Duktales Karzinom in situ

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Dezember 2017
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Das duktale Karzinom in situ, kurz DCIS, ist eine sehr früh entdeckte Brustkrebsform. Der Brustkrebstumor ist noch auf die Milchgänge beschränkt und konnte keine Metastasen bilden. Daher das duktales Karzinom in situ immer heilbar und weist gute Prognosen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das duktale Karzinom in situ?

Das duktale Karzinom in situ ist keine echte Brustkrebserkrankung, sondern die Vorstufe des Mammakarzinoms. Da DCIS die Trennungsschicht zum Gewebe nicht durchbrochen hat, wächst der betroffene Bereich nicht in die Umgebung ein und es wurden keine Metastasen gebildet.

Man findet das duktale Karzinom in situ zumeist in den Milchgängen. Diese können vollständig oder teilweise mit den atypischen Zellen ausgekleidet sein, die Gewebeveränderung kann an einer oder mehreren Stellen der Brust auftreten.

In seltenen Fällen hat sich der Tumor aber doch auf das benachbarte Gewebe ausgeweitet, man spricht dann von einem invasiven Wachstum. Insbesondere DCIS-Herde mit einer Größe über 2cm weisen häufig invasive Bereiche auf, die jedoch so klein bleiben, dass sie nur bei minuziöser histologischer Aufbereitung gefunden werden können.

Ursachen

Die genauen Ursachen des duktalen Karzinoms in situ konnten bisher nicht erschöpfend wissenschaftlich geklärt werden. Man konnte, wie bei Mammakarzinomen, spontane Erkrankungsfälle beobachten, bei denen keine medizinische Ursache ausgemacht werden konnte. Es scheinen jedoch die Risikofaktoren vorzuliegen, die als begünstigend für das Mammakarzinom bekannt sind.

Diese sind:

  • Kinderlosigkeit und späte Schwangerschaften nach dem 30. Lebensjahr,
  • das frühe Einsetzen der Periode und das späte Eintreten der Menopause,
  • eine dauerhaft ungesunde, fettlastige Ernährung,
  • Rauchen und Alkoholkonsum
  • und die langjährige Einnahme weiblicher Sexualhormone.

Insbesondere die Einnahme der Pille und Hormonersatzterapien gegen Wechseljahresbeschwerden erhöhen das Brustkrebsrisiko, wenngleich geringfügig. Zwar spricht man heute häufiger von genetischer Veranlagung, aber nur bei 5 bis 10% der Betroffenen konnte eine genetische Komponente festgestellt werden. Ein Gentest für Frauen in Risikogruppen ist dennoch empfehlenswert.

Typische Symptome & Anzeichen

Beim duktalen Karzinom in situ gibt es in der Regel keine auffälligen Symptome. In nur sehr wenigen Fällen ist mit Schmerzen in der Brust, Knoten oder gar blutiger Sekretion aus der Brustwarze zu rechnen.

Diagnose & Verlauf

Nicht alle Knoten in der Brust, deuten auf Brustkrebs hin. Dennoch sollten sie in der Mammographie abgeklärt werden.

Da das duktale Karzinom in situ nur selten mit Symptomen wie Schmerzen in der Brust, tastbaren Tumoren oder einer blutigen Sekretion aus der Brustwarze auftritt, ist die frühzeitige Diagnose schwer. In der Regel wird die DCIS erst bei einer Mammografie entdeckt. Zur genaueren Diagnostik entnimmt der Radiologe kleine Gewebeproben, die von einem Pathologen analyisiert werden.

Um die Aggressivität des Tumors festzustellen, nutzt man ein dreigradiges WHO-Schema. Je höher der Kerngrad ist, desto aggressiver ist der Tumor und desto unsicherer und riskanter der Verlauf. Grundsätzlich können sich duktale Karzinome in situ zu echten Karzinomen entwickeln, sie müssen es aber nicht.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Schmerzen in der Brust bemerkt werden, sollte ein Arzt konsultiert werden. Ein duktales Karzinom in situ tritt zwar nur selten mit eindeutigen Symptomen auf, Beschwerden im Bereich der Brüste sind aber in jedem Fall abzuklären. Wird die Geschwulst während einer Routine-Untersuchung erkannt, ist eine Behandlung zu empfehlen. Betroffene Frauen sollten hierzu einen Experten konsultieren. Der Mediziner kann dann anhand des Schweregrads des duktalen Karzinoms in situ eine individuelle Behandlung festlegen, bei der Strahlenbelastung und Operationsrisiken möglichst gering ausfallen.

