Dyskinetische Stimmstörung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 18. Oktober 2016
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Eine falsche Stimmtechnik sowie die schädliche Belastung der Stimmlippen führen häufig zu einer dyskinetischen Stimmstörung. Dabei hört sich die Stimme rau oder heißer an und der Patient klagt über ein Kratzen im Hals oder ein Druckgefühl im Bereich des Kehlkopfs. Therapeutische Maßnahmen helfen eine richtige Stimmtechnik zu erlernen und die Stimmlippen beim Sprechen richtig zu belasten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine dyskinetischen Stimmstörung?

Zur Gruppe der dyskinetischen Stimmstörung gehören alle funktionellen Stimmstörungen, die ihre Ursache nicht in organischen Schäden haben. Vielmehr wird diese Störung durch eine falsche Stimmtechnik, eine falsche Belastung der Stimmlippen oder durch eine Überbelastung der Stimme ausgelöst. Sie tritt als hyper- oder hypofunktionelle Dysphonie auf und äußert sich in einer veränderten Stimmqualität.

Die Stimme hört sich meist auffallend rau und heiser an. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sind von der Krankheit betroffen. Häufig tritt sie jedoch bei Personen auf, die ihre Stimme stark beanspruchen. Ein klassisches Beispiel sind Lehrer und Erzieher. Schließlich müssen diese Berufsgruppen bei einem hohen Geräuschpegel lange und laut reden. Außerdem neigen Kinder, die überdurchschnittlich viel schreien, zu dieser Stimmstörung. Nicht selten bilden sich bei Frauen im Verlauf der Krankheit Stimmlippenknötchen aus.

Ursachen

Eine dyskinetische Stimmstörung hat verschiedene Ursachen. Da es sich um eine funktionelle Störung des Stimmapparates handelt, sind jedoch keine organischen Schäden für die Störung verantwortlich. Meist sind die Stimmwerkzeuge nur eingeschränkt funktionsfähig.

Häufigster Grund sind starke physische Belastungen der Stimmlippen, wie sie bei Schreck oder Schmerz auftreten. Infolge ordnen sich die Stimmlippen beim Sprechen nicht richtig an (sogenannte Phonationsstellung) oder sie pressen sich fest zusammen. Die hyperfunktionelle Dysphonie wird durch eine zu stark ausgeprägte Anspannung der Stimmlippen beim Sprechen verursacht.

Hingegen führt die übermäßige Schonung der Stimmlippen beim Sprechen zur hypofunktionellen Dysphonie. Außerdem gibt es schädliche Einflüsse, die zusätzlich die Stimme belasten und eine dyskinetische Stimmstörung begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel Alkohol und Nikotin sowie häufiges Schreien.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei Patienten mit hyperfunktioneller Dysphonie sind die Taschenfalten vorgewölbt und die Epiglottis steht auffallend tief. Folglich liegen die Stimmbänder dicht aneinander und der Kehlkopfeingang ist verengt. Hingegen fällt die hypofunktionelle Dysphonie durch eine hoch stehenden Epiglottis und unvollständig aneinander liegenden Stimmbändern auf.

Zudem tritt in diesem Falle eine Verkürzung der Tonhaltedauer ein. Die betroffenen Personen klagen in der Regel über ein Druckgefühl im Kehlkopfbereich sowie über ein Kratzen im Hals. Bereits kleinste Belastungen des Stimmapparates lösen eine auffallend heisere und raue Stimme auf. Bei Frauen bilden sich zudem manchmal Stimmlippenknötchen aus.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Besteht der Verdacht auf eine dyskinetische Störung sollte umgehend ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt konsultiert werden. Dieser beurteilt zunächst die Stimme des Patienten, denn deren Veränderung ist das Leitsymptom der funktionellen Stimmstörung. Häufig gibt sie auch erste Aufschlüsse über mögliche Ursachen der Störung. Der Arzt führt eine umfangreiche Befragung der betroffenen Person durch.

Dabei informiert er sich unter anderem über den Beruf, mögliche Allergien und eingenommene Medikamente. Anschließend folgt eine Untersuchung, wobei der Arzt auf die Atemtechnik, den Redefluss und den Sprachgebrauch achtet. In vielen Fällen wird die Diagnostik durch Methoden der Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung) und Stroboskopie ergänzt. Sie dienen dazu, organische Schäden festzustellen beziehungsweise auszuschließen.

Basierend auf der Diagnose leitet der Arzt die notwendigen Therapiemaßnahmen ein. Dadurch nimmt die Krankheit meist einen positiven Verlauf. Der falsche Stimmgebrauch lässt sich korrigieren und die Dysphonie verschwindet in der Regel. Bei Kindern vergeht die Stimmstörung häufig auch von allein. Langanhaltende Stimmprobleme sollten aber auch bei ihnen professionell behandelt werden.

Behandlung & Therapie

Eine Dysphonie lässt sich auf unterschiedlichen Weisen behandeln. Je nach Ursache kommen operative oder konservative Methoden zum Einsatz. Dabei werden therapeutische Maßnahmen bevorzugt verwendet. Sind diese erfolgreich, kann schließlich auf eine OP verzichtet werden. Häufig erfolgt die Therapie bei einem Logopäden. Dabei lernt der Patient in schulenden Gesprächen den richtigen Stimmgebrauch.

Außerdem führt er verschiedene Sprach- und Atemübungen unter professioneller Anleitung durch. Sie helfen der betroffenen Person eine wenig belastende Stimmtechnik zu entwickeln. Haben sich beim Patienten hartnäckige Stimmbandknötchen ausgebildet, werden diese chirurgisch entfernt, sofern die Therapie nicht anschlägt.

Auf eine solche Operation folgt eine erneute Stimmtherapie. Anderenfalls können sich die Knötchen bei falschem Stimmgebrauch innerhalb weniger Tage erneut bilden. Je nach Schwere der Störung ist eine psychologische Betreuung ebenfalls sinnvoll.




Vorbeugung

Bei Kindern lässt sich eine dyskinetische Stimmstörung vorbeugen beziehungsweise früh entdecken. Dazu sollten Eltern auf die Sprachentwicklung ihrer Sprösslinge achten und häufiges Schreien unterbinden. Sobald sie Auffälligkeiten an der Stimme feststellen, sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Er kann den Ursachen auf den Grund gehen und entsprechende Behandlungen einleiten.

Wer einen stimmintensiven Beruf ausführt (zum Beispiel Erzieher, Lehrer oder Pfarrer) sollte ebenfalls aufmerksam seinen Stimmgebrauch beobachten und viel Wert auf eine richtige Stimmtechnik legen. Weiterhin ist es ratsam schädliche Einflüsse wie Alkohol und Nikotin zu vermeiden.

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