Diaphragma

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. Oktober 2017
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Ein Diaphragma ist ein sicheres Verhütungsmittel für Frauen, die ihren Körper nicht durch die Einnahme von Hormonen belasten wollen. Entscheidend für die Zuverlässigkeit sind aber die richtige Anwendung und die passende Größe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Diaphragma?

Das Diaphragma, eine elastische Spiral- oder Flachfeder, die mit einer Membran aus Silikon überzogen ist, hat große Ähnlichkeit mit einem eingerollten Kondom. Vor dem Geschlechtsverkehr wird es in die Scheide eingeführt und über den Muttermund gestülpt. So bildet es einen undurchdringlichen Verschluss, der die Spermien daran hindert, in die Gebärmutter zu gelangen.

Da die Größe und der Bau der Scheide bei jeder Frau individuell verschieden sind, gibt es das Diaphragma in neun unterschiedlichen Größen mit einem Durchmesser von sechs bis neun Zentimetern. Um einen bestmöglichen Schutz vor einer Schwangerschaft zu gewährleisten, ist die Anpassung durch den Frauenarzt ein absolutes Muss.

Aufbau, Funktion & Wirkungsweise

Die Zuverlässigkeit dieser Verhütungsmethode hängt entscheidend davon ab, dass das Diaphragma in der exakten Position auf dem Muttermund aufliegt. Dazu wird der Muttermund zunächst vermessen. Um die richtige Größe des Diaphragmas zu ermitteln, müssen in einem zweiten Schritt verschiedene Größen probiert werden. Das größte Diaphragma, das nach dem Einsetzen nicht mehr spürbar ist, ist das passende. Der korrekte Sitz lässt sich einfach überprüfen, indem der Muttermund mit dem Finger abgetastet wird. Er muss durch das Diaphragma komplett bedeckt sein.

Das Diaphragma sollte 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr mit dem vorderen Ende in die Scheide eingesetzt werden. Dazu werden die Ränder leicht zusammengedrückt und ähnlich wie ein Tampon tief in die Scheide eingeführt. Die korrekte Position ist zwischen dem hinteren Scheidengewölbe und dem Schambein, da dadurch der Muttermund vollständig verschlossen ist. Zur Erhöhung der Sicherheit empfiehlt es sich, das Diaphragma vorher auf der dem Muttermund zugewandten Seite sowie auf den Rändern mit einem Spermizid, einem Spermien abtötenden Gel, einzureiben.

Schematische Darstellung zur Empfängnisverhütung mit einem Diaphragma. Klicken, um zu vergrößern.

Besteht eine Allergie gegen Spermizide, können Produkte auf Zitronensäure- oder Milchsäurebasis verwendet werden, die die Beweglichkeit der Spermien in hohem Maße einschränken.

Nach dem Einsetzen sollte Frau den korrekten Sitz noch einmal überprüfen. Wenn sich das Diaphragma nicht mehr verschieben lässt, befindet es sich an der richtigen Position und bildet eine Barriere, die die Befruchtung der Eizelle durch die Spermien verhindert. Nach dem Samenerguss muss das Diaphragma mindestens acht Stunden in der Scheide verbleiben bis alle Spermien befruchtungsunfähig sind.

Danach sollte es entfernt werden, indem es mit dem Finger unter dem vorderen Rand gefasst und herausgezogen wird. Anschließend bedarf es einer gründlichen Reinigung mit Wasser und einer milden Seife. Wer während des Tragens mehrmaligen Geschlechtsverkehr hat, muss zusätzlich Spermizide auftragen, die mittels Applikator tief in die Scheide eingebracht werden.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Ein Diaphragma eignet sich besonders für Frauen, die nur gelegentlich Sex haben und nicht auf dauerhafte Verhütungsmittel zurückgreifen wollen, dabei aber die Kontrolle über die Verhütung nicht in Männerhände abgeben möchten.

Ein großer Vorteil in der Benutzung liegt darin, dass der Einsatz eines Diaphragmas keine gesundheitlichen Nebenwirkungen hat. Anders als die Pille, durch die Hormone aufgenommen werden, gibt es keine Auswirkungen auf den Menstruationszyklus. Darüber hinaus lernen Frauen durch das Einführen und das Ertasten der richtigen Position ihren Körper besser kennen, was von vielen als wertvolle Selbsterfahrung geschätzt wird.

Weiterer Pluspunkte sind, dass ein Diaphragma nur bei Bedarf angewendet werden muss und sich aufgrund seiner Größe unkompliziert transportieren lässt, da es ganz bequem in jede Handtasche passt. Bei allen Vorteilen muss jedoch bedacht werden, dass von der Nutzung eines Diaphragmas bei häufig wechselnden Partnern abgesehen werden sollte, da es nicht vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten wie HIV schützt.

Darüber hinaus kann durch die Anwendung die Anfälligkeit für Blasenentzündungen steigen und durch die Verwendung von Spermiziden können allergische Reaktionen auftreten. Verbleibt das Diaphragma länger als 24 Stunden in der Scheide, steigt zudem das Risiko, an krankhaftem vaginalen Ausfluss oder Scheidenentzündung zu erkranken.

Bücher über Verhütung & Sexualität

Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, duale Reihe. Thieme, Stuttgart 2013

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