Dyslipoproteinämie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 24. Mai 2017Geprüfte Qualität
Sie sind hier: Symptomat.deKrankheiten Dyslipoproteinämie

Eine Dyslipoproteinämie liegt vor, wenn das Verhältnis bestimmter Eiweiße (Proteine) im Blutserum gestört ist. Es existiert sowohl eine genetische (primäre) Form als auch eine sekundäre Variante, die im Rahmen einer anderen, zugrundeliegenden Krankheit auftritt. Bei Letzterer ist zur Behandlung der Dyslipoproteinämie in der Regel auch eine Therapie der Grunderkrankung notwendig; zur Behandlung tragen in vielen Fällen eine angepasste Ernährung und möglicherweise medikamentöse Therapien bei.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Dyslipoproteinämie?

Bei der Dyslipoproteinämie handelt es sich um eine Störung der Eiweiß-Zusammensetzung des Blutserums. Häufig ist eine gesteigerte Konzentration von Eiweißen für dieses falsche Verhältnis verantwortlich – eine sogenannte Hyperlipoproteinämie. Die Dyslipoproteinämie bezeichnet allerdings einen allgemeineren Zustand, da das Verhältnis der Proteine im Blutserum auch auf andere Störungen zurückgehen kann.

Mediziner unterscheiden zwischen verschiedenen Formen der Dyslipoproteinämie: Die primäre oder erbliche Dyslipoproteinämie geht auf genetische Ursachen zurück und kann sich ihrerseits ebenfalls in verschiedenen Unter-Formen manifestieren. Die sekundäre oder erworbene Dyslipoproteinämie hingegen tritt meistens im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen (zum Beispiel Stoffwechselkrankheiten) in Erscheinung.

Ursachen

Die primäre Dyslipoproteinämie basiert auf einem genetischen Defekt im Erbgut der betroffenen Menschen. Ärzte bezeichnen sie deshalb auch als erbliche beziehungsweise hereditäre Dyslipoproteinämie. Für die Störung des Eiweiß-Verhältnisses ist in diesem Fall eine autosomale Erbkrankheit verantwortlich, welche die Eltern an ihre Kinder vererben können.

Dabei ist der Erbgang dominant: Ein betroffenes Allel reicht bereits aus, damit sich die Krankheit im Betroffenen manifestiert. Wenn ein Elternteil unter der primären Dyslipoproteinämie leidet, müssen nicht alle Kinder zwingend ebenfalls erkranken, da Menschen über einen doppelten Chromosomensatz verfügen und neben dem krankheitstragenden Allel auch eine gesunde Variante des Gens im Chromosomensatz vorkommen kann.

Im Gegensatz zur primären Form der Erkrankung geht die sekundäre Dyslipoproteinämie in der Regel auf eine andere Grunderkrankung zurück. Ärzte sprechen deshalb auch gelegentlich von einer erworbenen Dyslipoproteinämie. Eine typische zugrundeliegende Krankheit ist zum Beispiel Diabetes. Dabei handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit, die durch eine Störung der Blutzucker-Regulation gekennzeichnet ist und unter anderem auf dauerhafte Fehlernährung zurückgehen kann.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Dyslipoproteinämie äußert sich nicht immer in spezifischen Symptomen; unter Umständen verläuft sie nahezu symptomfrei, kann aber dennoch unbemerkt zu körperlichen Beeinträchtigungen führen. Die primäre genetische Dyslipoproteinämie führt in einigen Fällen zur Entwicklung von Xanthomen in der Haut, die eine orange-gelbe Färbung aufweisen und sich als kleine Knoten an verschiedenen Körperstellen zeigen können.

Wenn die Dyslipoproteinämie nicht behandelt wird, zum Beispiel da sie symptomfrei verläuft und deshalb unbehandelt bleibt, können unter anderem Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems die Folge sein. Vor allem langfristig kann die Dyslipoproteinämie darüber hinaus verschiedene andere Erkrankungen nach sich ziehen, zum Beispiel Arteriosklerose.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnostik der Dyslipoproteinämie und anderer Fettstoffwechselstörungen können Ärzte eine Blutuntersuchung anordnen. Im Labor erfolgt dazu eine Messung verschiedener Blutfett-Werte statt, darunter auch die Feststellung des Cholesterin-Werts; signifikante Abweichungen in bestimmten Messbereichen liefern Hinweise auf eine Dyslipoproteinämie oder andere Krankheitsbilder.

