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Durchgangssyndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. März 2014
Symptomat.deKrankheiten Durchgangssyndrom

Bei einem sogenannten Durchgangssyndrom handelt es sich um eine Erkrankung, innerhalb derer die Betroffenen meist mit einem schweren und langen Leidensdruck zurechtkommen müssen. Dies hat verschiedene Gründe, die auch in der extremen Komplexizität dieser gesundheitlichen Beeinträchtigung liegen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Durchgangssyndrom?

In der medizinischen Fachsprache wird unter einem Durchgangssyndrom eine ganze Reihe von psychischen Störungen verstanden, deren Auslöser nicht immer bekannt sind.

Da es sich bei Durchgangssyndrom um eine Anhäufung verschiedener Krankheitsbilder handelt, ist die eindeutige Diagnosestellung oftmals erschwert. Zu den eher untypischen Symptomen, die in ihrer Gesamtheit für eine Definition des Durchgangssyndroms wichtig sind, gehören die allgemeine Desorientiertheit und Verwirrtheit der Betroffenen sowie ein unter Umständen aggressives Auftreten.

Als körperliche Anzeichen des Durchgangssyndroms treten meist ein Bluthochdruck, ein erhöhter Puls und ein übermäßiges Schwitzen auf.

Ursachen für Durchgangssyndrom

Bei den Ursachen, die zu einem Durchgangssyndrom führen können, geht es um eine ganze Ansammlung von auslösenden Faktoren. Die Entstehung des Durchgangssyndroms konnte bislang noch nicht konkret nachvollzogen werden.

Bei einem Durchgangssyndrom liegt ein enger Zusammenhang zwischen körperlichen Erkrankungen und deren Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem vor. Das Durchgangssyndrom wird häufig nach einer schweren Erkrankung oder einem umfangreichen operativen Eingriff beobachtet. Erstaunlicherweise halten die beim Durchgangssyndrom auftretenden Leiden nur einen begrenzten Zeitraum an, können aber auch Auslöser einer schweren psychischen Störung werden.

Von einem Durchgangssyndrom sind überwiegend Patientinnen und Patienten betroffen, die sich über eine lange Zeit in einer stationären Behandlung befanden und womöglich darauf hin verschiedene psychische Auffälligkeiten entwickeln. Überstandene Herzoperationen, Organtransplantationen, Unfälle oder Nachwirkungen auf bestimmte Narkosemittel können ebenfalls im ursächlichen Zusammenhang mit einem Durchgangssyndrom stehen.

Typische Symptome und Anzeichen bei Durchgangssyndrom

Diagnose und Verlauf bei Durchgangssyndrom

Im Verlaufe des Durchgangssyndroms stellen sich zunächst akut auftretende körperliche Beschwerden wie Lichtempfindlichkeit, Angst, starke Stimmungsschwankungen oder Missempfindungen auf. Die Patienten leiden im weiteren Verlauf unter Verwirrungszuständen, sind in ihrem Denkvermögen und ihrer Wahrnehmung eingeschränkt.

In einigen Fällen treten Halluzinationen und Furchtzustände auf. Die Beschwerden steigern sich und beeinträchtigen das "normale" Auftreten der Betroffenen stark, sodass ein Gang zum Arzt früher oder später auch aus Gründen der Selbstgefährdung nicht vermeidbar ist.

Bei der Diagnostik des Durchgangssyndroms stützt sich der Arzt zunächst auf die Anamnese, die Krankenbefragung und nimmt eine körperliche (hauptsächlich neurologische) sowie labormedizinische Untersuchung vor. Darüber hinaus muss bei einer Diagnose des Durchgangssyndroms eine sogenannte Ausschlussdiagnostik betrieben werden. Erweitert werden diese Maßnahmen durch die Nutzung spezieller Röntgenverfahren.

