Druckpuls

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 22. November 2016
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Als Druckpuls wird in der Physiologie die Blutdruckdarstellung in Kurvenform bezeichnet. Davon zu unterscheiden ist der kardiologische Druckpuls, der einem bradykard kräftigen Puls mit gleichzeitigem Blutdruckanstieg entspricht und als Symptom für steigenden Hirndruck gilt. Hirndruckanstiege können mit Entzündungen, Tumoren oder Hirnblutungen in Zusammenhang stehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Druckpuls?

Der Puls ist die mechanisch rhythmische Ausdehnung oder Kontraktion der Gefäßwandmuskulatur, die von der Herzaktion veranlasst wird. Zuweilen ist mit dem Puls auch die elektronisch messbare und tastbare Gefäßausdehnung von Arterien in bestimmten Körperregionen gemeint.

Das Herz sendet Druckwellen aus, die sich in dem Verhalten der einzelnen Gefäße niederschlagen. Die Aufzeichnung der Druckwellen oder des Blutdruckverlaufs während Diastole und Systole des Herzens wird von der Physiologie als Druckpuls bezeichnet. Diese Aufzeichnung erfolgt als Kurvendarstellung, die die Druckwellen klar festhalten kann.

Die Kardiologie spricht außerdem bei einer bestimmten Pulsqualität vom Druckpuls. Als Druckpuls bezeichnet der Kardiologe so einen bradykarden, kräftigen Puls unter gleichzeitigem Blutdruckanstieg. Bradykard bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich die Herzfrequenz des Patienten trotz des Blutdruckanstiegs verlangsamt. Als Pulsqualität der Kardiologie ist der Druckpuls pathophysiologisch assoziiert und deutet somit symptomatisch auf krankhafte Körperprozesse hin.

Funktion, Wirkung & Ziele

Der Druckpuls der Physiologie entspricht der graphischen Aufzeichnung des Blutdruckverlaufs bei Sys- und Diastole des Herzens, der einer Kurvendarstellung entspricht. Innerhalb der Aorta liegt ein langsamer Blutdruckverlauf mit geringeren Werten als in den peripheren Gefäßen. Die einzelnen Gefäße im menschlichen Körper sind anatomisch unterschiedlich aufgebaut. In der Peripherie des Körper sind die Gefäße etwas enger und etwas weniger elastisch als im Körperzentrum.

Diese Qualitätsunterschiede führen zu Unterschieden im Blutdruckverlauf zwischen Peripherie und Zentrum. Die Unterschiede machen sich quantitiv sowie qualitativ bemerkbar. Darüber hinaus reflektieren die vom Herzen ausgesandten Druckwellen an Gefäßaufzweigungen und Sphinktergefäßen. Die reflektierten Druckwellen ziehen dabei sozusagen Richtung Herz zurück, das bereits die nächste Druckwelle aussendet. Mit dieser neu ausgesandten Welle addieren sich die reflektierten Druckwellen, sodass es zu einer Überhöhung der neu ausgeschickten Welle kommt.

Zusätzlich reflektiert auch die neu ausgeschickte Druckwelle des Herzens wieder an Gefäßaufzweigungen und Sphinktergefäßen und lässt durch diese Reflexion eine schwach zweischlägige Pulswelle entstehen, die auch als dikrotische Pulswelle bezeichnet wird.

Als Druckpuls wird in der Physiologie die Blutdruckdarstellung in Kurvenform bezeichnet.

Der Druckpuls im Sinne der graphischen Pulsdarstellung zeigt aus diesem Grund in den peripheren Gefäßen natürlicherweise eine höhere Blutdruckamplitude als im Zentrum. Der Begriff der Pulsamplitude bezieht sich auf den Zusammenhang, dass das Herz in zwei unterschiedlichen Phasen arbeitet. Die erste davon ist die Kontraktionsphase oder Auswurfphase, die auch als Systole bezeichnet wird. Die zweite Phase ist die Erschlaffungsphase oder Diastole, die als Füllungs- oder Ruhephase bekannt ist. Aus diesem Grund erzeugt das Herz seine Druckwellen nur während der Kontraktion der Systole. Die Differenz von systolischem Spitzendruck und diastolischem Minimaldruck ist die Pulsamplitude, der Pulsdruck oder die Blutdruckamplitude.

Aufgrund der Gefäßqualitäten in Peripherie und Zentrum sowie aufgrund der Wellenreflexionen liegt bei der Druckpulsmessung sogar an einem Untersuchten in liegender Position innerhalb der Beine oder Füße eine größere Amplitude des Blutdrucks vor als innerhalb des Zentrums. In der Nähe des Herzens zeigt die Kurve des Druckpulses einen Einschnitt, der auch als Inzisur bezeichnet wird. Dieser Einschnitt liegt an einem geringen Rückstrom von Blut gegen die Aortenklappen. Der Schluss der Aortenklappe hebt die Inzisur in der Regel auf.

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Krankheiten & Beschwerden

In der Kardiologie ist mit dem Druckpuls nicht die grafische Darstellung mit den beschriebenen Eigenheiten, sondern ein langsamer und gleichzeitig kräftiger Puls gemeint, der mit Blutdruckanstieg einhergeht. Der Druckpuls ist in diesem Zusammenhang ein mögliches Symptom für pathologische Körpervorgänge. Die Pathophysiologie kennt den kardiologischen Druckpuls als Symptom einer raschen Hirndrucksteigerung. Ein schneller Anstieg des Hirndrucks ist lebensbedrohlich. Das Gehirn hat bei einem Druckanstieg irgendwann nicht mehr ausreichend Platz und wird letztlich eingeklemmt oder eingedrückt. Bei einer Kompression von vegetativen Gehirnarealen tritt der Tod ein.

Unterschiedliche Krankheitsprozesse können für einen schnellen Hirndruckanstieg und den damit assoziierten Druckpuls verantwortlich sein. Einer davon ist ein schnell wachsender Tumor. Das Tumorgewebe dehnt sich aus und verdrängt damit das Nervengewebe des Gehirns, sodass Stück für Stück der Hirndruck ansteigt.

Nicht immer muss ein Hirndruckanstieg aber mit Tumorerkrankungen assoziiert sein. Auch die Gehirnhautentzündung oder andere Entzündungsprozesse im Hirngewebe können den Druck innerhalb des Schädels ansteigen lassen. Verantwortlich für entzündliche Prozesse im Gehirn sind unter Umständen Mikroorganismen wie Bakterien. Auch Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose können durch entzündliche Prozesse einen leichten Druckanstieg herbeiführen, der in der Regel aber nicht in eine lebensbedrohliche Situation mündet und typischerweise nicht mit Druckpuls einhergeht.

Anders steht es beim Hirnödem. Ab einer gewissen Größe können sich solche Wasseransammlungen im Gehirn in einem raschen Hirndruckanstieg mit Druckpuls manifestieren. Auch Hirnblutungen im Rahmen von unfallbedingten Traumata sind ab einem gewissen Ausmaß der Blutung lebensbedrohlich, da das Hirngewebe durch das austretende Blut an Platz verlieren kann und damit der Druck im Gehirn ansteigt.

Ein steigender Hirndruck macht sich neben dem Druckpuls in Symptomen wie Bewusstseinseintrübung oder Bewusstlosigkeit sowie Übelkeit bis hin zu Erbrechen mit starken Kopfschmerzen bemerkbar. Die mit dem Druckanstieg verbundene Kompression des Hirngewebes kann außerdem Defizite aller Körpervorgänge bedingen, so zum Beispiel motorische, sprachliche oder kognitive Defizite.

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