Enchondrom

Letzte Aktualisierung am 27. März 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Im Folgenden sollen eine Definition, die Ursachen, die Diagnose und möglicher Verlauf für das Enchondrom benannt werden. Neben Möglichkeiten der Therapie und Formen der Prophylaxe werden weitere nützliche Informationen zu dieser gutartigen Form des Knochentumors aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Enchondrom?

Beim Enchondrom handelt es sich um eine zunächst meist harmlose Form der Tumorerkrankung im Bereich der Knorpelmasse des menschlichen Knochens. Das Enchondrom kommt stets in gutartiger Form vor.

Eine Therapie ist nicht zwingend nötig,- eine engmaschige Beobachtung der gutartigen Zellentartungen sollte jedoch in den meisten Fällen gewährleistet sein. Diese Form der Zellwucherung tritt am häufigsten zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf.

Oftmals trifft man nebenbei beim Röntgen zufällig auf die meist schmerzfreien Enchondrome. Meist befinden sie sich in den dünnen Röhrenknochen. Wenn Enchondrome allerdings in einem Körper an diversen Stellen aufzufinden sind, spricht man von gewissen Syndromen, wobei bei dieser Diagnose, mit einer bösartigen Entwicklung der Tumorerkrankung bedeutend öfter zu rechnen ist.

Ursachen

Ursachen für Enchondrome sind nicht endgültig geklärt und letztendlich gehen manche Wissenschaftler davon aus, dass es sich im Fall der Knorpeltumore um die embryonalen Reste der Wachstumsfuge handeln dürfte.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Enchondrom ist in der Regel nur mit sehr wenigen Beschwerden und Symptomen verbunden. Aus diesem Grund wird die Erkrankung auch erst relativ spät diagnostiziert und behandelt. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an Schwellungen. Diese treten vor allem an den Fingern oder an den Händen auf, sind allerdings nicht mit Schmerzen verbunden.

Schmerzen treten beim Enchondrom nur sehr selten auf. Der Tumor wird dabei meistens nur zufällig entdeckt. Weitere Beschwerden treten durch das Enchondrom nicht auf. Der Tumor selbst kann sich jedoch bei einem ungünstigen Verlauf der Erkrankung auch im Körper ausbreiten, wobei es zu einer Metastasierung kommen kann. Dabei bilden sich an verschiedenen Körperregionen Tumore, die in der Regel zum Tod des Betroffenen führen.

Ein Enchondrom kann im weiteren Verlauf auch zu einer Verdickung am Knochen führen. Dabei vergrößert sich die Schwellung und es können Schmerzen auftreten. Durch die Schmerzen leiden viele Patienten auch an Bewegungseinschränkungen und damit an erheblichen Einschränkungen im Alltag, was zu einer deutlich verringerten Lebensqualität führt. In der Regel kann ein Enchondrom bei einer frühzeitigen Diagnose relativ gut und ohne Komplikationen entfernt werden. Es ist allerdings keine allgemeine Voraussage über die Lebenserwartung des Betroffenen möglich.

Diagnose & Verlauf

Beim Enchondrom leidet der Patient, wie bereits erwähnt, in den seltensten Fällen unter Schmerzen. Meist wird der benigne, das heißt der gutartige Tumor beim Röntgen aus anderen Gründen, also zufällig diagnostiziert.

Als Diagnoseverfahren wird zunächst vor allem auf bildgebende Verfahren gesetzt. Neben dem Röntgen greift man zu Computertomographie, MRT, seltener zu Szintigrafie. Nur in zweifelhaften Fällen wird eine Biopsie vorgenommen. Bei einer Biopsie wird mit einem nadelartigen Instrument eine Gewebeprobe aus der betroffenen Knorpelmasse entnommen. Die Gewebeprobe wird anschließend im Labor untersucht, um auszuschließen, dass es sich um einen malignen, das heißt bösartigen Knorpeltumor handelt. Wenn dann schließlich ein lebensgefährliches Chondrosarkom diagnostiziert wurde, werden andere Behandlungsschritte getan.

Die Enchondrome sind am häufigsten, das heißt zu zirka zwei Dritteln, in den Fingen vorzufinden. Genauer gesagt, handelt es sich um die langen Röhrenknochen der Finger. Seltener kommen die benignen Tumore im Fußbereich, den Zehen vor. Auch an der Beckenschaufel, am Femur, das heißt dem Oberschenkelknochen, am Humerus, das heißt am Oberarmknochen sind die Verkalkungen an der Knorpelmasse zu diagnostizieren.

