Durchblutungsstörungen und Krampfadern Teil 1

Nicht nur Knochen, Gelenke und Bänder bilden die Substanz unserer Beine und Füße, die wir zur Fortbewegung und damit zum Ortswechsel in unserer Umwelt so dringend benötigen. Auch Muskeln und Haut bilden ihre Bestandteile. Alle diese Gewebe bedürfen der Ernährung und damit der Blutversorgung. Darum soll heute hier über die häufigsten Beinleiden und über die wichtigsten Gefäßerkrankungen der Beine gesprochen werden, soweit sie von allgemeinem Interesse sind.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Arterien und Venen?

Wie allgemein bekannt ist, wird das Blut durch ein weitverzweigtes Netz von Blutgefäßen im Organismus verteilt. Man unterscheidet in diesem Blutsystem solche Gefäße, die das in der Lunge mit Sauerstoff angereicherte Blut zur Peripherie befördern und andere, die das mit Kohlendioxid und anderen Stoffwechselprodukten angereicherten Blut zum Herzen zurückführen. Die vom Herzen wegführenden Gefäße nennt man Arterien oder Schlagadern, die dem Herzen zuführenden dagegen werden Venen oder Blutadern genannt.

In den Geweben ist zwischen ihnen das Kapillarsystem eingeschaltet, ein feines Netz kleiner und kleinster Gefäße, in denen Sauerstoff und Nährstoffe an die Umgebung abgegeben werden. Während die größeren Arterien meist von der Muskulatur verdeckt, in der Tiefe verlaufen, liegt ein großer Teil der Venen dicht unter der Haut und ist dadurch der Beobachtung zugänglich.

Am Verlauf der Blutgefäße erkennt man das große arterielle Gefäß des Beines, die Oberschenkelschlagader, die vom Bauchraum her in die Muskelmanschette des Oberschenkels eintritt. Unter der Kniekehle gehen aus ihr die Unterschenkelarterien hervor, die sich weiter peripher in die Fußarterien aufteilen. Beim Venensystem des Beines muss man tiefe und oberflächliche Venen unterscheiden.

Die tiefen Venen folgen etwa dem Verlauf der Arterien. Die oberflächlichen bilden ein im Unterhautgewebe liegendes weitmaschiges Netz, aus dem zwei Hauptflusswege, der eine an der Innenseite von Unter- und Oberschenkel, der andere über der Wade verlaufend, das venöse Blut sammeln. Beide Venen münden in unterschiedlicher Höhe in das tiefe Venensystem des Beines.

Funktionsweise von Venen

Sie fragen sich nun sicher, auf welche Wese das Blut in den Venen entgegen der Schwerkraft wieder nach oben befördert wird. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die hier nicht im Einzelnen erwähnt werden können. Besonders wichtig sind jedoch für den venösen Rückfluss die in den Venen befindlichen Klappen, die sich nur bei Strömungsrichtung zum Herzen hin öffnen, sich im Normalfall bei umgekehrter Strömungsrichtung aber automatisch schließen. Durch den bei Bewegungen entstehenden Druck der Muskulatur wird so das venöse Blut von einem Venenabschnitt zum anderen weitertransportiert. Man kann diesen Vorgang etwa mit einem Schleusensystem vergleichen.

Die häufigeren Erkrankungen sind die der Venen. Wir kennen sie unter der Bezeichnung Krampfadern, die ein verbreitetes Leiden darstellen, das besonders im mittleren und höheren Alter beobachtet wird. Durch statistische Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass bei Menschen, die an Krampfadern leiden, häufig eine allgemeine Schwäche des Bindegewebes vorliegt. Oft bestehen gleichzeitig Knick-, Senk- oder Plattfüße. Beim Auftreten der Krampfadern während der Schwangerschaft spielt die Abflussbehinderung im Bereich der Beckenvenen eine Rolle. Gleichzeitig wirken hormonelle Einflüsse mit. Nach der Geburt kommt es jedoch meist zu weitgehender Rückbildung.

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