Eifersuchtswahn

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 2. Juni 2017
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Der Eifersuchtswahn zeichnet sich, ähnlich wie auch bei anderen Wahnformen, durch die subjektive Gewissheit aus, dass es genauso so und nicht anders ist. Der Wahnkranke kann auch durch Klärungsversuche nicht von dieser Meinung abgebracht werden. Von seiner Fehleinschätzung kann er sich nicht distanzieren, sodass diese ausgeprägten Wahnvorstellungen häufig den Einsatz von Medikamenten erforderlich machen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Eifersuchtswahn?

Von einem Eifersuchtswahn wird gesprochen, wenn die Eifersucht krankhafte Ausmaße annimmt. Der Betroffene ist in diesem Fall davon überzeugt, dass sein Partner ihn betrügt oder hintergeht. Selbst wenn keine Beweise oder Indizien dafür vorliegen, dass der andere untreu ist, ist er davon überzeugt. Eine krankhafte Eifersucht kann auch im Zusammenhang mit Schizophrenie, Paranoia und Alkoholismus auftreten.

Der Eifersuchtswahn ist dadurch gekennzeichnet, dass der Betroffene eine Situation ganz anders erfährt als ein gesunder Mensch. Er entwickelt bei einem nichtigen oder auch ohne Anlass zwanghafte Fantasien. Zudem treten häufig Tendenzen zu einer Gewaltanwendung auf, insbesondere bei Männern.

Ursachen

Der Eifersuchtswahn, der zu den wahnhaften Störungen gehört, tritt oftmals zusammen mit psychischen Störungen auf, beispielsweise einer Schizophrenie und Paranoia, doch auch der Alkoholismus ist eine häufige Ursache. Bei Letzterem können verschiedene Faktoren dazu beitragen, dass sich ein Wahn entwickelt, beispielsweise die Abwehrhaltung des Partners, Eheprobleme, die aus den Alkoholproblemen resultieren, Schuldgefühle und Einschränkungen in Bezug auf die Potenz.

Alkoholabhängige Menschen nutzen den Eifersuchtswahn oftmals dafür, die Schuld abzugeben und von sich zu weisen. Nicht selten ist zudem ein mangelhaftes Selbstvertrauen der Grund für die übertriebene Eifersucht. Wenn sich der Eifersüchtige selber nicht liebenswert findet, glaubt er meist auch nicht, dass der Partner ihn aufrichtig liebt. Dadurch besteht eine ständige Angst, den Partner zu verlieren. Negative Erlebnisse und Erfahrungen aus der Vergangenheit spielen ebenso eine Rolle.

Kam es in früheren Beziehungen zu einer Untreue, kann sich ein Eifersuchtswahn entwickeln. Verlusterlebnisse aus der Kindheit können ebenso dazu beitragen und müssen aufgearbeitet werden, beispielsweise in einer Psychotherapie. Begünstigende Faktoren, dass eine krankhafte Eifersucht entsteht, ist ebenso eine depressive Symptomatik. Damit wird klar, dass der Eifersuchtswahn meistens mit einer zugrunde liegenden Störung einhergeht, die behandelt werden muss.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die Diagnose Eifersuchtswahn zu stellen, helfen einige Fragen, die ehrlich beantwortet werden sollten, da sie auf eine krankhafte Eifersucht hindeuten:

  • Wird mehrmals am Tag an eine eventuelle Untreue des Partners gedacht oder diese ihm regelmäßig vorgehalten, auch mit Beschimpfungen?
  • Gibt es dadurch häufiger Streit?
  • Werden die persönlichen Sachen des Partners wie Handy oder Tasche auf eventuelle Beweisstücke durchsucht?
  • Wird der Partner nur noch selten allein gelassen, es wird ihm verboten, sich beispielsweise mit Freunden zu treffen oder ihm wird nachspioniert?
  • Erfolgen Kontrollanrufe?
  • Werden andere Personen über den Aufenthaltsort des Partners ausgefragt?

