Duodenitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 18. Oktober 2016
Symptomat.deKrankheiten Duodenitis

Als Duodenitis bezeichnen Mediziner eine Entzündung der Zwölffingerdarmschleimhaut. Sie kann sowohl einen akuten als auch einen chronischen Verlauf nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Duodenitis?

Bei einer Duodenitis handelt es sich um eine Entzündung an der Schleimhaut des Zwölffingerdarms (Duodenum). Die Bezeichnung Zwölffingerdarm geht darauf zurück, dass dieser Körperteil etwa zwölf Finger breit ist.

Der Zwölffingerdarm ist Bestandteil des Darmschlauches und unmittelbar an den Magenpförtner angeschlossen. Als Kurve in der Form eines C stellt das Duodenum den Anfangsbereich des Dünndarms dar. Der Zwölffingerdarm hat die Aufgabe, die Magensalzsäure zu neutralisieren, die zusammen mit der Nahrung aus dem Magen in den Darm transportiert wird.

Ursachen

Verursacht werden kann eine Duodenitis von verschiedenen Auslösern. Dazu zählen in erster Linie Infektionen des Darmtraktes, die von Viren, Bakterien wie Shigellen oder Salmonellen sowie von Amöben hervorgerufen werden. Einer der häufigsten Verursacher der Zwölffingerdarmentzündung ist das Bakterium Heliobacter pylori, das sich oftmals bereits im Kindesalter im Magen einnistet und bei rund zehn Prozent aller Betroffenen Beschwerden auslöst.

So verfügt das Bakterium über die Eigenschaft, Ammoniak herzustellen. Dies kann die Oberflächenschleimhaut im Dünndarm reizen und schließlich Entzündungsreaktionen hervorrufen. Wird dabei die Oberflächenschicht der Schleimhaut durchdrungen, besteht die Gefahr eines Zwölffingerdarmgeschwürs. Aber auch schädliche Substanzen wie bestimmte Medikamente, zu denen unter anderem nichtsteroidale Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Naproxen sowie Ibuprofen gehören, können sich schädigend auf die Schleimhaut des Zwölffingerdarms auswirken.

Dies gilt besonders für eine langfristige Anwendung. In seltenen Fällen ist die entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn der Urheber einer Duodenitis. Als weitere mögliche Ursachen kommen Erkrankungen des Magens, der Gallenwege oder Bauchspeicheldrüse, Störungen des Zentralnervensystems, Stress sowie die Einwirkung von alkoholischen Getränken infrage.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bemerkbar macht sich eine Duodenitis auf unterschiedliche Weise. In vielen Fällen wird sie von den Betroffenen sogar überhaupt nicht bemerkt, sodass nur zufällig eine Diagnose erfolgt. Als typische Symptome der Zwölffingerdarmentzündung gelten stechende oder drückende Schmerzen, die unter dem Rippenbogen auftreten, Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme sowie Übelkeit und Erbrechen.

Liegt ein Zwölffingerdarmgeschwür vor, zeigen sich die Beschwerden besonders zwischen den Mahlzeiten. Sie können aber auch in nüchterndem Zustand auftreten und sich nach dem Essen bessern, wodurch die Schmerzen im Anschluss an die Mahlzeiten nachlassen.

Im Falle einer chronischen Duodenitis oder bei einem Zwölffingerdarmgeschwür treten nicht selten schwarzer oder blutiger Stuhl sowie intensive Bauchschmerzen auf. Weil dies auf eine Darmblutung hinweisen kann, sollte in solchen Fällen rasch ein Arzt konsultiert werden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Führen die Beschwerden der Duodenitis zu einem Arzt, nimmt dieser in der Regel zunächst eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) vor oder lässt Röntgenaufnahmen anfertigen. Des Weiteren hat er die Möglichkeit, eine Duodenoskopie durchzuführen, bei der es sich wie bei der Gastroskopie um eine Spiegelung mit einem Endoskop handelt.

Ausgestattet ist das Endoskop mit einem dünnen Schlauch sowie einer Kamera. Dieses Instrument führt der Arzt über die Speiseröhre und den Magen in den Zwölffingerdarm ein. Mithilfe der Kamera werden Aufnahmen gemacht, die sich auf einem angeschlossenen Monitor abspielen lassen. Mithilfe eines kleinen Instruments, das am Schlauch des Endoskops angebracht ist, kann der Arzt von der Wand des Zwölffingerdarms Proben entnehmen, was als Biopsie bezeichnet wird.

Als eindeutiges Anzeichen einer Duodenitis gilt eine Schwellung an der obersten Darmwandschleimhaut. Außerdem sind Magenschleimhautzellen innerhalb des Zwölffingerdarms zu finden. Schwere Ausprägungen einer Zwölffingerdarmentzündung kann der Arzt an einer Atrophie (Ausdünnung) erkennen. Ein Geschwür lässt sich als deutlich begrenzte Entzündung identifizieren.

Eine Duodenoskopie kann der Patient im wachen Zustand verfolgen. Es aber ebenso möglich, ihm eine Oberflächennarkose zu verabreichen. Normalerweise nimmt die Duodenitis einen positiven Verlauf und schon nach wenigen Tagen wird bei einer entsprechenden medizinischen Behandlung wieder Beschwerdefreiheit erreicht. Lässt sich jedoch die Ursache des Leidens nicht feststellen, kann die Entzündung immer wieder zurückkehren.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung der Duodenitis steht das Bekämpfen der auslösenden Ursache im Mittelpunkt. Wurde die Entzündung des Zwölffingerdarms durch die Einnahme von Schmerzmitteln ausgelöst, ist es ratsam, diese Mittel durch andere Medikamente zu ersetzen. Ruft dagegen das Bakterium Heliobacter pylori die Erkrankung hervor, muss dessen Besiedlung des Magen-Darm-Trakts beendet werden, wodurch die Therapie der Entzündung auf indirekte Weise erfolgt.

Eine solche Behandlung kann sieben bis zehn Tage in Anspruch nehmen. Dabei wird dem Patienten ein sogenannter Protonenpumpenhemmer (Magensäureblocker) verabreicht. Darüber hinaus erhält er eine Kombination aus zwei Antibiotika wie Metronidazol, Clarithromycin oder Amoxicillin. In den meisten Fällen erholt sich der Zwölffingerdarm nach dieser Behandlung wieder von der Entzündung.

Bei einigen Patienten reicht bereits eine Senkung der Magensäureproduktion aus. So wird die sensible Schleimhaut des Zwölffingerdarms nicht selten durch die Salzsäure, deren Herstellung im Magen stattfindet, in Mitleidenschaft gezogen. Reduzieren lässt sich die Magensäure durch eine schonende Ernährungsweise mit fettarmer milder Vollkost, die leicht zu verdauen ist.

Dagegen wirken sich fettreiche Nahrungsmittel anregend auf die Magensäureherstellung aus und belasten den Magen-Darm-Trakt. Zur Unterstützung des Zwölffingerdarms können außerdem Naturheilmittel wie Senfsamenkörner, Aloe mit Zuckerwasser oder mit Honig vermischter Breitwegerichsaft eingenommen werden.




Vorbeugung

Um einer Duodenitis vorzubeugen, empfiehlt sich eine gesunde Lebensweise, die sich aus leicht verdaulicher Vollkost zusammensetzt. Sinnvoll sind zudem der Verzicht auf Alkohol, Tabak sowie Medikamente, die den Magen-Darm-Trakt schädigen können.

Bücher über Magenschmerzen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Duodenitis?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: