Doxorubicin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Mai 2017
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Doxorubicin ist ein Arzneistoff aus der Stoffgruppe der Anthracycline, die in der Chemotherapie als Zytostatika zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt werden. Der Wirkstoff gehört zu den Interkalantien.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Doxorubicin?

Doxorubicin ist ein Zytostatikum. Zytostatika sind Substanzen, die die Zellteilung und/oder das Zellwachstum hemmen. Sie werden deswegen überwiegend zur Therapie von Krebserkrankungen oder von Autoimmunerkrankungen genutzt.

Doxorubicin ist ein sogenanntes Hydroxyderivat des natürlichen Antibiotikums Daunorubicin, das von den Bakterien Streptomyces peuceticus und Streptomyces coeruleorubidus produziert wird.

Da die Wirkung des Zytostatikums auf einer Einlagerung von Molekülen in die DNA basiert (Interkalation) wird Doxorubicin den Interkalantien zuordnet. Die Substanz wird dem Körper zur Therapie von Tumoren wie dem Mammakarzinom oder dem Bronchialkarzinom intravenös oder intraarteriell, also über eine Infusion oder Injektion, zugeführt.

Pharmakologische Wirkung

Doxorubicin bindet sich an die DNA der Körperzellen und verhindert dort eine Anbindung der Polymerasen, die wiederum der Kopie der Erbsubstanz dienen. Durch diese Störung blockiert der Wirkstoff sowohl die Synthese der DNA als auch die Synthese der RNA, hemmt dadurch die Zellteilung und ruft schlussendlich den Zelltod hervor.

Insbesondere die Körperzellen in der S-Phase reagieren sehr empfindlich auf die Substanz. Die S-Phase ist die Replikationsphase des Zellzyklus, in der die DNA-Neusynthese stattfindet. Da sich Tumorzellen vermehrt teilen, sind sie deutlich häufiger von der toxischen Wirkung des Arzneistoffes betroffen als gesunde Körperzellen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Doxorubicin weist eine recht geringe Rate an resistenten Tumoren auf und wird deshalb zusammen mit anderen Interkalantien bei fast allen soliden Tumoren eingesetzt. Dazu gehören zum Beispiel Krebserkrankungen der weiblichen Brust oder des Bronchialsystems. Auch Lymphome zählen zu den typischen Indikationen für Doxorubicin. Bei Patienten, die eine starkwirksame kombinierte Chemotherapie nicht vertragen, eignet sich Doxorubicin auch als Mono-Therapie.

Bei einfacheren Tumorerkrankungen wird das Mittel intravenös, also in eine Vene hinein, verabreicht. Das hepatozellulläre Karzinom (HCC), eine bösartige Krebserkrankung der Leberzellen, erfordert hingegen eine intraarterielle Anwendung im Rahmen einer transarteriellen Chemoembolisation (TACE). Die Behandlung erfolgt hier über ein spezielles Kathetersystem durch die Arterien. So kann die Wirksubstanz direkt in jene Gefäße, die den Tumor versorgen, appliziert werden.

Chemotherapeutika wie das Doxorubicin werden mit jodhaltigen Ölen oder Stärkepartikeln vorübergehend embolisiert, um so die Wirkung der Therapeutika im Tumor zu verlängern. Durch die Embolisationsmittel wird die Blutversorgung des Tumors verringert und das Chemotherapeutikum verbleibt länger im Krebsgeschwür.

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Risiken & Nebenwirkungen

Zu den bedeutendsten Nebenwirkungen gehört die Knochenmarksdepression. Hier setzt die normale Blutbildung im Knochenmark, die sogenannte Hämatopoese, aus. Dadurch kommt es zu einem Mangel an roten und weißen Blutkörperchen sowie an Blutplättchen. Infolge ist das Immunsystem deutlich geschwächt, sodass die Betroffenen häufiger unter Infektionen leiden.

Die Thrombozytopenie, der Mangel an Blutplättchen, hat ein erhöhtes Blutungsrisiko zur Folge. Die Patienten können selbst bei kleinen Verletzungen schwere Blutungen entwickeln.

Typische Symptome der Anämie sind Leistungsabfall und schnelle Ermüdung. Jede Knochenmarksdepression ist potenziell lebensbedrohlich.

Doxorubicin kann sowohl nephrotoxisch als auch kardiotoxisch wirken. Nephrotoxine schädigen die Zellen der Niere und können so eine Glomerulonephritis auslösen. Bei dieser beidseitigen Form der Nierenentzündung sind zuerst die Nierenkörperchen betroffen. Die Glomerulonephritis ist eine der häufigsten Ursachen für eine chronische Niereninsuffizienz.

Kardiotoxische Wirkstoffe schädigen hingegen den Herzmuskel. Dabei kann eine Kardiomyopathie entstehen. Einer solchen Doxorubicin-induzierten Kardiomyopathie kann auch noch Monate nach der ersten Verabreichung mit der Gabe von Dexrazoxan entgegengewirkt werden. Dieser Wirkstoff kann die zytotoxische Wirkung von Doxorubicin mindern.

Auch Ulzerationen gehören zu den potenziellen Nebenwirkungen von Doxorubicin. Die tief liegenden Substanzdefekte der Haut oder der Schleimhaut werden auch als Geschwür bezeichnet. Eine narbenlose Abheilung dieser schmerzhaften Hauterscheinungen ist nicht möglich. Im schlimmsten Fall müssen stark betroffene Extremitäten amputiert werden.

Auch Infektionen der offenen Wunden gehören zu den potenziellen Komplikationen.

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