Die Lust auf Verbotenes - Suchtmacher und ihre Geheimnisse

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 3. Januar 2017
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Regelmäßig bringt das Bundesministerium für Gesundheit Statistiken und Studien heraus, die den Zustand der Suchtkranken und Suchtgefährdeten in Deutschland vorlegen. Dies liegt vor allem daran, dass die Folgen der Drogensucht und anderer Mittel eine große Belastung für Gesundheitssystem und Wirtschaft darstellen. Insgesamt soll es 14,7 Millionen Raucher geben, 1,8 Millionen Alkoholabhängige und 2,3 Millionen Personen, die von Medikamenten abhängig sind. (Quelle: http://www.bmg.bund.de/praevention/gesundheitsgefahren/sucht-und-drogen.html)

Doch neben den legalen Suchtmitteln Alkohol und Zigaretten, gibt es weitere Mittel, welche die Gesundheit stark beeinträchtigen können. Zucker ist zwar kein offizielles Suchtmittel, doch viele Studien legen nahe, dass in Lebensmitteln zu große Mengen enthalten sind und die Menschen zu viel davon zu sich nehmen. Glücksspielsucht und Internetabhängigkeit gehören zu den Süchten, die sich zunächst auf die Psyche auswirken und zu schwerwiegenden gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen führen können. In vielen Fällen geraten abhängige Personen in eine Art Teufelskreis der Abhängigkeiten, aus dem sie nicht mehr ohne Hilfe heraus kommen können. Wer die Hintergründe der Suchtmacher jedoch kennt, kann sich selbst schützen und aufmerksamer mit seiner eigenen Gesundheit umgehen.

Inhaltsverzeichnis

Zucker

Umstrittener Suchtbegriff

Zucker kommt in vielen Lebensmitteln vor und gerade deshalb ist es für Menschen schwierig, davon loszukommen oder den Konsum einzuschränken. Oft ist gar nicht offensichtlich, wie viel Zucker in den Nahrungsmitteln tatsächlich vorhanden ist. Die Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung erläutern, dass der Mensch pro Tag in etwa 100 Gramm Zucker mit der Nahrung zu sich nimmt, mit zusätzlichem Zuckerkonsum durch süße Getränke.

Deshalb ist ein konsequenter Verzicht auf Zucker kaum möglich, da Ernährung überlebenswichtig ist und der Grat zwischen Abhängigkeit und normalem Konsum sehr schmal sein kann. Viele Forscher kritisieren, dass die Kennzeichnung auf Lebensmitteln nicht ausreichend ist, sowie zu wenige Richtlinien bestehen, wie es bei Alkohol und Tabak längst der Fall ist.

Veränderungen im Gehirn

Die Medizinauskunft im Internet erläutert in einem Bericht, dass Zucker das Gehirn ähnlich beeinflusst, wie Heroin und Kokain und die Sucht eine Zunahme von Alkohol mit sich tragen kann. Wer Zucker zu sich nimmt, sorgt dafür, dass der Körper das Glückshormon Dopamin und weitere Stoffe mehrfach ausschüttet und im Gehirn nachhaltige Verbindungen von Zucker und Glücksgefühlen entstehen.

Das führt dazu, dass das Gehirn immer größere Mengen an Zucker benötigt, um den Glückshormonpegel halten zu können und Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, geringe Konzentrationsfähigkeit und Müdigkeit sind oft die Folge. Die Zuckersucht verursacht Heißhungerattacken, da der niedrige Serotonin- oder Dopaminspiegel ausgeglichen sein will.

Übergewicht als Faktor für Zuckersucht

Zucker ist zwar kein offizielles Suchtmittel, doch viele Studien legen nahe, dass in Lebensmitteln zu große Mengen enthalten sind und die Menschen zu viel davon zu sich nehmen.

In vielen europäischen Ländern nimmt die Zahl der Übergewichtigen und Adipösen rapide zu. Dies ist zum einen auf mangelnde Bewegung und zum anderen auf falsche Ernährung zurückzuführen. Die ias PREVENT GmbH führt Gesundheits-Check-ups in Deutschland durch und erklärt in ihrem Gesundheitsbericht, dass der Botenstoff Adiponektin einer der Problemfälle bei Übergewicht in Zusammenhang mit Zucker darstellt.

Der Bericht erläutert, dass Fettzellen Hormone bilden, die zum Beispiel Fettverbrennung anregen oder die Insulinempfindlichkeit steuern. Adinopektin ist wichtig für die Zuckerregulation und besonders übergewichtige Personen besitzen einen niedrigen Adinopektinspiegel. Dies führt dazu, dass eine Insulinresistenz vorliegen kann, die den Stoffwechsel maßgeblich negativ beeinflusst.

Wenn die Zellen nicht mehr auf das Insulin reagieren, produziert die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin, um den Zucker zu erhalten und so ergibt sich ein Kreislauf aus negativen Folgen wie weiteres Übergewicht, Diabetes oder Herzkranzgefäßerkrankungen. Die Gewichtsreduktion ist wichtigstes Mittel dagegen.

Versteckte Süßmacher

Von Verbrauchern nicht unbedingt
als süßende Zutat einzuordnen
Dextrin
Dicksaft
Fruchtsüße
Fruktose
Gerstenmalz
Glukose
Inulin
Joghurtpulver
Laktose
Polydextrose
Saccharose

In dieser Markterhebung der Verbraucherzentralen in Deutschland untersuchten Forscher verschiedene Wege und Methoden der Lebensmittelindustrie, Zucker ohne Kennzeichnung in die Nahrung zu bringen und gegebenenfalls durch weitere Stoffe zu ersetzen.

Sie fanden heraus, dass fast alle untersuchten Waren Zucker in irgendeiner Form enthalten und zusätzlich dazu weitere Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe vorkommen. Besonders die vielseitigen Bezeichnungen können Verbraucher irritieren:

Besonders auffällig ist das Verstecken der Süßmacher, denn die Hersteller stellen den Zuckergehalt sehr positiv dar, in dem sie ihn mit „weniger süß“, „ohne Süßmittel“ oder ähnlichem bewerben, obwohl andere Stoffe ebenso zuckerhaltig sind.

Besonders Getränkehersteller seien problematisch, da Verbraucher die hohen Zuckergehalte einer Flasche oft an einem Tag konsumieren, obwohl sie oft mehr als das Dreifache der maximalen Tagesmenge an Zucker für Erwachsene enthalten. Verbraucherschützer fordern deutlichere Kennzeichnungen der Inhaltsstoffe und weniger Portionsangaben, die kaum ein Verbraucher nutzt.

Glücksspiele

Geldautomaten & Casino

Casinos gelten allgemeinhin als Ort des Lasters und der Spielsucht. Nicht selten werden hier ganze Vermögen "verzockt".

Geldautomatenspieler sind besonders gefährdet, in eine Sucht hineinzugeraten. Fast 70 Prozent der sich in Behandlung befindenden Spielsüchtigen ist ausschließlich von Spielautomaten abhängig. Das Portal CasinoVerdiener.com erläutert ausführlich, wie es zu den hohen Abhängigkeiten bei Automatenspielern kommen kann. So gibt es bei Automaten eine hohe Frequenz von Gewinnereignissen und eine sofortige Auszahlung der Gewinne. Der Spieler glaubt, die Kontrolle über den Automaten zu besitzen und viele dieser Gewinnmaschinen sind in Gaststätten, Imbissbuden und ähnlichem öffentlich zugänglich.

Viele benötigen die Ablenkung oder Flucht aus dem Alltag und erkennen nur sehr spät, dass sie sich in einer Abhängigkeit befinden. In Spielbanken herrscht eine ganz eigene Welt, in der der Spieler sich gut verstellen und verstecken kann, vor dem Alltag, dem Stress oder weiteren Verpflichtungen. Die klaren Regeln und Verhaltenskodexe sorgen dafür, dass ein fester Rahmen bestehen bleibt.

Wer spielsüchtig ist, hofft im letzten Moment doch noch gegen die Bank und das Spiel gewinnen zu können und ein stetiges Setzen erhöht im eigenen Bewusstsein die Chancen.

Pathologisches Glücksspielen

Pathologisches Glücksspiel bezeichnet ein Glücksspielverhalten, das andauernd und wiederkehrend ist und trotz persönlicher Probleme und Folgen daraus, von Betroffenen weiter betrieben wird oder sogar eine Steigerung erfährt. Pathologische Spieler lügen gegenüber Dritten, sind gereizt und unruhig, schränken Freizeit und Arbeitszeiten ein und suchen zum Teil illegale Wege, um sich neues Geld für die Spiele zu besorgen.

In der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen untersuchen die Autoren Ursachen, Symptome und geben Kategorien der unterschiedlichen Krankheitsbilder. Sie gehen davon aus, dass rund 540.000 Personen zu den problematischen, pathologischen Glücksspielern gehören und rund 275.000 Personen zu den gefährdeten Menschen. (Quelle: dhs.de)

Zu den Risikogruppen gehören vor allem 14 bis 39-jährige, da viele bereits in jungen Jahren mit Glücksspiel in Kontakt kommen. Ein Unterschied besteht im Einstiegsalter von Männern und Frauen, da viele Männer bereits im jungen Alter mit dem Suchtverhalten beginnen, während vor allem Frauen ab vierzig bis fünfzig zu der Risikogruppe zählen. Zusätzlich zur Abhängigkeit der Spiele kommt bei vielen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für Tabak, andere Suchtmittel und Angststörungen hinzu; bei pathologischen Spielern liegt das Risiko bei über 63 Prozent.