Wenn Enchondrome eher stammnah vorkommen, so sollten sie gründlich entfernt werden. Man beobachtete, dass die Verortung der Knorpeltumore einen gewissen Einfluss darauf hat, ob aus gutartigen Enchondromen bösartige Chondrosarkome entstehen können. Enchondrome wachsen eher langsam und bleiben vom Körperbefinden unbemerkt. Dennoch muss ausgeschlossen werden, dass es sich bei der Zellentartung nicht doch um einen bösartigen Tumor handelt.

Wenn es sich um ein Syndrom bezüglich des Enchondroms handelt, das heißt, dass eine zu große Häufung des Phänomens auftritt, sollte der behandelnde Arzt ebenfalls um einiges wachsamer gegen bösartige Tumorentwicklung sein. Um zwei Syndrome zu nennen, bei denen ein multiples Vorkommen von Enchondromen besteht, seien das Ollier-Syndrom und das Mafucci-Syndrom erwähnt. Bei beiden kann eine Entartung zum Chondrosarkom wahrscheinlich werden.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei einem Enchondrom nicht zu Komplikationen. Das Symptom muss nur in den wenigsten Fällen behandelt werden und stellt dabei für den Patienten keine gesundheitliche Komplikation dar. Nur in einigen Fällen ist der Patient von Schmerzen betroffen, die er oftmals nicht sofort einer Enchondrom-Erkrankung zuzuordnen weiß.

Sollte es zu Schmerzen kommen, sind diese in der Regel nicht besonders stark. Mitunter kann es zu einer Verdickung des Knochens kommen, so kann auch eine Einschränkung der Bewegung auftreten. Damit wird die Lebensqualität des Patienten verringert. Durch die Wucherung können auch stärkere Schmerzen entstehen, dabei muss das Enchondrom behandelt werden.

Die Behandlung selbst erfolgt als operativer Eingriff und zielt dabei auf die komplette Entfernung des Tumors. Meistens muss der Patient auch nach dem Eingriff noch Kontrolluntersuchungen in Anspruch nehmen, um eine erneute Ausbildung des Tumors zu vermeiden. Die Lebenserwartung wird durch ein Enchondrom nicht verringert, wenn sich die Krebserkrankung nicht in andere Regionen des Körpers ausbreitet. Nach der Behandlung verschwinden auch die Bewegungseinschränkungen komplett, sodass es zu keinen weiteren Komplikationen kommt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einem Enchondrom handelt es sich in der Regel um eine gutartige Wucherung am Knochen, sodass nicht unmittelbar eine ärztliche und medikamentöse Behandlung erfolgen muss. Meisten entstehen Enchondrome an den Finger- oder Zehenknochen, wobei die Bildung eines Enchondroms an anderer Stelle nicht ausgeschlossen ist. Da ein Enchondrom zur Gruppe der Tumore zählt, sollte dieser immer von einem entsprechenden Arzt untersucht werden.

Nur durch eine solche Behandlung kann ermittelt werden, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt. Stellt sich heraus das es sich um einen gutartigen Tumor handelt, so muss keine nachträgliche Behandlung durch einen Arzt erfolgen. Solange keine Veränderungen im Bezug auf Größe, Verfärbung oder Schmerzen entstehen, kann der Gang zum Arzt ausbleiben. Tritt allerdings eine Veränderung auf, so sollte der Gang zum Arzt nicht auf die lange Bank geschoben werden. Erste Anzeichen einer Veränderung sollten so schnell wie möglich von einem Arzt begutachtet werden.

Behandlung & Therapie

In vielen Fällen verläuft ein Enchondrom gänzlich ungefährlich und kann oftmals ohne Behandlung belassen werden. Dennoch rät man des öfteren zur Beobachtung des Knochenarreals, weil die Gefahr zum Chondrosarkom latent bestehen bleiben kann.

Die Therapie ist somit nach einer bildgebenden Diagnose und im Zweifelsfall mit Hinzunahme einer Gewebeprobe aus dem Knochen vor allem mit beobachtendem Verhalten des behandelnden Arztes getan. Wenn allerdings das Enchondrom zu einem bösartigen Chondrosarkom, einem Knorpelkrebs, wuchert, wird chirurgisch Knochenmasse entfernt und durch Tumorendoprothesen ersetzt.

