Eingewachsene Haare

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Dezember 2017
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Bei eingewachsenen Haaren handelt es sich um Haare, die durch eine Krümmung wieder in die Haut hineinwachsen. Dieses Phänomen kann über all dort auftreten, wo sich Körperhaare befinden. Gefährlich ist das Einwachsen von Haaren nicht, aber es kann zu lästigen und schmerzhaften Entzündungen führen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind eingewachsene Haare?

Unter einem eingewachsenen Haar verstehen Experten das Hineinwachsen von Körperhaaren in die Haut. Bei Kindern kommt es so gut wie nie zum Einwachsen von Haaren; bei Erwachsenen sind besonders diejenigen Personen betroffen, die eher dickes und lockiges Haar haben.

Dieses ist besonders nach einer Haarentfernung prädestiniert für ein gekrümmtes Wachstum, das zu einem Einwachsen führen kann. Bevorzugt treten eingewachsene Haare an den Körperstellen auf, an denen viele Menschen die natürliche Behaarung entfernen.

Bei Männern sind oftmals Gesicht und Halsbereich betroffen; bei beiden Geschlechtern die Achseln sowie der Genital- und Analbereich. Neben einer Irritation der Haut, die von Rötungen und Juckreiz begleitet sind, kann das Einwachsen von Haaren eitrige Entzündungen nach sich ziehen.

Ursachen

Die Ursachen für eingewachsene Haare liegen in einer Vielzahl der Fälle in einer vorhergehenden Haarentfernung durch eine Rasur oder auch Zupfen, Wachsen bzw. Epilieren.

Wird ein Haar entfernt, weist das nachwachsende Haar eine schärfere Kante auf als das vorherige. Diese Tatsache macht das Krümmen und das anschließende Wachsen in die falsche Richtung einfacher. Bleibt das Haar anschließend unter der Hautoberfläche stecken und wächst dort weiter, kommt es zu den typischen Irritationen. Als weitere Ursache kommen abgestorbene Hautzellen infrage.

Diese verstopfen die Haarwurzel und zwingen so das Haar zu einem gekrümmten Wachstum. Unter Umständen lassen sich eingewachsene Haare auch auf eine Überproduktion bestimmter Sexualhormone zurückzuführen. Diese kann ein vermehrtes Haarwachstum mit sich bringen und somit auch ein höheres Risiko, dass einige dieser Haare einwachsen.

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Diagnose & Verlauf

Die Ursachen für eingewachsene Haare liegen in einer Vielzahl der Fälle in einer vorhergehenden Haarentfernung durch eine Rasur oder auch Zupfen, Wachsen bzw. Epilieren.

Ein eingewachsenes Haar kann meist bereits vom Betroffenen selbst diagnostiziert werden, da es zu Hautrötungen, Juckreiz sowie mit Eiter gefüllten Beulen kommt.

Sucht eine betroffene Person mit diesen Symptomen einen Arzt auf, wird dieser die Körperregion genauer untersuchen und so das eingewachsene Haar eindeutig erkennen. Weitere Untersuchungen sind in den meisten Fällen nicht notwendig. Eine durch eingewachsene Haare hervorgerufene Entzündung ist zwar harmlos, kann aber sehr unangenehm werden und unter Umständen auch stärkere Schmerzen mit sich bringen.

In den meisten Fällen klingt sie innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder ab. Kratzt der Betroffene die entzündete Stelle stark, kann es zu einer dauerhaften Narbenbildung kommen. Bei dunkelhäutigen Personen hinterlässt die Entzündung oftmals eine dunkle Verfärbung der jeweiligen Stelle, die ebenfalls von Dauer ist.

Komplikationen

Eingewachsene Haare können zu einer Entzündung führen, die in den meisten Fällen harmlos verläuft. Allerdings ist auch ein unangenehmer Verlauf mit leichten bis stärkeren Schmerzen und evtl. weiteren Risiken denkbar. Durch Kratzen an der entzündeten Stelle kann es darüber hinaus zu einer unschönen und eventuell dauerhaften Narbenbildung kommen. Eine dunkle Verfärbung hinterlässt die Entzündung bei Personen mit dunkler Haut. Auch diese kann von Dauer sein.

