Endosonographie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. September 2017
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Die Endosonographie ist ein schonendes Untersuchungsverfahren, dass bestimmte Organe mittels Ultraschall aus dem Inneren des Körpers abbildet. Besonders häufig werden mit dieser noch relativ jungen Methode der Diagnostik die Verdauungsorgane und die Brusthöhle untersucht. Die Vorteile der Endosonographie liegen in der Strahlungsfreiheit, der unmittelbaren Nähe zum untersuchten Organ und der Möglichkeit, gleichzeitig Biopsien oder therapeutische Eingriffe vorzunehmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Endosonographie?

Bei der Endosonographie handelt es sich um einen Ultraschall, der nicht als klassische Variante durch Bewegen des Schallkopfes auf der Haut durchgeführt wird, sondern die Bilder direkt aus dem Inneren des Körpers liefert.

Möglich wird dies mithilfe von starren oder flexiblen Endoskopen, die vom Untersucher direkt in die abzuklärenden Organsysteme beziehungsweise in der Nähe liegende Körperöffnungen eingeführt werden können. An der Spitze des Endoskops befindet sich eine kleine Ultraschallsonde, mit der besonders aussagekräftiges Bildmaterial gewonnen werden kann, da sie sich im Idealfall direkt am zu beurteilenden Gewebe wie zum Beispiel der Schleimhaut von Magen oder Darm befindet.

Wie bei der klassischen Sonographiemethode kann auch bei der Endosonographie das aufgezeichnete Geschehen im Inneren des Körpers parallel am Bildschirm mitverfolgt werden. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn der Ultraschall aus dem Körperinneren nicht nur der Aufspürung von beispielsweise Entzündungen, Engstellen oder Tumoren gilt, sondern parallel unter Sichtkontrolle zur Abrundung der Diagnostik zudem Punktionen aus dem Gewebe vorgenommen werden sollen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Der endoskopische Ultraschall ist besonders im Bereich des Magen-Darm-Trakts ein probates Mittel geworden, da er äußerst risikoarm genaues Bildmaterial aus dieser Region liefert. Der Ablauf der Untersuchung ist der Magenspiegelung (Gastroskopie) beziehungsweise Darmspiegelung (Koloskopie) sehr ähnlich – nur mit dem Unterschied, der durch die kleine Sonde aufgenommenen Ultraschallbilder entsteht.

Dieses spezielle Instrument ist nur wenig dicker als die Endoskope, die für eine gewöhnliche Spiegelung verwendet werden. Es eignet sich hervorragend, um Wände von Speiseröhre und Magen, Zwölffingerdarm und Enddarm auf ihren Zustand zu überprüfen. Selbst Veränderungen, die nur wenige Millimeter groß sind, können mit der Endosonographie aufgespürt werden. Durch die oft frühzeitige Entdeckung sind eventuelle Tumore besonders gut therapierbar. Flexible Endoskope sorgen dafür, dass der Arzt auch an eher schlecht zugänglichen Stellen im Körper Einblick erhält.

Besonders feine Sonden, die in die Gangsysteme des Verdauungsapparates eingeführt werden können, sind dazu geeignet, Erkrankungen im Bereich von Galle und Bauchspeicheldrüse aufzuspüren. Mithilfe von Endoskopen, die mit speziellen Vorrichtungen versehen sind, können während der Untersuchung Gewebeproben entnommen oder Zysten entleert werden. Bei auffälligen Befunden können erste Aussagen über die Gut- oder Bösartigkeit eines Polypen oder die Tiefe, mit der ein Tumor im Gewebe sitzt, gemacht werden.

Bei der Endosonographie handelt es sich um einen Ultraschall, der nicht als klassische Variante durch Bewegen des Schallkopfes auf der Haut durchgeführt wird, sondern die Bilder direkt aus dem Inneren des Körpers liefert.

Auch im Bereich der Enddarmerkrankungen hat die Endosonographie bereits einen wichtigen Stellenwert: Durch die Einführung des relativ dünnen Endoskops mit Schallkopf in den Enddarm ist eine Kontrolle nach Hämorrhoiden-Operationen, die Abklärung von Stuhlentleerungsstörungen und die Suche nach gutartigen oder bösartigen Geschwulsten möglich. Zudem ist auf diese Weise eine belastungsarme Nachsorge nach Krebstherapien möglich. Im gynäkologischen Bereich wird, etwa wenn eine Frau über Schmerzen oder anhaltende Blutungen klagt oder in der Frühschwangerschaft ist, mit dem vaginalen Ultraschall ebenfalls eine Sonographie im Inneren des Körpers durchgeführt.

Mithilfe eines stabförmigen Gerätes, das einen Schallkopf besitzt, ist ein aussagefähiger Überblick über das kleine Becken möglich. Es können Tumore, Entzündungen und verschiedene Blutungsquellen entdeckt werden. Bei Schwangeren kann – ohne jede gefährliche Strahlung – der korrekte Sitz der Schwangerschaft und die zeitgerechte Entwicklung des Embryos überprüft werden. Bei Beschwerdebildern im Bereich der Atemwege oder des Brustkorbs kann die Endosonographie auch im Rahmen einer Bronchoskopie angewandt werden. Hier können die Bronchien von innen ausgiebig beurteilt werden und zur weiteren Abklärung im gleichen Diagnoseschritt auch Gewebeproben entnommen werden.

Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Endosonographie ist, was die Diagnostik mit den Ultraschallwellen angeht, eine absolut risikofreie Untersuchungsmethode. Sie stellt auch für Schwangere und Säuglinge keinerlei Gefahr dar. Im Gegensatz zu Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und der zum Fachbereich der Nuklearmedizin gehörenden Szintigraphie kommt die Endosonographie wie der klassische Ultraschall sowohl ohne Kontrastmittel als auch ohne den Einsatz radioaktiver Substanzen aus.

Das Untersuchungsverfahren ist deshalb auch für Allergiker völlig unbedenklich und kann sooft wiederholt werden, wie es nötig scheint. Risiken – wenngleich meist sehr gering – entstehen lediglich durch das Einführen des Endoskops in die diversen Körperhöhlen. Wie bei den klassischen Endoskopien besteht auch bei der Endosonographie die (sehr geringe) Gefahr, Gewebe zu verletzen und eine Blutung auszulösen. Mit unterschiedlich großen Risiken für den Patienten sind die verschiedenen Formen von Narkose oder Sedierung verbunden. Die Palette der Wahlmöglichkeiten von der leichten Schlafspritze bis zur Vollnarkose hängt mit der untersuchten Region und dem körperlichen wie psychischen Zustand des Patienten zusammen.

Auch die Vorbereitung auf die Endosonographie ist – in Abhängigkeit von der zu untersuchenden Körperregion – unterschiedlich. Für Untersuchungen in Narkose muss der Patient grundsätzlich nüchtern sein. Das gilt auch für die Diagnostik des Magen-Darm-Trakts, da die Sonographie – wie auch Gastroskopie und Koloskopie – durch Nahrungsreste erschwert beziehungsweise unmöglich gemacht wird. Für die Enddarmspiegelung braucht es keine Nahrungskarenz, da das Untersuchungsgebiet unkompliziert mit einem Einlauf vorbereitet werden kann. Der Vaginalultraschall sollte nach Möglichkeit außerhalb der Regelblutung stattfinden, ist in dringenden Fällen aber jederzeit möglich.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kramme, R.: Medizintechnik. Springer, Berlin 2011

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