Sie können bei Routine-Untersuchungen auffallen, bei Untersuchungen im Rahmen einer Grunderkrankung wie Diabetes oder wenn Symptome den Verdacht auf Dyslipoproteinämie nahelegen. Der Verlauf der Dyslipoproteinämie hängt maßgeblich von einer frühen Erkennung ab. Unbehandelt kann die Krankheit zu verschiedenen Komplikationen führen, doch bei rechtzeitiger Diagnose können Patienten die Dyslipoproteinämie oft gut kontrollieren.

Komplikationen

Bei der Dyslipoproteinämie kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen, die vor allem von der Grunderkrankung abhängen. Meistens ist eine Behandlung durch Medikamente oder durch eine strenge Diät möglich und führt zu einem positiven Krankheitsverlauf, ohne die Lebenserwartung einzuschränken. Nicht bei allen Patienten treten dabei Symptome auf.

Aus diesem Grund tritt oft auch eine zu späte Diagnose der Dyslipoproteinämie ein. Nur in seltenen Fällen leiden die Betroffenen an einer gelblichen Haut und an Knoten. Diese Knoten können dabei an unterschiedlichen Stellen auftreten und werden oft nicht direkt mit einer Dyslipoproteinämie in Verbindung gebracht.

Im schlimmsten Falle kommt es durch die Erkrankung auch zu Beschwerden am Herz-Kreislaufsystem, wodurch sich ein Infarkt oder eine Arteriosklerose einstellen kann. Durch eine Umstellung der Ernährung und eine allgemeine gesunde Lebensweise können die Symptome der Dyslipoproteinämie eingeschränkt werden.

Auch muss der Patient sein Übergewicht gegebenenfalls reduzieren, um Beschwerden am Herzen zu verringern und vorzubeugen. In einigen Fällen kann auch eine Behandlung mit Hilfe von Medikamenten stattfinden. Es kommt in der Regel zu keinen weiteren körperlichen Einschränkungen oder Komplikationen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Dyslipoproteinämie hängt von den jeweils auslösenden Bedingungen und individuellen Krankheitsfaktoren ab. Ärzte können die primäre Dyslipoproteinämie nicht ursächlich behandeln, da sie auf einen genetischen Defekt zurückgeht. Patienten können die Krankheit in vielen Fällen jedoch durch eine spezielle Ernährung zumindest teilweise kontrollieren und auf diese Art und Weise auch das Risiko für Folge-Erkrankungen und Komplikationen verringern.

Patienten sollten dabei nicht nur kalorienbewusst essen, sondern auch auf fett- und cholesterinarme Lebensmittel und Zubereitungen achten. Ärzte empfehlen Patienten außerdem häufig, eventuell vorhandenes Übergewicht zu reduzieren. Ein aktiver Lebensstil und die Vermeidung von Tabak, Alkohol und ähnlichen Substanzen können sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung der Dyslipoproteinämie auswirken.

Darüber hinaus können verschiedene Medikamente an der Therapie der Dyslipoproteinämie mitwirken, die zu den Cholesterin-Synthese-Hemmern (CSE-Hemmern) gehören. In Frage kommen möglicherweise auch Cholesterin-Aufnahme-Hemmer, Nikotinsäure, Gallensäure-Komplexbildner, Fibrate und andere.

Welche Behandlung sinnvoll ist, kann jedoch nur der behandelnde Arzt entscheiden. Die verschiedenen Maßnahmen haben zum Ziel, die gestörte Zusammensetzung des Blutserums wieder auszugleichen; die Senkung der Blutfette kann dazu beitragen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Die Prävention der Dyslipoproteinämie ist vor allem für Personen von Bedeutung, die ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung der sekundären Form besitzen. Dazu gehören zum Beispiel Menschen, die unter Diabetes leiden. Die effektive Behandlung der Grunderkrankung ist essentiell, um Folge-Krankheiten und Komplikationen zu vermeiden, zu denen auch die Dyslipoproteinämie gehört.

Insbesondere die gewissenhafte Einnahme notwendiger Medikamente und die Umsetzung diätischer Empfehlungen spielen eine wichtige Rolle. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung können zur Prävention von Dyslipoproteinämie beitragen. Darüber hinaus scheinen Alkohol- und Tabakverzicht sich positiv auf die Verringerung des Krankheitsrisikos auszuwirken.

Bücher über Erbkrankheiten

Quellen

  • Buselmaier, W. et al.: Humangenetik für Biologen. Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2005
  • Murken, J., Grimm, T., Holinski-Feder, E., Zerres, K. (Hrsg.): Taschenlehrbuch Humangenetik. Thieme, Stuttgart 2011
  • Renz-Polster, H., Krautzig, S. (Hrsg.): Basislehrbuch Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2012

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Dyslipoproteinämie?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: