Eisenmangel in der Schwangerschaft

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Eisen, das lebenswichtige Spurenelement, wird für verschiedene Stoffwechselfunktionen sowie in erster Linie für die Blutbildung benötigt. Der Körper kann den Mikronährstoff nicht selber herstellen, sodass er täglich mit der Nahrung zugeführt werden muss. In der Schwangerschaft steigt der Eisen-Bedarf auf das Doppelte an. Daher kommt es bei vielen Frauen zu Eisenmangel während der Schwangerschaft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Eisenmangel?

Da werdende Mütter einen erhöhten Bedarf an Eisen haben, sind sie besonders gefährdet, von Eisenmangel während der Schwangerschaft betroffen zu sein.Der Körper ist in der Regel in der Lage, Vorräte an Eisen anzulegen. Überschüssiges Eisen, das der Körper nicht sofort verwendet, wird in Depots gespeichert.

Bei einem späteren Bedarf greift der Körper dann darauf zurück. Häufig wird jedoch nicht genügend Eisen über die Nahrung aufgenommen, sodass der Eisenbedarf bei zahlreichen Frauen nicht vollständig gedeckt ist. Dadurch werden auch die Speicher nicht ausreichend gefüllt und es kann zu einem Eisenmangel kommen.

Der Körper verbraucht täglich Eisen, sodass ihm über die Nahrung stets ausreichend Nachschub geliefert werden muss. Bei einer andauernden Unterversorgung des Körpers mit Eisen leeren sich die Reserven, woraus eine Blutarmut (Anämie) resultieren kann. Hierbei kommt es zur Verringerung des Hämoglobins. Bei einer Anämie wird im Körper weniger Sauerstoff transportiert.

Warum brauchen Schwangere mehr Eisen?

Der Bedarf an Eisen steigt während der Schwangerschaft beträchtlich. Vor allem steigt das Blutvolumen, bis die Schwangere im Vergleich zu vorher nahezu 50 Prozent mehr Blut hat. Daher braucht sie mehr Eisen, denn es muss mehr Hämoglobin hergestellt werden.

Eisen ist während einer Schwangerschaft zudem für das Wachstum sowie die Gehirnentwicklung des Babys mitverantwortlich. Für Schwangere wird eine tägliche Eisenzufuhr von ungefähr 30 Milligramm empfohlen, damit die Schwangere und das Baby gesund bleiben.

Ursachen für Eisenmangel bei Schwangeren

Das Blutvolumen erhöht sich bei schwangeren Frauen um bis zu 40 Prozent. Der Grund hierfür ist, dass die Gebärmutter wächst und mit genügend Blut versorgt werden muss. Damit ausreichend neues Blut gebildet und somit eine optimale Versorgung mit Sauerstoff von Mutter und Baby gewährleistet werden kann, erhöht sich der Eisen-Bedarf in der Schwangerschaft auf das Doppelte.

Das Spurenelement Eisen wird in dieser Phase eines der wichtigsten Nährstoffe, wobei der Eisen-Bedarf zwischen der 8. und 22. Schwangerschaftswoche am höchsten ist. Da jedoch meist nicht genügend Eisen mit der Nahrung aufgenommen wird und der Körper daher auf die geringen Vorräte zurückgreift, entsteht im letzten Schwangerschaftsdrittel oft ein akuter Eisenmangel.

Symptome von Eisenmangel bei Schwangeren

Bei einem längerfristigen Eisenmangel kann es zur unzureichenden Produktion der roten Blutkörperchen kommen. Dies führt häufig zu einer Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Nervosität, Kurzatmigkeit sowie einer Schlaf- und Appetitlosigkeit.

Weitere mögliche Symptome sind eine blasse Hautfarbe, eingerissene Mundwinkel, brüchige Nägel, Kopfschmerzen, Ohrensausen und Herzklopfen. Auch die Anfälligkeit für Infektionen erhöht sich bei einem Eisenmangel. Sind die roten Blutkörperchen nicht ausreichend vorhanden, kann es des Weiteren zu einer Blutarmut kommen.

Dies führt häufig dazu, dass die Plazenta nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt wird und sich dadurch nicht wie gewünscht weiter entwickelt. Dies wiederum beeinträchtigt auch die Sauerstoffversorgung des Babys, wodurch die Entwicklung des Gehirns negativ beeinflusst werden kann.

Zudem besteht bei einer Anämie das Risiko einer Früh- oder gar Fehlgeburt. Zu den Risiken für die Mutter gehören verringerte Blutreserven bei der Geburt. Damit ergibt sich eine erhöhte Gefahr für Bluttransfusionen bei einem größeren Blutverlust. Auch das Herz wird stark belastet.

Was tun bei Eisenmangel in der Schwangerschaft?

Oftmals genügt eine eisenreiche Ernährung allein nicht, um den täglichen Eisenbedarf von 30 Milligramm zu decken. Nur rund zehn Prozent des Eisens, das durch die Nahrung aufgenommen wird, kann der Körper effektiv verwerten. Bei einem akuten Eisenmangel in der Schwangerschaft empfiehlt sich die Nahrungsergänzung durch spezielle Eisenpräparate.

Zu beachten ist dabei jedoch, dass diese nicht auf eigene Faust dosiert werden sollten. Es ist ratsam, von einem Arzt anhand der Blutwerte überprüfen zu lassen, wie viel Eisen dem Körper zusätzlich zugeführt werden müssen, um eine Überdosierung zu vermeiden. Wer darauf achtet, dass die Nahrung reichlich Eisen enthält, benötigt kein zusätzliches Eisenpräparat.

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Vorbeugung von Eisenmangel

Grundsätzlich ist es in der Schwangerschaft wichtig, die Ernährung dem erhöhten Eisenbedarf anzupassen. Durch eine bewusste Umstellung der Ernährung können die Eisenspeicher bereits vor der Schwangerschaft aufgefüllt werden, um den erhöhten Bedarf während der Schwangerschaft zu decken. Es gibt einige Lebensmittel mit einem besonders hohen Eisenanteil. Diese sollten in der Schwangerschaft vermehrt verzehrt werden. Dazu gehören:

  • Mageres rotes Fleisch
  • Eier und Fisch
  • Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse
  • Obst und getrocknete Früchte, insbesondere Aprikosen
  • Rote Säfte, zum Beispiel Trauben- oder Kirschsaft
  • Verschiedene Gemüsesorten, insbesondere dunkelgrüne Gemüsesorten wie Brokkoli, Spinat, Erbsen und Bohnen

Frauen, die sich für eine vegetarische Ernährung entschieden haben, müssen vor allem in der Schwangerschaft besonders auf eine ausgewogene Kost mit sehr viel eisenreichem Gemüse sowie Getreide wie Hirse achten. Zudem hilft Vitamin C dem Körper, das Eisen in der Nahrung aufzunehmen. Daher ist es empfehlenswert, zur Mahlzeit reichlich Orangensaft zu trinken.

Alternativ eignet sich auch Obst und Gemüse, das viel Vitamin C enthält. Tee und Kaffee hingegen erschweren es dem Körper, Eisen aufzunehmen und sollten deshalb nicht zu den Mahlzeiten getrunken werden.

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