Pusteln, die sich häufig an bzw. um ein eingewachsenes Haar bilden, heilen in der Regel nach kurzer Zeit von alleine ab. Seltener wird das Haarfollikel des eingewachsenen Haares durch Staphylokokken (Bakterienart) stark gereizt. Die Folge aber ist immer eine schmerzhafte Entzündung des umgebenden Haut-/Gewebeareals. Daraus wiederum kann ein Furunkel, ein Abszess oder sogar eine Blutvergiftung (Sepsis) entstehen.

Kommt es zu einer derartigen Entwicklung, ist der Einsatz von Antibiotika angesagt, um einer Ausbreitung mit weiteren gesundheitlichen Folgen entgegen zu wirken. Schlägt die Antibiotikabehandlung nicht an, ist die letzte Alternative ein kleiner Schnitt der ermöglicht, dass der Eiter, der sich unter der Hautoberfläche gebildet hat, abfließen kann. Damit sich anschließend keine neuen Entzündungen bilden, ist absolute Hygiene und eine med. korrekte Wundversorgung unerlässlich. So harmlos ein eingewachsenes Haar sich anfänglich darstellt, so gravierend können die gesundheitlichen Komplikationen sein.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Verschwinden eingewachsene Haare nicht von selbst oder bleiben eigene Maßnahmen erfolglos, empfiehlt sich der Gang zum Facharzt. Auf Dauer stören eingewachsene Haare. Sie beeinträchtigen das Erscheinungsbild. Außerdem neigen eingewachsene Haare zur Entzündung, da der Körper über die Entzündung abwehrend auf die als Fremdkörper wirkenden eindringenden Haare reagiert.

Erkennbar ist die Entzündung an einer geröteten, erwärmten, geschwollenen und schmerzenden Haut im Bereich des eingewachsenen Haares. Das Ausmaß der Entzündungen hängt dabei stark von der Beschaffenheit von Haut und Haaren ab. Eigene Versuche, in die Haut zurückgewachsene Haare zu entfernen, sollten spätestens bei einer bereits vorhandenen Entzündung unterbleiben. Hier ist einzig der Arzt gefragt.

Der Dermatologe als zuständiger Facharzt wird die eingewachsenen Haare mittels einer sterilen Nadel oder per Skalpell über einen feinen Hautschnitt entfernen. Der Arzt entscheidet auch darüber, ob und welche Medikamente er verordnet. Von Experimenten mit rezeptfreien Arzneimitteln ist abzuraten. Das Aufsuchen eines Arztes empfiehlt sich allein schon aus dem Grund, dass die mögliche Entzündung durch eingewachsene Haare unerwartet einen schwereren Verlauf nimmt als üblich.

Mit seiner Erfahrung kann der Arzt beurteilen, welche Gefahren drohen – zum Beispiel ein Furunkel, ein Abszess oder gar eine Blutvergiftung. Seine rechtzeitig einsetzenden, fachkundigen Gegenmaßnahmen verhüten dauerhafte Schäden wie beispielsweise Narben oder dunkle Hautverfärbungen.

Behandlung & Therapie

Kommt es zu einem eingewachsenen Haar, muss nicht zwangsläufig ein Arzt aufgesucht werden. Leichte Rötungen und Entzündungen, die nur wenig Beschwerden bereiten, müssen nicht unbedingt behandelt werden, da sie von alleine ausheilen.

Ein starkes Kratzen oder „Pulen“ sollte aber in jedem Fall vermieden werden, um eventuelle Narbenbildungen zu verhindern. Bilden sich größere Beulen, die Eiter enthalten und Schmerzen bereiten, ist es ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen. Dieser wird versuchen, das eingewachsene Haar mithilfe eines Skalpells oder einer Pinzette zu entfernen. Dazu macht er gegebenenfalls einen kleinen Schnitt, wodurch auch der Eiter entfernt werden kann. Auf Wunsch ist hierfür eine leichte lokale Betäubung möglich.

Eine anschließende Reinigung der Hautstelle beugt eventuellen Folgeentzündungen vor. Unterstützend kann der Mediziner entzündungshemmende Medikamente verschreiben. Dazu gehören beispielsweise Steroide, die meist in Form von Cremes oder Salben direkt auf die Haut aufgetragen werden und die Schwellung lindern sollen. Auch eine Behandlung mit Antibiotika ist denkbar.

Diese werden entweder ebenfalls in Salbenform verordnet oder oral eingenommen und helfen beim Abheilen der bestehenden Entzündung. Vorbeugend kann der Arzt auch sogenannte Retinoide verschreiben, die abgestorbene Hautzellen entfernen und so mögliche Veränderungen der Hautpigmentierung verhindern können.

