Disopyramid

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Bei Disopyramid handelt es sich um ein Antiarrhythmikum. Es kommt daher insbesondere zur medikamentösen Therapie von Herzrhythmusstörungen zur Anwendung. Der Wirkstoff Disopyramid weist Ähnlichkeiten zu den Arzneimitteln Procainamid und Chinidin auf. Das Medikament wird in den meisten Fällen auf oralem Weg verabreicht. Die Ausscheidung des Wirkstoffs aus dem menschlichen Organismus erfolgt zum größten Teil renal.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Disopyramid?

Der Wirkstoff Disopyramid wird zu den Antiarrhythmika der ersten Klasse gerechnet. Die Verabreichung erfolgt entweder oral oder in Form von intravenösen Injektionen. Dabei beträgt die Bioverfügbarkeit des Medikaments Disopyramid mehr als 80 Prozent.

Im Blut bindet sich der Wirkstoff zu circa 40 Prozent an die vorhandenen Proteine des Plasmas. Grundsätzlich beträgt die Plasmahalbwertszeit des Medikaments etwa sieben Stunden. Im Anschluss daran findet eine Verstoffwechselung des Arzneistoffs durch das hepatische System (in dessen Zentrum die Leber steht) statt. Danach wird der Wirkstoff zum überwiegenden Teil renal, das heißt über die Nieren, aus dem Organismus ausgeschieden.

Die Patentierung des Medikaments Disopyramid fand im Jahr 1962 statt. In der praktischen Verwendung liegt der Wirkstoff Disopyramid als Racemat vor.

Pharmakologische Wirkung

Das Arzneimittel Disopyramid wirkt in erster Linie als sogenannter Natriumkanal-Antagonist. Somit führt der Wirkstoff dazu, dass weniger Natrium-Ionen in das Myokard einströmen. In der Folge dessen reduziert sich die Erregbarkeit des Herzens. Auf diese Weise entfaltet das Medikament Disopyramid seine negativ bathmotrope Wirkung. Schließlich führt die Substanz auch dazu, dass sich die Refraktärzeit verlängert. Infolgedessen kommt es zu einer negativen Chronotropie.

In erster Linie blockiert der Wirkstoff Disopyramid jene Natrium-Kanäle, die sich an den Zellmembranen im Inneren des Herzmuskels befinden. Dabei handelt es sich um jene Zellen, die für die Regulierung des Herzrhythmus zuständig sind. Auf diese Weise zieht der Wirkstoff das Aktionspotenzial in die Länge.

Grundsätzlich zeichnet sich das Arzneimittel Disopyramid durch anti-parasympathische Wirkungen aus und ähnelt damit dem Stoff Atropin. Außerdem zeigt das Medikament keine Wirksamkeit im Zusammenhang mit speziellen Adrenozeptoren im sympathischen Nervensystem. Zudem reduziert der Wirkstoff die Refraktärzeit der Herzkammern sowie deren Vorhöfe.

Der Arzneistoff Disopyramid senkt deutlich die Leistungsfähigkeit der linken Herzkammer. Zusätzlich führt er eine Erweiterung der arteriellen Blutgefäße herbei. Infolgedessen sinkt der Blutdruck. Problematisch ist der Wirkstoff daher für Personen, deren Pumpfunktion beeinträchtigt ist. In solchen Fällen ist von einer Behandlung mit dem Medikament Disopyramid abzusehen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Disopyramid ist zur Therapie von zahlreichen Erkrankungen und gesundheitlichen Beschwerden geeignet. Indikationen stellen dabei in erster Linie bestimmte Funktionsstörungen des Herzens dar. Dazu gehören zum Beispiel Ventrikuläre Tachykardien und Extrasystolen sowie Kammerflimmern. Auch bei Supraventrikulären Tachykardien, etwa Vorhofflattern oder -flimmern, ist eine Therapie mit dem Medikament Disopyramid möglich.

Dabei besteht die Möglichkeit, Disopyramid mit anderen Wirkstoffen aus der Gruppe der Antiarrhythmika zu kombinieren, wenn ein einzelner Arzneistoff keine ausreichende Wirkung zeigt. Zudem ist Disopyramid in der Lage, ein erneutes Auftreten von Vorhofflimmern im Anschluss an eine Kardioversion zu unterbinden.

Vor der ersten Anwendung des Wirkstoffs Disopyramid ist es erforderlich, die Kammerfrequenz zu überprüfen. Auf diese Weise lässt sich eine sogenannte 1:1-Überleitung vermeiden. Darüber hinaus eignet sich Disopyramid zur Behandlung von neurogenen Synkopen und hypertropher Kardiomyopathie.

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Risiken & Nebenwirkungen

Während der Einnahme des Arzneistoffes Disopyramid sind diverse unerwünschte Beschwerden und Nebenwirkungen möglich. Diese treten jedoch nicht bei jedem Patienten auf und unterscheiden sich in ihrer Häufigkeit. So sind beispielweise Obstipation (Verstopfung) und Harnverhalt sowie Mundtrockenheit möglich. Auch treten in einigen Fällen Störungen der Akkommodation sowie ein Engwinkelglaukom auf. Darüber hinaus wird unter Umständen die Leistung der linken Herzkammer beeinträchtigt. Das Risiko dafür steigt, wenn der betroffene Patient bereits an einer Herzschwäche leidet.

Im Zuge der Behandlung mit Disopyramid verlängert sich in manchen Fällen auch die QT-Zeit. Zudem sind Torsade-de-pointes-Tachykardien möglich. Einige Patienten leiden unter Hypotonie (Blutdruckabfall) oder Kreislaufbeschwerden, wenn sie das Medikament Disopyramid einnehmen.

Weitere potenzielle Nebenwirkungen sind eine Agranulozytose sowie ein Glaukom. Eine gefährliche Komplikation stellt auch das akute Herzversagen dar, das bei einigen Personen beobachtet wurde.

Darüber hinaus existieren einige Kontraindikationen für das Medikament Disopyramid. Bestehen zum Beispiel eine dekompensierte Herzschwäche oder eine Bradykardie, ist von einer Verabreichung des Wirkstoffs Disopyramid abzusehen. Liegt bei dem betroffenen Patienten eine koronare Herzkrankheit vor, ist das Medikament Disopyramid nicht das Mittel der ersten Wahl. Denn in diesem Fall ist das Sterblichkeitsrisiko erhöht. Soll der Wirkstoff Disopyramid dennoch zum Einsatz kommen, ist vor der ersten Einnahme eine Untersuchung mittels Herzkatheter notwendig.

Auch bei einer bestehenden Überempfindlichkeit auf das Medikament sowie Herzinsuffizienz ist von einer Gabe des Wirkstoffs abzusehen. Weitere Kontraindikationen bestehen im Sick-Sinus-Syndrom, einem gestörten Elektrolythaushalt sowie einer Leber- oder Nierenschwäche.

Zudem sind Wechselwirkungen mit anderen Substanzen möglich, weshalb von einer gleichzeitigen Einnahme abgeraten wird. Trizyklische Antidepressiva, Erythromycin sowie Neuroleptika führen zu einer Verlängerung der Halbwertszeit des Disopyramid. Infolgedessen verstärken sie die Wirkung des Arzneistoffs.

Grundsätzlich gilt, dass alle unerwünschten Nebenwirkungen und Beschwerden durch das Medikament Disopyramid Anlass zur Konsultation eines Arztes geben. Dieser verordnet dann eventuell ein alternatives Präparat.

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