Nach erfolgreicher Entfernung der Geschwulst sollte regelmäßig Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Sollten sich Blutungen oder ernste Nachwirkungen der Strahlentherapie einstellen, ist ein Arztbesuch angezeigt. Bei Anzeichen eines Brusttumors sollte zeitnah die Klinik aufgesucht werden, damit die Vermutung ausgeräumt bzw. bei einem Karzinom direkt die notwendigen Schritte eingeleitet werden können. Da eine ernste Erkrankung die Betroffenen unter Umständen auch seelisch belastet, empfiehlt sich begleitend zur ärztlichen Behandlung auch eine therapeutischer Beratung.

Komplikationen

Bei dem duktalen Carcinoma in situ handelt es sich um ein relativ oft vorkommendes invasives Frühkarzinom der weiblichen Brust. Das Symptom tritt zumeist in den Milchgängen auf, belässt aber die Basalmembran intakt, da die streuenden Eigenschaften ausgesprochen gering sind. Bei rechtzeitig eingeleiteten Maßnahmen besitzt das duktale Carcinoma in situ ausgezeichnete Heilungschancen.

Werden die Gewebsknoten vom Betroffenen jedoch nicht rechtzeitig festgestellt oder ignoriert, kann das Karzinom wachsen und sich als Komplikationsfolge innerhalb weniger Jahre negativ entwickeln. Haben die Wucherungen bereits eine variable Gestalt angenommen, wachsen sie und weiten sich sogar bis auf die Lymphknoten aus. Haut und Brustwarze verändern sich dabei und teilweise bildet sich eine zentrale Nekrose. Im Härtefall muss die Brust amputiert werden.

Daher ist bei eventuellem Verdacht oder Befall ein regelmäßig in Anspruch genommenes Mammographie-Screening ausgesprochen wichtig. Ferner werden, um das Komplikationsrisiko einer bösartigen Krebsstufe niedrig zu halten, operative Maßnahmen zügig anvisiert. Hierbei wird das duktale Carcinoma in situ mit ausreichend Sicherheitsabstand entfernt.

Die Operation wird im Allgemeinen gut vertragen. Teilweise wird nach dem Eingriff eine antihormonelle Therapie beziehungsweise Chemotherapie empfohlen. Je nach Verfassung und Akzeptanz des Symptoms reagieren Betroffene mit psychischen und physischen Problemen, die im Rahmen der ganzheitlichen Diagnostik berücksichtigt und mit in den Therapieplan fließen.

Behandlung & Therapie

Mediziner raten den vom duktalen Karzinom in situ betroffenen Frauen grundsätzlich zur Behandlung, um das Risiko einer Entwicklung zum echten Karzinom auszuschließen. Die moderne Forschung bezweifelt die Richtigkeit dieses Vorgehens, insbesondere wegen der Strahlenbelastung und den Operationsrisiken, und schlägt eine regelmäßige Beobachtung vor.

Entscheidet sich die Patientin für eine Behandlung, so sollte sie diese unbedingt von einem Experten durchführen lassen. Nur dieser kann die individuell richtige Behandlung festlegen, die sich unter anderem am Schwergrad des duktalen Karzinoms in situ orientierten muss.

Die Standardtherapie ist die operative Entfernung des befallenen Gewebes. Diese erfolgt mit fünf bis zehn Milimetern Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe. Normalerweise ist die Erhaltung der Brust möglich, je nach Ausweitung und Größe des Tumors kann aber die Entfernung der gesamten Brustdrüse nötig werden. Im Gegensatz zu Brustkrebsoperationen können die Achsellymphknoten zumeist belassen werden.

Obwohl die Wissenschaft keinen Heilungsvorteil durch Chemotherapie nachweisen konnte, ist die postoperative Bestrahlung mittlerweile fester Therapiebestandteil. Nach einer eingehenden individuellen Risikoabwägung können sich Arzt und Patientin zudem für die antihormonelle Therapie entscheiden. Diese erfolgt meist mit Tamoxifen, dessen wichtigste Nebenwirkungen das Ausbleiben der Periode, Hitzewallungen, Übelkeit und Kopf- und Knochenschmerzen sind.

