Druck auf den Ohren

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. Oktober 2017
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Jeder kennt das Gefühl, wenn er einen Druck auf den Ohren hat. Die Gründe sind vielfältig. Jedoch treten, wenn der sogenannte Druckausgleich nicht funktioniert, auch andere Ohrenbeschwerden auf.

Inhaltsverzeichnis

Was kennzeichnet Druck auf den Ohren?

Die Ohrtrompete (medizinisch auch Tuba auditiva genannt) spielt die größte Rolle, um Druck auf den Ohren auszugleichen. Die Ohrtrompete stellt die Verbindung zwischen dem Mittelohr und dem Nasenrachenraum dar und sorgt, dass das Mittelohr „belüftet“ wird, sodass ein Druckausgleich erfolgen kann. Des Weiteren fließt über die Ohrtrompete ein Sekret, das aus dem Mittelohr kommt und in den Rachen weitertransportiert wird. Das Trommelfell ist in seinen Schwingungen nur dann nicht beeinträchtigt, wenn das Mittelohr frei von Sekreten ist.

Ursachen

Der Druck auf den Ohren entsteht dann, wenn die Belüftung der Ohrtrompete beeinträchtigt ist und somit ein Druckausgleich zum Mittelohr nicht gegeben sein kann. Mediziner sprechen immer wieder von „Belüftungsstörungen“ oder auch „Tubenventilationsstörungen“. Jene Probleme entstehen dann, wenn die Ohrtrompete blockiert oder zugeschwollen ist beziehungsweise sich nicht richtig öffnen kann.

Liegt ein Unterdruck im Ohr vor, wölbt sich das Trommelfell nach innen; der Betroffene klagt über Schmerzen und über den bekannten Druck auf den Ohren. Ist die Ohrtrompete derart verschlossen, dass sich das Sekret ansammelt und gegen das Trommelfell drückt, entstehen mitunter auch Schmerzen und ein Druck auf das Ohr. Staut sich das Sekret, kann in weiterer Folge eine Mittelohrentzündung entstehen.

Vor allem Kinder leiden häufig an derartigen Entzündungen, da hier keine volle Entwicklung der Ohrtrompete gegeben ist. Weitere Ursachen für einen Druck auf den Ohren sind Infektionen, Allergien, zu viel Ohrenschmalz, Probleme mit dem Kiefergelenk, Muskelverspannungen im Bereich des Kiefers und Gaumen, ein Hörsturz oder auch eine permanent geöffnete Ohrtrompete.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Liegt ein Unterdruck im Ohr vor, wölbt sich das Trommelfell nach innen; der Betroffene klagt über Schmerzen und über Druck auf den Ohren.

Der Mediziner muss, damit die Ursache herausgefunden wird, verschiedene Untersuchungen vornehmen. Wichtig ist, dass hier ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) kontaktiert wird. Mittels Otoskopie (Ohrenspiegelung) können Veränderungen am Trommelfell festgestellt werden. Eine weitere Methode ist die pneumatische Otoskopie. Im Rahmen jener Untersuchung verwendet der Arzt ein Otoskop, mit welchem der äußere Gehörgang abgeschlossen werden kann.

In weiterer Folge wird durch einen Ballon Luft - direkt in den Gehörgang - eingeführt und sodann abgelassen. Während dieses Vorgangs kann der Arzt das Trommelfell beobachten und feststellen, wie sich das Druckverhältnis entwickelt. Im Rahmen einer Rhinoskopie (Nasenspiegelung) können etwaige Entzündungsvorgänge diagnostiziert werden, die vorwiegend im Nasenraum vorhanden sind.

Mittels Hörtest ist etwa möglich, ob Hörprobleme bestehen. Während der Druck - in vielen Fällen - nach kurzer Zeit nachlässt, können mitunter auch derart starke Beschwerden auftreten, sodass eine Therapie notwendig ist.

Komplikationen

Druck auf den Ohren kann als Symptom vieler Ursachen auftreten. Mögliche Komplikationen hängen von der Grunderkrankung ab und reichen von einfachen Begleiterscheinungen wie gedämpftem Hörvermögen und Ohrenschmerzen bis hin zu schwerwiegenden Komplikationen wie Gehörverlust. Je nach Ursachen können zudem Schwindelgefühle, Missempfindungen im Bereich von Ohren und Hörkanal und Phantomschmerzen im Ohr auftreten.

Häufig kommt es mit fortschreitender Erkrankung zu einem „Völlegefühl“ im Ohr und damit einhergehend oft auch zu Konzentrationsschwierigkeiten und anderen Folgesymptomen. Tritt in Folge einer Erkrankung Ohrendruck auf, kommt es begleitend oft zu Erkältung, Allergien oder einer Mittelohrentzündung. Im Extremfall folgt auf den Druck auf den Ohren ein Hörsturz, also ein teilweiser oder vollständiger Gehörverlust auf einem oder beiden Ohren. Liegt ein beschädigtes Trommelfell als Ursache vor, kann sich die Hörleistung ebenfalls verschlechtern.

