Echter Ehrenpreis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Der echte Ehrenpreis könnte am Wegesrand auf den ersten Blick für ein Unkraut gehalten werden. Erst auf den zweiten Blick zeigt sich, dass er eine sehr vielseitige Heilpflanze mit einer langen Geschichte ist.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des echte Ehrenpreis

Der echte Ehrenpreis (Veronica officinalis), auch Wald-Ehrenpreis genannt, gehört zu den Wegerichgewächsen. Der Volksmund nennt ihn auch Arzneiehrenpreis, Wundheilkraut oder Allerweltsheil. Neben dem echten Wald-Ehrenpreis gibt es weitere Ehrenpreis-Arten wie den Gamander-Ehrenpreis und den persischen Ehrenpreis.

Der Wald-Ehrenpreis zeigt, bevorzugt seinem Namen nach Wälder, wo er in kleinen Teppichen wächst, aber auch auf Wiesen, an Wegrändern und in der Heide ist er zu finden. Er ist eine mehrjährige Pflanze und treibt jedes Mal im Frühling haarige, bis zu 30 cm hohe Stängel aus, mit ovalen Blättern, die feine Härchen und gezackte Blattränder haben.

In der Blütezeit von Juli bis September wachsen traubenförmig angeordnet kleine hellblau leuchtende, lanzettartige Blüten mit einem weißen Fleck in der Mitte. Aufgrund seines Aussehens kann der echte Ehrenpreis leicht mit dem Vergissmeinnicht verwechselt werden, aber der Ehrenpreis hat vier Blütenblätter, das Vergissmeinnicht fünf.

Wirkung & Anwendung

Der Name Ehrenpreis und die anderen Bezeichnungen zeigen schon, welche große Bedeutung der Pflanze in früheren Zeiten beigemessen wurde. Im Mittelalter galt er als das Wundermittel schlechthin und ihm wurde neben der schleimlösenden, harntreibenden und blutreinigenden Wirkung auch eine große Heilkraft bei Pest und Aussatz zugeschrieben. Anwendungsgebiete waren Erkrankungen der Atemwege, der Haut, Probleme mit dem Magen und Stoffwechselerkrankungen. Das Kraut wurde getrocknet und meistens als Tee zubereitet.

Für eine Verwendung als Heilkraut werden oberirdischen Teile verwendet. Sie werden in der Blütezeit im Mai/Juni gesammelt, anschließend getrocknet und auf verschiedene Weise zu unterschiedlichen Produkten verarbeitet:

Für einen Tee wird in der Regel nicht Ehrenpreis allein verwendet, sondern zusammen mit anderen Heilkräutern zu einer Teemischung verarbeitet, weil ein Tee nur aus Ehrenpreis zu bitter schmeckt. Für einen auswurffördernden Tee bei Atemwegserkrankungen wird nach alter Tradition Ehrenpreis mit Huflattich, Spitzwegerich und Lungenkraut gemischt.

Der Wald-Ehrenpreis zeigt, bevorzugt seinem Namen nach Wälder, wo er in kleinen Teppichen wächst, aber auch auf Wiesen, an Wegrändern und in der Heide ist er zu finden.

Bei Harnwegsinfektionen, Rheuma und Gicht wird eine Mischung aus Ehrenpreis und Eichenrinde zu einem Tee verarbeitet. Kneipp schlug eine Mischung aus Ehrenpreis, Ackerschachtelhalm, Wegtritt oder Tausendgüldenkraut vor. Bei Magen-/Darm- oder Verdauungsbeschwerden findet eine Teemischung aus Erdbeerblättern, Ackerschachtelhalm und Wermut oder aus Ehrenpreis, Minze, Tausendgüldenkraut und Wacholder Anwendung.

Statt zu Tee kann er auch zu Frischsaft verarbeitet werden. Dafür wird das frische Ehrenpreiskraut gepresst und getrunken. Ein Wasser zum Gurgeln aus Ehrenpreis und Alaun findet Anwendung bei Entzündungen und Geschwürbildungen im Mund- und Halsraum.

Für die Herstellung eines Wundbalsams werden 250 ml Ehrenpreissaft und 250 ml Kornbranntwein vermischt. Anschließend muss die Mischung ein paar Tage lang ziehen und wird danach mit venezianischer Seife, 250 ml Alkohol und 100 ml Rosenwasser versetzt, erwärmt und gut durchgemischt, um alle Inhaltsstoffe gleichmäßig zu verteilen. Dieser Balsam ist ein wirksames Mittel bei Hauterkrankungen und leichten Brandwunden.

Ehrenpreis gibt in Apotheken und in Kräuterhandlungen zu kaufen, er kann aber auch selbst in trockenen Wäldern, auf Wiesen und an Wegrändern gesammelt werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Als Heilpflanze wurde der echte Ehrenpreis erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt und damals innerlich eingesetzt bei Pestfieber, Beschwerden von Lunge, Magen, Darm, Nieren, Blase, Leber, Milz, Gebärmutter und Schwindsucht und äußerlich bei entzündeten Wunden und Hautproblemen.

Der Botaniker Johannes Francus ihm Ende des 17. Jahrhunderts sogar 300 Seiten in einer Abhandlung und kam dabei richtig ins Schwärmen über die vielfältigen Wirkungen. Bezeichnungen wie „Allerweltsheil“ spiegeln die umfassende Bedeutung wider, die der Ehrenpreis zu damaliger Zeit hatte.

Im Laufe der Zeit relativierte sich Bedeutung zunehmend wieder und heute spielt er nur noch eine wesentlich geringere Rolle als in früheren Zeiten. Viele Wirkungen, die man ihm nachsagte, konnten nicht nachgewiesen werden, deshalb wird zu einer Anwendung nicht geraten. Aber in der Volksheilkunde und in der Homöopathie konnte der Ehrenpreis seinen Platz behaupten.

Der Ehrenpreis hat eine vielfältige Wirkung auf den Körper: Durch seine blutreinigende Wirkung hilft er bei chronischen Hauterkrankungen, besonders wenn sie auch mit Juckreiz verbunden sind, wie zum Beispiel Neurodermitis und Schuppenflechte. Auch gegen das unangenehme Altersjucken hilft Ehrenpreis.

Er regt den Stoffwechsel an und hat eine günstige Wirkung beim Abbau von Übergewicht. Auch Leber- und Gallenbeschwerden werden durch die Anwendung von Ehrenpreis positiv beeinflusst.

Generell harmonisiert Ehrenpreis den Körper und kann einen empfindlichen Magen und Darm regulieren, auch Erschöpfungs- und Stresssymptome ausgleichen, vor allem in Kombination mit geistiger Überanstrengung. Er wirkt krampflösend und entspannend, unter anderem bei Kopfschmerzen, Migräne und Blutandrang im Kopf. Bei Erkältungskrankheiten fördert Ehrenpreis den Auswurf, er heilt Blasenentzündungen. Der Pfarrer Kneipp befürwortet ihn außerdem als schleimlösendes Mittel bei Gicht und Schwindsucht.

In der Homöopathie wird Ehrenpreis hauptsächlich eingesetzt bei chronischer Bronchitis, Bronchialasthma, Tuberkulose und Schwellungen der Lymphdrüsen. Zur Stärkung dient er bei Nierenerkrankungen und Nierengrieß. Teemischungen mit Ehrenpreis können zur Heilung, aber auch als Kur zur Vorbeugung eingesetzt werden.

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