Dicker Hals

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. Oktober 2017
Startseite » Symptome » Hals » Dicker Hals

Unter einem dicken bzw. geschwollenen Hals verstehen Mediziner eine Schwellung im Bereich des Halses. Diese kann optisch sichtbar und/oder tastbar sein und ganz unterschiedliche Ursachen haben, die unter Umständen auch ernsthafterer Natur sein können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein dicker Hals?

Ein dicker Hals (Halsschwellung) bezeichnet, wie der Name bereits vermuten lässt, eine oder auch mehrere Schwellungen im Halsbereich. Dabei kann es sich um eher oberflächliche und somit harmlose Schwellungen handeln, die etwa das Schlucken oder Sprechen nicht behindern.

Ebenso können die Schwellungen sich aber auch in den Innenbereich des Halses erstrecken und so für Probleme beim Schlucken oder schlimmstenfalls auch beim Atmen verursachen.

Da im Halsbereich mehrere verschiedene Organe angesiedelt sind, die teilweise lebensnotwendige Funktionen erfüllen, sollte die Ursache für einen dicken Hals ärztlich abgeklärt werden, um spätere gesundheitliche Probleme oder gar einen lebensbedrohlichen Zustand des Patienten auszuschließen.

Ursachen

Ein dicker Hals kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehört unter anderem eine Erkrankung der Schilddrüse, die unter Umständen eine deutlich sichtbare Schwellung (den sogenannten Kropf) verursachen kann.

Auch geschwollene Lymphknoten sind teils deutlich sichtbar. Sie können auf im Körper vorhandenen Entzündungen hindeuten. Eine Grippe oder auch eine starke Erkältung sind oftmals der Grund für einen dicken Hals, bei dem auch Schluckbeschwerden hinzukommen.

Mumps oder Scharlach sorgen nicht nur bei Kindern für einen geschwollenen Hals. Nicht zuletzt kann auch ein Tumor im Halsbereich für eine Schwellung verantwortlich sein. Der behandelnde Arzt kann im Rahmen einer umfassenden Untersuchung die genauen Ursachen abklären.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Da im Halsbereich mehrere verschiedene Organe angesiedelt sind, die teilweise lebensnotwendige Funktionen erfüllen, sollte die Ursache für einen dicken Hals ärztlich abgeklärt werden.

Bei einem dicken Hals findet vor der eigentlichen Untersuchung erst einmal ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten statt. Anschließend kann der behandelnde Arzt die Schwellung abtasten und etwa eine Blutuntersuchung durchführen, um mögliche Veränderungen im Blutbild festzustellen.

Gegebenenfalls kann auch eine Gewebeprobe etwa der Lymphknoten entnommen oder auch eine Computertomografie durchgeführt werden. Aufgrund der erstellten Diagnose kann daraufhin eine angemessene Therapie eingeleitet werden.

Der Verlauf richtet sich nach der Art der Erkrankung und kann nicht pauschal angegeben werden. Während ein grippaler Infekt meist nach wenigen Tagen überstanden ist, muss etwa im Falle einer Krebserkrankung eine intensive Therapie eingeleitet werden.

Komplikationen

Komplikationen durch einen “dicken Hals“ stehen in enger Verbindung zu den Ursachen. So kann zum Beispiel ein Abszess, wenn er an ein Blutgefäß im Hals Anschluss findet, die Gefahr einer Blutvergiftung oder eines Hirnabszesses mit lebensbedrohlichem Verlauf verursachen. Befindet sich ein Abszess retropharyngeal, also hinter dem Rachenraum, muss das Übergreifen auf einen Halswirbel als mögliche Komplikation in Betracht gezogen werden. Auch besteht die Gefahr, dass sich der Abszess in den Brustraum absenkt. Ein lebensgefährlicher Verlauf kann auch diesbezüglich nicht ausgeschlossen werden.

Der Bezold-Abszess kann auf den Knochen übergreifen ([[Mastoiditis). Ein weiteres Übergreifen auf den Halswendermuskel als weitreichende Komplikation ist zu vermeiden.

