Doppler-Sonographie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. Oktober 2017
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Die Doppler-Sonographie ist eine spezielle Variante der Ultraschalluntersuchung und ermöglicht es, den Blutfluss in Arterien und Venen visuell und akustisch darzustellen. Das Verfahren kommt vor allem zur Diagnose von Herzfehlern oder Gefäßverengungen zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Doppler-Sonographie?

Die Doppler-Sonographie ist eine besondere Art der Sonographie, also der Ultraschalluntersuchung. Durch den Doppler-Effekt wird der Blutfluss in den Blutgefäßen hörbar gemacht. Zusammen mit der sogenannten B-Bild-Sonographie und einer speziellen Farbkodierung kann der Blutfluss auch bildlich dargestellt werden.

Bei der Doppler-Sonographie kann zwischen Continuous Wave Doppler (CW-Doppler), Pulsed-wave Doppler (PW-Doppler) und farbkodierter Dopplersonographie unterschieden werden. Die farbkodierte Dopplersonographie wird in der Praxis am häufigsten eingesetzt. Man bezeichnet sie auch als Angiodynographie.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bei der Doppler-Sonographie sendet ein Ultraschallkopf Ultraschallwellen in einer definierten Frequenz aus. Wenn dieses Bündel von Ultraschallwellen auf ein Medium, wie zum Beispiel ein Blutkörperchen in den Blutgefäßen trifft, so werden die Ultraschallwellen von diesen Strukturen reflektiert. Dabei ändert sich die Frequenz, je nachdem wie schnell oder langsam sich das Medium bewegt. Die reflektierten Wellen werden in Tonform von einem Mikrofon in dem Ultraschallkopf gemessen.

Anschließend erfolgt im Computer des Sonographiegeräts eine Auswertung der Ergebnisse. Dabei werden die mit dem Ultraschallkopf gemessenen Fließgeschwindigkeiten farblich kodiert. Blut, das zum Schallkopf hin fließt, wird in der Regel in Rot dargestellt. Fließt das Blut vom Schallkopf weg, so erscheint es blau. Die Fließgeschwindigkeiten lassen sich nun anhand der verschiedenen Farbstufen ablesen. Helle Farben stehen dabei für höhere, dunkle Farben stehen für niedrigere Fließgeschwindigkeiten.

Das heißt, dass ein helles Blau eine höhere Geschwindigkeit anzeigt als ein dunkles Blau. Das so entstehende Farbdoppler-Bild wird dem sogenannten B-Mode-Bild aufgelegt. Das B-Mode-Bild ist eine Variante des normalen schwarz-grauen Ultraschallbilds. So kann exakt lokalisiert werden, welche Fließgeschwindigkeiten in welchen Gefäßen vorherrschen. Die Bilddarstellung erfolgt in Echtzeit, sodass Veränderungen jederzeit aktuell angezeigt werden. Mit der Doppler-Sonographie können verschiedene Pathologien aufgedeckt werden. Bei der Echokardiografie kommt die Doppler-Sonographie zur Untersuchung des Herzens zum Einsatz. Hier werden vor allem die Strömungsverhältnisse im Bereich der Herzklappen untersucht.

So können Klappenfehler, sogenannte Insuffizienzen oder Stenosen diagnostiziert werden. Bei einer Klappeninsuffizienz schließt die Herzklappe nicht mehr richtig, bei einer Stenose öffnet sie nicht mehr richtig. Insuffizienzen lassen sich in der Doppler-Sonographie an der falschen Fließrichtung erkennen. Wenn eine Klappe nicht mehr richtig schließt, fließt das Blut aufgrund der Druckverhältnisse zurück. Bei einer Stenose zeigt die Sonographie eine höhere Fließgeschwindigkeit in der Stenose. Diese ist an einer hellen Farbe zu erkennen. Wenn die Klappe nicht richtig öffnet, so muss das Blut durch die verengte Klappe regelrecht gepresst werden. Dadurch erhöht sich die Fließgeschwindigkeit.

Die Doppler-Sonographie ist eine spezielle Variante der Ultraschalluntersuchung und ermöglicht es, den Blutfluss in Arterien und Venen visuell und akustisch darzustellen.

