Diosgenin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. August 2017
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Diosgenin ist ein sogenanntes Phytohormon, welches insbesondere in der Yamswurzel vorkommt. Bei Menschen wurden vielfältige positive Wirkungen von Diosgenin festgestellt. Aufgrund seines Aufbaus ähnlich den Steroidhormonen des Menschen wird es auch zur Synthese von Sexualhormonen und Kortison verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Diosgenin?

Diosgenin ist ein Pflanzenwirkstoff, der aufgrund seines chemischen Aufbaus den Steroidhormonen des Menschen ähnlich ist. Insbesondere in der Yamswurzel ist viel Diosgenin enthalten. Der Wirkstoff stellt das Aglykon von Dioscin dar. Ein Aglycon ist eine Nichtzuckerkomponente, die statt einer Glykosylgruppe ein Wasserstoffatom an der entsprechenden Stelle bindet.

Die chemische Grundstruktur zeigt das gleiche Steroidgerüst, welches auch die menschlichen Sexualhormone und die Glukokortikoide (Kortison) enthalten. Daher kann Diosgenin chemisch auch in Kortison und Progesteron umgewandelt werden.

Kortison ist das typische Glukokortikoid, welches vielfältige Anwendung zur Behandlung von Allergien, Autoimmunerkrankungen und bei Organtransplantationen zur Verhinderung der Abstoßungsreaktionen findet. Verschiedene Derivate von Diosgenin werden in der medizinischen Forschung eingesetzt. Dabei werden Wirkstoffe gesucht, die ähnliche oder sogar noch bessere Eigenschaften besitzen als Diosgenin.

Als Wirkstoff wird es über Nahrungsergänzungsmittel verabreicht. Die medizinische Bedeutung für die klassische Medizin ergibt sich aus der Tatsache, dass es als Ausgangsstoff für die Synthese wichtiger Hormone und Verhütungsmittel dient. Das pharmakologische Wirkungsspektrum ist sehr vielfältig, sodass es bei der heilpraktischen Behandlung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine große Rolle spielt.

Pharmakologische Wirkung

Diosgenin ist kein körpereigener Stoff, sondern ein pflanzlicher Wirkstoff, der positive Wirkungen auf das Hormonsystem des Menschen besitzt. Der pflanzliche Wirkstoff aus der Yamswurzel ist ähnlich aufgebaut wie die Steroidhormone des menschlichen Körpers. Wie Diosgenin wiederum im menschlichen Körper wirkt, ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Es wird vermutet, dass es für die verstärkte Produktion des Hormons DHEA verantwortlich ist. DHEA verlangsamt den Alterungsprozess und wirkt gegen Knochenabbau.

In besonderer Weise greift der Wirkstoff auch in den Hormonstoffwechsel bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden ein. So wurde beobachtet, dass es zu einer Verringerung der Hitzwallungen und sogar zur Zunahme der sexuellen Lust bei Frauen in den Wechseljahren kommt. Bei Männern konnten beispielsweise auch Prostatabeschwerden verringert werden.

Des Weiteren wirkt Diosgenin antikanzerogen, wie in Tierversuchen an Ratten bewiesen werden konnte. Das Risiko an Dickdarm- oder Prostatakrebs zu erkranken, nimmt bei der Verabreichung von Diosgenin ab. Zudem zeigt Diosgenin eine antimikrobielle Wirkung gegen die Hefepilze Candida albicans und Candida glabrata. Auch gegen das Hepatitis-C-Virus wurde eine gewisse Wirksamkeit festgestellt.

In Versuchen konnte weiterhin nachgewiesen werden, dass Diosgenin die Blutgerinnung für längere Zeit hemmen kann und damit wirksam gegen die Bildung von Thrombosen ist. Diosgenin besitzt auch hemmende Wirkung auf die Acetylcholinesterase. Anwendung in dieser Hinsicht findet es noch nicht, allerdings werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um Einsatzmöglichkeiten bei Krankheiten, die mit einer erhöhten Acetylcholinesteraseaktivität einhergehen, abzuklären.

Schließlich wurde auch eine entzündungshemmende Wirkung von Diosgenin beobachtet. Insgesamt konnten in Versuchen und Studien viele positive Wirkungen von Diosgenin nachgewiesen werden, wobei der genaue Wirkmechanismus noch nicht bekannt ist.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Diosgenin ist ein sogenanntes Phytohormon, welches insbesondere in der Yamswurzel vorkommt.

Diosgenin ist ein Pflanzenhormon und kommt besonders in der Yamswurzel vor. Bei den Azteken, Mayas, den nordamerikanischen Indianern und bei den Chinesen wurde die Yamswurzel bereits frühzeitig in der Volksmedizin eingesetzt. Dort wurde ihre heilsame Wirkung bei Entzündungen und rheumatischen Erkrankungen erkannt. Die Wirkpalette ist sehr breit.

Auch die typischen Alterserkrankungen wie Arteriosklerose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen beim häufigen Verzehr der Yamswurzeln seltener vor. Gleichzeitig ist ihre positive Wirkung bei Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes, Muskelkrämpfen, Harnwegserkrankungen, Verdauungsstörungen und Gallenwegsstörungen beachtlich. Des Weiteren wurde die Yamswurzel auch bei der Empfängnisverhütung eingesetzt.

Für die Anwendung in der klassischen Medizin wird Diosgenin zunächst als Ausgangsstoff für die Herstellung von Progesteron und Kortison verwendet. In der Heilmedizin basiert die Anwendung von Diosgenin auf dem Einsatz von diosgeninhaltigen Pflanzen wie der Yamswurzel. Dort wird sie in Form von Nahrungsergänzungsmitteln (Kapseln oder Pulver), Salben und Cremes verwendet.

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Risiken & Nebenwirkungen

Bisher wurde Diosgenin noch nicht in reiner Form, sondern nur im Zusammenhang mit den pflanzlichen Ausgangsprodukten wie beispielsweise Yamswurzeln, verwendet. Meist werden positive Wirkungen registriert. Selbst wenn von Nebenwirkungen gesprochen wird, handelt es sich meist um positive Nebeneffekte. So wurde beispielsweise bei der Anwendung von Yamswurzelpräparaten ein Verjüngungseffekt der Haut festgestellt.

Vereinzelt kommt es jedoch auch zu unangenehmen Nebenwirkungen. Wenn die Dosis längere Zeit zu hoch angesetzt ist, kann es zu Hautrötungen und Müdigkeit kommen. Über Verdauungsprobleme wird auch berichtet, das aber nur, wenn bereits vorher bei den betroffenen Personen öfter Magen- und Darmprobleme vorkamen.

Jeder Mensch reagiert anders auf bestimmte Wirkstoffkonzentrationen, sodass sich hier noch kein klares Bild abzeichnet, wo die gefährliche Wirkstoffkonzentration liegt. In der Yamswurzel sind zwar hohe Diosgenin-Konzentrationen enthalten, jedoch scheint es bei ihrer Anwendung keine besonderen Nebenwirkungen zu geben.

Es gibt allerdings aus Vorsicht Kontraindikationen für die Yamswurzel. Sie sollte nicht angewendet werden bei Menstruationsproblemen von Mädchen in der Pubertät. Die Pubertät ist eine Zeit sehr starker hormoneller Veränderungsprozesse, sodass eine zusätzliche Einnahme hormonähnlicher Substanzen eventuell nicht absehbare Folgen haben kann. Da über die hormonelle Wirkung von Diosgenin noch zu wenig bekannt ist, sollte die Yamswurzel auch nicht bei Gebärmutterhalskrebs verwendet werden.

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