Die Geburt kündigt sich an: Übungswehen und Senkwehen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Während der Schwangerschaft gehen sogenannte Übungswehen und Senkwehen (beziehungsweise Vorwehen) ineinander über. Beide Wehenarten zeigen jedoch noch keine Wirkung auf den Muttermund und seine Öffnung. Wichtig ist, dass sogenannte Übungs- oder Senkwehen keinesfalls ignoriert werden, wenn sich die Schwangere bereits kurz vor dem Geburtstermin befindet. Schlussendlich kann es sich auch um echte Geburtswehen handeln, die den Beginn des Geburtsvorganges ankündigen.

Inhaltsverzeichnis

Die Geburt steht an: warum treten Übungswehen & Senkwehen auf?

Der Uterus beginnt bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche mit Vorbereitungen auf den Geburtsvorgang. Ab diesem Zeitpunkt bemerken Schwangere immer wieder ein nicht bekanntes Spannungsgefühl; dieses Gefühl wird auch gerne als Ziehen im Bauch beschrieben. Der wohl wahrscheinlichste Grund sind Senkwehen und Übungswehen. Dabei beginnt sich die glatte Muskulatur des Uterus zusammenzuziehen beziehungsweise entspannt sich danach wieder.

Die ersten Kontraktionen sorgen für eine Kräftigung der Muskulatur; das Kind sowie die Plazenta werden dabei besser durchblutet. Durch diese Kontraktionen trainiert die Gebärmutter bereits für die Geburt. Die ersten Kontraktionen sind die sogenannten Alvarez-Wehen. Dabei handelt es sich um sehr kurze und auch wellenförmige Übungswehen. Sie sind unregelmäßig, sehr leicht und auch unkoordiniert. Im Rahmen der Übungswehen spannen sich nur kleine Gebärmutterbereiche an.

Im weiteren Schwangerschaftsverlauf werden es aber immer größere Teile der Muskulatur, welche sich zusammenziehen. Die Kontraktionen werden in weiterer Folge stärker und auch häufiger. Mediziner bezeichnen diese Kontraktionen auch als sogenannte Braxton-Hicks-Wehen. Auch das sind noch klassische Übungswehen, die de facto keine Auswirkungen auf den Muttermund haben und nicht dafür sorgen, dass die Geburt beginnt.

Wie machen sich Übungswehen bemerkbar?

Die ersten Kontraktionen machen sich etwa dadurch bemerkbar, dass die Frau spürt, dass ihr Bauch fester wird. Ein unangenehmer Zustand, der aber keineswegs mit Schmerzen in Einklang steht. In wenigen Fällen können Frauen über Schmerzen berichten, welche immer wieder mit Menstruationsschmerzen verglichen werden. Übungswehen erkennt die Schwangere daran, dass die Kontraktionen regelmäßig auftreten, jedoch sehr lange Abstände haben.

Alle paar Stunden können - ein- bis dreimal pro Stunde - sogenannte Wehen auftreten. Danach sind längere Wehenpausen der Fall. Die Übungswehen lassen dann nach, wenn sich die Schwangere hinlegt oder mitunter den Bauch wärmt. Werden die Kontraktionen stärker, obwohl die Schwangere liegt beziehungsweise den Bauch wärmt, beziehungsweise nicht schwächer und treten sie häufiger als dreimal pro Stunde auf oder mehr als zehnmal pro Tag, sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Vor allem auch, wenn die Schwangere kurz vor ihrem errechneten Geburtstermin ist. Mitunter kann es sich dabei auch um richtige Geburtswehen handeln und der Geburtsvorgang bereits begonnen haben. Liegt also der Verdacht vor, sollte die Frau keinesfalls zögern, auch wenn sie mitunter glaubt, dass es sich nur um Senkwehen handelt.

Was sind Senkwehen?

Senkwehen (oder Vorwehen) haben keinen Einfluss auf den Muttermund beziehungsweise sorgen nicht dafür, dass sich jener öffnet. Wie der Name bereits erkennen lässt, sorgen die Senkwehen dafür, dass die Gebärmutter mit dem Baby nur tiefer in das Becken der Schwangeren sinkt. Der Kopf rutscht in Richtung des Geburtskanals; im Regelfall tritt dieser Zustand ab der 36. Schwangerschaftswoche ein.

Aus diesem Grund treten Übungswehen auch deutlich früher als Senkwehen auf. Ab wann jedoch die Frau die ersten Senkwehen hat, kann nicht pauschal gesagt werden. Mitunter ist der Faktor entscheidend, ob es sich um die erste Geburt handelt oder bereits mehrere Kinder auf die Welt gebracht wurden. Hat die Schwangere bereits mehrere Kinder geboren, können Senkwehen erst wenige Tage vor der tatsächlichen Geburt bemerkt werden.

Es kann auch der Fall eintreten, dass der Kopf erst dann in Richtung Becken wandert, wenn die Geburt einsetzt. Im Rahmen dieses Szenarios kann die Schwangere nicht unterscheiden, ob es sich tatsächlich um Geburts- oder Senkwehen handelt.

Wie beeinflussen Senkwehen die werdende Mutter?

Viele Frauen bemerken keine körperlichen Anzeichen oder Veränderungen, wenn Senkwehen eintreten. Sie bemerken höchstens, dass der Bauch fester wurde beziehungsweise dass sich „etwas verändert hat“, können aber definitiv nicht sagen, welche Veränderung tatsächlich eingetreten ist. Der Bauch sitzt aber, wenn Senkwehen eingetreten sind, tiefer.

Im oberen Bauchraum bemerken die Frauen wieder mehr Platz. Beschwerden wie das unangenehme Völlegefühl, ständiges Sodbrennen oder Atemnot können besser werden. Jedoch sorgt die neue Position des Kindes für andere Beschwerden. In vielen Fällen liegt das Kind auf der Blase, was dazu führt, dass der Harndrang deutlich stärker als sonst ist.

Muss die Schwangere daher häufiger die Toilette aufsuchen, kann dies bereits ein Zeichen dafür sein, dass sie schon Senkwehen hatte. In vielen Fällen bemerken Schwangere erst, dass sie Senkwehen hatten, wenn der Harndrang verstärkt wird beziehungsweise die Frau das ständige Gefühl hat, ihre Blase entleeren zu müssen.

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Wie unterscheiden sich echte Wehen?

Die Regel besagt, dass Wehen, die sehr wohl Schmerzen verursachen und in regelmäßigen Zeitabständen auftreten und sich auch keinesfalls durch Wärme lindern lassen, nicht ignoriert werden dürfen. Hier sollte die Schwangere einen Arzt kontaktieren. Schlussendlich kann es sich bei den Kontraktionen auch um vorzeitige Wehen handeln.

Vor allem auch, wenn sich die Schwangere bereits im späten Schwangerschaftsverlauf befindet, sollte man keineswegs darauf „hoffen“, dass es Übungs- oder Senkwehen sind. Besteht nur der geringste Verdacht, dass es sich um richtige Wehen handelt, muss daher ein Arzt kontaktiert werden.

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