Bei der Karotis-Sonographie erfolgt eine Untersuchung der Halsschlagadern, der Arteria carotis. Hier hilft die Doppler-Sonographie vor allem bei der Entdeckung von Stenosen. Die häufigste Ursache für eine Karotisstenose ist Arteriosklerose. Wenn die Stenose sehr ausgeprägt ist, kann es zu Durchblutungsstörungen von Gehirn oder Augen kommen. Lösen sich Thromben aus den Gefäßanlagerungen, kann ein Schlaganfall ausgelöst werden. Mit dem Doppler-Verfahren lässt sich das Ausmaß der Karotisstenose diagnostizieren. Die Karotis-Doppler-Sonographie eignet sich somit auch zur Beurteilung des Schlaganfall- und auch des Herzinfarktrisikos.

Die Doppler-Sonographie kommt auch bei der Diagnose von Thrombosen oder zur Beurteilung von Gefäßwänden zum Einsatz. Ebenso wird das Verfahren auch in der Nephrologie eingesetzt. Der Farbdoppler hilft hier Gefäße in den Nieren zu finden. Auch in der Geburtshilfe können wichtige Gefäße wie der Ductus venosus oder die Arteria cerebri media mit dem Dopplergerät leichter gefunden werden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eigentlich ist die Doppler-Sonographie eine sicheres Verfahren. Mögliche Schadensquellen sind die Wärmeerzeugung und die sogenannte Kavitation. Bei den Schallwellen, die von dem Ultraschallgerät gesendet werden, gibt es eine Unterdruckphase. Dabei kann es passieren, dass in einer dieser Unterdruckphasen im untersuchten Gewebe Hohlräume oder Gasbläschen entstehen. Steigt der Druck dann wieder, können diese Bläschen zusammenfallen und das Gewebe schädigen.

Diesen Effekt bezeichnet man als Kavitation. Besonders häufig treten Kavitationen in luftgefüllten Bereichen zum Beispiel beim Ultraschall von Lunge oder Darm auf. Das Auftreten von Kavitationen kann durch den Einsatz von Ultraschallkontrastmittel begünstigt werden. Insgesamt ist das Risiko, dass bei einer Doppler-Sonographie eine Kavitation entsteht, aber eher zu vernachlässigen.

Wie viel Wärme bei einer Ultraschalluntersuchung erzeugt wird, ist abhängig von der absorbierten Schallintensität. Gesundes Gewebe verkraftet eine Temperaturerhöhung von bis zu 1,5 °C auch längerfristig. Ist das Gewebe schon vorher geschädigt, so kann die Temperaturerhöhung den Zustand eventuell verschlimmern.

Da auch in den Kliniken und Arztpraxen diese Risiken bekannt sind, erfolgt dort eine gewissenhafte Anpassung der Schallintensitäten, sodass eine Gesundheitsgefährdung eher unwahrscheinlich ist. Die Vorteile der Doppler-Sonographie liegen deshalb auch in der risikoarmen und vor allem schmerzlosen Anwendung. Im Gegensatz zum Röntgen sind die Patienten zudem keinerlei Strahlen ausgesetzt. Auch wirtschaftlich gesehen bringt die Doppler-Sonographie Vorteile. Die Anschaffungskosten für Sonographiegeräte sind deutlich geringer als bei Verfahren wie der Computertomographie oder der Magnetresonanztomographie. Zudem ist die Doppler-Sonographie das einzige Verfahren, das Flüssigkeitsströme darstellen kann.

Nachteil bei der Doppler-Sonographie ist, dass es keine standardisierte Ausbildung gibt. Die Ergebnisse werden deshalb stark beeinflusst von dem Können und den diagnostischen Fähigkeiten des Untersuchenden.

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Quellen

  • Banholzer, J., Banholzer, P.: Sonographie. Urban & Fischer, München 2011
  • Schmidt, G., Görg, C.: Kursbuch Ultraschall. Thieme, Stuttgart 2008
  • Wetzke, M. et al.: Bildgebende Verfahren. Urban & Fischer, München 2012

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