Das sind meist künstliche Gelenke, die einen hohen Tragekomfort gewährleisten. In den Fingerknochen kommt es allerdings eher sehr selten zu bösartigem Knorpelkrebs.

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Aussicht & Prognose

Die Prognose des Enchondroms hängt von dem Krankheitsverlauf sowie weiteren Vorerkrankungen ab. Es gibt Patienten, die trotz des knorpeligen Tumors keinerlei Beeinträchtigungen im Alltag erleben und beschwerdefrei sind. In diesen Fällen ist keine Behandlung notwendig und der Patient kann bis zu seinem Ableben mit dem Enchondrom seine Lebensgestaltung fortführen. Mit einer Verkürzung der Lebenszeit ist nicht zu rechnen.

Wird ein bösartiger Tumor diagnostiziert, erfolgt oftmals ein operativer Eingriff mit einer Entfernung des mutierten Knorpels. Je nach Größe des Enchondroms sind Folgebehandlungen oder Therapien notwendig, damit eine Verbesserung der Bewegungsmöglichkeiten stattfinden kann. Es besteht die Möglichkeit einer Heilung. Dennoch können auch dauerhafte Schäden entstehen, die nicht therapierbar sind.

In schweren Fällen werden dem Patienten künstliche Gelenke oder Knochen eingesetzt, damit eine Verbesserung der Mobilität gewährleistet wird. Darüber hinaus kann das Enchondrom aufgrund einer Grunderkrankung entstanden sein. Diese Syndrome werden als Enchodromatosen bezeichnet und müssen diagnostiziert sowie behandelt werden. Anschließend erhält der Patient eine Einschätzung der Heilungsaussicht. Leidet der Betroffene unter anderen Knochen- oder Gelenkserkrankungen, verschlechtert sich seine Prognose. Bei einer chronischen Erkrankung ist nicht von einer Heilung auszugehen. Bei allen möglichen Formen des Enchondroms sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig, um Veränderungen einschätzen und unverzüglich reagieren zu können.

Vorbeugung

Da die Ursachen beinahe unbekannt sind, kann man als prophylaktische Maßnahmen nur Allgemeines anraten. Eine gesunde Lebensweise, sowie der Verzicht auf krebserregende Gifte wie die vom Tabakgenuss und ähnlichem sind anzuraten. Eine abwechslungsreiche Küche, genügend Bewegung im Freien und das Achten auf seelisches Gleichgewicht wirken stets positiv für gute Vitalität.

Das können Sie selbst tun

Von der gutartigen Knorpelwucherung Betroffene klagen selten über Symptome und Beschwerden. Auch spricht die Gutartigkeit von Enchondromen gegen die Notwendigkeit eines therapeutischen Ansatzes. Dennoch sollten Betroffene selbst im Anschluss einer operativen Entfernung des Knorpelgewebes regelmäßig ihren Arzt konsultieren, um eine mögliche Neubildung frühzeitig erkennen zu können. Auch eine Entartung des an sich harmlosen Tumors in einen malignen Knochentumor lässt sich in regelmäßigen Screenings rechtzeitig feststellen beziehungsweise ausschließen. Hierzu sollten sich Patienten turnusmäßig einmal im Jahr einer Röntgenuntersuchung unterziehen, um den Befund abzuklären.

Bei ausgeprägteren Schwellungen, die zu Schmerzen und größeren Einschränkungen im Alltag führen, ist eine operative Entfernung des Tumorgewebes angezeigt. Patienten, die sich gegen eine Operation entschieden haben, sollten ihre Lebensweise entsprechend anpassen und auf unnötige Risiken durch höhere Belastung des jeweiligen Knochenbereichs verzichten. Denn Enchondrome tragen zu einer Schwächung der Knochenfestigkeit bei und erhöhen das Risiko von Brüchen an den befallenen Partien. Daher sind Risikosportarten wie auch höhere, allzu einseitige körperliche Belastungen in Freizeit und Beruf zu vermeiden.

Gleiches gilt insbesondere nach einem operativen Eingriff, der zu weitestgehender Ruhigstellung der betroffenen Partie für einige Wochen mahnt. Dabei verläuft der Heilungsprozess der gereizten Nervenbahnen umso schneller, je länger und konsequenter die operierte Region geschont wird.

Quellen

  • Adler, C.-P.: Knochenkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004
  • Greten, H., Rinninger, F., Greten, T. (Hrsg.): Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Strauss, A.: Ultraschallpraxis. Springer, Berlin 2008

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