Ellbogengelenk

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Unter dem Ellbogengelenk kennt der Mediziner ein Teilgelenk, das aus insgesamt drei Gelenken besteht. Sie beugen und strecken vor allem den Unterarm gegen den Oberarm. Eine typische Erkrankung des Ellbogengelenks ist die sogenannte Bursitis, die durch Überlast entsteht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Ellbogengelenk?

Das Ellbogengelenk ist ein zusammengesetztes Armgelenk. Es ermöglicht verschiedene Bewegungen des Unterarms und der Hand. Der Oberarm artikuliert in dem Gelenk mit der Elle (Ulna) und der Speiche (Radius) des Unterarms. So ergeben sich drei Teilgelenke: das Humeroulnargelenk oder Oberarmellengelenk (Articulatio humeroulnaris), das Humeroradialgelenk oder Oberarmspeichengelenk (Articulatio humeroradialis) und das proximale Radioulnargelenk (Articulatio radioulnaris proximalis), in dem sich Elle und Speiche treffen.

Zahlreiche Bänder stabilisieren die Gelenke. An Stellen verstärkter mechanischer Belastung sitzt ein Schleimbeutel. Die drei Teilgelenke werden im Ellenbogengelenk von einer gemeinsamen Gelenkkapsel umschlossen und bilden so eine funktionale Einheit. Einige Quellen unterscheiden das proximale Radioulnargelenk weiter vom distalen Radioulnargelenk und sehen beide Elemente unabhängig vom Ellenbogen. Da das proximale Radioulnargelenk aber in der Gelenkkapsel des Ellenbogens liegt, halten die meisten Mediziner diese Betrachtungsweise heute für irreführend.

Anatomie & Aufbau

Das Humeroulnargelenk ist ein Scharniergelenk und lässt die beiden Knochen der Elle miteinander artikulieren: die Trochlea humeri und die Incisura trochlearis. Im Humeroradialgelenk artikulieren das Capitulum humeri und die Fovea articularis radii auf Kugelgelenkflächen. Weil Elle und Speiche fest miteinander verbunden sind, weist dieses Teilgelenk nur zwei Freiheitsgrade auf. Das proximale Radioulnargelenk entspricht anatomisch einem Dreh- oder Zapfengelenk und lässt die Circumferentia articularis radii mit der Incisura radialis ulnae und dem knorpeligen Ligamentum anulare radii artikulieren.

Die Gelenkkapsel umfasst alle Teilgelenke und ist ventral am Oberarm befestigt, wo sie dorsal die Fossa olecranii umfasst. An der Elle ist die Kapsel nahe am Knorpel fixiert. Zusätzlich bestehen Befestigungen am Olecranon und Processus coronoideus. An der Speiche reicht sie bis in an den Knochenhals. Kräftige Kollateralbänder führen das Ellbogengelenk seitlich. Das Ligamentum collaterale ulnare verhindert zum Beispiel das Valgisieren. Die Chorda obliqua begrenzt an der Elle die Supinationsbewegung zu Speiche hin. Die Schleimbeutel des Ellbogengelenks sind variabel ausgeprägt und stehen nicht in Verbindung mit der Gelenkhöhle.

Funktion & Aufgaben

Die Aufgaben des Ellenbogengelenks sind vor allem Bewegungen wie die Flexion und die Extension des Unterarms, die gegenüber des Oberarms stattfinden. Auch die Pronation und die Supination des Speiche gegenüber der Elle wird in dem Gelenk ermöglicht. Dieser Bewegung zum Dank kann der Mensch zum Beispiel die Hand wenden. Die Flexion und die Extension des Unterarms gegenüber ds Oberarms findet im Humeroradialgelenk und im Humeroulnargelenk statt.

Die Flexion kann Unterarm-Oberarm-Winkel von bis zu 150 Grad erreichen. Kinder und Frauen können diese Maximalstellung um bis zu zehn Grad überstrecken. Für die Pronation und Supination der Hand ist das proximale Radioulnargelenk zuständig. Es arbeitet bei dieser Bewegung mit dem distalen Radioulnargelenk zusammen. Ausgehend von der Neutralnullstellung des Gelenks können sowohl bei der Pronation, als auch bei der Supination Winkel von 80 bis 90 Grad erreicht werden. Bei einer Pronation stehen Elle und Speiche momentan überkreuz. Bei einer Supination stehen die beiden Unterarmknochen dagegen parallel zueinander.

Bei Streckbewegungen des Unterarmes wirft die Dorsalseite der Gelenkkapsel Falten. Bei Beugungen ist es die Ventralseite. Die Fettkörper des Gelenks füllen die entstehenden Räume bei beiden Bewegungen der Knochen schützend aus. Die Gelenkkapsel wird dorsal vom Trizeps und ventral vom Musculus brachialis gespannt. Sie ist so vor Einklemmung geschützt. Für die aktiven Knochenbewegungen des Ellenbogengelenks sorgt vor allem die Oberarmmuskulatur. Die Unterarmmuskulatur ist nur teilweise beteiligt. Die Beugern oder Flexoren beugen den Unterarm gegen den Oberarm ab. Dank der Extensoren lässt er sich strecken.

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Krankheiten

Das Ellbogengelenk kann von typischen Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Arthritis betroffen sein. Schmerzen in diesem Gelenk können aber ebenso gut auf andere Phänomene zurückgehen. Bei chronischen Überlastungen des Ellenbogengelenks kommt es im Schleimbeutel zwischen der Bizepssehne und der Tuberositas radii zum Beispiel oft zu Entzündungen. Fachsprachlich liegt dann eine akute oder chronische Bursitis vor.

Die Silhouette des Gelenks ist deutlich gewölbt und der Patient klagt über Druckschmerzen. Neben Überlast kann auch Gicht oder ein Trauma die Erscheinung hervorrufen. Auch Frakturen am Ellenbogen können sich auf das Ellenbogengelenk auswirken. Ein Beispiel dafür ist die Monteggia-Fraktur, die den proximalen Anteil der Elle brachen lässt und das Radiusköpfchen des Knochen vom Körper weg aus dem Gelenk ausgerenkt. Unbehandelt können sowohl solche Frakturen, als auch die erstgenannten Entzündungen Arthrosen im Ellenbogengelenk hervorrufen. Das vielleicht bekannteste Krankheitsphänomen im Ellenbogengelenk ist aber der Tennisarm. Mechanische Überbeanspruchungen rufen dabei Mikroläsionen an den Sehnenansätzen des Gelenks hervor, die empfindlich schmerzen und in der Regel entzündlich sind.

Etwas seltener geht dem Tennisarm eine traumatische Makroläsion oder sogar Ruptur der Sehnen voraus. Deutlich weniger bekannt als der Tennisarm ist der Morbus Panner. Dabei handelt es sich um eine aseptische Knochennekrose im Ellenbogengelenk. Die genauen Ursachen sind bislang unklar. Vermutlich verursachen Durchblutungsstörungen und wiederkehrende Traumen des Ellenbogengelenks eine gestörte endochondrale Ossifikation und lösen so die Knochennekrose aus.

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