Didanosin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Bei Didanosin handelt es sich um ein Arzneimittel, welches bei der Behandlung gegen die Infektion mit dem HI-Virus eingesetzt wird. Der Wirkstoff gehört zu den virenhemmenden Mitteln und dient dabei der Stärkung des Immunsystems von HIV-Patienten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Didanosin?

Didanosin stärkt generell die körpereigenen Abwehrkräfte der HIV-Patienten, hemmt die Vermehrung der HI-Viren und senkt deren Anzahl im Blut, kann AIDS vorbeugen und in einigen Fällen sogar bekämpfen.

Didanosin ist ein nicht säurestabiler Wirkstoff, weshalb es durch die Magensäure zerstört wird. Aus diesem Grund wird Didanosin nur als magensaftresistente Kapsel oder auch in Verbindung mit säurebindenden Mitteln verabreicht. Didanosin selbst ist ein so genannter nukleosidischer reverser Transkriptasehemmer (NRTI) und ist als Wirkstoff-Vorstufe (Prodrug) allein nicht gegen Viren wirksam.

Pharmakologische Wirkung

Erst im Körper des Patienten wird Didanosin zum tatsächlichen Wirkstoff umgebaut und hemmt dort das Enzym reverse Transkriptase, wodurch die Vermehrung der HI-Viren unterdrückt wird.

Mit der Senkung der Virenzahl im Blut wird außerdem die Immunabwehr des Körpers wieder gestärkt. Da HIV ein sehr anpassungsfähiger Virus ist und damit gegen einzelne Substanzen schnell eines Resistenz entwickelt, wird der Wirkstoff in der Regel in Kombination mit anderen Wirkstoffen bei der Behandlung von HIV-Patienten eingesetzt.

Es ist möglich, mit dem Wirkstoff Didanosin die Krankheit AIDS zu bekämpfen oder zumindest eine Verzögerung ihres Ausbruchs herbeizuführen. Mit Didanosin ist die Krankheit zwar nicht heilbar, allerdings kann die Lebensqualität verbessert und die Lebenserwartung gesteigert werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bei Didanosin handelt es sich um ein Arzneimittel, welches bei der Behandlung gegen die Infektion mit dem HI-Virus eingesetzt wird.

Besteht beim Patienten eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Didanosin, darf das Mittel nicht angewendet werden. Die Anwendung sollte nur nach einer sorgfältigen Abwägung von Risiko sowie Nutzen durch den behandelnden Arzt bei Patienten mit HIV-Infektion, die eine Lebererkrankung, eine vergrößerte Leber oder eine Leberentzündung haben, erfolgen.

Patienten müssen während der gesamten Behandlung strengster Überwachung unterstehen, vor allem übergewichtige Frauen gehören hierzu. Auch Patienten mit einer Fehlfunktion an bestimmten Zellorganellen (so genannte Mitochondrien) müssen besonders überwacht werden. Vorsicht ist außerdem bei HIV-Patienten geboten, die unter einer Bauchspeicheldrüsenentzündung leiden oder litten. Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion muss die Dosis entsprechend angepasst werden.

Geschulte Ärzte sind dann zur Aufsicht der Behandlung verpflichtet, wenn HIV-Patienten gleichzeitig an einer Infektion mit Hepatitis B- oder Hepatitis C-Viren leiden, da die Behandlung dann zusätzliche Risiken birgt. Während einer Schwangerschaft sollte Didanosin – wie viele andere Medikamente auch – nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet werden.

Tierversuche brachten jedoch eine schädigende Wirkung auf das Ungeborene hervor, wobei diese Versuche nicht auf den menschlichen Organismus übertragbar sind. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten sollte Didanosin deshalb möglichst nicht eingesetzt werden, da zudem auch das Risiko für einen Anstieg des Milchsäure-Spiegels im Blut während einer Schwangerschaft erhöht ist. Deshalb sollte die Betreuung von schwangeren Frauen mit einer HIV-Infektion auch nur von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden. Generell gilt, dass eine Frau, die mit dem HI-Virus infiziert ist, ihr Neugeborenes nicht stillen, denn das Virus gelangt in die Muttermilch und wird somit auf das Kind übertragen.

Ist ein Neugeborenes mit dem HI-Virus infiziert, sollte es möglichst erst nach drei Monaten mit Didanosin behandelt werden, da für Säuglinge unter drei Monaten keine ausreichenden Erkenntnisse über die Wirkung vorliegen. Ab einem Alter von drei Monaten ist die Behandlung mit einer Dosis, die dem Körpergewicht oder auch der Körperoberfläche des Kindes entspricht, entsprechend dem jeweiligen Krankheitsverlauf individuell möglich. Gerade bei Kindern ist dabei immer darauf zu achten, dass die Behandlung mit Sorgfalt und ärztlicher Überwachung erfolgt.

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Risiken & Nebenwirkungen

Didanosin hat als Mittel gegen den HI-Virus und AIDS Nebenwirkungen wie Durchfall, Unwohlsein, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit in Verbindung mit Erbrechen, Nesselsucht und Hautausschlag, Leberentzündung, Gelbsucht, Mundtrockenheit, Blutarmut, Haarausfall.

Es sind noch weitere Nebenwirkungen bekannt, die mehr oder weniger häufig auftreten können und von Patient zu Patient variieren. Gerade bei Patienten mit AIDS ist es oft schwierig, krankheitsbedingte Reaktionen und wirkstoffbedingte Nebenwirkungen voneinander abzugrenzen.

Medikamente, die den Wirkstoff Didanosin enthalten, sollten in einem Abstand von mindestens zwei Stunden zu anderen Medikamenten und Mahlzeiten eingenommen werden, um die Aufnahme des Wirkstoffs nicht zu vermindern. Der behandelnde Arzt weiß, welche Medikamente nicht gleichzeitig eingenommen werden dürfen.

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