Aussicht & Prognose

Wenn etwa nach einer operationsbedingten Rasur die Haare wieder wachsen, kann es zu einwachsenden Haaren kommen. Der Betroffene bemerkt oft nicht gleich, dass ein Haar einwächst. Es kann sich kreisförmig unter der Haut entwickeln und über mehrere Wochen wachsen, bevor es Beschwerden verursacht.

Zu irgendeinem Zeitpunkt entdeckt der Betroffene eine schmerzlose Schwellung, die merkwürdig aussieht. Mit Glück kann er sich einer Pinzette bedienen, weil das abgekapselte Haar irgendwann aus Platzmangel den Durchbruch an die Oberfläche geschafft hat. In diesem Fall ist die Prognose günstig. Die kleine Austrittswunde heilt nach dem Herausziehen des eingewachsenen Haares schnell wieder ab. Vermutlich kommt es an derselben Stelle nicht nochmals zu solchen Vorfällen. Eine Narbe bleibt beim Betroffenen nicht zurück.

In anderen Fällen können eingewachsene Haare relativ schnell zu entzündlichen Hautrötungen und Schwellungen führen. Das kann potenziell an jedem mit Haaren besetzten Körperteil geschehen. Ist eine gerötete Schwellung ohne ein erkennbares Haar im Zentrum zu sehen, kann es sich statt um eine Haarwurzelentzündung um eingewachsene Haare handeln.

Zunächst ist es wichtig, die Entzündung medikamentös zurückzudrängen. Geschieht das nicht, können sich Furunkel oder schmerzende Abszesse bilden. Damit wird die Prognose eines narbenfreien Verheilens schlechter. Möglicherweise müssen die Furunkel oder Abszesse vom Arzt operativ eröffnet werden.

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Vorbeugung

Eingewachsenen Haaren kann unter Umständen vorgebeugt werden, wenn rasierte oder epilierte Körperstellen nach der Haarentfernung sehr genau im Auge behalten werden.

Da Haare verhältnismäßig langsam wachsen, ist es möglich, eine Krümmung und somit ein bevorstehendes Einwachsen bereits im Entstehen zu erkennen. In diesem Fall sollten Betroffene die Haut mit einem warmen Lappen und etwas Alkohol abreiben und so die Poren weiten. Mithilfe einer sterilisierten Nadel oder einer Pinzette kann anschließend vorsichtig versucht werden, die Wuchsrichtung des Haares zu ändern und so ein mögliches Einwachsen zu verhindern.

Ist ein Haar bereits eingewachsen, sollte nicht in Eigenregie versucht werden, es zu entfernen, da es sonst zu weiteren Entzündungen kommen kann. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Das können Sie selbst tun

Eingewachsene Haare sind oft schmerzhaft und unästhetisch. Betroffene können mit einer Reihe von Maßnahmen verhindern, dass das Problem überhaupt erst entsteht. Wer Gesicht, Arme und Beine oder andere Körperstellen rasiert, sollte unbedingt auf hochwertige Klingen achten, die nicht abgenutzt sein dürfen. Wird das Haar nicht abgeschnitten, sondern abgerissen, besteht die Gefahr, dass es beim Nachwachsen nicht gerade aus der Haut heraus, sondern unter der Epidermis weiterwächst. Das Abreißen der Haare kann auch durch die Verwendung von Rasierschaum verhindert werden.

Werden Körperhaare epiliert, also mitsamt der Wurzel entfernt, besteht ebenfalls die Gefahr, dass das Haar später schief nachwächst. Wird der Wachstumskanal des Haares durch Hautschuppen oder Talg blockiert, kann es ebenfalls zu eingewachsenen Haaren kommen. Betroffene können hier durch regelmäßige Peelings oder Bürstenmassagen, mittels derer abgestorbene Hautschuppen entfernt werden, vorbeugen. Häufig werden durch diese Maßnahmen die eingewachsenen Haare bereits wieder freigelegt.

Reichen mechanische Methoden nicht aus, können eingewachsene Haare auch mit Salicylsäure behandelt werden. Patienten, die ständig unter eingewachsenen Haaren leiden, sollten auf eng sitzende Kleidung verzichten, da auch diese den Haarwuchs behindern kann.

Bücher über Haut- & Haarerkrankungen

Quellen

  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2008
  • Schweitzer, R.: Dermatologie. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2011
  • Worret, W.-I., Gehring, W.: Kosmetische Dermatologie. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2003

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