Wer mehrere dieser Fragen mit ja beantwortet, sollte überlegen, ob ein Eifersuchtswahn vorliegt und es vielleicht angebracht ist, eine Eifersuchtssprechstunde oder einen Psychotherapeuten auszusuchen. Dies ist sehr wichtig, da die krankhafte Eifersucht zum Teil schwerwiegende Ausmaße annimmt. Dazu gehört viel mehr, als dass es „nur“ zu einer Trennung kommen kann und die Lebensqualität durch eine ständige Eifersucht deutlich eingeschränkt ist.

Die krankhafte Eifersucht kann zerstörerisch werden, was nicht ungefährlich ist. Die Eifersucht ist immerhin weltweit das Mordmotiv Nummer eins. Krankhafte Eifersucht äußert sich in ständigen Verdächtigungen, Angstgefühlen, Manipulationen sowie lautstarken Auseinandersetzungen und Streits bis hin zu Gewaltanwendungen. Die krankhafte Eifersucht kann zudem in einer Depression enden. Aus der Aggression, die sich zunächst gegen den Partner richtet, der einen vermeintlich betrügt, kann sich auch eine Aggression gegen sich selber entwickeln. Dies kann zu körperlichen Folgen führen, beispielsweise:

Behandlung & Therapie

Wichtig ist zunächst einmal, dass der Betroffene erkennt, dass ein Eifersuchtswahn vorliegt, also, dass seine Eifersucht übertrieben ist. Dann kann der Versuch unternommen werden, der krankhaften Störung entgegenzuwirken. Hierfür ist es wichtig, dass die Selbstständigkeit zurück erlangt und das eigene Leben nicht mehr vom Partner abhängig gemacht wird. Maßnahmen wie das Durchsuchen persönlicher Dinge wie Handy und Kleidung, Kontrollanrufe, ein Nachspionieren müssen vermieden werden.

Hält die Eifersucht weiter an und sie kann nicht allein bewältigt werden, ist es möglich, eine Eifersuchtssprechstunde oder einen Psychotherapeuten aufzusuchen, um die Probleme zu klären und Lösungsstrategien auszuarbeiten. Zudem ist es wichtig, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Die Behandlung gestaltet sich jedoch oftmals als sehr schwierig, da sich die Betroffenen meist vollkommen im Recht fühlen und sich nicht als krank ansehen.

In vielen Fällen ist die Einnahme spezieller Medikamente sinnvoll. Tritt der Eifersuchtswahn in der Kombination mit einem Alkoholismus auf, muss außerdem eine Entwöhnung erfolgen. Für eine erfolgreiche Behandlung des Eifersuchtswahns ist es stets wichtig, dass der Betroffene erkennt, dass seine Eifersucht nichts mit dem Partner zu tun hat, dass er selber dafür verantwortlich ist.

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Vorbeugung

Starke Eifersucht ist stets Gift für die Beziehung, erst Recht, wenn es sich um einen Eifersuchtswahn handelt. Damit es so weit gar nicht erst kommt, kann der eigenen Eifersucht vorgebeugt werden. Dazu gehören folgende Möglichkeiten:

  • Partnerschaft pflegen
  • Für gute Stimmung sorgen
  • Auf schöne Erlebnisse zu zweit achten
  • Sich als Paar Auszeiten nehmen
  • Ein eigenes Hobby wählen und sich ebenso außerhalb der Beziehung mit anderen treffen, also Eigenständigkeit bewahren
  • Miteinander reden, auch über Ängste, Wünsche und Bedürfnisse
  • Kontrollmaßnahmen vermeiden
  • Partner Respekt, Anerkennung, Bestätigung, Zuneigung und Liebe geben
  • Sexualität lebendig halten und treu sein

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Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Möller, H.-J.: Therapie psychischer Erkrankungen. Thieme, Stuttgart 2006
  • Schneider, F.: Facharztwissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Berlin 2012

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