Der Peritonsillarabszess durch eine bakterielle Mandelentzündung kann sich bei unsachgemäßer oder zu später Behandlung zu einem Parapharyngealabszess im Hals weiterentwickeln. Bis dahin kann der Verlauf auch von Komplikationen wie:

gekennzeichnet sein.

Der Retropharyngealabszess kann zum eitrigen Einschmelzen beteiligter Lymphknoten nach einer Verletzung oder bakteriellen Entzündung beitragen.

Eine weitere schwerwiegende Komplikation, die durch eine Mandelentzündung (Tonsillitis) als Ursache für einen dicken Hals entstehen kann, gehört das rheumatische Fieber. Dieses ist gekennzeichnet durch schmerzhafte Entzündungen unterschiedlicher Gelenke sowie der Herzklappen und des Herzmuskels. Extrem selten kommt es im Zusammenhang mit einer Mandelentzündung zu einer Nierenentzündung.

Der Kropf als weitere Ursache für einen dicken Hals kann zu einer funktionellen Autonomie führen. Daraus entwickelt sich in seltenen Fällen als weitere Komplikation ein bösartiger Tumor (Schilddrüsenkrebs).

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Unter einem „dicken Hals" ist im medizinischen Sinne ein geschwollener Hals zu verstehen. Ist er nicht sichtbar, ist er zumindest tastbar. Für einen dicken Hals gibt es viele unterschiedliche Ursachen, darunter harmloser sowie ernster Natur. Bei einer oberflächlichen Schwellung haben Betroffene selten Beschwerden. Innere Schwellungen des Halses hingegen können das Schlucken und sogar das Atmen beeinträchtigen. Zur Sicherheit sollte bei einem dicken Hals umgehend der Arzt aufgesucht werden.

Bekannt ist der dicke Hals in Form eines Kropfes, ausgelöst durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse. Geschwollene Lymphknoten sind ebenfalls häufig für einen dicken Hals verantwortlich, oft als Symptom für eine starke Erkältung, Grippe oder Mandelentzündung. Neben verschiedenen weiteren Erkrankungen ist bei einem dicken Hals auch an einen Tumor im Halsbereich zu denken. Es kann erforderlich werden, eine Gewebeprobe zu entnehmen.

Der Hausarzt kann seinem Patienten bereits gute Dienste bei der Diagnosefindung leisten. Bei der Anamneseerhebung fragt er nach weiteren Beschwerden wie Schluckbeschwerden, Ohrenschmerzen, Fieber und Schwächegefühl. Ergänzend kann der Hausarzt seinen Patienten an einen Facharzt überweisen, zum Beispiel einen Internisten, Kardiologen, Endokrinologen, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Rheumatologen, Nephrologen oder Onkologen und gegebenenfalls an einen Kinderarzt.

Behandlung & Therapie

Wurde der dicke Hals ärztlich untersucht und eine Diagnose gestellt, kann der Mediziner mit der entsprechenden Therapie beginnen. Eine Grippe oder etwa eine Mandelentzündung bedürfen nicht immer einer ärztlichen Behandlung; die Heilung kann aber etwa mit Antibiotika oder ähnlichen Medikamenten unterstützt werden.

Auch Schilddrüsenerkrankungen lassen sich oftmals gut medikamentös therapieren. Sind die Lymphknoten geschwollen, liegt dem oft eine entzündliche Erkrankung zugrunde, die meist ebenfalls mit entsprechenden Medikamenten behandelt wird. Hat der behandelnde Arzt eine Zyste oder eine Fistel entdeckt, sollte diese operativ entfernt werden. Zwar sind diese Schwellungen eher harmlos; sie können aber schmerzhaft und somit sehr belastend werden.

Wurde eine Krebserkrankung festgestellt, kann unter Umständen ebenfalls eine Operation infrage kommen, abhängig davon, welche Teile genau von der Erkrankung betroffen sind. Zusätzlich wird eine Chemotherapie eingeleitet, um die Krebszellen am Wachsen und Ausbreiten zu hindern.

Da auf den ersten Blick teilweise nicht festgestellt werden kann, ob hinter dem dicken Hals eine harmlose Ursache oder eine schwere Krankheit steckt, sollte grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Beschwerden mehrere Wochen andauern oder von Fieber bzw. starken Schmerzen begleitet sind.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen handelt es sich bei einem dicken Hals nur um ein harmloses Symptom, das oft von alleine verschwindet. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es sich dabei um eine Grippe oder um eine Mandelentzündung handelt. Diese Krankheiten können mit Antibiotika einfach behandelt werden und führen zu keinen weiteren Beschwerden. Der Hals selbst schwillt nach einigen Tagen wieder ab.

Falls der dicke Hals auf eine Schilddrüsenerkrankung hindeutet, ist die Behandlung durch einen Arzt notwendig. In diesem Fall kann auch eine Zyste für die Schwellung am Hals verantwortlich sein. Diese muss operativ entfernt werden. Bei Krebserkrankungen kann keine allgemeine Prognose gegeben werden. Eine Chemotherapie führt bei den meisten Menschen allerdings zu einem Erfolg.

Ohne Behandlung wird der Hals nur dann abschwellen, wenn es sich um eine Grippe oder eine Mandelentzündung handelt. Hier hilft allgemein gesundes Essen mit viel Obst und Gemüse.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Da die Ursachen für einen dicken Hals bzw. eine Halsschwellung sehr vielfältig sein können, ist eine direkte Vorbeugung nicht möglich. Manchen Erkrankungen kann sicherlich durch eine gesunde Lebensweise und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vorgebeugt werden. Treten Halsschwellungen akut im Rahmen eines Infekts auf und verschwinden wieder mit Abklingen der Symptome, ist oftmals kein ärztlicher Rat notwendig.

Im Zweifelsfall sollte aber immer ein Arzt aufgesucht werden, besonders dann, wenn die Beschwerden lange anhalten und eine allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustands mit sich bringen. Nur so können schwere Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Das können Sie selbst tun

Ob und was Patienten selbst gegen einen dicken Hals tun können, hängt von den Ursachen des Problems ab. Beim erstmaligen Auftreten müssen die Ursachen unbedingt ärztlich abgeklärt werden, da sich dahinter lebensbedrohliche Krankheiten wie zum Beispiel Schilddrüsenkrebs verbergen können.

Handelt es sich bei dem dicken Hals um einen sogenannten Jodmangelkropf, ist von einer Selbsttherapie unbedingt abzusehen. Die Patienten können aber viel dazu beitragen, dass es erst gar nicht soweit kommt. Um einem Jodmangel vorzubeugen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 200 µg Jod pro Tag für Erwachsene. Gute Jodlieferanten sind Spinat, Champignons, Radieschen, Brokkoli, Gartenkresse, Schnittlauch und Petersilie. Eine einfache Möglichkeit die Jodzufuhr zu verbessern besteht in der regelmäßigen Verwendung von Jodsalz. Sollte das nicht ausreichen, kann auf Nahrungsergänzungsprodukte zurückgegriffen werden.

Resultiert der dicke Hals aus einer Erkältungskrankheit, die häufig auch mit einem Anschwellen der Lymphknoten einhergeht, kann der Patient die Grunderkrankung in leichten Fällen auch mit Hausmitteln bekämpfen. Zunächst einmal helfen bei Erkältungskrankheiten Ruhe und Wärme. Der Patient sollte also, falls möglich, einige Tage nicht zur Arbeit gehen. Bei Entzündungen im Hals- und Rachenbereich werden in der Naturheilkunde Präparate aus Salbei, insbesondere Tee oder Tabletten zum Lutschen, empfohlen. Außerdem sollen warme Halsumschläge und Dampfbäder mit Kamillentee oder Meersalz helfen.

Bücher über Lymphknotenschwellung

Quellen

  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T: HNO. Springer, Heidelberg 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: