Emotionale Intelligenz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2016
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Die emotionale Intelligenz unterscheidet sich im Wesentlichen gegenüber der allgemeinen Intelligenz durch ein ausgeprägt starkes Gefühlsleben. Diese Ausprägung umfasst das eigene Gefühlsleben ebenso wie auch das von anderen Menschen und kann ein entscheidender Faktor für den persönlichen Erfolg darstellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die emotionale Intelligenz?

Während sich die allgemeine Intelligenz eher auf rationale und logische Faktoren des Denkens bezieht, zeigt sich bei der emotionalen Intelligenz die Ausprägung und spezielle Wahrnehmung im Bereich der Gefühle.

Erstmalig wurde die Begrifflichkeit der Emotionalen Intelligenz im Jahr 1990 durch verschiedene Wissenschaftler in die Psychologie getragen. Populär hingegen wurde die Emotionale Intelligenz 1995 durch den Psychologen David Goleman. Seit den Anfängen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung wurden zahlreiche Studien zum Thema durchgeführt, die aufzeigen konnten, dass oftmals im Leben eine emotionale Intelligenz (EQ) für den persönlichen Erfolg in Beziehungen und auch dem Beruf ausschlaggebender sein kann als die allgemeine Intelligenz (IQ).

Funktion & Aufgabe

Gefühle begleiten den Menschen von Geburt an. Ob Traurigkeit, Freude, Lust, Wut, Hass oder auch Zorn und Liebe – ohne Gefühle kann ein Leben nur schwer nicht vonstatten gehen. Die Intelligenz der Emotionen jedoch erweist sich als eine Besonderheit, denn wer über eine hohe emotionale Intelligenz verfügt kann nicht nur seine eigenen Gefühle konkreter und deutlicher wahrnehmen, sondern auch die von anderen Menschen.

Viele Menschen ohne emotionale Intelligenz fühlen sich vielfach ihren eigenen Gefühlen regelrecht ausgeliefert. Eine Tatsache, die oftmals dazu führt, dass der Betroffene gegen sich selbst ankämpft und seine Gefühle, wie etwa Eifersucht, Neid und Wut, nicht akzeptieren und annehmen kann.

Anders verhält sich der Umstand, wenn die persönliche Wahrnehmung der eigenen Gefühlswelt stark ausgeprägt ist. Widerstände gegen sich selbst, die häufig auch auf andere Personen übertragen werden, können selbst nach langer Zeit akzeptiert und verarbeitet werden. Ein emotional intelligenter Mensch lernt in solch einem Prozess gezielt mit seinen Gefühlen umzugehen sowie sie zu steuern und diese, in zumeist positiver Absicht, auch anderen gegenüber zu zeigen.

Die emotionale Intelligenz unterscheidet sich im Wesentlichen gegenüber der allgemeinen Intelligenz durch ein ausgeprägt starkes Gefühlsleben.

Grundsätzlich gibt es vier grundlegende Bereiche der emotionalen Intelligenz: die Wahrnehmung, die Nutzung, das Verstehen sowie die Beeinflussung von Emotionen. Die Wahrnehmung bezieht sich hierbei auf die eigenen sowie die fremden Gefühle. Hierunter fallen die Körperhaltung, die Stimme, die Gestik und die Mimik eines Gegenübers. Die Nutzung der wahrgenommenen Gefühle hingegen erweist sich dann als wichtig, wenn es u.a. um das Lösen von Problemen geht. Das Einschätzen und Analysieren sowie mögliche emotionale Veränderungen fallen wiederum unter die Kategorie des Verstehens von Emotionen. Und schließlich ist es hilfreich zu wissen, wie die eigenen Gefühle und die anderer Menschen durch die persönliche Beeinflussung verbessert werden können.

Wer über ein hohes Maß an EQ (Emotionaler Quotient) verfügt, kann seinen beruflichen Werdegang und Beziehungen in ihm ebenso positiv beeinflussen wie auch die privaten Beziehungen. Firmen konzentrieren sich schon bei Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen darauf, wie ausgeprägt bei dem potenziellen neuen Mitarbeiter die emotionale Intelligenz vorhanden ist. Oft wird diese zudem mit den sogenannten Soft Skills in Bezug gebracht, ein Faktor, der beim Thema Menschenführung, Führungspositionen sowie Geschäftsbeziehungen durchaus entscheidender sein kann als ein ausgeprägtes logisches Denken.

Wesentlich ist hierbei, dass die Fähigkeit sich in andere Menschen einfühlen zu können nicht nur zu einem verbesserten Arbeitsklima oder einem wirtschaftlichen Wachstum des Unternehmens führen kann. Auch das eigene Wohlbefinden kann sinnvoll und effektiv gesteigert und die privaten Beziehungen verbessert werden. So erweist sich ein hoher EQ als äußerst hilfreich, wenn der Partner durch seine Körperhaltung, Gestik oder Mimik Gefühle ausdrückt, die im ersten Moment mitunter missverstanden werden. Als emotional intelligenter Mensch hingegen wird ein feines Gespür dafür entwickelt und in der Regel schnell ein Verständnis für den Partner aufgebracht. Dadurch können Missverständnisse und mögliche Konfliktpunkte deutlich rascher aus dem Weg geräumt werden.

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Krankheiten & Beschwerden

Je nach persönlichem Vorhandensein kann eine hohe emotionale Intelligenz durchaus zu seelischen Beschwerden führen. Ist die Ausprägung stark vorhanden, besteht die Möglichkeit, dass sich gerade die negativen Gefühle anderer zu Eigen gemacht werden. Ein für die Betroffenen belastender Zustand, der zu Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen führen kann. Das eigene Unverständnis über auftretende Gefühlsausbrüche oder unterdrückte Emotionen kann zu psychischen Belastungen führen.

Des weiteren besteht das Risiko, dass eine emotional hochgradig intelligente Person andere Menschen im negativen Sinne manipuliert, um ein persönliches Ziel zu erreichen. Dadurch kann es wiederum zu Konflikten mit unterschiedlicher Ausprägung kommen.

Weitere Beschwerden durch eine (von außen oder selbst) falsch wahrgenommene emotionale Intelligenz sind Unlust, Rachegelüste, Schüchternheit, unangemessene Gefühlsausbrüche, Spannungsschmerzen, das Entwickeln von Schuldgefühlen sowie der Hang zum Perfektionismus und zu Süchten, wie etwa Spielsucht oder Drogen.

Demzufolge kann ein Mensch nicht nur positive Aspekte durch die Emotionale Intelligenz in das Leben einbringen, sondern mitunter so sehr darunter leiden, dass eine therapeutische Begleitung notwendig werden kann. Eine Therapie befasst sich dann wiederum mit der gezielten Wahrnehmung sowie der persönlichen Beeinflussung der unterschiedlich stark auftretenden Gefühle, um diese verstehen und besser nach außen hin kommunizieren zu können.

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