Dissoziative Identitätsstörung (multiple Persönlichkeitsstörung)
Die dissoziative Identitätsstörung, auch als multiple Persönlichkeitsstörung bekannt, beschreibt eine Krankheit, bei der verschiedene Persönlichkeiten bzw. Teil-Identitäten das Verhalten einer Person steuern.
Definition Dissoziative Identitätsstörung (multiple Persönlichkeitsstörung)
Die dissoziative Identitätsstörung ist nicht mit Schizophrenie gleichzusetzen, die teilweise die gleichen Symptome haben kann. Das Krankheitsbild der multiplen Persönlichkeitsstörung wurde von Psychiatern bereits Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben, aber erst in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts als eigenständige Krankheit anerkannt.
Ursachen für Dissoziative Identitätsstörung
Die Person, die diese traumatischen Ereignisse erlebt, spaltet sich in mehrere Persönlichkeiten auf. Nur eine Persönlichkeit erlebte das Furchtbare, welches aus den Erinnerungen gelöscht und im Unterbewusstsein vergraben wird, solange eine andere Persönlichkeit das Handeln der Person steuert.
Sexueller Missbrauch in der Kindheit, körperliche Gewalt, Verwahrlosung und andere traumatische Ereignisse gelten als hauptsächliche Ursachen für eine multiple Persönlichkeitsstörung, von welcher viel häufiger Frauen als Männer betroffen sind.
Kinder, die unter Drohungen eingeschüchtert werden und dem Geschehen oftmals hilflos ausgeliefert sind, spalten ihre eigene Person in verschiedene Persönlichkeiten auf: eine Persönlichkeit, die das Furchtbare erlebt und eine oder mehrere andere, die das Handeln im normalen Alltag steuern und von dem furchtbaren Geschehen nichts wissen.
So werden die traumatischen Erlebnisse und Missbräuche nur von einer Persönlichkeit wahrgenommen, die im normalen Alltag unerkannt im Unterbewusstsein lebt und das traumatische Erlebte nicht an die Bewusstseinsoberfläche lässt.
Typische Symptome bei multipler Persönlichkeitsstörung
- Persönlichkeitsstörungen
- Gedächtnislücken
- Depressionen
- Angststörung
- Reizbarkeit und Aggressionen
- Essstörungen
- Zwänge ggf. auch Phobien
Diagnose und Verlauf bei Dissoziativer Identitätsstörung
Die dissoziative Identitätssstörung ist durch mindestens zwei verschiedene Persönlichkeiten gekennzeichnet, die abwechselnd das Handeln der Person steuern. Die Hauptpersönlichkeit wird dabei als Host bezeichnet, während die andere oder anderen Persönlichkeiten Alter genannt werden (es sind Fälle belegt, in denen bis zu 100 verschiedene Persönlichkeiten in einer Person vereint sind).
Das wichtigste Symptom sind Gedächtnislücken über persönliche Dinge, die nicht auf andere psychische Krankheiten wie beispielsweise Demenz zurückgeführt werden können. Die Hauptpersönlichkeit kann sich nicht an Handlungen und Erlebtes der jeweils anderen Persönlichkeiten erinnern und andersherum ebenso. So kann es beispielsweise dazu kommen, dass sich die Person nicht mehr erinnern kann, wie sie an einen bestimmten Ort gekommen ist oder erkennt Menschen aus dem persönlichen Umfeld nicht wieder.
Die verschiedenen Persönlichkeiten haben unterschiedliche Namen und unterscheiden sich oftmals auch durch konträre Vorlieben von den anderen Persönlichkeiten. Die sekundären Symptome sind Kopfschmerzen, Agressionen gegen die eigene Person, Depressionen, Essstörungen, zwanghaftes Verhalten, fremde Stimmen im Kopf (meist die der anderen Persönlichkeiten) bis hin zu Suizidversuchen.
Behandlung von Dissoziativer Identitätsstörung
In der Traumatherapie lernen die Patienten mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung, traumatische Erlebnisse aus der Kindheit psychisch zu verarbeiten, um die Ursachen der dissoziativen Identitätsstörung zu beseitigen.
Die Therapie der multiplen Persönlichkeitsstörung kann unter Umständen mehrere Jahre in Anspruch nehmen und besteht aus mehreren Phasen. Die erste Phase ist auf die Stabilisierung des Alltags ausgerichtet. Die nächste Phase konzentriert sich auf die Zusammenführung der einzelnen Persönlichkeiten bzw. Teilidentitäten und schließt mit der psychischen Bewältigung des Traumas ab.
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Vorbeugung von Dissoziativer Identitätsstörung
Es gibt keine vorbeugenden Maßnahmen, um die Entstehung einer multiplen Persönlichkeitsstörung zu vermeiden, da die Auslöser schwere traumatische Erlebnisse sind. Eine Sensibiliserung des Umfelds der betroffenen Person könnte jedoch dazu beitragen, dass eine Therapie bereits bei Auftreten der ersten Symptome begonnen wird, um eine Manifestation und einen chronischen Verlauf der multiplen Persönlichkeitsstörung zu verhindern.
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