Ursachen der Sucht

Las Vegas und der wilde Westen sind schon immer ein Anziehungspunkt für Spielsüchtige aus allen Ländern der Welt gewesen.

So wie es keine klare Definition der Spielsucht gibt, so sind auch die Ursachen zahlreich und oft mit weiteren Faktoren verknüpft. Die Homepage spielsucht-therapie.de listet beispielsweise vier Bereiche als mögliche Ursache auf:

  • Traumatisierende Ereignisse
  • Lebenskrisen
  • Veränderung im Bewusstseinszustand
  • Objektbeziehungen

Zu den traumatisierenden Ereignissen können Verluste der Eltern gehören oder psychische und physische Gewalt. Es besteht häufig ein Zusammenhang zwischen Problemen mit anderen Süchten der Familienmitglieder oder eine eigene bereits bestehende Abhängigkeit. Lebenskrisen können Auslöser sein, wie der Tod von Angehörigen, Unfälle, Perspektivlosigkeit in Beruf und Privatleben oder finanzielle Schwierigkeiten.

Einige Wissenschaftler berichten von Veränderungen im Bewusstsein und dadurch auch im Verhalten, denn das positive Gefühl des Gewinnens und die Aufregung erhöhen die Frequenz der Spielbank- oder Spielhallenbesuche. Depressives Verhalten kommt oft ebenfalls hinzu, muss jedoch damit nicht immer in Zusammenhang stehen. Die Abhängigen ordnen sich dem Glücksspiel unter und richten ihr Leben danach aus, denn Suchtkranke haben oft Schwierigkeiten, mit Emotionen umzugehen und stabile Strukturen zu entwickeln.

Erfolgreiche Therapien & Maßnahmen

Zu den erfolgreichen Methoden gehören Maßnahmen der Spielbanken und der Spielhallen, eine Datenbank mit Spielsüchtigen zu führen, denen der Zutritt verwehrt bleibt. Zusätzlich dazu gibt es die Spielverordnung, welche die Höhe von Einsätzen und Gewinnen pro Stunde reguliert und Spielpausen vorgibt. Grundsätzlich werden drei Behandlungsphasen von Kliniken definiert, die sich in Verhaltensanalyse und Hintergrund, dem Erlernen von Bewältigungsstrategien in der Gruppe und Problemlösungsstrategien unterteilen.

Ziel ist es in der Regel, die Verhaltensmuster zu durchbrechen und die eigenen Probleme klar zu erkennen und Veränderungen zu verankern. Im Idealfall ist der Patient nach der Therapie noch in ambulanter Behandlung, um außerhalb der Kliniken standhaft zu bleiben. Wie bei vielen Süchten ist vor allem die Nähe zum Suchtmittel ein großes Problem, weshalb keine Spielhallen oder Spielbänke in der umliegenden Nachbarschaft bestehen sollten.

Computerspiele & Internet

Die Sucht des 21. Jahrhunderts?

Computerspielsucht ist eine moderne Erscheinung der Sucht. Dennoch ist sie nicht zu unterschätzen und sollte bei extremen Ausmaßen von einem Psychologen behandelt werden.

Der Computer erleichtert die Arbeitswelt und sorgt für Abwechslung im Alltag. Doch im Laufe der letzten Jahrzehnte ist das Internet und die Vernetzung mit der Welt immer bedeutender geworden, im Privat- und Arbeitsbereich gleichermaßen.

Dieser Zeitungsartikel beschäftigt sich mit der Frage, ob die Abhängigkeit der Medien die Sucht des 21. Jahrhunderts bedeutet. Als Beispiel führt der Autor an, dass eine Therapieeinrichtung für Drogenabhängige in Hannover sechs von zehn Stellen für Internet- und Computerspielsüchtige bereithält. Die Balance zwischen normaler Unterhaltung und problematischem Internet- und Spielverhalten ist oft schwer zu erkennen und viele Eltern verzweifeln an dem Abblocken ihrer Kinder.

Forscher empfehlen gemeinsame Computerzeiten einzurichten, bevor die Jugendlichen sich mehr und mehr abschotten. Ein Problem vieler Abhängiger ist die mangelnde Anerkennung ihrer Sucht als Krankheit, da diese ein neues Krankheitsbild darstellt, die noch nicht ausreichend genug untersucht und erforscht ist und nicht nur Jugendliche darunter leiden können.

