Empty-Sella-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 7. November 2016
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Beim Empty-Sella-Syndrom (leeres Stella-Syndrom) ist die Hirnanhangsdrüse, die in der Stella turcica sitzt, nicht sichtbar. Die Gründe sind unterschiedlicher Natur. Im Regelfall haben die Betroffenen keine Beschwerden. Ob und welche Behandlung erforderlich ist, richtet sich nach der Ursache, warum es zu einem Empty-Sella-Syndrom gekommen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Empty-Sella-Syndrom?

Ist die Hirnanhangsdrüse in Magnetresonanztomographien oder in Computertomographien nicht in der Stelle turcica, dem sogenannten Türkensattel, sichtbar, spricht der Mediziner vom Empty-Sella-Syndrom. Vorwiegend ist eine Ausstülpung der Hirnhaut verantwortlich; jene Ausstülpung sorgt dafür, dass die Hirnanhangsdrüse nicht erkannt werden kann.

Das bedeutet aber nicht, dass die Hirnanhangsdrüse nicht vorhanden ist; sie ist einfach nur nicht sichtbar. Im Regelfall treten keine Beschwerden auf; klagt der Patient jedoch über Kopfschmerzen, Sehstörungen oder einer immer wieder laufenden Nase, ist eine Behandlung erforderlich.

Ursachen

Das sogenannte Empty-Sella-Syndrom tritt vorwiegend bei Frauen auf, die sich in den mittleren Jahren befinden, an Bluthochdruck leiden und übergewichtig sind. Derartige Umstände werden daher immer wieder als Risikofaktoren bezeichnet. Nur selten tritt das Empty-Sella-Syndrom nach Bestrahlungen, Infarkten oder Operationen auf.

Mediziner gehen davon aus, dass mitunter ein Hormonfehlbetrag, der bereits in der frühen Pubertät entstanden ist, für das Empty-Sella-Syndrom verantwortlich ist. Bislang gibt es jedoch keine 100-prozentige Erklärung, warum es tatsächlich zu einem Empty-Sella-Syndrom kommt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Häufig haben Betroffene gar keine Beschwerden. Wird das Empty-Sella-Syndrom diagnostiziert, obwohl keine Beschwerden vorliegen, handelt es sich im Regelfall um eine zufällige Diagnose. Dieser Umstand tritt ein, wenn der Patient - aufgrund anderer Beschwerden - mittels Magnetresonanztomographie oder Computertomographie untersucht.

Nur selten leiden Patienten an Kopfschmerzen, einem ständigen Laufen der Nase (Austritt von Hirnflüssigkeit) und Sehstörungen. Kommt es zu Beschwerden, die auf das Empty-Sella-Syndrom schließen lassen, empfiehlt der Mediziner - auf Basis der Ursache - eine Behandlung des Syndroms. Ist der Patient jedoch beschwerdefrei, werden keine Behandlungen durchgeführt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Im Regelfall wird das Empty-Sella-Syndrom nur zufällig festgestellt. Besteht jedoch der Verdacht - da der Patient mehrere Beschwerden hat - die auf ein Empty-Sella-Syndrom schließen lassen, wird eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie durchgeführt.

Entdeckt der Mediziner dabei keine Hirnanhangsdrüse, kann er davon ausgehen, dass es sich um das sogenannte Empty-Sella-Syndrom handelt. Bestehen keine Beschwerden, kann er auf andere Untersuchungen verzichten. Wichtig ist, dass sich die Betroffenen jedoch - in regelmäßigen Zeitabständen - untersuchen lassen, sodass etwaige Veränderungen, sofern diese auftreten, rechtzeitig erkannt werden.

Der Krankheitsverlauf hängt vom Umstand der Ursache ab. Liegt eine Ausstülpung der Hirnhäute vor, wobei die Hirnanhangsdrüse nicht in ihrer Funktion beeinträchtigt wird, bleibt die Lebenserwartung des Patienten unverändert. Liegt jedoch ein Prolaktinüberschuss vor oder mitunter auch eine Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse, bleibt die Lebenserwartung nur dann unverändert.

Dies geht jedoch mit einer Medikamenteneinnahme einher, die den Prolaktinüberschuss reguliert. Kommt es zu keiner Behandlung, beträgt die Lebenserwartung zehn, maximal 15 Jahre. Im Regelfall verläuft das Empty-Sella-Syndrom jedoch beschwerde- und komplikationslos.

Behandlung & Therapie

Bevor sich der Mediziner für eine Behandlung entscheidet, muss er im Vorfeld die Ursache feststellen, warum es überhaupt zu einem Empty-Sella-Syndrom gekommen ist. Bestehen keine Beschwerden, ist auch keine Behandlung erforderlich. Wichtig ist, dass die Patienten dennoch - in regelmäßigen Zeitabständen - den Arzt aufsuchen, um etwaige Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassen.

Kommt es zu Veränderungen, kann der Arzt dahingehend schnell reagieren. Besteht eine Erkrankung, die in weiterer Folge für das Empty-Sella-Syndrom verantwortlich ist, sollte nicht das daraus resultierende Symptom - also das Empty-Sella-Syndrom - behandelt werden, sondern die Grunderkrankung. In diesem Fall stehen, je nach Grunderkrankung, verschiedene Therapien und Behandlungen zur Verfügung.

Klagt der Patient unter Kopfschmerzen, einer permanent laufenden Nase oder Sehstörungen, können die Symptome durch kleinere Eingriffe gelindert werden. Dabei kümmert sich der Mediziner um die ausgestülpten Hirnhäute, wobei er die Sella mit sehr kleinen Knochenstückchen auffüllt. So können sich die Hirnhäute nicht mehr ausstülpen, sodass die Hirnanhangsdrüse ausreichend Platz hat und die Beschwerden daher gelindert werden.

Besteht ein Prolaktinüberschuss, der in weiterer Folge für das Empty-Sella-Syndrom verantwortlich ist, kann die Hirnanhangsdrüse mit verschiedenen Medikamenten unterstützt werden.

Dabei sind jene in die Kategorie der Dopaminagonisten einzuordnen. Es kommt zu einer automatisch Reduktion der Prolaktionproduktion. Zu beachten ist, dass Dopaminagonisten Medikamente sind, die eine ähnliche Wirkung wie Dopamin haben. Dabei handelt es sich um einen Botenstoff, der das Nervensystem und den Hypothalamus anregt, die Produktion von Prolaktin zu hemmen.

So kann in weiterer Folge ein Prolaktinüberschuss verhindert werden. Liegt eine Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse vor, ist es wichtig, dass die fehlenden Hormone in weiterer Folge durch Medikamente ersetzt werden. Diagnostiziert der Mediziner einen Mangel an Wachstumshormonen, muss er daher die entsprechenden Wachstumshormone - per Injektion - verabreichen.

Bei einem ACHTH-Mangel werden Glukokortikoide, jedoch in Form von Kortison, verabreicht. Liegt ein Mangel des Schilddrüsenhormons vor, werden Tabletten verabreicht. Im Regelfall werden die Hormone lebenslang verabreicht. Die einzige Ausnahme bilden Wachstumshormone; jene werden nur bis zum jugendlichen Alter verabreicht.




Vorbeugung

Das Empty-Sella-Syndrom kann nicht vorgebeugt werden. Risikofaktoren, wie etwa Übergewicht oder Bluthochdruck, begünstigen zwar das Empty-Sella-Syndrom, wobei sich Mediziner unsicher sind, ob - wenn die Risikofaktoren behoben werden - das Syndrom tatsächlich vorgebeugt werden kann.

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