkeits- und Funktionseinschränkungen des betroffenen Gelenks, die mit Schmerzen verbunden sind. Grund dafür ist eine Einklemmung von Muskeln und Sehnen. Dadurch reicht der Platz innerhalb des Gelenks für bestimmte Bewegungen nicht mehr aus.

Das Engpass-Syndrom betrifft in erster Linie die Schulter des Menschen. In den meisten Fällen ist das Impingement-Syndrom auf eine verletzte oder degenerierte Rotatorenmanschette zurückzuführen. Der Arm der betroffenen Personen lässt sich durch die Einklemmung nicht mehr über die Höhe der Schulter anheben. Ein Engpass-Syndrom kann aber durchaus auch an anderen Gelenken wie dem Hüftgelenk auftreten.

Betroffen von der Verengung sind die Hüftpfanne sowie der Hüftkopf. In seltenen Fällen entsteht ein Impingement-Syndrom auch am Sprunggelenk. Von einem Engpass-Syndrom sind in Deutschland ungefähr zehn Prozent aller Bundesbürger betroffen. Dabei zeigt sich das Syndrom vorwiegend bei Männern und Frauen, die älter als 50 Jahre sind.

Ursachen

Die Ursachen für ein Engpass-Syndrom fallen unterschiedlich aus. In den meisten Fällen sind degenerative Veränderungen am knöchernen Bewegungsapparat verantwortlich für das Entstehen des Syndroms. Besonders betroffen davon sind Sportler wie Schwimmer, Speerwerfer oder Handballspieler. Dabei werden die Verschleißerscheinungen durch die permanenten Überkopfbewegungen noch begünstigt.

Aber auch bestimmte Berufsgruppen leiden nicht selten unter einem Impingement-Syndrom, sodass dieses mittlerweile als Berufskrankheit gilt. Dies betrifft vor allem Berufe, die mit Überkopfarbeiten verbunden sind, wie zum Beispiel Schweißer oder Maler. Als weitere Auslöser für ein Engpass-Syndrom kommen Ablagerungen von Kalk in die Gelenkkörper oder Sehnen in Betracht. Sogar eine angeborene Form des Impingement-Syndroms ist möglich.

Dabei handelt es sich um Deformationen des Gelenkkopfes, des Schulterdachs oder der Gelenkpfanne, die eine ungünstige Form im Gelenk zur Folge haben. Einen weiteren Risikofaktor für ein Engpass-Syndrom stellt ein Ungleichgewicht der Muskeln dar. Dieses ist vorwiegend bei Bodybuildern zu verzeichnen. Einseitiges oder übertriebenes Training stört nicht selten das sensible Gleichgewicht der Rotatorenmanschette.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome eines Engpass-Syndroms richten sich nach der betroffenen Körperstelle. So leiden die Patienten an der Schulter unter einem akuten Schmerz, der sich bei Belastung noch verstärkt und bei Ruhe zurückgeht. Der Schmerz zeigt sich tief im Gelenk und wird in der Nacht derart stark, dass der Patient nicht mehr auf der betroffenen Seite liegen kann.

Außerdem lässt sich der Arm kaum noch anheben und hängt oft lose herab. Nicht selten verstärken sich die schmerzhaften Bewegungseinschränkungen im weiteren Verlauf noch und das Schultergelenk büßt mehr und mehr an Stabilität ein. Bei einem Engpass-Syndrom im Hüftgelenk sind die Beschwerden schleichend.

So kommt es nur zu sporadischen Schmerzen, die sich bei körperlicher Tätigkeit jedoch verstärken. Nicht selten findet ihr Ausstrahlen in den Oberschenkel statt. Außerdem werden die Schmerzen intensiver, wenn der Patient das betroffene Bein nach innen dreht.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei Verdacht auf ein Engpass-Syndrom sollte ein Orthopäde aufgesucht werden, der auf Beschwerden dieser Art spezialisiert ist. Ein erfahrener Arzt kann die Diagnose meist schon nach dem Beschreiben der Beschwerden und der Untersuchung des Körpers stellen. Darüber hinaus zählt das Engpass-Syndrom zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen.

Beim Erfassen der Krankengeschichte möchte der Orthopäde meist wissen, an welcher Stelle und in welchen Situationen die Schmerzen auftreten, wie lange sie bereits andauern, ob Bewegungs- oder Krafteinschränkungen vorliegen, ob Schulterverletzungen zu verzeichnen sind und ob der Patient auch in der Nacht unter Schmerzen leidet. Von Interesse ist außerdem der Beruf des Patienten und welche Sportarten er ausübt.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung überprüft der Orthopäde die Bewegungen des Patienten und ob eventuell Störungen vorliegen. Zum Absichern der Diagnose finden spezielle klinische Funktionstests statt. Dazu gehören der Schultergriff, der Nackengriff, der Supraspinatus-Test, der Impingement-Test nach Neer oder der Hawkins-Test.

Der Verlauf eines Engpass-Syndroms richtet sich nach der auslösenden Ursache. In den meisten Fällen muss der Patient viel Geduld aufbringen. So können bis zur Besserung der Beschwerden Wochen oder sogar Monate vergehen. Mitunter sind auch Komplikationen durch das Impingement-Syndrom wie Einrisse der Rotatorenmanschettensehne oder eine Entzündung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach möglich.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines Engpass-Syndroms muss in der Regel individuell abgestimmt werden und kann verschiedene Optionen beinhalten. Findet eine konservative Therapie statt, erhält der Patient Schmerzmittel sowie eine Physiotherapie. Außerdem muss er sich schonen. Das heißt, dass er auf schwere körperliche Arbeiten und Sport verzichten sollte. Zum Lindern der Schmerzen werden Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen verabreicht.

Führt die konservative Therapie nicht zur Besserung, kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein. Ziel einer Operation ist das Beheben der mechanischen Verengung durch das Verändern der Strukturen. Besonders jüngeren Patienten wird ein chirurgischer Eingriff empfohlen. Dabei kommen in der Regel nur noch minimal-invasive Verfahren wie eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) zur Anwendung. Mithilfe eines Endoskops verschafft der Operateur dabei dem betroffenen Gelenk wieder mehr Bewegungsfreiheit.




Vorbeugung

Einem Engpass-Syndrom vorzubeugen, ist nur eingeschränkt möglich. Zu empfehlen sind eine gute Körperhaltung, genügend Bewegung, das regelmäßige Trainieren der Rotatorenmanschette sowie das Entspannen der Schultermuskeln. Vorsicht ist bei Risikosportarten wie Tennis, Handball, Speerwerfen, Schwimmen oder Volleyball geboten.

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