Ähnlich bei psychischen Ursachen wie etwa Stress, welche weitere Komplikationen wie körperliches Unwohlsein, Schlaflosigkeit oder Schwäche mit sich bringen können. Liegt dem Druck auf den Ohren eine Verletzung oder Verspannung von Kiefer oder Halswirbelsäule zugrunde, kommt es begleitend zu Kopf- und Kieferschmerze, während sich der Ohrendruck verstärkt. Ein Tinitus kann auftreten und seinerseits zu weitreichenden Folgesymptomen und Erkrankungen führen. Eine Abklärung der Beschwerden durch einen Arzt ist aufgrund der vielgestaltigen Komplikationen und Symptome von Ohrendruck zu empfehlen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Druck auf den Ohren muss meist kein Arzt konsultiert werden. Wenn der Druck beispielsweise während einer Erkältung oder dem Aufenthalt in verschiedenen Höhenlagen auftritt, sollten die Symptome nach einiger Zeit ohne Behandlung nachlassen und ein Arztbesuch ist nicht notwendig.

In Verbindung mit anderen Symptomen oder bei anhaltendem Druck auf den Ohren, der nicht ausgeglichen werden kann, ist es jedoch sinnvoll einen Experten aufzusuchen, um die Ursache für die Beschwerden zu finden. In Zusammenhang mit Ohrendruck bedenkliche Symptome sind unter anderem starke Schmerzen im Ohr oder im Bereich um das Ohr, allgemein starke Kopfschmerzen und geminderte Hörfähigkeit bis Hörverlust. Tritt eines dieser Symptome auf, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden, um schwerwiegende Krankheiten ausschließen zu können und die Beschwerden zu lindern.

Auch wenn der Druck auf den Ohren mit Schwindel oder Sehstörungen einhergeht ist ein Arztbesuch unumgänglich, da im schlimmsten Fall ein Tumor für die Beschwerden verantwortlich sein könnte.

Ärzte können auf Basis der Beschwerden und der Vorgeschichte der Patienten meist schnell eine Diagnose stellen. Ist dies nicht direkt möglich, werden weitere Tests durchgeführt, um die Ursache zu finden. Mit Hilfe der Diagnose kann eine passende Therapie eingeleitet werden, um den Körper vor möglichen Spätfolgen wie beispielsweise Hörverlust zu schützen.

Behandlung & Therapie

Klassische Maßnahmen sind Gähnen, Schlucken oder Kauen, wobei auch Einatmen und ein langsames Ausatmen, während der Betroffene den Mund geschlossen hält und die Nase zuhält, zum Erfolg führen können (sogenannte Valsalva-Manöver). Besteht der Druck auf den Ohren während den Flugreisen, sollten - vor dem Start des Fliegers - abschwellende Nasentropfen verwendet werden. Somit kann der Betroffene den Druckausgleich erleichtern.

Sind jedoch Erkrankungen für den Druck auf den Ohren verantwortlich, müssen jene behandelt werden. Dabei kommen auch unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. Vorwiegend verordnen Mediziner abschwellende Nasensprays, Antibiotika, antiallergische Mittel oder auch Glukokortikoide. Liegt die Ursache an einer Flüssigkeitsbildung hinter dem Trommelfell, kann ein operativer Eingriff für Abhilfe schaffen. Der Mediziner setzt das Paukenröhrchen in das Trommelfell ein, welches dafür sorgt, dass die Flüssigkeit ablaufen kann. Ein Luftaustausch wird ermöglicht.

Anatomische Begebenheiten können ebenfalls einen Druck auf den Ohren verursachen. Vor allem vergrößerte Rachenmandeln oder auch eine Nasenscheidewandverkrümmung sind klassische anatomische Ursachen, die operativ behoben werden können. Liegt etwa eine verengte Ohrtrompete vor, sodass auch neuere Methoden wie etwa die Ballondilatation angewandt werden können, wird der der Mediziner jene Methode bevorzugen.

Der Mediziner bringt - im Rahmen der Behandlung - einen Ballonkatheter in die Ohrtrompete ein. Das Einführen erfolgt mittels eines speziellen Endoskops durch die Nase des Betroffenen. Danach wird der Ballonkatheter mit einer physiologischen Kochsalzlösung aufgeblasen und dehnt in weiterer Folge die verengte Passage. Experten sind der Meinung, dass das Dehnen dazu führt, dass in weiterer Folge mehr Platz entsteht und die Einengung behoben werden kann.