Computerspielabhängigkeit im Kindes- & Jugendalter

Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen untersuchte die Abhängigkeit von Computerspielen bei Kindern und Jugendlichen. Dabei erkannten sie, dass 4,3 Prozent der Mädchen und 15,8 Prozent der Jungen ein „exzessives Spielverhalten“ aufweisen, mit mehr als 4,5 Stunden Spielen täglich. Sie diagnostizierten 0,3 Prozent der Mädchen und 3 Prozent der Jungen als computerspielabhängig. Dabei kommen unterschiedliche Ursachen zutage, wie Traumata, Persönlichkeitseigenschaften oder eine gestörte Wahrnehmung der Realität.

Die Autoren weisen darauf hin, dass nicht immer ein Leistungsabfall erfolgen muss, doch wenn, dann sind Deutsch, Geschichte und Sport betroffen, nicht jedoch Mathematik. Viele Schüler schwänzen außerdem den Schulunterricht und nehmen negative Folgen für ihre Spielsucht in Kauf. Sie isolieren sich, schlafen weniger und stehen häufiger unter Stress. Viele Forscher bemängeln die fehlenden Therapiemöglichkeiten und wünschen sich bessere Kontrollen und Sicherheiten im Jugendmedienschutz.

Pathologischer Internetgebrauch

Pathologischer Internetgebrauch bedeutet laut der AHG Klinik München eine „tiefgreifende Störung der Beziehungs- und Selbstwertregulation“. Die Ärzte unterscheiden zwischen Spielabhängigkeit und Chat- und Surfverhalten. Diese Störung kommt häufig zusammen mit sozialen Phobien, depressiven oder Persönlichkeitsstörungen vor.

Zu den pathologischen Merkmalen gehören mehr als 30 Stunden Internetaktivität pro Woche, sozialer Rückzug, körperliche Probleme und die Identitätsdiffusion, also das Verschwimmen der eigenen Identität. Besonders Onlinespiele seien dabei Auslöser der Symptome, bei einem Durchschnittsalter von 27 Jahren. Therapien bestehen aus Bezugsgruppen als familiäre Einheit, einzelnen Gesprächen und/oder sporttherapeutischen und ergotherapeutischen Programmen.

Die Behandlungsdauer liegt bei zwölf Wochen, in denen die Betroffenen mit Hilfe der Selbstreflexion und alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten aus dem Teufelskreis ausbrechen sollen.

Gaming fördert Kreativität & Gehirnleistung

Viele Spielehersteller und Gamer wehren sich gegen das Vorurteil der Abhängigkeiten oder Gewaltverherrlichung der Spiele. Computerbild berichtet über eine Studie, die besagt, dass Spiele sowohl die Kreativität, als auch die Gehirnleistung positiv beeinflussen können. Ein Spieler muss unter Zeitdruck viele Aufgaben erfüllen und sein Multitasking ist für den Spielsieg perfekt organisiert.

Außerdem trainiert es die Hand-Auge-Koordination, was beispielsweise beim Autofahren im Dunkeln überlebenswichtig sein kann. Action beladene Spiele unterstützen die Geschwindigkeit von wichtigen Entscheidungen und fördern kreative Ideen und Gestaltungen. Trotzdem weisen die Forscher darauf hin, dass je nach Vorbelastung Spiele die emotionale Stimmung beeinflussen und sich ernste Erkrankungen durch übermäßiges Spielen verstärken können.

Alkohol & Tabak

Ewiges Laster – Jahrbuch Sucht 2014

Alkohol zählt zu den häufigsten Suchtmitteln in Deutschland.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen gibt in ihrem jährlichen Bericht eine Übersicht über Alkohol- und Tabakkonsum in Deutschland und die möglichen Folgen davon. So sterben jedes Jahr 100.000 bis 120.000 Menschen vorzeitig, nach übermäßigem Alkohol- oder Tabakkonsum. Über 200 Erkrankungen und 80 Unfallarten stehen im Zusammenhang mit den legalen Drogen.

Die Autoren stellen die staatlichen Einnahmen aus der Alkoholsteuer von 3,3 Milliarden Euro den direkten Kosten aus Gesundheitswesen, Sachschäden und Verkehrsunfällen von 10 Milliarden Euro gegenüber.

Der Tabakkonsum sei rückläufig, doch trotzdem bleibt die Anzahl der Krankheitsfolgen für das Gesundheitswesen eine hohe Belastung. Der Verein fordert neue Präventionsstrategien, wie Preisanhebungen oder zeitliche Begrenzungen des Verkaufs, um die Bevölkerung besser vor den Folgen der Abhängigkeit zu schützen.