Wurde das duktale Karzinom in situ vollständig entfernt, so ist die Prognose als sehr gut zu bezeichnen.

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Aussicht & Prognose

Das duktale Karzinom in situ hat eine gute Prognose. Die Brustkrebsform wird im Anfangsstadium entdeckt und kann mit den derzeitigen medizinischen Möglichkeiten gut behandelt sowie therapiert werden. In einem operativen Eingriff werden die Gewebeveränderungen vollständig entfernt. Da es bei dieser Form des Karzinoms zu keiner Bildung von Metastasen kommt, gilt der Patient im Normalfall nach der Operation als geheilt. Es besteht keine weitere gesundheitliche Krebsgefährdung.

In den meisten Fällen kommt es jedoch vorsorglich zu einer Krebsnachsorge. Eine Bestrahlung oder Chemotherapie wird angesetzt, die eine Ausbildung weiterer Karzinome unterbinden soll. Diese Therapieformen sind mit zahlreichen Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen verbunden. Die Lebensqualität ist in der Zeit der Krebstherapie stark herabgesetzt. Nach dem Abschluss der Therapie benötigt der Patient mehrere Monate oder Jahre, bis er sich vollständig erholt hat und seinen Alltag wieder unbeschwert gestalten kann.

Das duktale Karzinom in situ kann sich trotz der Krebsnachsorge jederzeit erneut ausbilden. Die gute Prognose ist auch bei einer Wiederkehr gut. Problematisch wird der Heilungsweg für Patienten, die durch das duktale Karzinom in situ an einer psychischen Störung erkranken. Bei einer Angststörung oder Depression kann es zu einer weiteren verminderten Lebensqualität kommen. Die Prognose des duktalen Karzinoms in situ ist davon dennoch unberührt.

Vorbeugung

Außer der Vermeidung von Risikofaktoren der DCIS können Frauen aufgrund der unzureichenden Forschung derzeit keine präventiven Maßnahmen ergreifen.

Das können Sie selbst tun

Das Duktale Karzinom in situ ist eine Tumorerkrankung, die zumeist ohne schwere Komplikationen bei frühzeitiger Diagnose heilbar ist. Um den Prozess der Heilung positiv zu unterstützen, stehen dem Patienten zahlreiche Selbsthilfe-Optionen zur Verfügung.

Das Duktale Karzinom in situ neigt zwar durch seine Beschaffenheit wenig zum Streuen, doch dies ist a priori abhängig von der körperlichen Verfassung, den angewandten operativen Maßnahmen und dem Alter des Betroffenen. Je nachdem welcher Grad das Syndrom besitzt, sollte der Patient als erste Selbsthilfemaßnahme seine Lebensgewohnheiten ändern. Dazu gehört eine vitaminreiche fettarme Kost, der Verzicht auf Zucker, Alkohol, Zigaretten und Drogen so wie die Vermeidung von Stress und extremer körperlicher Belastung.

Während der Strahlentherapie sowie der anschließenden medikamentösen Antihormongabe ist es ratsam, seinen Alltag in Ruhe zu bewältigen. Bei stark eingeschränktem Zustand bekommt der Patient Hilfeleistungen gestellt. Therapeutische Maßnahmen und Selbsthilfegruppen können die Gefahr einer Depression durch eventuelle Schmerzen mildern und sogar vermeiden. Eine künstlerische Beschäftigung im Rahmen der Selbsthilfe oder einer Rehabilitation ist ebenfalls eine große Unterstützung. Leichte körperliche Tätigkeiten wie Spazierengehen, Yoga und Meditation zur Bewältigung der Krankheit können neue Lebensenergie und Stärke freisetzen.

Auch nach positivem Behandlungsverlauf sollte eine gesunde Lebensweise beibehalten und regelmäßige Kontrolluntersuchungen in Anspruch genommen werden.

Bücher über Brustkrebs

Quellen

  • Heywang-Köbrunner, S.H., Schreer, I.: Bildgebende Mammadiagnostik. Thieme, Stuttgart 2015
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Regierer, A.C., Possinger, K.: Mammakarzinom. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2005

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