Behandlung und Therapie von Durchgangssyndrom

Ist das Bestehen eines Durchgangssyndroms eindeutig nachgewiesen worden, kommt es zu speziellen therapeutischen Maßnahmen. Liegen keine weiteren körperlichen Erkrankungen vor, bezieht sich die Behandlung beim Durchgangssyndrom überwiegend auf die Verbesserung der psychischen Verfassung der Betroffenen.

Hilfreich sind in diesem Moment die als Neuroleptika bekannten Arzneimittel. Diese bewirken bei einem Durchgangssyndrom eine Beruhigung und werden bei Bedarf über die Vene eingegeben. Es geht hierbei hauptsächlich um Medikamente wie Haloperidol oder Risperidon. Diese Wirksubstanzen verbessern bei den unter einem Durchgangssyndrom leidenden Patienten den Schlaf.

Ergänzt werden diese Arzneimittel bei starken psychischen Auffälligkeiten nach einer intensiven psychiatrischen Diagnostik des Durchgangssyndroms gegebenenfalls durch Psychopharmaka wie Antidepressiva (gegen depressive Zustände) oder Benzodiazepine.

Nicht in jedem Fall sind sehr umfangreiche Maßnahmen bei einem Durchgangssyndrom erforderlich. Dies hängt immer von der jeweiligen Ausprägung und dem Schweregrad der Belastung beim Durchgangssyndrom ab. Um der Verschlechterung eines Durchgangssyndroms vorzubeugen, sollte auf alkoholische Getränke verzichtet werden.

Mit Geduld und der Unterstützung der Angehörigen ist das Durchgangssyndrom nach einigen Tagen meist überstanden. Beim Durchgangssyndrom sind die Patientinnen und Patienten in der Regel nervlich durcheinander und müssen erst nach und nach zur Ruhe kommen.

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Vorbeugung von Durchgangssyndrom

Eine Vorbeugung gegen ein Durchgangssyndrom ist nicht möglich. Der Körper reagiert in verschiedenen Situationen auf eine Bedrohung über und befindet sich in einem Alarmzustand. Jeder Mensch verarbeitet eine intensive medizinische Behandlung und einen stationären Aufenthalt in einer Klinik anders. Auch intensive Eingriffe und Unfälle hinterlassen trotz sachgerechter medizinischer Betreuung und Versorgung ihre Spuren in der Seele und müssen erst verarbeitet werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Annerl kommentierte am 13.12.2013 um 19:07 Uhr

Ich hatte einen Herzinfarkt. Ich bekam einen Stent, trotzdem hatte ich drei Monate später die gleichen Schmerzen. Nach drei Tagen auf der Intensivstation kam ich auf Station, hatte aber die gleichen Schmerzen wie beim Infarkt. Mir hat niemand geglaubt.
Nach langer Zeit hat man endlich einen Schnelltest gemacht. Der Bypass hat sich wieder verschlossen. Also, nach drei Tagen eine Re-Operation. Ich hatte also eine Thrombose im Arm, die operiert wurde. Eine Embolie im Oberschenkel, die einen circa 50cm. langen Schnitt und drei Tage Koma als Folge hatte. Danach hatte ich regelrechte Wahnvorstellungen. Ich traute mich nicht mehr einzuschlafen, war ständig wach und hatte schreckliche Bilder vor Augen. Das ist jetzt sechs Jahre her und diese Bilder verfolgen mich Tag für Tag und Nacht für Nacht.
Ich habe mich erholt, bin zwar verrentet, aber ich lebe noch und mir geht es gut.
Schlafen kann ich heute noch nicht, nur vor Erschöpfung. Verdaut habe ich meine schlimmen Träume noch nicht.

Irene kommentierte am 06.06.2014 um 20:42 Uhr

Mein Mann war zur Mettallentfernung mit Rückenmarksnarkose im Krankenhaus. Er hat Parkinson und erhielt das Medikament Zopidem. Eine Stunde nach der Einnahme hatte er ein Durchgangssyndrom mit aggressivem Verhalten. Kann das die Nebenwirkung des Schlafmittels sein?