Auswirkungen von Werbung für Alkohol & Tabak

Ein wichtiger Faktor bleibt die Werbung für legale Drogen. Das Institut für Therapie und Gesundheitsforschung analysierte in seinem Jahrbuch 2009 die Wirkung und die Zusammenhänge zwischen Werbung und Initiierung des Konsums. Kinder und Jugendliche kommen heutzutage bereits im Alter zwischen sechs bis elf Jahren in Kontakt mit Alkohol und Tabak, vor allem im Medienbereich.

In einer Umfrage von Fünftklässlern gaben diese zu 100 Prozent an, einen bekannten Bierwerbespot gesehen zu haben und weitere Studien ergaben, dass bis zu 95 Prozent der nicht trinkenden Jugendlichen einige Biermarken und Bierwerbung benennen können. Die Anfälligkeit mit Rauchen zu experimentieren und zu beginnen, steigt mit der Frequenz der Mediennutzung und weiterer Kriterien.

Alkohol ist gesellschaftlich weniger geächtet, weshalb es noch wenige repräsentative Studien zu Kausalwirkungen gibt. Die Forscher sind sich sicher, dass eine Einschränkung der Werbung positive Effekte auf Initiierung von Drogenkonsum besitzen könnte.

Alkoholkonsum Jugendlicher

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt in ihrem Bericht zur Drogenaffinität heraus, dass Jugendliche zwischen 12 bis 17 Jahren weniger regelmäßig Alkohol konsumieren, als 18 bis 25 Jährige. Sie nehmen einen Rückgang des regelmäßigen Alkoholkonsums wahr, im Gegensatz zu den 80er und 90er Jahren, doch steigt die Anzahl junger Erwachsener, die mindestens einmal in der Woche Alkohol konsumieren an.

Das Rauschtrinken ist bei Jugendlichen zurückgegangen, während 41,9 Prozent der jungen Erwachsenen bestätigten, mindestens einmal in den letzten 30 Tagen fünf Gläser Alkohol oder mehr hintereinander getrunken zu haben. Alkohol gehört jedoch zu einem großen Teil junger Menschen regelmäßig dazu, so trinken 81,9 Prozent der jungen Erwachsenen mindestens einmal im Monat Alkohol. Die Tendenzen zeigen, dass der Konsum von Alkohol allgegenwärtig ist und junge Menschen regelmäßig betrifft.

Suchtpotential Nikotin

Rauchen schädigt nicht nur die Lunge und die Bronchien, sondern lässt auch die Haut und die inneren Gefäße schneller altern.

Die Aufklärungsseite Drugcom.de berichtet über das hohe Suchtpotential von Nikotin.

Eine Studie ergab, dass im Vergleich zu Alkohol, Kokain und Cannabis, Kokain das höchste Suchtpotential besitzt. Des Weiteren sollen 68 Prozent der Personen, die einmal zur Zigarette gegriffen haben, in eine Abhängigkeit geraten.

Die Verfügbarkeit von Nikotin ist ein weiterer Faktor, der auf das Suchtpotential einwirkt, denn trotz zahlreicher Verbote und Warnungen, ist Rauchen gesellschaftlich nicht übermäßig geächtet. Außerdem rauchen viele mehrere Zigaretten am Tag und verstärken so die Verbindungen der Sucht im Gehirn. Psychische Probleme können überdies die Abhängigkeit verstärken oder beeinflussen.

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Fazit

Die Ursachen für Abhängigkeiten sind zahlreich. Der große Bereich Medikamentenmissbrauch oder Drogenkonsum ist dabei ebenso relevant, wie die Alltagsdrogen Alkohol und Nikotin. Die neuen Medien schaffen vielseitige Möglichkeiten, das Leben zu gestalten, doch gibt es auch dort Konsequenzen bei Missbrauch und übermäßigem Konsum. Die meisten Menschen sind täglich umgeben von Zucker, Internet, Computern, aber auch von Tabak konsumierenden Personen oder Alkoholika im Supermarkt oder beim Feierabendtreff.

Das Suchtpotential steigert sich bei Stress und persönlichen Schwierigkeiten, weshalb immer mehr Aufklärungsstellen auf die Verantwortung von Politik und Medien hinweisen. Die rückläufigen Zahlen des Tabak- und Alkoholkonsums bei Jugendlichen, wenn zum Teil auch nur gering, zeigen, dass Aufklärung und gesellschaftliche Diskussionen dabei helfen können.

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