Durch jene Behandlung kann sehr wohl der Druck im Ohr behoben werden. Mitunter kann aber nicht gesagt werden, ob es sich um ein langfristiges Ergebnis handelt; das Verfahren ist noch relativ neu beziehungsweise wird nur in wenigen Fällen tatsächlich durchgeführt. Eine weitere Methode, die ebenfalls zu den neuen Verfahren zählt, ist die Lasertuboplastik. Dabei handelt es sich um einen operativen Eingriff.

Der Mediziner trägt mittels Laser Gewebe direkt vom Eingang der Ohrtrompete ab und kann somit den Platz, den die Ohrtrompete benötigt, vergrößern. Jener Platzgewinn soll sich in weiterer Folge positiv auf die sogenannte Belüftungsstörung auswirken. Jedoch kann auch bei dieser Methode nicht von einem langfristigen Ergebnis gesprochen werden, da auch hier ungenügende Studien vorliegen, welche die Lasertuboplastik befürworten.

Aussicht & Prognose

Ein Druck auf den Ohren ist in der Regel immer mit einer bestimmten Situation verbunden, die diesen auslöst. Er kann dabei nur in seltenen Fällen allgemein behandelt werden und verschwindet meistens relativ schnell wieder. Daher muss der Betroffene nur in sehr seltenen Fällen mit dieser Beschwerde einen Arzt aufsuchen oder Medikamente einnehmen.

Durch den Druck auf den Ohren entsteht ein unangenehmes Gefühl, welches alltägliche Situationen erschweren kann. Auch kann der Betroffene bei diesem Druck schlechter hören, da das Trommelfell nicht gut erreicht wird. Dies führt daher zu einer verminderten Lebensqualität.

Ein Druck auf den Ohren entsteht bei den meisten Menschen nur kurzfristig und verschwindet dann auch wieder, wenn eine bestimmte Situation oder Höhenlage wieder verlassen wurde. Typische Beispiele sind hier das Fliegen oder Tauchen. Ebenso kann der Druck auf den Ohren auch bei einer Grippe oder Erkältung auftreten und wird nicht wirklich speziell behandelt.

Sollte der Druck auf den Ohren sehr spontan aufgetreten sein und auch nicht von alleine verschwinden, so kann ein Arzt aufgesucht werden. Hier eignet sich vor allem ein Hals-Nasen-Ohren Arzt, welcher sich mit diesen Beschwerden auskennt und dem Patienten helfen kann. In meisten Fällen verläuft diese Beschwerde ohne besondere Behandlung.

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Vorbeugung

Liegen anatomische Gründe vor, kann der Druck auf den Ohren nicht vorgebeugt werden. Ratsam ist es, dass - etwa bei zu viel Ohrenschmalz - regelmäßige Spülungen oder auch medizinische Reinigungen des Gehörgangs vorgenommen werden.

Das können Sie selbst tun

Unangenehmer oder sogar schmerzender Druck auf den Ohren lässt meist auf einen ungenügenden Druckausgleich zwischen Außen- und Innenohr schließen und damit auf eine ungenügende Funktion der Eustachischen Röhre, die den Nasen-Rachenraum mit dem Mittelohr verbindet. Häufig tritt das Problem in der Flugzeugkabine auf und zwar vorwiegend bei Sinkflug und Landung, wenn der Druck in der Kabine wieder auf Normaldruck steigt. Druck auf den Ohren macht sich bemerkbar, wenn die Eustachische Röhre ein wenig eng ist oder aus anderen Gründen den Druckausgleich verhindert.

Einige wenige Alltags- und Selbsthilfemaßnahmen können dabei helfen, den unangenehmen oder sogar schmerzhaften Druck zu überwinden. In vielen Fällen hilft bereits simuliertes heftiges Gähnen. Das Gewebe im Nasen-Rachenraum wird dadurch ein wenig auseinandergezogen, so dass die winzige Luftmenge, die zur Herstellung des Druckausgleichs notwendig ist, passieren kann. Das macht sich meist durch ein leichtes Knacken bemerkbar und durch eine unmittelbare Druckentlastung im Ohr. Falls das Gähnen nicht zum Erfolg führt, besteht die stärker wirksame Methode darin, die Nase zuzuhalten und bei geschlossenem Mund eine Art Überdruck im Nasen-Rachenraum zu erzeugen. In der Regel kommt es dann mit gespürtem heftigen Knacken zum Druckausgleich. Die Prozedur kann mehrmals wiederholt werden. Falls sich ein zu hoher Druck im Mittelohr aufgebaut hat, lässt sich dieser durch Schluckbewegungen oder Gähnen leicht wieder abbauen.

Bücher über Ohrenschmerzen

Quellen

  • Arnolde, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Behrbohm, H., et al.: Kurzlehrbuch Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2012
  • Probst, R., et al.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

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