Dill

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Dil ist in der heutigen Zeit in erster Linie als Würzkraut in der Küche, speziell als Zutat für Salatdressings oder zum Einlegen von Gurken, bekannt. Doch die Einsatzmöglichkeiten sind weit vielfältiger. Dill hat sich als Heilmittel bei einer Vielzahl von Krankheiten bewährt. Bereits in der Antike wurde der Dill als Heil- und Würzkraut von den Griechen und Römern genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Dill

Der Gemeine Dill ist eine einjährige Pflanze, die praktisch auf der ganzen Welt verbreitet ist. Er ist auch als Gille beziehungsweise Gurkenkraut bekannt. Die ursprünglich aus Vorderasien stammende Pflanze gehört im deutschsprachigen Raum zu den am häufigsten angebauten Gewürzpflanzen. Weil der Doldenblütler recht anspruchslos bezüglich seines Standortes ist und wenig Pflege benötigt, eignet sich die Pflanze hervorragend für den Anbau im eigenen Garten.

Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 75 Zentimetern, wird in Einzelfällen aber auch über einen Meter hoch. Charakteristisch sind die schmalen Blätter und der typische Duft der Pflanze. Die Duftstoffe sind in allen Pflanzenteilen enthalten. Durch sie lässt sich der Dill leicht von anderen Doldenblütlern unterscheiden. Die Blüten sind gelb und eher unscheinbar. Aus ihnen entwickeln sich die in der Heilkunde genutzten Samen.

Als Heilkraut wird Dill in erster Linie bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Hierzu wird aus den getrockneten oder frischen Samen ein Tee zubereitet.

Als Heilkraut geerntet werden die reifen Samen ab dem Spätsommer bis in den Herbst hinein. Sie sollten zur besseren Lagerbarkeit noch einige Tage an einem warmen, luftigen Ort getrocknet und in einem luftdichten Behältnis aufbewahrt werden. Die Blätter als Gewürz können bereits ab Juni geerntet und möglichst frisch verarbeitet werden.

Die Pflanze lässt sich im heimischen Garten leicht durch Samen vermehren. Hierzu wird eine einzelne Dolde nicht geerntet. Die Samen fallen aus und keimen im Folgejahr recht zuverlässig an derselben Stelle. Dadurch wird die Ernte des folgenden Jahres sichergestellt. Wegen seiner geringen Ansprüche und des geringen Platzbedarfs gelingt auch die Kultivierung im Blumentopf. Hierbei sollte jedoch die Höhe der ausgewachsenen Pflanze beachtet werden.

Verantwortlich für die Wirkung des Dills sind die darin enthaltenen ätherischen Öle. Weil diese sich wie bei den meisten Würz- und Heilkräutern am besten in der Sonne bilden, sollte beim Anbau im eigenen Garten dies bei der Standortwahl beachtet werden. Wer keine Möglichkeit hat, die Pflanze selbst anzubauen, erhält die getrockneten Samen oder auch fertigen Tee in Apotheken oder Drogeriemärkten.

Wirkung & Anwendung

Als Heilkraut wird Dill in erster Linie bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Hierzu wird aus den getrockneten oder frischen Samen ein Tee zubereitet: ein bis zwei Teelöffel der zerstoßenen Samen werden mit einer Tasse siedendem Wasser übergossen, nach 5 Minuten Ziehzeit abgegossen und noch warm in kleinen Schlucken getrunken. Dieser Tee ist sehr mild und kann auch bei Babys zur Linderung bei Blähungen angewendet werden.

Erwachsene können sich ein heilendes Getränk auch mit Wein zubereiten. Die Zubereitung ähnelt der des Tees, allerdings sollte der Wein nur lauwarm sein. Dieser Dillwein soll auch bei Einschlafproblemen oder Nervosität eine positive Wirkung zeigen. Bei Menstruationsbeschwerden kann der Tee, allerdings in entsprechend größerer Menge zubereitet, als Sitzbad Linderung verschaffen. Zusätzlich kann der Tee hier auch innerlich angewendet werden.

Stillende Mütter schätzen die milchbildungsfördernde Wirkung des Dills, weshalb er auch häufig als Zutat in Stilltees enthalten ist. Bei Prellungen und Hämatomen wird der Tee als Kompresse angewendet. Dazu wird ein sauberes Tuch mit dem Tee getränkt und auf die betroffene Stelle aufgelegt. Bei Bedarf wird die Kompresse gewechselt und die Behandlung so lange wiederholt bis eine Besserung eintritt.

Auch ein aus den Samen gewonnenes Öl, das im Handel erhältlich ist, kann zur Linderung bei Hämatomen eingesetzt werden. Eine andere Art der äußeren Anwendung ist die Ölkompresse. Hierzu werden die Samen oder auch getrocknete und zerkleinerte Blätter der Dillpflanze in ein mit Olivenöl getränktes Tuch gelegt. Diese Kompresse wird lauwarm angewendet und soll bei Geschwüren eine heilende Wirkung besitzen.

Gegen Kopfschmerzen kann ein Öl hergestellt werden. Hierzu werden zwei Handvoll Dill mit einem halben Liter Olivenöl in eine Flasche gegeben und diese für zwei Wochen an einem warmen Ort gelagert. Danach wird das Öl abgegossen und gut verschlossen aufbewahrt. Klinisch nachgewiesen ist eine progesteronfördernde Wirkung der Dillsamen. Dadurch ergibt sich eine heilungsunterstützende Wirkung bei Zyklusunregelmäßigkeiten bei Frauen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Dill ist in der heutigen Kräutermedizin ein häufig genutztes Heilkraut. Die Wirkung ähnelt der des Fenchels, dabei ist der Dill aber das mildere Mittel. Häufig sind die Samen neben anderen Heilkräutern in fertigen Teemischungen gegen Verdauungsbeschwerden oder Blähungen zu finden. Auch das aus den Samen gewonnene Öl ist in Apotheken und Drogerien leicht erhältlich. Es sind keinerlei Nebenwirkungen bekannt. Das einzige Risiko bei der Anwendung besteht also darin, dass das Mittel möglicherweise nicht im erwünschten Umfang wirkt.

Zur Unterstützung einer salzarmen oder -freien Diät kann Dillkraut als Salzersatz zum Würzen der Speisen verwendet werden. Durch den leichten Selbstanbau oder auch die gute Verfügbarkeit im Handel eignet es sich sehr gut zur Selbstbehandlung der vorgenannten Beschwerden. Sollte trotz sachgerechter Anwendung keine Besserung auftreten oder sich der Zustand verschlimmern, sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

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