Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. September 2017
Startseite » Behandlungen » Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie

Die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT) gehört zum Untersuchungsspektrum der Nuklearmedizin. Ihre Aufgabe ist es, den Stoffwechsel und damit die Funktion in unterschiedlichen Organsystemen zu beurteilen. Möglich wird dies über ein, dem Patienten verabreichtes Radiopharmakon, dessen Verbreitung im Körper mithilfe von Gammakameras in Form von Schnittbildern sichtbar gemacht wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie?

Die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie ist vielfach unter dem Kürzel SPECT geläufig, was die Abkürzung für die englische Bezeichnung dieser Untersuchung (Single Photon Emission Computed Tomography) ist.

Sie darf nicht aufgrund des ähnlichen Namens mit dem CT (Computertomographie) verwechselt werden: Während das CT mit Röntgenstrahlung und einem klassischen Kontrastmittel arbeitet, basiert die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie auf der Gabe eines Tracers (am häufigsten wird hier Technetium-99m verwendet), dessen Weg durch den Körper aufgrund seiner – in der verwendeten Dosis harmlosen – Strahlung mit Gammakameras, also ohne jegliche Belastung durch Röntgenstrahlen, verfolgt wird.

Die Untersuchung verläuft vom Prinzip her also wie die häufig durchgeführten Szintigraphien, zum Beispiel der Schilddrüse oder der Lunge. Unterschieden werden zwei Varianten dieser nuklearmedizinischen Diagnostikmethode: Bei der statischen Methode wird nur einmalig gemessen, wo sich das Radionuklid zum Untersuchungszeitpunkt im Körper befindet, bei der dynamischen Untersuchung werden durch wiederholte Aufnahmen auch Veränderungen im zeitlichen Verlauf sichtbar gemacht.

Funktion, Wirkung & Ziele

Aufgabe der Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie ist es, die Funktionsfähigkeit bestimmter Organsysteme zu überprüfen und eventuelle Störungen zu entdecken. Möglich wird dies mit dem sogenannten Tracer, einer schwach radioaktiven Substanz. Der Stoff wird meist zu Untersuchungsbeginn in die Armvene des Patienten gespritzt, für spezielle Organuntersuchungen kann er jedoch auch geschluckt oder eingeatmet werden.

Das leicht strahlende Radionuklid verbreitet sich im zu untersuchenden Organ und sendet dort für einen bestimmten Zeitraum die schwache Gammastrahlung aus. Diese wird von speziellen Kameras, den sogenannten Gammakameras, erfasst. Die Messköpfe der Kameras rotieren während der Untersuchung um den Körper des Patienten herum und erfassen die Strahlung aus unterschiedlichen Richtungen. Vorher wird eine je nach Untersuchungsanlass unterschiedliche Wartezeit eingehalten, damit sich der Tracer optimal im Körper anreichern kann. Diese Anreicherung wird von den Gammakameras erfasst und mit computergestützten Berechnungen in Schnittbildern wiedergegeben.

Diese sind mindestens zweidimensional, manchmal sogar dreidimensional und bilden aus diesem Grund eine aussagefähige Basis für die Diagnostik des Nuklearmediziners. Bei Fragestellungen, bei denen es vor allem auf den Stoffwechsel im Organ, also den Verlauf der Verteilung des Radiopharmakons ankommt, wird die Aufnahme nach einem gewissen Zeitraum, der Minuten, aber auch Stunden dauern kann, wiederholt. Eine häufige Untersuchungsart im Bereich der Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie ist die SPECT des Herzens: Sie gibt dem Kardiologen wichtige Hinweise auf die Durchblutung des Herzmuskelgewebes und kann auch in Verbindung mit dem EKG eingesetzt werden (gated SPECT).

Hinweise auf verengte Herzkranzgefäße oder eine Herzinsuffizienz werden so oft frühzeitig erkannt, sodass eine entsprechende Prophylaxe, zum Beispiel zur Verhütung eines Herzinfarktes, eingeleitet werden kann. Eine weitere bedeutende Funktion nimmt die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie bei der Überprüfung der Hirnfunktion ein: Von Durchblutungsstörungen, die einen Schlaganfall auslösen können, bis zu degenerativen Prozessen wie Morbus Parkinson ist die diagnostische Palette umfangreich. Auch in der Untersuchung von Epilepsie-Patienten oder bei bestimmten Tumorerkrankungen wird die nuklearmedizinische Untersuchung eingesetzt.

Die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT) gehört zum Untersuchungsspektrum der Nuklearmedizin. Ihre Aufgabe ist es, den Stoffwechsel und damit die Funktion in unterschiedlichen Organsystemen zu beurteilen.

Die Schnittbilder liefern auch aussagekräftige Informationen über den Stoffwechsel in den Knochen, sodass die Diagnostik auch in diesem Bereich Anwendung findet und beispielsweise bei Entzündungen oder lockeren Prothesen die Bildgrundlage für eine adäquate Therapie zur Verfügung stellt. Auch beim NET, dem neuroendokrinen Tumor, den man meist im Verdauungssystem findet, wird die SPECT zur Entdeckung eingesetzt. Eine besondere Kombination ist das sogenannte SPECT/CT, das mithilfe spezieller Geräte realisiert wird. Es verbindet die Fähigkeit der Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie, funktionelle Abläufe im Körper zu zeigen, mit dem Vorteil des CT beim Darstellen morphologischer Strukturen.

Die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie wird meist in Rückenlage durchgeführt. Meist bedarf sie keiner speziellen Vorbereitung. Lediglich bei der Untersuchung bestimmter Organsysteme kann es erforderlich sein, diese Untersuchung zu machen, wenn der Patient nüchtern ist.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie ist – ebenso wie die herkömmlichen Szintigraphien – eine sehr risikoarme Untersuchungsmethode. Das liegt zum einen an der Tatsache, dass der Patient bei dieser Untersuchung (mit Ausnahme der Spezialuntersuchung SPECT/CT) keiner Röntgenstrahlung ausgesetzt ist.

Zudem wird statt eines klassischen Kontrastmittels, das – insbesondere beim jodhaltigen Substanzen – bei einigen Patienten zu einer allergischen Reaktion führen könnte, der radioaktive Tracer (in vielen Fällen Technetium) eingesetzt, der in der Regel nicht zu Nebenwirkungen führt. Die Halbwertszeit der eingesetzten Radiopharmaka ist sehr gering, sodass auch für die Personen, die im Anschluss an die Untersuchung mit dem Patienten in Kontakt treten, keine Gefahr besteht. Lediglich vom engen körperlichen Kontakt zu Schwangeren oder kleinen Kindern wird für den Untersuchungstag – ähnlich wie zum Beispiel bei der häufig durchgeführten Schilddrüsenszintigraphie auch – abgeraten.

Auch für stillende Mütter empfiehlt der Nuklearmediziner bestimmte Vorsichtsmaßnahmen, die nur eine kurze Zeit lang relevant sind. Patienten, die nach der Untersuchung viel trinken, können das Ausscheiden der ohnehin geringen Radioaktivität aus ihrem Körper noch zusätzlich beschleunigen. Das SPECT-Gerät ist nicht mit der engen und für zahlreiche Patienten als belastend empfundenen Röhre des MRT zu vergleichen. Durch die offenen Anteile am Gerät ist die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie auch für Patienten mit Platzangst gut durchführbar.

Bücher über Schilddrüsenerkrankungen

Quellen

  • Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. De Gruyter, Berlin 2014
  • Sauer, R.: Strahlentherapie und Onkologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Zink, C.: Schering Lexikon Radiologie. AWB Wissenschaftsverlag, Berlin 2005

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: