Drogenprävention

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. Oktober 2017
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Die Drogenprävention ist ein Maßnahmenkatalog zur Verhinderung oder Reduktion des Konsums schädlicher legaler und illegaler Drogen. Gemeint sind mit Drogenprävention auch Maßnahmen zur Verhinderung und Verringerung gesundheitlicher Schäden durch Drogenkonsum.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Drogenprävention?

Drogenprävention unternimmt den Versuch, bereits von Drogen abhängige Menschen ganz oder teilweise vom Drogenkonsum abzuhalten und nicht abhängige Menschen davon abzuhalten, Drogen zu konsumieren. Die Drogenprävention befasst sich nicht nur mit illegalen Drogen, denen sie jedoch bei Suchtpatienten ohne drohende rechtliche Folgen begegnet, sondern auch mit legalen, aber gesundheitsschädigenden Drogen.

Den ersten Kontakt mit der Drogenprävention haben meistens Jugendliche in der Schule, da im Jugendalter das Risiko hoch ist, legale und illegale Drogen zu missbrauchen. Die Arbeit der Drogenprävention untergliedert sich dabei in einen sozialpädagogischen und einen medizinischen Bereich, da es darum geht, nicht nur medizinische Folgen zu verhindern oder abzumildern, sondern Jugendliche vom drogennahen Milieu der Gesellschaft fernzuhalten. In der Drogenprävention Erwachsener geht es um die Verbreitung schädlicher Folgen von Drogen sowie um die gezielte Behandlung bereits süchtiger Drogenpatienten.

Es gilt bereits als Erfolg, wenn der illegale und legale Drogenkonsum verringert werden kann. Bei illegalen Drogen werden teilweise sogar medizinische Ersatzstoffe angeboten, die nicht gestreckt und damit teils lebensgefährlich sind. Der Idealzustand in der Drogenprävention ist jedoch die vollkommene Drogenfreiheit.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Arbeit der Drogenprävention beginnt im Kindes- und Jugendalter mit aufklärender Arbeit und endet im Spektrum der Erwachsenen. Da sie sich als Kombination aus medizinischer und sozialpädagogischer Arbeit besteht, ergänzen sich die Disziplinen. Drogenprävention im sozialpädagogischen Sinn wendet großflächige Anti-Drogen-Kampagnen für die breite Bevölkerung an, die sich mit den verschiedenen Arten von Drogen befassen und Hilfsmittel an die Hand geben, mit denen Drogenpatienten sich selbst helfen können.

Alkohol- oder Nikotin-Tagebücher helfen, den eigenen legalen Konsum zu visualisieren und festzustellen, ob man bereits Hilfe braucht. Diese Wege funktionieren aufgrund ihrer Anonymität gut, da vor allem die Abhängigkeit von legalen Drogen nicht gerne zugegeben wird. Programme und Therapieplätze zum Drogenentzug gerade von illegalen Drogen werden ebenfalls angeboten, um schwereren Fällen zu helfen. Medizinische Drogenprävention klärt über die gesundheitlichen Folgen des Drogenkonsums auf und versucht, durch Abschreckung den Patienten gänzlich vom Drogenkonsum abzuhalten.

Drogenprävention unternimmt den Versuch, bereits von Drogen abhängige Menschen ganz oder teilweise vom Drogenkonsum abzuhalten und nicht abhängige Menschen davon abzuhalten, Drogen zu konsumieren.

Das Ziel der Drogenprävention besteht darin, Menschen vom Drogenkonsum fernzuhalten, die damit noch nicht begonnen haben. Personen, die bereits Drogen konsumieren, sollen im Idealfall davon überzeugt werden, entweder aus eigener Kraft oder durch Entzug gänzlich von Drogen abzulassen. Bei den legalen Drogen wie Alkohol und Zigaretten ist das oft bei leichter Drogenabhängigkeit gar nicht mehr möglich, sodass als ersatzweises Ziel die Reduktion des Konsums gesetzt wird.

Die Reduktion muss jedoch in einem Maße erfolgen, in dem der Patient mit seinem angepassten Konsum seine eigene Gesundheit und die anderer Mitmenschen nicht mehr oder nur sehr geringfügig gefährdet. Ein weiteres Feld der Drogenprävention ist die Reaktion auf neue Drogen, die meist sehr gefährlich oder lebensbedrohlich sind, sowie die Verhinderung der Ausbreitung negativer Trends wie des Komasaufens unter Jugendlichen.

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Risiken & Gefahren

Die Drogenprävention bei Jugendlichen und Erwachsenen, die lediglich mit legalen Drogen zu tun haben, ist meist noch sehr ungefährlich. Häufig sind Abhängigkeiten von diesen Drogen nicht derart ausgeprägt, dass Betroffene dazu neigen, Personal der Drogenprävention anzugreifen oder sich selbst zu verletzen, auch wenn sie ihre Gesundheit bereits schädigen. Die Besonderheit der Drogenprävention legaler Drogen besteht darin, dass diese Drogen gesellschaftlich zwar akzeptiert sind, eine mögliche Abhängigkeit jedoch nicht.

Betroffene spielen sie gern herunter und empfinden ihren Konsum als normal, wovon sie nur schwer abzubringen sind. Sie fühlen sich durch die Arbeit der Drogenprävention belästigt und können durchaus ablehnend reagieren. Bei leichter Alkoholabhängigkeit beispielsweise lassen sich Betroffene gerade von Familienmitgliedern und Freunden, die am ehesten ein Problem erkennen, oft gar nicht darauf hinweisen. Anonymere Kampagnen mit konkreten Hilfsmitteln bewirken in diesen Kreisen deswegen manchmal mehr als die direkte Ansprache. Hilfe bietet die Drogenprävention jedoch nicht nur für direkt Betroffene, sondern auch für Angehörige und Freunde.

Weit schwieriger ist die Drogenprävention im Bereich der stark abhängigen Patienten oder der illegalen Drogen. Eltern, Lehrer oder Freunde können hier nicht mehr zur Selbst- und Mithilfe aufgerufen werden, da sich diese Drogen im illegalen Bereich bewegen und möglicherweise mit Straftaten verbunden sind. Professionelle Fachkräfte der Drogenprävention müssen auch aufgrund der Schwere der gesundheitlichen Schäden meist den Einzelfall behandeln. Das bedeutet, sie müssen Vertrauen zu ihrem Patienten aufbauen und ihm nicht nur aus medizinischer Sicht helfen, sich auf die Drogenprävention einzulassen und sie durchzustehen, sondern auch sozialpädagogisch beraten. Fälle von Abhängigkeit von illegalen Drogen haben meist eine lange "Drogen-Karriere" hinter sich, die auch mit dem Verfall des gesellschaftlichen Lebens einhergeht.

Drogenprävention kann in diesem Bereich nicht betrieben werden, ohne den Betroffenen in einem Umfeld aus der Behandlung zu hinterlassen, in dem er nicht wieder rückfällig wird. Spätestens in puncto illegale Drogen reichen Kampagnen mit Hilfe zur Selbsthilfe nicht mehr zur Drogenprävention aus, vielmehr ist eine enge Zusammenarbeit zwischen medizinischen und sozialpädagogischen Fachkräften in einer Entzugsanstalt notwendig.

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Quellen

  • Gleixner, C., Müller, M., Wirth, S.: Neurologie und Psychiatrie. Für Studium und Praxis 2015/16. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2015
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015
  • Payk, T.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2003

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